FLORIAN SILBEREISEN – Ein paar Worte zur „Schlager Chance“… 2

Schlagerbooom 2019 Silbereisen

Als im Vorjahr erstmals eine Art „Vorentscheidung“ für den Schlagerbooom namens „Letzte Chance – wer fährt zum Schlagerbooom“ gab, waren wir erst von dieser Idee angetan. Bekanntlich werden in den Silbereisen-Shows immer (von Ausnahmen abgesehen) die gleichen Gäste eingeladen. Dabei spielt kommerzieller Erfolg oder Beliebtheit beim Publikum nur bedingt eine Rolle – die Amigos haben mit sensationellen Verkaufserfolgen so gut wie keine Chance bei den Festen, während Ross Antony mit sehr bescheidenen Verkaufserfolgen Stammgast ist.

Schon im Vorjahr keine Nachwuchs-Show

Die Annahme, dass diese „Wer fährt zum Schlagerbooom“-Show nun zumindest ein Feigenblatt für die (unserer Meinung nach absolut berechtigte) Kritik ist, immer die gleichen Gäste einzuladen, falsch war, zeigte sich im letzten Jahr, als komplett Interpreten eingeladen wurden, die ohnehin schon mehrfach bei Silbereisen-Shows zu Gast waren. Damals setzte sich FEUERHERZ gegen JULIA LINDHOLM, VINCENT GROSS und CHRISTIN STARK. Letztere ist übrigens die Lebensgefährtin von MATTHIAS REIM.

Matthias Reim: Erst Lebensgefährtin, jetzt Sohn dabei

Und (Achtung Scherz!) der war sicher „ungehalten“, dass Christin es nicht in den Schlagerbooom geschafft hat und schickte… nein nicht, seine Tochter Marie, die ihre Schlagerkarriere gefühlt seit Jahren ankündigt, ohne, dass man etwas davon hört – nein, er schickte seinen Sohn JULIAN REIM, der sicher ein Herzensbrecher ist und einen guten Song auf Lager hatte – und: Auf ihn trifft der Begriff „Nachwuchs“ ja auch wirklich zu. Aber – man hätte ihn auch ohne diese merkwürdige Vorentscheidungs-Show ins Rennen schicken können… es wäre ja nicht das erste Mal, dass der „Nachwuchs“ eines Schlagerkünstlers eingeladen worden wäre…

„Schlager-Chance“ KEINE Nachwuchssendung

Nebenbei bemerkt, sei der Fairness halber erwähnt, dass von Nachwuchsförderung bei der „Schlager-Chance“ explizit NICHT die Rede war – sicher wohlweislich, aber in der Tat konnte man so Namen ins Rennen holen, für die galt: „Wir laden sie nicht in den Schlagerbooom ein, aber die haben Fans, und daher wollen wir diese Fans mit diesem Trick versöhnen“. Denn: LINDA HESSE war schon mehrfach bei den Festen zu Gast. Sie hatte sogar einen eigenen ihr gewidmeten Film, der im MDR gesendet wurde und ist in unseren Augen eine top-etablierte Sängerin. Eigentlich schade, dass sie nicht bei einer großen Plattenfirma unter Vertrag ist, sie ist schon eine weit überdurchschnittlich gute Sängerin mit Charisma, tollen gehaltvollen Songs, die auch live spielen kann. Eigentlich perfekt für den Schlagerbooom – schade, sie bekommt diese Chance nicht.

LINDA HESSE und JULIAN DAVID – etablierte Stars bekommen Paten zur Seite gestellt…

Mit JULIAN DAVID war – überspitzt formuliert – ein weiterer ehemaliger Dauergast der Feste dabei, denn er stand oft zusammen mit voXXclub auf der „Feste“-Bühne. „Offiziell“ hat er es nicht bereut, ausgestiegen zu sein – aber wenn man ehrlich ist, spielen voXXclub in der Topliga der Schlagerinterpreten, während Julian sich wirklich abstrampeln muss. Dabei ist er wirklich ein Top-Interpret, ein guter Sänger und Performer und vor allem: Er ist menschlich unheimlich nett. Nach unserem Eindruck fast etwas sehr sensibel für die harte Branche… Jedenfalls ist es auch für ihn „bitter“; sich so einem Wettbewerb stellen  zu müssen und quasi immer vorne zu sein und dann doch noch zu „verlieren“ – ohne dass nachvollziehbar wäre, wie es dazu kam…

Neben JULIAN REIM und seinem Vornamensvetter JULIAN DAVID und LINDA HESSE war dann auch noch MARINA MARX dabei – neben Julian Reim tatsächlich eine Newcomerin.

Ausgerechnt GIOVANNI ZARRELLAs Künstler macht das Rennen – ein Schelm, der böses dabei denkt…

An und für sich könnte man nun sagen – okay, immerhin gibt es eine Schlagersendung mehr, also sollen die doch diese Alibiveranstaltung für Stars, die der Kelly Family und Co weichen müssen, ruhig zeigen – nur: Werden die Schlagerfreunde hier nicht regelrecht „verarscht“? Denn: Neben dem Quatsch, Julian David und Linda Hesse einer Qualifikation zu unterziehen, werden weitere etablierte Topstars in die Sendung genommen, die durchaus auch „Booom“-würdig wären, nämlich UTE FREUDENBERG, SEMINO ROSSI, INKA BAUSE uuuuund – und jetzt wird’s spannend: GIOVANNI ZARRELLA.

Was daran spannend ist? Ganz einfach: Von den vier „Paten“ der zur Wahl stehenden Interpreten war genau EINER als Teilnehmer des Schlagerboooms bekannt: GIOVANNI ZARRELLA. Und der war gerade rein zuuuufällig (???) der Pate von – eben JULIAN REIM.

Auch diesmal keine Transparenz bei der Ermittlung des Gewinners

Kurios ist nun, dass die Ermittlung des Siegers der Show alles andere als transparent war. Zwischendurch wurde immer ein „führender“ Name eingeblendet („Julian David“) – wieso, wer welchen Punkt gegeben hat – man weiß es nicht. Und das von Silbereisen postulierte „psssst“ mit Zeigefinger vor dem Mund, weil es das Publikum oder die Jury nicht sehen durfte, ist natürlcih einfach nur lächerlich gewesen, weil die Show eine Aufzeichnung war.  Sehr merkwürdig. Wollte man etwa sicher gehen, dass Booom-Teilnehmer ZARRELLA und Reim-Sohn JULIAN gewann?

Kein repräsentativ ermittelter Sieger

Wir verstehen nicht, warum man auch in diesem Jahr alles dafür tat, KEINE (halbwegs) repräsentative Lösung zu finden, sondern erneut auf willkürliche Sieger zu setzen, die dann vom Unterhaltungschef des MDR hoch offiziell (wie im Vorjahr wurde ein handgeschriebener gekrickelter Zettel präsentiert) stolz präsentiert wurde – und niemand weiß, wer wen warum wieso weshalb gewählt hat…

Dubiose Nachwuchsförderung auch bei „Willkommen bei Carmen Nebel“

Der Fairness halber sei erwähnt, dass auch andere Formate vorgaben, dem Nachwuchs eine Chance zu geben, obwohl auch dort längst etablierte Interpreten am Start waren. Man denke an den Nachwuchs-Block Anfang 2018 bei Carmen Nebel, bei dem mit Laura Wilde, Vincent Gross und Feuerherz genau so schon etablierte Interpreten waren wie eben bei Silbereisen.

Einschaltquote suggeriert Kritikern zum Trotz: „Alles richtig gemacht“

Wenn man sich die Einschaltquote ansieht, muss man aber sagen – leider trägt das Publikum dieses Gaga-Konzept offensichtlich mit. Auch in diesem Jahr kann man im MDR-Sendegebiet mit 517.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 14,4 Prozent zufrieden sein. Dennoch kritisieren einige Fans, dass solche „Alibi-Sendungen“ wie die „Letzte-Chance-„Show gezeigt werden und etablierte Formate wie die des Schweizer Sängers Leonard („Hit auf Hit“), diesen Formaten weichen müssen.

Foto: Das Erste / Jürgens TV / Dominik Beckmann

 

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2 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    Wisst ihr warum es dieses Jahr wohl nur noch 4 statt 5 Feste Shows im Ersten gibt.

    1. Wir „WISSEN“ es leider nicht. „Ausgefallen“ ist die Show, die sonst öfter mal im späten Frühjahr stattfand. Wir denken, es hängt erstens mit Florian Silbereisens Engagement als Traumschiff-Kapitän zusammen – und zweitens gibt es ja in diesem Jahr sehr viele Schalger-Shows mit Florian im MDR wie kürzlich die (unseres Erachtens „merkwürdige“ aber zugegeben erfolgreiche) „Schlager-Chance“-Show und in einer Woche die „25 Jahre“-Show. Auch die Schlager des Sommers und die Schlager des Jahres gab (bzw. gibt) es weiterhin. Eine weitere (kuriose) Jubiläums-Schlager-Show ist ja auch noch angekündigt. Unter dem Strich gab es also schon recht viele Schlager-Shows. Aber in der Tat „nur“ vier „Feste“-Shows, was wir auch bedauern, wobei wir uns auf die beiden bevorstehenden Sendungen sehr freuen…

ANDREA BERG: Vor gut 20 Jahren stürmte sie mit „Du hast mich 1000 mal belogen“ erstmals die Airplay-Charts 0

Bild von Schlagerprofis.de

ANDREA BERG: Kurios: Ihr größter Hit wurde zunächst nicht als Handels-Single veröffentlicht

Als im Frühjahr 2001 das Album von ANDREA BERG „Wo liegt das Paradies“ erschien, war klar, dass „Du hast mich 1000 mal belogen“ eine würdige Single-Auskopplung der Schlagerlady sein müsste. Kurios: Als Handels-Single, als Maxi-CD, ist der Song anno 2001 nicht veröffentlicht worden, sondern nur als Radio-Promo-Single verteilt worden. Aber DAS hat funktioniert. Im April stürmte ANDREA BERG die Airplay-Charts und war am 16. April 2001 mit diesem Song erstmals auf Platz 1 der Airplay-Charts im Bereich „Schlager“ (damals wurden noch Schlager gespielt, auch im ÖR-Radio).

Ablösung von MICHELLEs „Wer Liebe lebt“

Dass das schon ein großartiger Erfolg war, zeigt sich darin, wer zuvor den Platz an der Sonne hatte: die damalige ESC-Vertreterin MICHELLE mit „Wer Liebe lebt“. Am 16. April ergab sich folgendes Bild:

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ANDREA BERG war schon damals sehr erfolgreich. Nicht umsonst ging sie genau in der Zeit, als ihr größter Hit zum Erfolg wurde, auf Tour mit der ZDF-Hitparade – anno 2001 – die letzte Tour, die unter dem Motto „Hitparade“ stehen konnte, weil bekanntlich 2000 Schluss mit der Hitparade war. Wenn wir jetzt „genau“ 20 Jahre zurückschauen, war ANDREA BERG ähnlich erfolgreich. Kurios ist, wer sich vor sie schieben konnte: MICHAEL MORGAN. Und dennoch lief es für ANDREA BERG:

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Im Jahr 2001 war es noch „nur“ ein Airplay-Hit. Auch wenn wir nicht „genau“ den 20-jährigen Geburtstag feiern können, ist doch bemerkenswert, dass ANDREA BERG den Hit ihres Lebens vor zwei Dekaden startete, auch wenn der Bekannheitsgrad des Liedes damals noch überschaubar war.

Die Wichtigkeit des Radios

Man muss nun sagen – „damals“ war es noch möglich, dass auch das Radio großen Einfluss auf Karrieren hatte. Heutzutage spielen nur wenige öffentlich-rechtliche Sender noch Schlager im „echten“ Programm, also nicht versteckt als Digitalprogramm. Außer SWR4 und vielleicht noch HR4 ist nicht viel übrig geblieben, insbesondere der Schlagerboykott des WDR4-Programms tut dem Schlager natürlich weh. „Du hast mich 1000 mal belogen“ ist so gesehen ein Beispiel dafür, dass vor 20 Jahren das Radio noch Lust darauf hatte, selber Hits zu machen…

 

 

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JASMIN WAGNER (BLÜMCHEN) tritt mit „Gold“ für Kroatien beim Free ESC an 0

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JASMIN WAGNER tritt beim #FreeESC an

Die Hypothese hat gestimmt – wir haben es HIER schon orakelt, nun steht es fest: JASMIN WAGNER tritt für Kroatien beim FreeESC an. Auch wenn die Songs teilweise noch „geheim“ bleiben sollen – bei der Pressekonferenz wurde gesagt, dass die gesungenen Songs am Samstag verkündet werden – hat JASMIN WAGNER ihren Fans schon mitgeteilt, dass sie ihren neuen Song „Gold“ zum besten geben würde. Vielleicht gelingt ja mit diesem Schwung, den Song noch populärer zu machen. Nicht wenige Fans finden das neue Lied von BLÜMCHEN JASMIN richtig gelungen.

Packt JASMIN WAGNER den Livegesang?

Spannend wird auch sein, wie JASMIN den Livegesang hinbekommt, denn: Beim #FreeESC wird live gesungen. Im TV hat man sie ja zumindest nach unserer Kenntnis bislang eher selten live singen hören. Von der Performance (ja, vielleicht auch vom Gesang her) könnte es vielleicht ähnlich laufen wie im Vorjahr mit VANESSA MAI. Jedenfalls weckt das Video definitiv die Spannung auf eine Live-Performance. Wir sind jedenfalls sehr gespannt auf „BLÜMCHEN 2.0“.

Top-Produzenten am Werk

Geschrieben hat den Song THOMAS PORZIG, der u. a. für voXXclub, JEANETTE BIEDERMANN und MARIE REIM tätig war. Er ist auch der Produzent des Songs. Im Pressetext ist die Rede von CHRISTOPH PAPENDIECK – und das ist natürlich eine ganz dicke Hausnummer. Ob der aber beim Song „Gold“ mitgewirkt hat, ist uns nicht bekannt – in den Credits zum Video finden wir den Namen nicht, allerdings schon im Pressetext. So oder so wird der Song der Überschrift „Electro-Schlager“ durchaus gerecht und bietet eine spannende Facette beim #FreeESC.

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Produktinformation der Plattenfirma

In den 1990er-Jahren hat sie als Blümchen für den ultimativen Soundtrack der Generation Y gesorgt und gilt bis heute als erfolgreichste deutsche Solo-Interpretin des Jahrzehnts: 2021 meldet sich Jasmin Wagner mit ihren ersten neuen Songs seit mehr als fünfzehn Jahren zurück! Als Electro-Schlager bezeichnet die Hamburgerin ihren zeitgemäßen Power-Mix aus modernen Beats, tanzbaren Pop-Melodien und deutschen Texten, auf dem sie sich und ihren Sound völlig neu für die Zukunft definiert. Mit „Gold“ schickt Jasmin nun die erste Vorab-Single aus ihrem im Sommer erscheinenden Longplayer „Von Herzen“ voraus!

Immer schon war es Jasmin Wagner wichtig, sich künstlerisch auszuprobieren und unbekannte, manchmal auch unvorhersehbare Pfade einzuschlagen. Nachdem sich das Multitalent in den letzten Jahren einen hervorragenden Namen als Theater- und Filmschauspielerin sowie Moderatorin bei MTV, Pro7 oder Sat1 gemacht hat, schenkt sie sich pünktlich zu ihrem 41. Geburtstag nicht nur ein brandneues Album, sondern ein ganz neues Leben.

Der letztendliche Startschuss zum neuen Album fiel mit ihrem gefeierten Comeback als Blümchen auf dem größten 90er-Jahre-Revival-Festival der Welt im Jahr 2019 vor mehr als 60.000 euphorisierten Menschen. Pures Adrenalin, das sie heute auf ihren neuen Songs eingefangen hat. Mit „Gold“ schlägt Jasmin Wagner nun eine Brücke zwischen ihrer künstlerischen Vergangenheit und der Gegenwart, um sich 2021 musikalisch ganz neu zu erfinden.

Gemeinsam mit den erfahrenen Hitmakern Thomas Porzig (Lea, Wincent Weiss, voXXclub) und Christoph Papendiek (Helene Fischer, Maite Kelly, Semino Rossi) ist ein vor Energie pulsierender Breitwand-Sound entstanden, der vom Herzen direkt ins Hirn und in die Beinmuskulatur geht. Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Mut und Empowerment jenseits irgendwelcher gesellschaftlichen Geschlechterschubladen sind die Herzensthemen, die Jasmin Wagner auf brandneuen Tracks wie dem kraftvollen High-Energy-Ohrwurm „Gold“ verarbeitet. „Es geht in meinen Songs um den Moment“, so Jasmin.

„Um das ungefilterte Gefühl des Augenblicks und um das, was buchstäblich aus dem Innersten kommt. ‚Gold‘ repräsentiert für mich Stärke und den Glauben an das Gute. An die schönen, positiven Dinge, die ich in mein Leben einlade und mit denen ich mich umgeben möchte.“ Ein Song, mit dem Jasmin Wagner auch in herausfordernden Zeiten für ein wenig Glanz sorgen möchte. Denn irgendwann kommen definitiv auch wieder bessere, und vielleicht sogar goldene Zeiten. Soviel steht schon heute fest!

Quelle: Mirabella Musik / Schubert Music Europe

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