ANITA & ALEXANDRA HOFMANN: Exklusiv – Unsere Rezension zu „Wilde Zeiten“! 2

Anita Alexandra Hofmann – Wilde Zeiten Album HQ

Noch schnell vorweg

Bald ist es soweit, das lang erwartete Album von Anita & Alexandra Hofmann „WILDE ZEITEN“ findet den Weg in das ein oder andere Wohnzimmer von euch. Die Schlagerprofis haben die Ehre und durften in das Album schon reinhören – was wir zum Anlass nehmen, um euch eine Rezension zu liefern. Unser ganz besonderer Dank geht hier nochmal an Stefan Kahé (Kahé PR & Dialog)! An dem neuen Album von Anita & Alexandra Hofmann haben offensichtlich mehrere Produzenten (mind. Thomas Rosenfeld und Mathias Roska) mitgewirkt. Anita & Alexandra sind nämlich für die Gesangsaufnahmen quer durch die Republik zu verschiedenen Produzenten gefahren – bis hoch nach Hamburg und an die Ostsee. Leider gibt es diesbezüglich auch einen kleinen technischen Wermutstropfen, dazu kommen wir aber zum Schluss.

Ein ‚Geister‘-Titel?

Wir haben in unserer Rezension 14 Titel rezensiert – es gibt noch einen 14ten bemusterten Song, der aber auf der offiziellen Alben-Version nicht aufgelistet wird, nämlich „Herzlichen GlĂĽckwunsch zu Deinem Leben“. Dieser Song ist nach unserer Kenntnis Bestandteil der „Fanbox“, deren Inhalte wohl exklusiv gehalten werden. Doch genau der Song ist fĂĽr uns ein absolutes Highlight! Wir fangen an mit der TitelĂĽbersicht. (Oben im ‚Inhaltsverzeichnis‘ (unter dem Titelbild) könnt ihr auch gezielt zu den einzelnen Titeln springen!)

  1. Wilde Zeiten
  2. Herrlich Anders
  3. Beide VerrĂĽckt
  4. Feuer Und Benzin
  5. Endlich Frei
  6. So Klingt Mein Herz
  7. Barfuss Auf Balkonien
  8. HeiĂź Auf Sommer
  9. Sonnenkinder
  10. Happy Hour
  11. I Maschi
  12. Un Estate Italiana
  13. Im Grössten Sturm
  14. Herzlichen GlĂĽckwunsch zu Deinem Leben

Die Rezension

WILDE ZEITEN (BPM: 128)

Der Song ist auch die aktuelle (Vorab-)Singleauskopplung (wir berichteten hier). Modern produziert mit wohl dosiert eingesetzter Instrumentierung (den „Immer wieder sonntags“-Auftritt bei Youtube findet ihr hier). Der Vers beginnt ruhig mit leichtem Drumssound, sparsam garniert mit Pluck-Sounds im klassischen 8tel. Sehr dezent und in die Tiefe gesetzt, akzentuiert ein „Waterdrop-Sound“ (das ist der bekannte Sound, der bei Cindy Lauper ‚Girls just wanna have fun‘ erstmalig zum Einsatz kam – damals ein Roland-JUNO Synthesizer) die Gesangspausen von Alexandra im Pre-Chorus. Fast schon ‚ordnungsgemäß‘ gibt es dann einen Break; jedoch öffnet sich der 8tel Pluck-Synth parallel mehr zu einem „Key“-Sound, damit dann der Refrain per Noise-Sounds und Subbass-Drop eingeleitet wird. Diese ‚Spannungskurve‘ ist auch gut – man weiĂź, gleich geht’s los. Im Refrain bekommen die Drums nun einen Soundwechsel und fĂĽllen den sog. ‚Low-End‘-Bereich (Bassbereich ab 80Hz und darunter) fulminant aus. Auch der Bass – der (jedoch kaum hörbar) in der Oktave gedoppelt wurde (Sub-Oktave)– beginnt nun ordentlich zu schieben. Anita & Alexandra Hofmann werden dabei standesgemäß im dreistimmigen Block-Chor getragen. Hier öffnet sich das volle Frequenzspektrum und ‚die Paaady geht ab‘. In der Bridge gibt es dann einen ‚Ohhh-Oh-Oh‘-Teil, der zum lauten Mitsingen animiert – und dann kommt es zum „Full-Stop“. Das gesamte Playback stoppt, nur ein Noise-/Wind-Effekt hängt ĂĽber und Alexandra singt – getragen von einem „Mellow“-Pad-Sound – den Refrain. Dann geht es in die finale Phase – nun wird unter dem Gesang auch der ‚Ohhh-Oh-Oh‘-Chor wiederholt. Der Refrain läuft nun drei mal durch, um dann im Acapella zu enden. Kleine Rand-Kritik: Zweimal Refrain hätte es eigentlich auch getan, dann wäre der Song keine 03:45, sondern knapp 03:29 in der Länge. Unter 03:30 ist bei Radiosender immer sehr beliebt – wobei eine extra „Radio-Version“ natĂĽrlich jederzeit machbar ist.

HERRLICH ANDERS (BPM: 128)

Ebenfalls im gleichen Tempo wie Track #1 des Albums und auch recht ähnlich im Aufbau. Was aber sofort ins Ohr fällt, ist eine ‚Open-Chord‘-Gitarre, die im Pre-Chorus „ablegt“ – da kommt also gleich mal eine rockige Komponente ins Spiel. Ein absoluter Hinhörer ist dann im Refrain ein sogenannter Slide auf dem Bass, der an ‚punktierter‘ („Vier-und“) Stelle mal kurz ins Ohr dringt: Klasse ‚Bonbon‘ und zieht sofort Aufmerksamkeit auf sich! Insgesamt hat die Produktion etwas von den „good old 80s“ – fast schon ein wenig im Stile von GLORIA (Umberto Tozzi). Im Vers spielt in den GesangslĂĽcken hin und wieder ein „Whistle-Sound“, wie man ihn damalig von Andrea Berg zu Eugen Römer-Zeiten kannte (das damalige Markenzeichen). All die vorgenannten Elemente passen absolut zum Arrangement und sind so geschickt eingesetzt, dass die Produktion keineswegs „old school“ klingt – ganz im Gegenteil.

BEIDE VERRĂśCKT (BPM 128)

Auch hier das gleiche Tempo wie in den beiden Songs zuvor. Auch das Arrangement und die Instrumentierung sind in vertrautem Sound zu den vorangegangenen Songs. Wenn wir uns in der Vergangenheit die ‚Kapriolen‘ einiger Radiosender angucken, hoffen wir inständig, dass die Textzeile „ScheiĂź auf Perfekt“ nicht den Radioeinsatz verhindert. ‚Opfer‘ solcher Ansichten aus dem alten Rom erfuhren ja schon Anna-Maria Zimmermann („ScheiĂź egal!“) und Sarah Connor mit „Vincent“. Highlight hier sind die Gitarren in der Bridge. Zum einen eine Gitarre aus dem Hintergrund, die im ‚Bend‘ gezogen wird und dann die Fills der Lead-Gitarre. Sehr schön, dass uns auch solche Element noch immer begleiten.

FEUER UND BENZIN (120 BPM)

Dieser Song ĂĽberraschte uns, da er sehr auf 80s produziert wurde. Geschrieben und produziert wurde der Song von MATHIAS ROSKA und MARC LENNARD. ‚Neonlicht‘ und viele textliche Passagen legen dar, dass es um die alten Zeiten geht. So ist die Produktion auch gezielt angelegt worden. Es wurden z. B. fĂĽr die Drumsounds unter anderem die gute alte TR-808 (in Kombination mit der LINN und der Oberheim-DX-Drummaschine) aus dem Regal geholt. Auch das Arrangement spiegelt den Zeitgeist wieder, wobei einige (sparsam dosierte) moderne Elemente den Ursprung aus der heutigen Zeit signalisieren.

ENDLICH FREI (126 BPM)

Hier fällt sofort der Bass auf. FĂĽr die heutige Zeit sehr sauber in der ‚Line‘ durcharrangiert – das macht kaum noch jemand (weil es viele gar nicht mehr können). Auch im Sound wurde hier ein klassischer „Fingerbass“ gewählt. Im Refrain kommt ein Gegenchor, der einen besonderen Sound hat! Hier ist eine wirklich (sorry) affengeile Männerstimme im Chorsatz zu hören, die so prägnant den Chorsatz färbt, dass es einen sofort aufhorchen lässt – Burner! Im zweiten Intro (Bindeglied zwischen Refrain -1- und Vers -2-) hat man ein besonderes Stilmittel gewählt (nicht neu, aber lange nicht mehr gehört): Die Kick und die Snare-Drum wurden „vertauscht“. Da, wo sonst die Kick spielt, spielt nun die Snare und analog dazu die Kick auf der Stelle der Snare. Das gibt immer einen angenehmen „bremsenden“ Charakter und ist sehr hilfreich, um gezielt Songteile zu ‚entschleunigen‘. Kleines Gimmick am Ende des Songs: Der Bass spielt einmalig einen Fill, beginnend in der oberen Oktave und zieht dann schön ab – das ist sehr lebendig.

SO KLINGT MEIN HERZ (128 BPM)

Man bleibt im vertrauten Sound des Albums. Allerdings kommt hier im Vers eine Oktav-Dopplung im Gesang zum Einsatz – ein schönes Stilmittel. Leider wirkt der Song im Refrain etwas ‚ĂĽberproduziert‘, da greifen dann doch einige Frequenzen zu undifferenziert ineinander ĂĽber und sind auch in der Tiefenstaffelung nicht deutlich separiert. Dadurch sind die ‚unteren‘ Höhen (5-8 kHz) auch etwas „harsh“ – es klingt leider etwas ‚hart‘.

BARFUĂź AUF BALKONIEN (130 BPM)

Modern produziert und sauber im Sound. Fingersnaps, Pluck- und Bass-Sound, wie sie aktuell angesagt sind. Die Snaps spielen halbtaktig auf, das vermittelt noch etwas ‚Ruhe‘. Schön auch die Timbales im Hintergrund! Weich eingebettet im passenden Hallraum und nach ‚hinten‘ gesetzt. Hier wurde auĂźerdem mit „Voice-Shots“ gearbeitet, die immer wieder kleine Highlights setzen – up to date! Im Anschluss an den Refrain kommt dann eine Coda mit entsprechendem „Ohhhh“-Chor. Kann man machen… im einschlägigen Tanztempel ab ca. 01:30 und dem 14ten „Shot“ ist klar, was dann passiert. Interessant auch die Reverse-Voices, die immer wieder Ăśbergange einleiten und in der weiten Hallfahne abtauchen. Schematisch ist der Songablauf analog zu „Wilde Zeiten“ aufgebaut. Bis hin zum Ohhhh-Chor, der im Finale den Refrain unterlegt.

HEIĂź AUF SOMMER (118 BPM)

Ein deutscher Pop-Song, der das Latino-Gen in sich hat. Gleich zu Beginn spielt dann auch das ‚obligatorische‘ Bandoneon auf – auch hier dĂĽrfen die ‚triolierten‘ Timbales nicht fehlen. Insgesamt leichte und unkomplizierte 03:18, die der Song auf dem Album fĂĽr sich beansprucht.

SONNENKINDER (115 BPM)

Gleich zu Beginn fĂĽhrt einen die Reise nun offensichtlich auf den afrikanischen Kontinent. DjembĂ©-Trommeln (vermuten wir hier stark) leiten ein und werden dann so gleich durch typisch afrikanischen Gesang begleitet. Stilgerecht kommen dann im Refrain auch typische „Ayyya-Yeey“-Chöre zum Einsatz, wie man sie ganz typisch fĂĽr den sonnigen Kontinent vor Augen (und im Ohr) hat. Anfangs läuft man wirklich Gefahr, den Song als ’nett‘ zu betiteln und eher als einen typischen Alben-Titel zu sehen. Ein Irrtum! Man hört den Song, macht dann Pause und stellt nach einigen Minuten fest, dass der Song noch immer im Ohr ist. Hört man dann das Album erneut, setzt bei Titel #9 (das ist der Song) beim ersten Schlag der DjembĂ©-Trommeln plötzlich ein GefĂĽhl von „Jaaaa, der Song ist Hammer!“ ein. Also, einer von den ‚heimtĂĽckischen‘ OhrwĂĽrmern! Ebenfalls sehr stilgerecht und wirklich lange nicht mehr gehört ist die zwischen Refrain und Vers „eingefadete“ Shakuhachi – zwar eine japanische Bambuslängsflöte, aber fĂĽr die Atmosphäre des Songs schon förmlich eine Pflichtbesetzung! SONNENKINDER ist auch in sofern ‚anders‘, als dass es eine Transponierung (TonrĂĽckung) um einen Ganzton erfährt. Und der Gesang in der ersten Refrainhälfte nach der Bridge (und TonrĂĽckung) wird dann auch erstmal durch einen Adlib-Einsatz (ein typisches damaliges Markenzeichen der Backstreetboys: Bridge>Transponierung>Adlibs z.B. bei „Drowning“) eingeleitet. Gefällt uns sehr!

HAPPY HOUR (128 BPM)

Beginnend mit A-Cappella -Oh-oh-oh-oho“ spielt ein kleines Saxophone-Sample in die Pausen – und zack: Die Aufmerksamkeit des Zuhörers steigt! Das dann einsetzende Playback (Bass/Kick) ist ebenfalls „outstanding“, da es sehr geschickt durch den EQ gefiltert wird! Im Refrain gibt es dann kontinuierlich auf die „Eins“ – stilistisch erinnert uns das an Hulapalu, nur sehr viel massiver im Sound, da sich hier Synths mit mind. 2 Oktav-Dopplungen ‚verbreiten‘. Der Sound erinnerte uns dann an Jason Darulo („Want to want me“), der ebenfalls sehr geschickt und ‚fordernd‘ einen solchen Sound im Refrain einsetze. Insgesamt ist die Produktion sehr international angelegt, was uns durchaus gefällt. Auch der LFO/EG-Filter, der sich zu Beginn des Vers’ -2 das Playback ‚vornimmt‘ ist absolut am Puls der Zeit. Spätestens die Bridge ist dann der Mitsing-Teil, wo keiner mehr ruhig bleibt. Und was hier ein kleinen Gimmicks abgeht ist absolut erste Sahne: Anschwellender „Siren-Sound“ um den „Paaaaady-Alarm“ einzuläuten, Claps, die die stampfende Kick doppeln und alles wird dann vom Sax-Sample (inkl. Thrillshot-Spielweise) unterbrochen, was einfach „hammerhart“ ist – groĂźes Kino. Und wenn dann am Ende erneut ein anschwellender Sound auf die wirklich fette Snare leitet, die wiederum dann den letzten Refrain einleitet, ist das Adrenalin auf dem „High-Point“. Fettes Brett was in 02.57 kaum zu greifen ist. Also: Nochmal anhören!

I MASCHI (132 BPM)

Cover des Songs aus 1987 von Gianna Nannini. Die Leadstimme hat hier Alexandra ĂĽbernommen – wir denken ganz klar aus „Reibeisen“-GrĂĽnden. Leider ist dies Song #2 (nach „Wilde Zeiten“), der deutlich zu leise gemastered ist. Die Lautstärke fällt hier deutlich ab. Die Produktion ist leider ‚unspektakulär‘ und sehr dicht an der Originalinstrumentierung gehalten worden – da wäre sicherlich mehr drin gewesen.

UN ESTATE ITALIANA (118 BPM)

Erneut eine Coverversion von Gianna Nannini, im Original anlässlich der FuĂźball WM 1990 geschaffen worden. Der Weltmeister damals wurde dann aber nicht Gastgeber Italien… – aber das war ein andere Geschichte. Es hat (vor diesem Hintergrund) aber schon etwas fast ironisches, wenn deutsche KĂĽnstler genau dieses italienische Lied aufnehmen, das die deutsche Mannschaft zum WM-Titel begleiten sollte. Auch hier vermuten wir natĂĽrlich, dass der Song aufgrund der „italienischen VerknĂĽpfungen“ in der Familie seinen Weg auf das Album fand.

IM GRĂ–ĂźTEN STURM (64 BPM)

Eine Ballade? Ja, eine Ballade. Gehört zu jedem guten Album dazu und findet in den letzten Jahren leider viel zu wenig statt! Der Song beginnt ruhig auf dem Klavier, sehr weich und sanft gespielt – dadurch wird der Sound „luftiger“ und „more dreamy“. Im Refrain stößt linksseitig die klassische Akkustikgitarre mit Stahlsaiten dazu – das klang schon vor 30 -40 Jahren und tut es auch noch heute. Leise und dezent gibt von Anfang an ein leichter und kleiner Shaker das Tempo an. Interessant ist, dass in der zweiten Refrainwiederholung eine kurze Verlangsamung (eigentlich fast ’strascinando‘) des Tempos stattfindet, die aber kaum wahrnehmbar ist, da nur der Gesang an der Stelle steht. In Vers -2- kommen sie dann auch endlich, die fast schon schmerzlich vermissten Violas. Wir sagen „Violas“, da es von er Lage her eben solche sein mĂĽssten und in Teil zwei des Vers’ dann auch die (oberen) Violinen hinzukommen. Mittlerweile hat nun auch eine Konzertgitarre (mit weichem Plektron auf Nylonsaiten gespielt) ihren Weg ins Ensemble gefunden. In der Bridge spielen dann zu den Streichern die Hörner (French-Horn) auf – klassisches Arrangement, wie aus dem Lehrbuch – und wirklich gut.

FANBOX-SONG HERZLICHEN GLĂśCKWUNSCH ZU DEINEM LEBEN (106 BPM)

Wir machen da gar keinen Hehl draus – der Song ist unsere absolute ‚Perle‘ – zu schade, dass er auf dem regulären Album gar nicht enthalten ist! Bereits im Intro hatte der Titel unsere volle Aufmerksamkeit – bedingt durch die Sounds und den Harmonieablauf. Der fĂĽhrende Sound (Key-Synth) spielt eine Synkopen-Figur, die klassisch fĂĽr den treibenden Schub ist. Bei 64 BPM geht sowas auch direkt und ungebremst in die FĂĽĂźe. Zwischen Vers und Refrain spielt dann „einsam und allein“ ein „Waterdrop-Sound“ auf, finden wir gut. Die MelodiefĂĽhrung des Gesangs ist hauptsächlich auf der Sub-Dominanten angelegt (Quinte unter- bzw. auch ĂĽber der Tonika). Da der Harmonieablauf dann in Takt 2 (bei 4/4-Zählung) des Refrains auf eben diese Subdominante wechselt, ist die harmonische BrĂĽcke perfekt! So kann man eine Melodie in seiner Tonabfolge unverändert ĂĽber Tonika und Subdominante singen, ohne melodische Anpassung/Veränderungen vornehmen zu mĂĽssen – und genau das erzeugt eine eingängige Melodie, die leicht im Ohr bleibt. Schön auch die Endung des Refrains, der auf Sus-4 verharrt, um dann ‚aufzulösen‘ – musikalisch einer der ganz wunderbaren Harmonieabläufe, die man heutzutage leider kaum noch hört! Wenn dann die ‚weinende‘ Lead-Gitarre dazukommt, die auch kontinuierlich im Chorus bleibt, aber niemals aufdringlich wird, ist das SoundgerĂĽst komplett. Ein unglaublich schöner Song, der sich bei uns zumindest sofort festgesetzt hat.

Was uns ‚leider‘ aufgefallen ist:

Der namensgebende Titelsong „Wilde Zeiten“ und auch der Song „ I Maschi“ sind erheblich leiser gemastered, als der Rest des Albums. Das ist in sofern problematisch, als der Titelsong gleich der erste Track auf dem Album ist. Man passt also seine Lautstärke an diesen Song an. Kommt dann aber Track #2, fliegt einem schon das Toupet vom Kopp, da dieser deutlich lauter im Master ist! Bei Streaming-Diensten kann man das kompensieren (‚Normalisierung“ einschalten), bei der CD aber wird’s haarig. Wir gehen nicht davon aus, dass bei der CD-Pressung nochmal eine Normalisierung durchgefĂĽhrt wird, da heutzutage meist „gepresst wie geliefert“ hergestellt wird – insbesondere, wenn ein DDP-Imagefile (Master-Datei fĂĽr die CD-Pressung) angeliefert wird. ABER: Möglicherweise haben wir zur Rezension auch nicht die finalen Master gehört – dann wäre das Problem hinfällig, was wir zumindest hoffen.

Fazit

Ein sehr schönes Album, was überwiegend den „Tanzbären“ wecken wird – und das in unterschiedlichen Stilistiken. Aber auch durch die Ballade („Im größten Sturm“) und insb. „Herzlichen Glückwunsch…“ werden Vielfalt und Kurzweiligkeit geboten.

Wir wĂĽnschen den „Sisters“ Anita & Alexandra Hofmann viel Erfolg mit diesem tollen Album – wir glauben fest daran!

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