Revolverheld liefern große Gefühle und rocken den Kalkberg 0

Wir haben uns am vergangenen Freitag mal abseits des Schlagers bewegt und besuchten den Auftakt der Open-Air Tournee von Revolverheld in Bad Segeberg. Rund 5.000 Zuschauer feierten die glänzend aufgelegten Jungs sowie den Support-Act Greg Holden. Der sympathische Schotte ist ein guter Freund der Band und war schon oft auf den Konzerten dabei.

Es war kalt am Kalkberg an diesem Freitagabend. Doch schon der um 19 Uhr startende Schotte Greg Holden konnte die Zuschauer nach kurzer Zeit auftauen. Mit seiner charismatischen Stimme sowie seinen starken Song’s erspielte er sich schnell die Gunst des Publikums, das ihn mit großem Beifall feierte.

Um 20Uhr starteten dann Frontsänger Johannes Strate und Co. mit „So wie jetzt“ und hauten schon als zweiten Song ihren sehr beliebten Hit „Das kann uns keiner nehmen“ raus. Beim zweitgenannten Titel wurden sie von Greg Holden auf Englisch begleitet. Eine tolle Version, die bei den Fans sehr gut ankam!

Danach wollte Johannes Strate spaßeshalber in Erfahrung bringen, wer denn heute wegen der Karl-May-Festspielen da sei. Einige Hände gingen in die Höhe, doch er musste sie enttäuschen, das war natürlich ein Gag. Zudem lobte er die abgehärteten Norddeutschen, die bei diesem Wetter so zahlreich zum Konzert erschienen sind. „In München wäre die Hälfte schon nach wenigen Minuten gegangen bei diesen eisigen Temperaturen!“ stellte er fest. Das Publikum lachte herzhaft.

Weiter ging es „Mein Herz schlägt bis zum Hals“, welcher nach vier Jahren Pause der Vorreiter für das fünfte Album „Zimmer mit Blick“ war, sowie den mit starken Lichteffekten ausgestatteten Klassiker „Immer in Bewegung“. Die Stimmung war schon jetzt genial, es herrschte dank der sympathischen Band eine sehr familiäre Atmosphäre. Fast wie in einer großen Kneipe.

Es folgte „Ich werd ‚die Welt verändern“ sowie glänzender Humor von den Jungs. Denn man erlaubte sich einen Spaß über die Ehrlich Brothers. Die Frage einer der Bandmitglieder, warum sie sich denn Ehrlich Brothers nennen, ohne magische Kräfte zu haben, ahndete Johannes Strate mit einer roten Karte „Das ist glatt Rot, mein Freund“. Auch die Pointe saß.

Der Hit „Freunde bleiben“ aus ihrem Debüt-Album „Revolverheld“ von 2005 sorgte anschließend für eine Wahnsinns-Stimmung, die Hände gingen in die Luft, es wurde laut geklatscht und mitgegrölt. „Bands deiner Jugend“ folgte, ehe ihr Mega-Hit „Spinner“ für den nächsten Höhepunkt des Abends sorgte, den übrigens (etwas Schlager muss dann doch sein) Mary Roos auch in ihr Konzertprogramm aufgenommen hat.

Damit der „Sommer in Schweden“ ein authentisches Lagerfeuer-Flair bekommen konnte, rief Revolverheld dazu auf, dass einige Fans doch bitte mit auf die Bühne kommen sollen. Rund ein Dutzend Fans, darunter 5 Kinder, nahmen dann im Schneidersitz Platz neben der Band. Eine kecke Dame gab Johannes Strate zur Begrüßung glatt einen Kuss auf die Wange. Er erklärte es mit „Sie dachte, ich wäre Johannes Oerding“. Das Publikum tobte, die Stimmung war weltklasse. Erste Standing Ovations waren zu beobachten!

Ruhiger wurde es mit „Unsere Geschichte ist erzählt“ aus ihrem aktuellen Album „Zimmer mit Blick“, der sehr starke Song „Halt dich an mir fest“, bei dem die Jungs Bomberjacken anzogen, sowie „Immer noch fühlen“.

Ein großes Highlight jagte anschließend das Nächste.  Akustik und mit lautstarkem Chor der gefühlt gesamten Arena begleitet, performte Revolverheld „Denkmal“ von der Band „Wir sind Helden“. Gänsehaut pur im Freilichttheater!

In ein Tollhaus wurde die Arena im Anschluss bei „Ich werde nie erwachsen“ verwandelt, der sehr rockige und schnelle Song aus ihrem Album „In Farbe“ ging mächtig ab, dazu flogen riesige Luftballons durch das Publikum. Ein großer Spaß, spätestens jetzt fror auch niemand mehr.

Eine ihrer größten Hits, „Ich lass für dich das Licht an“, durfte nicht fehlen. Fontänen sowie das Publikum mit Lichtermeer sorgten für eine einmalige Atmosphäre. Dieser Song entstand übrigens, als sie einem Freund beim Heiratsantrag halfen. Dazu gibt es übrigens auch ein sehr emotionales Musikvideo, u. a. auf „YouTube“.

Lautstarke „Zugabe“ Rufe hallten gegen Konzert-Ende durch das Freilichttheater. Und die bekamen die Fans auch, besser gesagt sogar eine dicke Überraschung! Während auf der Leinwand ein schönes Video zu einer Fernbeziehung gezeigt wurde, begab man sich mitten in das Publikum, wo Johannes Strate mit Antje Schomaker im Duett „Liebe auf Distanz“ performte.

Wieder auf der Bühne folgte „Lass uns gehen“, mit tosendem Applaus gefeiert. Als Abschluss des Abends rief die Band zum Frieden auf der Welt auf (Revolverheld ist sehr engagiert bei diversen Projekten, darunter beim „WWF“). Diese Rede war ganz stark! Passend dazu gab es den sehr tiefgründigen Song „Zimmer mit Blick“, der so manchen Seitenhieb an die heutige Zeit enthält und nachdenklich stimmt. Das Publikum war restlos begeistert, mit Standing Ovations wurden die Jungs verabschiedet. Welch ein genialer finaler Akt dieses tollen Konzertes!

Wir sprechen also eine klare Empfehlung aus! Es wird eine starke, abwechslungsreiche Auswahl der Songs ihrer Karriere geboten, die Atmosphäre ist sehr familiär. Dazu sind die Showeffekte exzellent. Da die Open-Air-Tour gerade erst begonnen hat, gibt es noch reichlich Möglichkeiten,  dabei zu sein. Der Abschluss folgt 06.09.2019 in Hemer. Des weiteren legen wir euch einen Konzertbesuch vom Supportact Greg Holden ans Herz. Er ist noch diese Woche während seiner weltweiten „World War Me“ in Deutschland unterwegs. Tickets gibt es u. a. bei eventim.de.

Kevin Drewes

 

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Schlagerprofis-Klartext: Die Albumcharts in unserer Analyse 0

Okay, „zuerst bei Schlagerprofis“ – diesen Anspruch können wir diesmal nicht erfüllen. Aber dennoch wollen wir noch mal einen Blick auf die für Schlagerfreunde erfreulichen aktuellen Charts werfen.

Am erfolgreichsten lief Oonagh durch das Ziel. Sie schaffte es in die Top-5. Ihre beiden ersten Alben schafften es in die Top-3, das ist diesmal nicht ganz gelungen. Es gab eine Fanbox, und sie hatte ihren Auftritt bei Florian Silbereisen. So gesehen ist ihre Platzierung sehr ordentlich, aber kein sensationeller Erfolg.

Zum vierten Mal in FOlge Top-10 – Platz 8 für Giovanni Zarralla ist ein toller Erfolg. Sicher wird auch der Auftritt bei den „Schlagern des Sommers“ zu diesem Erfolg beigetragen haben – aber andere Teilnehmer der Show konnten sich bei weitem nicht so gut platzieren.

Dass Oli.P die Top-10 knacken konnte und damit das zweite Pferd im Stall von Christian Geller war, das es hoch in die Charts geschafft hat, ist einerseits ein schöner Erfolg – andrerseits gibt es eine dicke Fanbox von ihm und es wurde viel Promotion gemacht. Ob das alleine rechtfertigt, ihn bei allen relevanten Schlager-Tour-Veranstaltungen (Schlagerfest XXL und Schlagernächte) einzuladen, wird sich zeigen.

Schlagertitan Bernhard Brink hat die beste Chartsplatzierung seiner über vier Jahrzehnte andauernden Karriere erreicht – und das ganz ohne Fanbox. Mit Fanbox hätte es vermutlich für die Top-10 gereicht. Aber auch so haben Autogrammstundentour und Silbereisen- und andere TV-Auftritte ihre Wirkung getan. In unseren Augen ein ehrlicher Chartserfolg.

Zum sechsten Mal Top-15 – dass das ein toller Erfolg für Semino Rossi ist, darüber muss man wohl kein Wort verlieren. Herzlichen Glückwunsch! Auch Ben Zucker hat es zum 10. Mal in Folge in die Top-20 geschafft. Ein schöner Erfolg, über den es nichts zu diskutieren gibt – außer, dass das ohne den Silbereisen-Support wohl kaum möglich gewesen wäre…

Drei Sängerinnen haben die Top-20 NICHT, aber immerhin die Top-30 geknackt. Am besten lief Laura Wilde mit „Lust“ durch’s Ziel. Die hatte am Sonntag einen Auftrit bei Kiwi im Fernsehgarten – ob das reicht, um erstmals eine zweite Woche die Charts zu knacken, wird sich zeigen.Immerhin: Laura hat BEI WEITEM nicht den TV-Support, den eine Sonia Liebing hatte, die massiv von vielen Seiten unterstützt wurde und damit immerhin die Top-30 erreicht hat, aber eben nicht „mehr“, was vielleicht dem geschuldet sein könnte, dass sie keine Fanbox und keine Autogrammstundentour hatte. Dennoch finden wir bemerkenswert, dass Silbereisen-TV-Präsenz weniger bringt als eben Autogrammstunden-Tourneen. So gesehen: Glückwunsch an Laura! Dritte im Bunde der Top-30 ist eine Sängerin, die aktuell zwar nicht bei Silbereisen war, aber trotzdem schon wieder die  Top-30 geknackt ha: Beatrice Egli. Acht Wochen Top-30, das hat nicht mal das Vorgänger-Album geschafft, so gesehen müssen wir das einfach loben, auch wenn wir immer noch traurig sind, nicht für eine Rezension bemustert worden zu sein. Da wir aber fair sind, gratulieren wir zu diesem zugegeben tollen Erfolg- auch OHNE „Schlager des Sommers“-Support.

In den Top-100 gibt es weitere interessante Entwicklungen- dass Helene Fischer eine Woche VOR ihrem ZDF-Stadion-Konzert es in die Top-100 geschafft hat, aber Kathy Kelly trotz Silbereisen-Auftritt das nicht geschafft haben und Brenner trotz x-facher Silbereisen-Präsenz es mal wieder nicht hinbekommen haben – geschenkt. Letztlich ist es wirklich spannend, welche Alben sich auf lange Sicht über viele Wochen und Monate halten. Es bleibt spannend, und wir von den Schlagerprofis berichten gerne weiterhin neutral für euch.

 

 

Die JUNX – Gewinnspiel beendet – große Resonanz – über 50 Teilnehmer 0

Als sich unser rasender Reporter am vergangenen Montag zum Interview mit Christopher und Gunnar, „Die Junx“, traf, klügelten die drei Nordlichter ein Gewinnspiel aus. Es gab dreimal jeweils die aktuelle CD „BÄM“ sowie eine handsignierte Autogrammkarte zu gewinnen. Die Resonanz überraschte, schnell folgten etliche Kommentare, es wurde zigmal geteilt. Unter genau zweiundfünfzig Gewinnern wurden dann heute die drei Gewinner per Lostopf ermittelt.

Die Preise gingen an Christine Palm, Elke Ulrich sowie Dagmer Eggert. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch.

Und schon am Freitag gibt es Neues zu hören von dem Duo, denn dann erscheint ihre neue Single „Schau nach oben“. Wir werden bei der Live-Premiere in Steinhude dabei sein!

Das Video von der Auslosung könnt ihr euch HIER ansehen. Und HIER findet ihr das Schlagerprofis-Interview mit den Junx.

Kevin Drewes