Schlagerprofis-Klartext: Die Albumcharts in unserer Analyse Kommentare deaktiviert fĂĽr Schlagerprofis-Klartext: Die Albumcharts in unserer Analyse

Oonagh Eine neue Zeit NEU

Okay, „zuerst bei Schlagerprofis“ – diesen Anspruch können wir diesmal nicht erfĂĽllen. Aber dennoch wollen wir noch mal einen Blick auf die fĂĽr Schlagerfreunde erfreulichen aktuellen Charts werfen.

Am erfolgreichsten lief Oonagh durch das Ziel. Sie schaffte es in die Top-5. Ihre beiden ersten Alben schafften es in die Top-3, das ist diesmal nicht ganz gelungen. Es gab eine Fanbox, und sie hatte ihren Auftritt bei Florian Silbereisen. So gesehen ist ihre Platzierung sehr ordentlich, aber kein sensationeller Erfolg.

Zum vierten Mal in FOlge Top-10 – Platz 8 fĂĽr Giovanni Zarralla ist ein toller Erfolg. Sicher wird auch der Auftritt bei den „Schlagern des Sommers“ zu diesem Erfolg beigetragen haben – aber andere Teilnehmer der Show konnten sich bei weitem nicht so gut platzieren.

Dass Oli.P die Top-10 knacken konnte und damit das zweite Pferd im Stall von Christian Geller war, das es hoch in die Charts geschafft hat, ist einerseits ein schöner Erfolg – andrerseits gibt es eine dicke Fanbox von ihm und es wurde viel Promotion gemacht. Ob das alleine rechtfertigt, ihn bei allen relevanten Schlager-Tour-Veranstaltungen (Schlagerfest XXL und Schlagernächte) einzuladen, wird sich zeigen.

Schlagertitan Bernhard Brink hat die beste Chartsplatzierung seiner ĂĽber vier Jahrzehnte andauernden Karriere erreicht – und das ganz ohne Fanbox. Mit Fanbox hätte es vermutlich fĂĽr die Top-10 gereicht. Aber auch so haben Autogrammstundentour und Silbereisen- und andere TV-Auftritte ihre Wirkung getan. In unseren Augen ein ehrlicher Chartserfolg.

Zum sechsten Mal Top-15 – dass das ein toller Erfolg fĂĽr Semino Rossi ist, darĂĽber muss man wohl kein Wort verlieren. Herzlichen GlĂĽckwunsch! Auch Ben Zucker hat es zum 10. Mal in Folge in die Top-20 geschafft. Ein schöner Erfolg, ĂĽber den es nichts zu diskutieren gibt – auĂźer, dass das ohne den Silbereisen-Support wohl kaum möglich gewesen wäre…

Drei Sängerinnen haben die Top-20 NICHT, aber immerhin die Top-30 geknackt. Am besten lief Laura Wilde mit „Lust“ durch’s Ziel. Die hatte am Sonntag einen Auftrit bei Kiwi im Fernsehgarten – ob das reicht, um erstmals eine zweite Woche die Charts zu knacken, wird sich zeigen.Immerhin: Laura hat BEI WEITEM nicht den TV-Support, den eine Sonia Liebing hatte, die massiv von vielen Seiten unterstĂĽtzt wurde und damit immerhin die Top-30 erreicht hat, aber eben nicht „mehr“, was vielleicht dem geschuldet sein könnte, dass sie keine Fanbox und keine Autogrammstundentour hatte. Dennoch finden wir bemerkenswert, dass Silbereisen-TV-Präsenz weniger bringt als eben Autogrammstunden-Tourneen. So gesehen: GlĂĽckwunsch an Laura! Dritte im Bunde der Top-30 ist eine Sängerin, die aktuell zwar nicht bei Silbereisen war, aber trotzdem schon wieder die  Top-30 geknackt ha: Beatrice Egli. Acht Wochen Top-30, das hat nicht mal das Vorgänger-Album geschafft, so gesehen mĂĽssen wir das einfach loben, auch wenn wir immer noch traurig sind, nicht fĂĽr eine Rezension bemustert worden zu sein. Da wir aber fair sind, gratulieren wir zu diesem zugegeben tollen Erfolg- auch OHNE „Schlager des Sommers“-Support.

In den Top-100 gibt es weitere interessante Entwicklungen- dass Helene Fischer eine Woche VOR ihrem ZDF-Stadion-Konzert es in die Top-100 geschafft hat, aber Kathy Kelly trotz Silbereisen-Auftritt das nicht geschafft haben und Brenner trotz x-facher Silbereisen-Präsenz es mal wieder nicht hinbekommen haben – geschenkt. Letztlich ist es wirklich spannend, welche Alben sich auf lange Sicht ĂĽber viele Wochen und Monate halten. Es bleibt spannend, und wir von den Schlagerprofis berichten gerne weiterhin neutral fĂĽr euch.

 

 

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VANESSA MAI: Ihre Abrechnung mit der Schlagerbranche hat es in sich: „Es wird vertuscht, die Presse wird erpresst“ 4

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VANESSA MAI: Bemerkenswertes Interview mit „Das Ding“

Ein wie wir finden sehr spannendes und entwaffnend ehrliches Interview gab VANESSA MAI dem SWR-Podcast „Das Ding“. In der Rubrik „Brust raus“ ging es u. a. um musikalische Grenzen und Klischees – okay, das ist bei VANESSA nichts wirklich Neues, und doch hat sie mal erfrischend „Tacheles“ geredet.

Ganz wohl hat sich VANESSA im Schlagergeschäft nie gefĂĽhlt, wobei sie, wie dem Clip zu entnehmen ist, nie davon geträumt hat, Schlagerstar zu werden – wichtig war es ihr, bekannt zu werden – und das ist nun mal mit Schlager gelungen – ursprĂĽnglich als Sängerin der Gruppe WOLKENFREI, deren Mitglieder – das gehört zur Wahrheit allerdings auch dazu – offensichtlich ausgebootet worden sind.

Auf dem Gipfel des Erfolgs schlich sich – den Eindruck darf man gewinnen – Größenwahn ein – entweder bei VANESSA oder ihrem Umfeld. Der kapitale Fehler war aus unserer Sicht, eine Arena-Tour anzukĂĽndigen – dafĂĽr war die Fanbase damals einfach nicht da. Der zweite Fehler war, statt die ReiĂźleine zu ziehen und den Fehler zuzugeben,  etwas von einer „kreativen Phase“ erzählt wurde. Ein Zitat aus dem „DAS DING“-Clip lässt in dem Zusammenhang aufhorchen:

„Wenn was schlecht läuft, wird das vertuscht und die Presse wird erpresst. Da darf nicht drĂĽber geschrieben werden“.

BezĂĽglich ihres Statements, dass die Presse erpresst wird, sollte VANESSA allerdings vielleicht auch auf ihr aktuelles Umfeld schauen: Ist ihr ganz aktuelles Promotion-Umfeld davon frei, unliebsame Medienpartner zu „erpressen“?

Kein gutes Haar lässt VANESSA MAI an vielen ihrer Schlagerkolleginnen und -kollegen, die in dem Spiel mitspielen. Denken wir an das Adventsfest, von dem es von der ARD bislang nach unserer Kenntnis genau ein Statement zur Ausstrahlungsmodus gibt, dass es nämlich „live“ gesendet worden sei.

Denken wir an (mindestens) eine Interpretin, die sonnenklar ungeimpft in einer groĂźen Schlagerveranstaltung aufgetreten ist, bei der fĂĽr das Publikum 2G-Pflicht bestand. Denken wir an einen etablierten KĂĽnstler, der fĂĽr ein WeihnachtsKONZERT Musiker einfliegen lässt und das „Konzert“ bei besten Produktionsbedingungen Vollplayback spielt. Vor diesem Hintergrund ist dieses Zitat von VANESSA MAI schon spannend:

Man erwartet immer das Perfekte und das ist, wo ich sage, „Nein, das ist nicht das Leben!“. Ich finde das auch schade, dass viele im Schlager das auch vorleben.

Dass VANESSA MAI selbst in diesem Spiel einige Jahre lang sehr gut „mitgespielt“ hat, darf man dabei aber auch nicht vergessen. Und dass sie sich zumindest spĂĽrbar erst dann davon distanziert hat, als es offensichtlich „nicht mehr so lief“, sollte man auch nicht ĂĽbersehen. Trotzdem ist VANESSA ihren Ă„uĂźerungen zufolge nun da angekommen, wo sie hinwollte.

Wir wĂĽrden das so zusammenfassen: Sie ist eine etablierte Sängerin mit Schlager-Background, die einerseits zwischen den StĂĽhlen sitzt (Rapper sehen sie als Schlagerstar und in der Schlagerszene gehört sie nicht mehr zur typischen Clique) – aber da sitzt sie gut. Sie wirkt bei vielen TV-Shows von Privatsendern mit, ist aber auch z. B. beim SWR als Showgast („Verstehen Sie SpaĂź?“) wie auch als Clipmoderatorin („MAI Way“) erfolgreich.

Musikalisch und in Medien breit aufgestellt

Auf der SOLL-Seite steht sicher, dass VANESSA in den Shows mit FLORIAN SILBEREISEN nicht mehr stattfindet und auch musikalisch in der Schlagerszene kaum wahrgenommen wird (wie sie selbst im Podcast kundtut, interessiert viele Portale vor allem, wenn mal der Rock hochrutscht, während über musikalische Erfolge und Projekte nicht berichtet werde).

Den Schuh ziehen wir uns ĂĽbrigens nicht an, weil wir z. B. ĂĽber den Erfolg ihrer Single mit SIDO berichtet haben und auch das neue Duett mit MIKE SINGER geschrieben haben, das ĂĽbrigens nicht bei VANESSA MAIs aktueller(?) Plattenfirma Sony Music erscheint – ob hier eine Veränderung ansteht, hat VANESSA allerdings bei „DAS DING“ nicht gesagt.

Die HABEN-Seite haben wir oben beschrieben – mit viel mehr Freiheiten ausgestattet, kann VANESSA MAI nun selber ihre Termine koordinieren und ihre „Features“ aussuchen und die Projekte angehen, auf die sie Lust hat.

Schlager-TĂĽr nun endgĂĽltig zu?

Man könnte meinen, dass VANESSA MAI mit ihren klaren Worten die Schlager-TĂĽr nun zugeschlagen hat, obwohl Events wie die „Schlagernacht des Jahres“ eigentlich genau fĂĽr sie gemacht sind, da kann sie ihre Stärken ausspielen. Andrerseits muss man nur an NINO DE ANGELOs Statements der Vergangenheit denken und weiĂź, dass der Wind sich immer mal drehen kann. Aktuell finden wir gut, dass VANESSA einige deutliche Worte gefunden hat. 

Das sehenswerte Video kann HIER angesehen werden. 

Foto: © SWR/DRIVE beta

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MIREILLE MATHIEU: ARTE zeigt am 3.12. eine tolle Film-Dokumentation des „Spatzes von Avignon“ 0

Mathieu

MIREILLLE MATHIEU: Eine der erfolgreichsten französischen Sängerinnen im Filmportrait

Eine der erfolgreichsten Sängerinnen Frankreichs, ein Star mit Weltruhm, ist zweifelsohne MIREILLE MATHIEU. Der französisch-deutsche Kultursender Arte strahlt nun ein filmisches Portrait von der beliebten Sängerin aus, das viele Schlagerfans interessieren wird, wobei MIREILLE MATHIEU nur in Deutschland als „Schlagersängerin“ wahrgenommen wird, sie ist aber auch in Ländern wir Russland und China ĂĽberaus beliebt. Der „Spatz von Avignon“ sang im Duett mit Weltstars wie CHARLES AZNAVOUR, PLACIDO DOMINGO, PATRICK DUFFY und auch PETER ALEXANDER – eine fulminante Karriere – auf Augenhöhe mit der Legende EDITH PIAF.

Film-Portrait auf Arte

Der Sender Arte strahlt am 3. Dezember ab 22.20 Uhr einen Dokumentarfilm aus, der sicherlich sehenswert sein wird. Zu Wort kommen u. a. MIREILLE selbst, aber auch Weggefährten wie CHRISTIAN BRUHN und RALPH SIEGEL – fĂĽr Freunde des gehobenen Schlagers wird der Film von JANA VON RAUTENBERG sicher sehr interessant werden… Die ausfĂĽhrliche Schlagerprofis-Biografie findet sich HIER.

3.12.2021, 22.20 Uhr auf Arte: „Mireille Mathieu – Singen, nur singen!“

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