Mike van Summeren: Braucht man heutzutage noch eine Plattenfirma? Kommentare deaktiviert für Mike van Summeren: Braucht man heutzutage noch eine Plattenfirma?

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Mike van Summeren vereint unter dem Dach seiner Mediengruppe „Mike’s Music Media“ Musikproduktionen, Tonstudios, Labels, Vertrieb und Musikverlage. Mike van Summeren (geboren am 03.05.1976 in Gießen / Mittelhessen) betreibt bereits seit 1993 seine Plattenfirma und Tonstudios, er kennt sich seit vielen Jahren im Musikgeschäft aus. Im Bereich der Musikproduktion kann Mike van Summeren nach diesen vielen Jahren bereits über 200 Produktionen, mit seiner Plattenfirma weit über 250 Veröffentlichungen und ein großes Netzwerk an Kontakten vorweisen. Er arbeitet inzwischen auf nationaler Ebene mit großen Namen wie beispielsweise Thomas M. Stein (ehem. Chef Sony BMG / Europa), Kai Soffel (DJKC) und vielen mehr. Aber auch auf internationaler Ebene begleitet er immer mehr erfolgreiche Projekte. Die Anzahl der Airplays seiner Musikproduktionen in den öffentlich-rechtlichen Radios aber auch die mediale Relevanz der von ihm betreuten Künstler und Projekte nimmt stetig zu. Der Sitz seiner Mediengruppe und Plattenfirma ist im schönen Odenwald in Südhessen. Dort bewohnt er sein „Schlösschen – Villa Cesarine” inmitten der Natur. Weitere Einzelheiten zu seiner Person finden sich auf  seiner Facebook-Seite.

Das alles hat ihn zu einem interessanten Gesprächspartner für uns gemacht. Wir von den Schlagerprofis wollten einmal wissen, warum es meist nur Künstlern mit großen Plattenfirmen im Hintergrund gelingt, erfolgreich zu werden, während „Einzelkämpfer“ es enorm schwer haben und der gewünschte Erfolg sich nur selten einstellt:

„Do-It-Yourself-Künstler“ sind bemüht, alles in Eigenregie zu erledigen

„In der Musikbranche wird man den Eindruck nicht los, dass nahezu „jeder“ Künstler oder „jede“ Band inzwischen glaubt, man könne alles selbst erledigen – man könne sich im Musikbusiness aus eigener Kraft etablieren. Durch meine über Jahrzehnte hinweg aufgebaute  Erfahrung kann ich sagen, dass sich dieser Trend immer stärker zeigt. Es gibt immer mehr „DIY-Artists“ (Do-It-Yourself).

So werden eigene Studios gebaut, Labels angemeldet, Websites und Videos werden selbst erstellt, es wird ein eigener Musikverlag gegründet und manchmal gar eine eigene Musikproduktion realisiert. Gleich eines vorweg: Sicherlich mag es den einen oder anderen geben, der aufgrund eines erlernten Know-Hows oder eines gewissen Talents die eine oder andere Aufgabe mehr oder weniger professionell realisiert.

Doch hat es sicherlich einen Grund, weshalb jede dieser einzelnen Tätigkeiten mitunter einen eigenen Ausbildungsberuf oder gar ein Studium voraussetzt, um das jeweils einzelne Gewerk professionell und den geltenden Standards und Anforderungen der Musikindustrie entsprechend umsetzen zu können.

Mike’s Music Media (Germany) vereint Spezialistenwissen unter einem Dach

Ich spreche hier aus Sicht des Musikproduzenten und Inhabers der Mediengruppe Mike’s Music Media (Germany). Wir vereinen in unserem Hause bereits 12 eigene Labels (für unterschiedliche Genres und Themen), einen eigenen Musikverlag mit 3 Editionen, einen eigenen Musikvertrieb, verwalten zahlreiche eigene Marken und Lizenzen, betreuen und vertreiben derzeit über 250 Produktionen und sind mit eigenen Marketing- und Promo-Teams tagtäglich für unsere Künstler im aktiven Artist Development tätig. Daher kann ich durchaus die wahrhaftigen Tätigkeiten einer „Plattenfirma“ profund beurteilen und den Mehrwert der dort geleisteten Tätigkeiten für die betreuten Künstler valide einschätzen.

Youtube – ein wichtiger Bestandteil im Bereich der Online-Vermarktung

Es sind nicht nur die kleinen Dinge – jedoch fängt es dort an: Ein wesentlicher Faktor im Bereich der Online-Vermarktung von Musik ist beispielsweise Youtube. Hier wird das eigene Musikvideo oder auch nur die Musik eines Songs extrem weit und schnell verbreitet – es gibt zwischenzeitlich gar Diskjockeys die ihre Musik von Youtube abspielen bzw. sich dort nach neuer Musik umschauen. Wer dort nicht ist, der hat massive Schwierigkeiten, die Bekanntheit und die Reichweite eines neuen Songs zu erhöhen.

Seit Anfang dieses Jahres hat Youtube die Nutzungsmodalitäten für seine User geändert. So muss ein Kanalbetreiber mindestens 1.000 Follower und mindestens 4.000 Stunden in den vergangenen 12 Monaten aufweisen, um seine Videos monetär auswerten zu können – das sind Größenordnungen, die zahlreiche Newcomer und alleine agierende Musiker bei weitem nicht aufweisen können. Somit ist keine Monetarisierung und kein Claiming auf Youtube mehr möglich, außerdem kann man mit solch kleinen Kanälen auf Youtube nicht live gehen.

Monetarisierung ohne Plattenfirma bei Youtube nur schwer möglich

Eine Plattenfirma hingegen hat hier neben der Möglichkeit dieser zwingend anzuratenden Monetarisierung eine wesentlich größere Reichweite, sichert die Rechte und das Lizenzing der Musik durch Claiming (überall wo der digitale Fingerabdruck der Musik auftaucht, also überall, wo in einem Video diese Musik genutzt wird, erfolgt eine Monetarisierung und somit eine Erhöhung der Einnahmen für Künstler und Urheber) und sorgt durch eine weitaus größere Anzahl an Abonnenten für deutlich höhere Click- und View-Raten.

Auch wird ein Newcomer alleine durch die Algorithmen von Youtube deutlich öfter gefunden und als nächstes Video vorgeschlagen (schaut sich ein Fan eines bekannten Künstlers das Musikvideo im Channel dessen Plattenfirma an, werden dem User anschließend bzw. seitlich schon während dem laufenden Video weitere Videos aus dem Kanal der Plattenfirma eingeblendet, so auch unbekanntere Künstler…). Es ergeben sich alleine hierdurch extrem höhere Reichweiten und ein massiv gesteigerter Verbreitungsgrad.

Ein Künstler kann alleine meist kaum nennenswerte Resonanz und Präsenz erreichen – oftmals selbst durch den Einsatz finanzieller Mittel und beispielsweise dem Sponsern seines neuen Musikvideos nicht.

Releases von bekannten Plattenfirmen werden mehr beachtet als selbst vertriebene Titel

Eine Plattenfirma bzw. wir als Mediengruppe haben zahlreiche Ressourcen, die für den erfolgreichen Aufbau eines Künstlers erforderlich sind. Dabei stellt der finanzielle Aspekt lediglich einen der relevanten Punkte dar. Mitarbeiter, Arbeitszeit, Kontakte, Erfahrung, Bekanntheit und vieles mehr werden benötigt, um ein Produkt erfolgreich im Markt zu platzieren. Die Vielschichtigkeit wird oftmals unterschätzt, genauso wie eine langjährige Beständigkeit in der Branche. So hat beispielsweise eine Veröffentlichung auf einem neuen Label (welches ein unbekannter Künstler bzw. Newcomer selbst gründet) weniger bis gar keine Bekanntheit und die Redaktionen der Medien (sofern ein solcher Künstler diese überhaupt erreicht) beachten eine solche Veröffentlichung erfahrungsgemäß weitaus weniger, als ein Release eines bekannten und etablierten Labels. In Veröffentlichungen bekannter Labels hören die Redakteure und Moderatoren vermehrt hinein, und ein Song hält so viel schneller Einzug in die Medien. Man kennt sich einfach.

Es liegt ja auch ganz klar auf der Hand: Ein unbekannter Künstler muss zunächst seinen eigenen Namen aufbauen. Ein Label (wie der Name schon sagt: Eine MARKE) muss ebenfalls etabliert sein, um erfolgreich am Markt agieren zu können. Gründet nun ein Newcomer ein neues Label, so hat er schon 2 Namen aufzubauen – seinen eigenen und zugleich den seines Labels. Doppelte Arbeit und Mühe, dennoch weniger direkte Effizienz bzw. Rentabilität.

Aufgaben der Plattenfirma: Netzwerk-Arbeit, Booking, Verkopplungen, Abrechnungen

Die originären Grundaufgaben einer Plattenfirma werden von den Mitarbeitern in täglicher Arbeit routiniert umgesetzt. Sicherlich kann ein Künstler dies ebenfalls alles in Eigenregie umsetzen: Telefonate mit Medienpartnern, Bemühung um Bookings und Auftritte (wobei hier primär ein Booking und / oder Management die operative Verantwortung trägt), Erkennen von Vertriebschancen und Trends in der Branche, Promotion der eigenen Musik und Verkopplung der Titel auf Samplern bzw. Compilations der Major-Plattenfirmen, Realisierung des physischen Vertriebs von Tonträgern, Abrechnungen erstellen für die Vertriebspartner und eventuell weitere Beteiligte an der Produktion und vieles mehr…

Künstler sollen sich auf Kernkompetenz beschränken

Doch bin ich persönlich der Ansicht, dass ein Künstler das machen soll, was er leidenschaftlich und von Herzen als Künstler gerne machen wollte: Musik!

Kommt es nicht von Herzen und fehlt die Leidenschaft, dann kann er meines Erachtens gerne operative Verwaltungsarbeiten oder Vertrieb übernehmen. Anders ausgedrückt, ist ein Künstler, der sämtliche administrativen Tätigkeiten eines Labels, Verlags, Vertriebs und / oder Artist Developments wahrnimmt, aus meiner Sicht kein „ehrlicher“, echter bzw. authentischer Künstler. Die Musik kommt durch Verwaltung (sofern er es korrekt macht) definitiv zu kurz. Gesangs- und Choreoproben, Studio-Arbeit, Schreiben neuer Songs und Ausarbeiten von Bühnenprogrammen sind nur einige der Aufgaben, die einen Tagesablauf des Künstlers schon genug füllen. Die eigene Tätigkeit im Bereich Social-media noch nicht mitgerechnet… Auch hier hat ein Künstler konsequent seinen Kontakt zu Fans und Followern auszubauen, was ebenfalls mit einer täglichen Arbeit von erfahrungsgemäß mindestens 1 Stunde pro Tag zu Buche schlägt. Hier kommen noch andere Tätigkeiten wie beispielsweise Interviews hinzu, die er selbstverständlich ebenfalls persönlich erledigen muss.

Für alles andere sind starke und zuverlässige Partner da, die aufgrund ihrer Erfahrung, der Kontakte und letztendlich auch Fach- und Branchenkenntnis mit wesentlich effizienterer Arbeitsweise gemeinsamen Erfolg generieren können. Ich wäre als Künstler froh und beruhigt wenn ich wüsste, dass im Hintergrund Mitarbeiter einer Mediengruppe oder einer Plattenfirma für mich tagtäglich arbeiten.

Wenn ich dennoch Lust und Laune habe, meine Ressourcen es zulassen und ich mich der Sache gewachsen fühle, so kann ich als Künstler sicherlich zusätzlich in diesen Themen versuchen. Dies steigert mitunter die Ergebnisse und der Aufbau des Projekts schreitet zügiger voran.

Marketing ist wichtig, um VERKAUF zu steigern

Ein für mich immer wieder vor Augen geführtes Dogma aus der Ökonomie: Ein Unternehmen lebt nicht von dem was es produziert, sondern nur von dem, was es verkauft. Dem zufolge  beginnt die Arbeit erst nach der Fertigstellung einer Musikproduktion – sodann startet die Vermarktung und der AKTIVE Vertrieb. Doch genau in diesem Moment muss ein Künstler sich um Bookings, Auftritte, seine Fans und den Aufbau seines Bühnenprogramms kümmern. Und keineswegs um die Vermarktung seiner Songs, das Kontakten mit anderen Labels oder der Direktkontakt zur Akquise mit Medien.

Professionelle Wahrnehmung leidet bei eigener Vermarktung

Ferner leidet bei einem Direktkontakt des Künstlers mit Medien zumeist die professionelle Wahrnehmung, so meine Erfahrung. Profis werden von Profis vermarktet. Laien rufen selbst beim Radio an… Ein Beispiel für die aus meiner Sicht „inflationäre Entwicklung“ alleine im Bereich der Labels:

Die GVL Berlin hatte in den Jahren 1959 bis 2009 insgesamt ca. 15.000 Labelanmeldungen zu verzeichnen. Doch in den letzten 10 Jahren sind jedoch ca. 60.000 neue Labels hinzugekommen! Nur um diese beeindruckenden Zahlen nochmals zu verdeutlichen: In den ersten 50 Jahren des Bestehens der GVL gab es ca. 15.000 Labelanmeldungen – in den darauffolgenden 10 Jahren ca. 60.000 weitere zusätzliche Anmeldungen!

Es bedeutet demnach wenig bis gar nichts mehr, ein eigenes Label zu haben, einen Labelcode zu erwirken und darüber eigene Musik zu vermarkten. Denn wie es bei inflationärer Nutzung von Dingen jedweder Art ist: Wenn es zu viel Angebot gibt, dann ist es nichts mehr wert. Es hat weniger Nutzen. Sicherlich ist durch die Erlangung eines Labelcodes die rein technische Möglichkeit der Vermarktung von Musik gegeben, doch ist es dann noch immer kein Label (siehe hier meine vorherigen Ausführungen).

Natürlich ist die Selbstvermarktung eigener Musik via Contentaggregatoren im Internet möglich, doch wird ein solcher „Vertrieb“ nicht die von mir zuvor auszugsweise aufgeführten Tätigkeiten wahrnehmen. Es ist kein AKTIVER Vertrieb, es ist aus meiner Sicht lediglich eine „Zugänglichmachung“ von Musik im Handel. Nachfrage und echter Umsatz jedoch entsteht auf anderen Wegen.

Weitere Aspekte der administrativen Regulatorik und dennoch grundlegend verpflichtenden Tätigkeiten sind:

  • Pflichtabgaben von mind. 2 Belegexemplaren bei der Herstellung von Tonträgern an die Deutsche Nationalbibliothek (bei Nichtdurchführung kann eine Strafe bis zu 10.000 Euro auferlegt werden)
  • Eintragung der Produktionen im internationalen Musikarchiv / Wiki „Discogs“
  • branchenübliche und rechtskonforme Meldungen bei GEMA und GVL
  • Erfüllung und Überwachung der technischer Anforderungen der Audio, Video oder Grafik-Produktionen
  • und vieles mehr…

Verständlicherweise ist ob meiner Position und beruflichen Tätigkeit die Perspektive auf diese komplexe und sicherlich auch brisante Thematik etwas eingefärbt. Doch pflege ich stets zu sagen, dass es mir persönlich keineswegs in den Sinn kommt, ein eigenes Auto zu bauen, bloß weil ich mit Werkzeug umgehen kann und im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis bin…

Es bleibt also nach wie vor zu konstatieren: Je größer, erfahrener und stärker ausgewählte Partner eines Künstlers sind (so auch das Label, die Plattenfirma, der Musikverlag, der Promoter), um so schneller wird er bekannt und es steigt die Chance einer professionellen Karriere proportional.

Auch der Branchen-Kenner und geschätzter Kollege Julian Angel (MusicBiz Madness Konferenz) hat bereits einen ähnlichen Artikel zu diesem Thema ausgeführt:

http://www.musiker-online.com/es-geht-auch-ohne-plattenfirma-aber-nicht-ohne-deren-arbeit/

Vielen Dank an Mike van Summeren für das Interview und die klaren Worte.

Weitere Infos über ihn und seine Mediengruppe finden Sie unter:
www.mikes-music.de

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MARIANNE ROSENBERG: Morgen erscheint die Neuauflage ihres Nummer-Eins-Albums 0

Albumcover Marianne Rosenberg Im Namen der Liebe

„Im Namen der Liebe“ als 2-CD-Set

Die Neuauflage von MARIANNE ROSENBERGs erstem Nummer-Eins-Album „Im Namen der Liebe“ hat es in sich. Sie enthält brandneue Lieder und interessante Neuinterpretationen von Klassikern.

Produktinformation

Ein halbes Jahrhundert deutsche Musikgeschichte.

Am 18. September veröffentlicht Marianne Rosenberg die erweiterte Jubiläumsedition ihres aktuellen #1-Albums „Im Namen der Liebe“ ++ Die 2CD-Edition vereint exklusive Neuinterpretationen ihrer größten Hits, sowie brandneue Titel und Dance-Mixes.

Zum 50. Bühnenjubiläum legt Marianne Rosenberg im September eine erweiterte Jubiläumsedition ihres aktuellen #1-Albums vor, auf dem die Berlinerin den Bogen zu den Anfangsjahren ihrer Ausnahmekarriere spannt, ausgewählte Klassiker in ein neues Licht rückt – und natürlich auch in die Zukunft blickt. So erweitert sie das aktuelle Hit-Album um ein ganzes Dutzend exklusive Jubiläumstitel: Eine Fortsetzung der „Marleen-Story“, getextet vom Originalautor („Marleen – ein halbes Leben später“) ist genauso dabei wie 100% zeitgenössische Neuinterpretationen von Meilensteinen wie „Er gehört zu mir“.

Um das Jubiläumspaket perfekt zu machen, präsentiert Marianne Rosenberg auch exklusive Jubilee-Remixes sowie vier brandneue Titel. Erweitert um ein persönliches Grußwort in den Linernotes und ausgewählte Zitate aus ihren Songs, erscheint die 2CD-Jubiläumsedition von „Im Namen der Liebe“ am 18. September 2020 bei LOLA/TELAMO.

Part 1 der Edition ist jenes Album, das ihr 50 Jahre nach den ersten Aufnahmen den allerersten #1-Chartentry in den Offiziellen Deutschen Albumcharts bescheren sollte. Schon auf „Im Namen der Liebe“ gelang es der Rosenberg und ihrem Team immer wieder eindrucksvoll, die Eckpfeiler ihres klassischen Sounds durchschimmern zu lassen und dabei absolut zeitgemäß und authentisch zu klingen. Aufgenommen wurde in den legendären Hansa-Studios, in denen Marianne Rosenberg 1970 ihr erstes Album produzierte. Die erste Singelauskopplung „Wann (Mr. 100%)“, inzwischen gut 2,5 Mio. Views, wurde sofort ein Hit. Der Titelsong ist mehr als Romantik. Es geht Marianne Rosenberg auch um Empathie, um Mitgefühl, um ein Miteinander, das zunehmend unter Beschuss gerät … und um ein Statement, das den Wunsch nach Veränderung impliziert: „Hass hat Hass nie besiegt, lass es Liebe sein“.

Hatte die Grande Dame des deutschen Schlagers den „Im Namen der Liebe“-Longplayer mit den Fragen „Wo sind unsere Visionen? Wo sind wir?“ ausklingen lassen, folgt die Antwort nun im Jubiläumspaket: Sich selbst, ihrem Bauchgefühl, ihrer Stadt, ihrem ersten Studio, (nach Phasen der bewussten Abstinenz) auch ihren früheren Hits treu geblieben, hat Marianne Rosenberg 50 Jahre später alles erreicht, sehr viel bewegt, muss sich nichts mehr beweisen – und klingt gerade deshalb noch leidenschaftlicher. Die Vision? Unbedingt zeitgemäßes Songwriting, gepaart mit ehrlichen Worten. Musik, die Menschen inspiriert, weil sie von Herzen kommt und mit dem Herzen gesungen ist.

„… ein halbes Jahrhundert ist schon kein Pappenstiel“, bringt es die Berlinerin gewohnt unverblümt in den Linernotes auf den Punkt – und das ist es wahrlich nicht, was die zweite CD der Edition wunderbar unterstreicht. Das ein ganzes Dutzend exklusive Titel vereinende Bonuspaket eröffnet die Sängerin mit einem Update in Sachen „Marleen (ein halbes Jahrhundert später)“. Drei Neuinterpretationen – allesamt Seventies-Superhits aus der Feder von Joachim Heider und Christian Heilburg – führen den genialen Balanceakt des Albums fort: „Ich bin wie du“ ist nicht ohne Grund ein heimlicher YouTube-Hit; fürs Update unterfüttert sie den rasanten Schwung mit zeitgenössischen Beats und Grooves die dem Kulthit „Er gehört zu mir“ einen Touch von Motown verleihen. Den schmalen Grat zwischen Nähe zum Original und Aufbruch in die Zukunft trifft schließlich auch „Lieder der Nacht“: So viel hochauflösender und großformatiger klingt es, wenn Marianne Rosenberg im Jahr 2020 davon singt, „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ zu sein, obwohl doch die Phrasierung, die Stimmfarbe immer noch dieselbe ist.

Ihr Sound im Jubiläumsjahr klingt so reif und geerdet wie ihre Weltsicht, nur gibt sie sich deshalb kein bisschen weniger leidenschaftlich: Das programmatische „Ich bin wieder ich“, wie viele der brandneuen Bonustitel gemeinsam mit ihrem Sohn Max komponiert, setzt das Thema Liebe im übergeordneten Sinne des aktuellen Albums fort und lässt auch hier, wie bei vielen Songs aus ihrer Feder, mindestens ein zweite Ebene der Interpretation zu. Die Ballade „Das Herz“, erinnert an ihre Verehrung des Beatles „Mr. Paul McCartneys“, dem sie ihren ersten aufgenommenen Song ihrer Karriere widmete. „Den Mut zu geben hat, nur der, der liebt“.

Auch der überragend arrangierte und produzierte Song „Er war wie du“ knüpft an den klassischen Rosenberg-Sound an, wohingegen die „Stärkste Nacht meines Lebens“ sehr viel klarer im Jetzt der Popwelt stattfindet: elektrisierend, verspielt, nie zu schwer. Abschließend der Song von „Für immer du“: Weniger ist mehr in der minimalistischen, bewusst aufgeräumten Strophe, um dann doch den Regler für den Refrain voll aufzudrehen – wie gemacht für den Club. Abgerundet wird die Bonus-Disc der Jubiläumsedition mit den zwei „Jubilee-Mixes“ „Gemeinsam sind wir stark“ und „Im Namen der Liebe“, sowie einem DJ Herzbeat Mix von „Wann (Mr. 100%)“, die hier ihre ganze Tanzflächenmagie entfalten. Auch die brennend aktuelle Kernaussage des Titelsongs wird hier zur Dancefloor-Hymne – „let’s go!“

Aufgewachsen in einer Berliner Künstlerfamilie, wurde Marianne Rosenberg schon im zarten Alter von 13 Jahren bei einem Nachwuchswettbewerb entdeckt. Bereits die Debütsingle „Mr. Paul McCartney“ traf den Zeitgeist, den sie in den Siebzigern mit ikonischen Hits wie „Er gehört zu mir“, „Lieder der Nacht“ oder auch „Marleen“ wie keine andere Sängerin prägen sollte. Im Jahrzehnt drauf ging sie neue Wege, arbeitete z.B. mit Extrabreit und Rio Reiser zusammen und avancierte zur Ikone der Schwulenbewegung. Musikalisch überzeugte Marianne Rosenberg auch in Genres wie, Electropop, Jazz und Chansons und war parallel zu den vielen, vielen Hit-Veröffentlichungen auch als Moderatorin, Synchronsprecherin und Buchautorin erfolgreich. Mit dem im März 2020 veröffentlichtes Studioalbum „Im Namen der Liebe“ kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück und beschenkte sich und ihre Fans pünktlich zum diesjährigen Bühnenjubiläum mit der allerersten #1-Chartentry in den Offiziellen Deutschen Albumcharts.

In den persönlichen Linernotes erklärt Marianne Rosenberg „Ich wollte die Musik, die ich mache, lieben… und zwar immer.“ – und diese Liebe, die in ihrem vertonten Blick auf die zurückgelegte Wegstrecke zu spüren ist, macht die neue Jubiläumsedition so einzigartig.

Quelle: LOLA / TELAMO

BEATRICE EGLI: Ihr Lanxessarena-Konzert endgültig abgesagt 1

Beatrice Egli

+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++Recherchieren statt Kopieren+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++

Nach Terminverschiebung nun Absage

Die Live-Veranstaltungsszene hat es momentan nicht leicht. Großveranstaltungen bleiben verboten. Hinzu kommt allem Anschein nach ein weiteres Problem: Mangelnde Nachfrage. Aktuelles Beispiel: BEATRICE EGLIs Konzert, das eigentlich am 23. Juli 2020 geplant war und auf den 25. Oktober 2020 verschoben wurde, ist nun ganz abgesagt worden.

Offizielle Begründung: Tennisturnier

Offiziell wird das Konzert wegen eines Tennisturniers („ATP-Tennisturnier“) abgesagt. Da stellen sich doch zwei Fragen: Wenn die Lanxessarena für BEATRICE EGLI gebucht war – wieso gibt man dann einem Tennis-Veranstalter den Zuschlag für ein Turnier, das übrigens am 25. Oktober beendet sein soll? Und: Wenn erneut der Termin nicht passt – warum kommt es nicht zu einer weiteren Verschiebung auf einen neuen Termin? – Die gleiche Frage hat sich schon beim Konzert von SARAH CONNOR in Düsseldorf gestellt – warum wurde das Konzert anstandslos abgesagt? Immerhin war es offiziell genehmigt. Man hätte ja auf Schadenersatz klagen können. – Die Antwort auf diese Fragen kann sich wohl jeder denken…

Schleppender Vorverkauf

Eins ist klar: Obwohl das Kartenkontingent aufgrund der Coronasituation ohnehin mehr als begrenzt war, ist nach unseren Beobachtung der Ticketvorverkauf sehr zäh gelaufen. Die Absage nun auf ein Tennisturnier schieben zu können und nicht z. B. eine „kreative Phase“ vorzuschieben zu müssen, ist da vermutlich eine elegante Lösung. Manchmal würde man sich allerdings auch einfach mal ein ehrliches Statement wünschen. Dass das durchaus auch möglich ist, hat beispielsweise STEFAN MROSS bewiesen – und zwar in einer Zeit noch vor Corona.

Ticketpreise werden erstattet

Immerhin: Sofern es doch jemanden gab, der sich ein Ticket gekauft hat, bekommt der (bzw. die) sein (ihr) Geld zurück, der Ticketpreis wird erstattet.