KAY DĂ–RFEL: GrĂĽnde fĂĽr TV- und Rundfunkabsagen sind abenteuerlich Kommentare deaktiviert fĂĽr KAY DĂ–RFEL: GrĂĽnde fĂĽr TV- und Rundfunkabsagen sind abenteuerlich

California Blue KAY DĂ–RFEL Single 05 2019 1

+++Schlagerprofis-Interview+++Schlagerprofis-Interview+++

Wenn selbst etablierte und langjährig beliebte, populäre Schlagerstars wie aktuell Geraldine Olivier und Peter Orloff den Mut haben, öffentlich die in aus ihrer Sicht fragwĂĽrdigen Besetzungsmethoden von Schlagersendungen zu kritisieren, kann man sich vorstellen, wie schwer es fĂĽr KĂĽnstler ohne groĂźe TV-Engagements ist, sich diesen Namen zu machen. Aus Angst vor Sanktionen trauen sich nur wenige betroffene KĂĽnstler, dazu etwas zu sagen. Kay Dörfel bildet da eine Ausnahme – er gab uns im Gespräch, das wir anlässlich der Veröffentlichung seiner Single „California Blue“ mit ihm fĂĽhrten, offene und unverblĂĽmte Antworten:

Lieber Kay, Dir ist gemeinsam mit „de Lancaster“ ein echter Diskotheken-Hit gelungen. Mit „Rosenzeit“ habt ihr einen beliebten Roy-Black-Song der heutigen Zeit angepasst. Warum ausgerechnet „Rosenzeit“? Und wie kam die Zusammenarbeit mit Georg Fischer und „de Lancaster“ zustande?

Mit der Doppel-LP „Goldedition – Die Legende ROY BLACK“ habe ich im Jahr 2016 eine Vielzahl von Roy Black-Hits synchronisiert, die mit Live-Musikern vorher in meinem Studio neu eingespielt wurden. U.a. war da auch die „Rosenzeit“ dabei. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich aber nie so eine Bindung zu dem Titel, einzig der Bezug zu Dieter Bohlen hatte mich seinerzeit bewogen, dass wir den Song ĂĽberhaupt auf das Album machten. Dann war seit Längerem die Idee in meinem Kopf, dass Roy Black sicher Potenzia  im Discofox hat, nur die Umsetzung und die zĂĽndende Idee fehlten einfach. Genau da kam Georg mit „DeLancaster“ ins Spiel. Er sagte, wenn Discofox, dann „Rosenzeit“. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas entstand dann diese wunderbare Diskothekenversion, die uns dreien einen beachtlichen Erfolg einbrachte. Ohne Georg hätte ich diesen Diskothekenerfolg nicht erreicht und dafĂĽr gebĂĽhrt ihm sehr groĂźer Dank!

Deine aktuelle Single ist eine Neuauflage von „California Blue“ – ein Song, der Roy Black damals ein Comeback in den Charts bescherte. Auch bei Dir läuft der Song gut an. Was muss man heute machen, um am Puls der Zeit zu sein?

Ach, wenn ich da ein Erfolgsrezept hätte … Meiner Meinung nach sollte man versuchen, immer fleiĂźig und neugierig zu bleiben, sich nicht beirren zu lassen und manchmal einfach den längeren Atem zu behalten.Einer wie ich, der im Grunde auf romantische Schnulzen steht und den Mainstream nicht immer gleich mitmacht, hat es doch von vorn herein nicht leicht. Die Medien tun ja auch nicht viel fĂĽr Breite und Vielfalt. Da kommt immer nur das Quoten-Argument bzw. dass meine Musik nicht ins Format passe. „California Blue“ ist einer der schönsten Songs aus der Feder von Roy Orbison, von dem Sich Gerhard Höllerich sozusagen den KĂĽnstler-Vornamen lieh.

Ich hatte schon längst mal Lust, einen englischen Klassiker aufzunehmen. Nun ist es eine Nummer geworden, die es sowohl auf Deutsch als auch in englischer Sprache gab, und zwar von zwei herausragenden Musikern und Sängern. FĂĽr mich wurde es das erste zeisprachige Projekt ĂĽberhaupt und ich bin dankbar, dass Andreas mir die Möglichkeit dazu gegeben hat. NatĂĽrlich schĂĽttele ich oft mit dem Kopf, wenn ich sehe, was alles funktioniert und in die Charts kommt, obwohl es völlig talentfrei interpretiert und musikalisch bedenklich arrangiert ist, aber dann sage ich mir – wenn es erfolgreich ist, wollen es die Leute.

Trotz allem wird es für Künstler immer schwerer, im Radio gespielt zu werden oder TV Auftritte zu bekommen. Jetzt gehörst Du im Live-Booking zu einem sehr gut gebuchten Künstler, und trotzdem hast auch Du Dich im letzten Jahr an die Redaktion des ZDF Fernsehgartens gewandt, weil Du bei der Gästeauswahl nicht berücksichtigt wirst. Kannst Du uns einen kleinen Einblick geben?

Man plaudert ja da nicht so gern aus dem Nähkästchen, aber was da in den Redaktionen festgelegt und ausgewählt wird, das kann ich genauso wenig verstehen wie viele Kollegen und mittlerweile auch ein GroĂźteil der Zuschauer. Manchmal hat man tatsächlich den Eindruck, es werden nur Freunde der Gastgeber eingeladen oder „Tourneekumpels“. NatĂĽrlich lässt mich das nicht kalt und ich rege mich in meinen vier  Wänden auch immer wieder tierisch darĂĽber auf, aber es bringt doch nichts. Wer die Macht hat, entscheidet und wenn Du kein „Roland Kaiser“, „Semino Rossi“ und co bist, dann kannst du scheinbar die Quote nicht erfĂĽllen.

Parallel dazu stehen diese Kollegen auch nicht auf den BĂĽhnen, auf denen ich zum GlĂĽck live noch zahlreich stattfinden darf – direkt an den Leuten: Volksnah und zu fairen Konditionen. Ich trage es mit Humor, wenn ich in den wenigen TV-Shows, die es ĂĽberhaupt noch gibt, Dauergast wäre, dann könnten mich meine treuen Veranstalter gar nicht mehr bezahlen, und die Fans wären enttäuscht, wenn plötzlich ein groĂźes Label und ein Mangement ĂĽber mich entscheiden … NatĂĽrlich träumt man, aber es ist alles okay und ich bin doch zufrieden und langweile mich noch nicht …

Wie stehst Du zu der aktuellen Diskussion ausgelöst von Géraldine Olivier und Peter Orloff? Letzterer wandte sich ja mit einem offenen Brief an Werner Kimmig?

Das mit Geraldine hat mich schon ganz schon getroffen. Eine KĂĽnstlerin aufgrund Ihrer Frisur zu degradieren, das geht einfach nicht. Aber das ist, wie ich gerade sagte, wer die Macht hat …

Diese stellenweise abwertende Haltung zu unserem Genre und ausgewählten Vertretern ist einfach untragbar. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen Auftrag fĂĽr das gesamte Land und unsere deutsche Kultur. DafĂĽr sind wir auch alle „Zwangszahler“! Wo bleibt der Respekt dem Zuhörer, Zuseher und natĂĽrlich den Kollegen gegenĂĽber? Ich habe sämtliche Korrespondenz mit den Anstalten bei mir abgeheftet, dabei eine Vielzahl von Antworten, die Fans von Redaktionen erhalten haben. Die BegrĂĽndungen, warum ein spezieller KĂĽnstler, in diesem Falle dann ich., nicht platziert wird, sind abentuerlich. Und ganz ehrlich, es bringt Null, sich beim Intendanten zu beschweren, ich bin ĂĽberzeugt, dass die Zeilen dort gar nicht ankommen und vorher mit Arroganz und Ăśberheblichkeit entsorgt werden.

Kommen wir zurück zu Deinen Projekten. Welchen Ausblick kannst Du uns für die nächsten Monate geben?

Wir sind fleiĂźig im Studio. Gerade kam ein Longplay meiner Band „be happy“ heraus, und fĂĽr den Spätsommer ist ein Discofox-Album geplant. Es dauert nicht mehr lange, dann darf ich vor die Kamera zu Videodrehs. In wenigen Wochen startet die Ostsee-Tour, es kommt eine Nachfolge-Single und auch danach stehen viele Live-Termine an.

Ein besonderes Highlight wird sicher im Oktober mein gemeinsames Konzert mit Anita Hegerland werden.

Vielen Dank für das interessante und offene Gespräch!

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…und hier noch die Presseinfo zu Kays aktueller Single „California Blue“:

1989 bis 2019 – 30 Jahre California Blue mit Kay Dörfel

Der Welthit von 1988, geschrieben von Roy Orbison und Tom Petty, landete im Juni 1989 international in den Charts. Parallel dazu veröffentlichte Roy Black 1989 die deutsche Originalversion.

Kay Dörfel, der u. a. mit Roy Blacks Originalband (The Cannons) Konzerte gespielt hat und großer Fan beider Roys ist, hat nun diesen Klassiker neu zum Leben erweckt. Zum ersten Mal singt der erfolgreiche Musiker und Musikproduzent dabei auch eine Single-Version in englischer Sprache ein.

Mit dem einstigen Roy Black Erfolgstitel „Rosenzeit“ stieg Kay Dörfel, gemeinsam mit dem Studioprojekt „De Lancaster“, im letzten Jahr in die Charts ein und landete damit einen Diskothekenhit.

Nun folgt ein würdiger Nachfolger und Kult-Klassiker: „California Blue“, einzigartig interpretiert mit der Stimme und dem Timbre von Kay Dörfel und im zeitgemäßen Gewand produziert. Beide Versionen haben Ohrwurdmgarantie. Die deutsche Version richtet sich an alle Schlagerfans, und Oldie-Liebhaber können sich an der englischen Version erfreuen.

Ein geschichtsträchtiges Jubiläum: 30 Jahre California Blue von Roy Black  – das geht einher mit „30 Jahre deutsche Wiedervereinigung“. 30 Jahre später katapultiert der ostdeutsche Sänger Kay Dörfel den Hit des westdeutschen SchlagerIdols Roy Black in die Charts – da sind wir sicher.

Veröffentlicht wird die Single vom erfolgreichen Label „Fiesta Records“ (Andreas Rosmiarek, LC 02000).

Der Song ist ab 31.05.2019 auf allen Download- und Streaming-Portalen erhältlich.

 

 

 

 

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ANDREA KIEWEL: Vielleicht sollte man den traditionellen Schlager doch nicht ganz aussparen?

Zugegeben – mit Verallgemeinerungen sollte man vorsichtig sein. Aber es ist schon ein klarer Trend, dass die Quote des Fernsehgartens immer dann schlechter wird, wenn man den Schlager ganz ausspart bzw. Pseudo-Schlager-Acts einlädt, die erst dann ihre Schlager-Leidenschaft entdecken, wenn man sonst keinen Erfolg hat. Ganz ohne traditionellen Schlageract war die Quote des „Fernsehgarten on Tour“ durchaus ordentlich – aber Fakt ist: Der Marktanteil war schlechter als der von ALLEN (!) Fernsehgärten der Saison 2022 – die Ăśbersicht dazu findet sich HIER. 

Marktanteil weit unter dem „normalen“ Fernsehgarten-Schnitt

Der schlechteste Marktanteil der Fernsehgarten-Saison ergab sich bei der Auftaktsendung im Mai – da waren es aber immerhin noch 15,8 Prozent. Und das war das einzige Mal anno 2022, dass die Quote unter 16 Prozent war. Am vergangenen Sonntag betrug der Marktanteil 14,4 Prozent – zugegeben, auch das ist eigentlich ein guter Wert. Aber es sind nun einmal 1,4 Prozent weniger als der schlechteste Marktanteil der Fernsehgarten-Saison 2022. Wir behaupten: Wenigstens so 1-2 „echte“ Schlageracts hätten durchaus das eine oder andere Prozent nach oben gerissen…

Was die Gesamtzahl der Zuschauer angeht, sieht es schon wieder etwas besser aus. Im Herbst sitzen einfach mehr Zuschauer vor der Glotze als im Sommer. 1,73 Mio. – das klingt ordentlich, liegt aber auch klar unter dem Fernsehgarten-Durchschnitt. 

Foto: ZDF, Marcus Höhn

 

 

 

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