Die Amigos: GieĂźener Zeitung gräbt alte Single aus – muss die Amigos-Geschichte neu geschrieben werden? Kommentare deaktiviert fĂĽr Die Amigos: GieĂźener Zeitung gräbt alte Single aus – muss die Amigos-Geschichte neu geschrieben werden?

1970 Single Amigos Cover 1

Auch wenn das Thema nicht ganz neu ist – das Portal smago.de berichtete vor ca. einem Jahr schon darĂĽber – finden wir das Thema, das die GieĂźener Zeitung angepackt hat, interessant genug, um es auch hier zu beleuchten und aus der schlagerhistorischen Brille zu betrachten.

Ein Oldieportal („Oldie Musik“) hat die erste Single der Amigos „ausgebuddelt“, die 1970 erschienen ist. Das heiĂźt im Umkehrschluss: Die Amigos feiern im nächsten Jahr ihr 50-jähriges Tonträger-Jubiläum.

Das, was die Gießener Zeitung HIER nun ergänzt, finden wir auch interessant. Die sechs Namen der Ur-Amigos werden genannt. Bei Wikipedia findet man davon nur vier:

Bernd Ulrich (Schlagzeug)
Karl-Heinz Urich (Gitarre)
Erich Momberger (ihm wurde damals die „Leitung“ der Amigos bescheinigt)
K. L. Mack  
Rudi Lang
Günther Zimmer (Bass, später Orgel)

Unglaublich die beiden dick gedruckten Namen finden sich in keiner Biografie. Egal, ob Wikipedia, laut.de, oder wie sie alle heiĂźen – weder K. L. Mack, der GerĂĽchten zufolge später bei der Kapelle „Sorgenbrecher“ tätig gewesen sein soll und angeblich inzwischen verstorben ist, noch Erich Momberger, dem 1970 wie gesagt sogar die „Leitung“ attestiert wurde und der die A-Seite der ersten Single arrangiert hat, spielen in irgendeiner der Online-Biografien eine Rolle.

Die beiden anderne Namen finden sich schon in der Amigos-Historie. So ist es bekannt, dass der Organist GĂĽnther Zimmer 1985 an einem Gehirntumor verstarb. Auch dessen Nachfolger Witold Piwonski verstarb 2008.

Ebenfalls im Netz verbreitet ist die Information, dass Rudi Lang ausgeschieden ist. Während alle möglichen Biografien erklären, dass Lang 1980 aus „beruflichen GrĂĽnden“ ausschied, gibt Bernd Ulrich in einem Interview von 2016 HIER zu Protokoll, dass Lang aus gesundheitlichen GrĂĽnden ausschied. In diesem Interview ist auch die Rede von einem Quartett – und nicht von einem Sextett, das auf der Single klar zu erkennen ist.

Was wir erstaunlich finden: Auf Seite 1 der Single sind nur die Namen des allseits bekannten Komponisten Karl-Heinz Ulrich und des „Leiters“ Erich Momberger genannt. Der wird auch gleich noch als Arrangeuer abgedruckt:

 Bild von Schlagerprofis.de
Und auf Seite 2 werden dann auch die anderen Namen des Sextetts genannt – neben Erich Momberger auch „K. M. Mack“, der in allen einschlägigen Online-Biografien nicht genannt wird:

Bild von Schlagerprofis.de

Explizit wird auch auf Seite 2 Erich Momberger die „Leitung“ der Amigos attestiert. FĂĽr uns ein groĂźes Rätsel: Warum findet man den Namen „Momberger“ in keiner einschlägigen Biografie? Nicht mal in der eines Schlagerportals, das ĂĽber die 1970 erschienene Single berichtet hat und in der Biografie das Sextett aber nicht erwähnt? Das finden wir rätselhaft. Wir versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen. Wenn jemand nähere Informationen dazu hat, kann er sich gerne bei uns melden (info@schlagerprofis.de).

Ăśbrigens – auch ein groĂźes „Amigos“-Rätsel: Nur auf Seite 2 werden die damaligen Amigos namentlich genannt, allerdings auch auf der RĂĽckseite des Covers. Auf Seite 1 hingegen finden sich wie erwähnt nur die Namen Karl-Heinz Ulrichs und Erich Mombergers:

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ANDREA KIEWEL: Vielleicht sollte man den traditionellen Schlager doch nicht ganz aussparen?

Zugegeben – mit Verallgemeinerungen sollte man vorsichtig sein. Aber es ist schon ein klarer Trend, dass die Quote des Fernsehgartens immer dann schlechter wird, wenn man den Schlager ganz ausspart bzw. Pseudo-Schlager-Acts einlädt, die erst dann ihre Schlager-Leidenschaft entdecken, wenn man sonst keinen Erfolg hat. Ganz ohne traditionellen Schlageract war die Quote des „Fernsehgarten on Tour“ durchaus ordentlich – aber Fakt ist: Der Marktanteil war schlechter als der von ALLEN (!) Fernsehgärten der Saison 2022 – die Ăśbersicht dazu findet sich HIER. 

Marktanteil weit unter dem „normalen“ Fernsehgarten-Schnitt

Der schlechteste Marktanteil der Fernsehgarten-Saison ergab sich bei der Auftaktsendung im Mai – da waren es aber immerhin noch 15,8 Prozent. Und das war das einzige Mal anno 2022, dass die Quote unter 16 Prozent war. Am vergangenen Sonntag betrug der Marktanteil 14,4 Prozent – zugegeben, auch das ist eigentlich ein guter Wert. Aber es sind nun einmal 1,4 Prozent weniger als der schlechteste Marktanteil der Fernsehgarten-Saison 2022. Wir behaupten: Wenigstens so 1-2 „echte“ Schlageracts hätten durchaus das eine oder andere Prozent nach oben gerissen…

Was die Gesamtzahl der Zuschauer angeht, sieht es schon wieder etwas besser aus. Im Herbst sitzen einfach mehr Zuschauer vor der Glotze als im Sommer. 1,73 Mio. – das klingt ordentlich, liegt aber auch klar unter dem Fernsehgarten-Durchschnitt. 

Foto: ZDF, Marcus Höhn

 

 

 

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