NICOLE: Die erste Rezension zu ihrem neuen Album „50 ist das neue 25“ 0

NICOLEs neues Album „50 ist das neue 25“ ist nicht nur instrumental eine Überraschung, – die Texte Heinz Rudolf Kunzes sind eine erfrischende Abwechslung -, sondern zeigt auch Nicole von einer neuen Seite: ironisch, zeitkritisch und menschlich unperfekt! Schade nur, dass die zurecht beschworende Kritik am Jugendwahn im ersten Song, welcher auch der Titelsong und die erste Auskoppelung ist, von ihr selbst nicht beherzigt wird – siehe Albumcover!

50 ist das neue 25 ist erfrischend anders, auch wenn der Refrain nicht so recht zum Lied passen will. Ansonsten ist der Song gelungen. Als Single ist er allerdings eher eine unglückliche Wahl, da das Lied sich in erster Linie an Frauen über 50 richtet! Note: 2.1

Das zweite Lied „Alle Menschen sind besonders“ ist eines der gelungensten Stücke auf dem neuen Album: Eine unaufdringliche Liebeserklärung mit der Mahnung, dass alle Menschen besonders sind, vollgespickt mit Metaphern und musikalisch klassisch umrahmt! Ein Hörgenuss der seltenen Art! Note: 1.4

„Sag nicht alles“ ist eine ungewöhnliche Botschaft von Nicole! Die Aussage des Songs ist, dass man manchmal seine bösen Taten lieber verschweigen sollte, als den Partner damit zu belasten! Im Kleinen stimmt diese Philosophie sicherlich, im großen Stil bleibt zumindest ein Fragezeichen! Eine mutige Aussage, die man bei Nicole eher selten antrifft. Das Arrangement besticht mit an Dudelsack erinnernden Klängen. Note: 2.3

Bis ans Ende dieser Welt“ wird es der gleichnamige Song wohl eher nicht schaffen! Ein anspruchsloses durch die rosarote Brille betrachtetes Lied mit einer sehr eingängigen Melodie, aber auch der einzige Song, der an anspruchslosen Schlager erinnert Note: 4.1

Ganz anders kommt dagegen der „Maharadscha“ Song daher! Eine erfrischende Musikkomposition paart sich mit einem intelligenten Text und durchaus auch feiner Kritik an der Männerkultur in Indien! Die eingängige, aber nicht aufdringliche Melodie eignet sich eigentlich perfekt für eine Singleauskoppelung Note: 1.5

Ich lieb Dich immer noch“ zeigt, dass eine Trennung manchmal nicht nur der verlassenen Person wehtut! Das Lied wirkt sehr eindringlich und berührt jeden, der eine harte Trennung schon einmal erlebt hat. Note: 2.0

Nach Aussagen der Plattenfirma Telamo soll das Lied “Eine richtige Frau“ das Gegenstück zu Grönemeyers Männersong sein. Wenn dem so ist, ist dies ordentlich schiefgegangen! Aufdringliche Musik mit wenig greifbaren Musikaussagen! Hier kann Frau und Mann getrost zum nächsten Song übergehen! Note: 5.0

Umso amüsanter ist „Goodbye Hollywood!„Ein bisschen stichelt Nicole hier gegen die Oberflächlichkeit der Filme aus Kalifornien, gleichzeitig bekennts sie aber auch, sich der Magie der Szene nicht ganz entziehen zu können. Note: 2.5

Voller Tempo und ganz und gar nicht gnadenlos naiv (wie der Titel vermuten lassen könnte) ist der tanzbare Song „Mein lieber Mann„. Ohne nervig oder besserwisserisch zu sein, erinnert die Künstlerin daran, dass Job und Geld nicht allesim Leben ist und selbst eine eventuelle Büroaffäre einen nicht vom Leben im Hier und Jetzt mit seiner Familie abhalten sollte! Note: 2.1

„Können wir nicht Fremde bleiben?“ ist nicht richtig Fleisch noch Fisch, doch die Botschaft kommt trotzdem an! Interessanter Sound! Note: 2.8

Heute ist das Leben mein Freund“ hat leichte Klänge von einem Weihnachtslied.Obwohl es keinen großen Tiefgang hat, wird es trotzdem nie langweilig oder platt! Ein Mutmach-Song für alle, die gerade im Tal des Lebens stecken! Note: 1.9

Gerne am Leben“ ist eine melancholische Ballade, die ans Herz geht! Note: 1.7

Dein ist mein ganzes Herz“ ist bereits ein Klassiker der deutschen Popmusik und die Eigeninterpretation dieser beiden doch unterschiedlichen Duettpartner funktioniert einwandfrei und schließt das Album perfekt ab! Note: 2.0

Von einigen Ausnahmen abgesehen, ist Nicole ihrem Anspruch, eine Mischung aus Chanson, Pop und Schlager abzuliefern, gerecht geworden. Viele Fans sehen die Covergestaltung kritisch, weil Photoshop-Nutzung bis zum Exzess einfach nicht zur Aussage des Titelsongs passt – das ist nicht glaubwürdig.

Nach unserer Kenntnis war eigentlich vorgesehen, das Album in der TV-Sendung „Willkommen bei Carmen Nebel“ vorzustellen – da war es aber offensichtlich wichtiger, Ella Endlich einzuladen – klar, Familie ist offenkundig dem Anschein nach wichtiger. So hat man die VÖ des Albums auf den 11. Oktober geschoben, und Nicole hat einige interessante TV-Auftritte – u. a. in der NDR-Talkshow und vor allem in der von Thomas Gottschalk moderierten „80er Show“, die am 26. Oktober ausgestrahlt wird.

Benjamin Wolfmeier



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MICHELLE begeistert 1600 Fans beim Tourauftakt in Gera 0

Es war ein besonderer Moment für viele Michelle Fans. Nach über zwei Jahren tourt sie wieder live mit Band durch Deutschland.

Bei Michelle weiß man nie, was einen erwartet. Die Künstlerin erfindet sich immer wieder neu, was sicherlich ein Grund ist, weshalb sie seit Jahren zur ersten Liga des deutschen Schlagers gehört. Es ist Punkt 20 Uhr als drei riesige LED Wände zu leuchten beginnen. Ein Intro, das in der heutigen Zeit seinesgleichen sucht, Spannung und Neugier werden geweckt, für den Bruchteil einer Sekunde ist Michelle zu sehen.

Und plötzlich steht sie da – Michelle – im Rampenlicht. Sie eröffnet ihre Show mit einem Song des neuen Albums. „Lass sie reden„, was könnte passender sein. Ihre Band hat sie völlig neu zusammengestellt. Jung und dynamisch könnte man die vier Jungs bezeichnen. Begleitet wird sie von einem Schlagzeug, Gitarre, E-Bass und Keyboards. Anscheinend musste man etwas Platz machen, denn auch vier Tänzer sind diesmal an Bord. Und die wirbeln sowohl Michelle als auch die Bühne ganz schön durcheinander.

Eine absolute Seltenheit in Michelles Live-Karriere ist die aktuelle Setlist. Zum ersten Mal seit fast 20 Jahren spielt sie wieder ihren ersten Single-Hit „Und heut Nacht will ich tanzen“ und nicht nur das. Auch „Erste Sehnsucht“ und der „Traumtänzerball“ finden zurück ins Repertoire. Überhaupt ist der erste Teil wie eine Reise in die Vergangenheit. Zwar finden auch neue Hits wie „Große Liebe“ ins Programm, dennoch dominiert die Jean-Frankfurter-Zeit.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Show. Die Band ist im Hintergrund, und Michelle steht oftmals allein auf weiter Flur. Sicherlich ist das so gewollt, und viele Interpretationen erinnern an ihre „Feste“-Auftritte. Aber Uwe Kanthak und sein „Michow-Concerts“-Team scheinen alles richtig gemacht zu haben, denn die Stimmung ist bombastisch. Das Publikum steht aber ab dem dritten Song, und Michelle feiert sich, die Menschen und den Abend.

Bei „Dein Püppchen tanzt nicht mehr“ ist die Halle endgültig am Beben. Nach der Pause geht es direkt rasant weiter. Noch bevor der erste Ton ertönt, steht Gera erneut Kopf und Michelle kann in „80 Küssen“ um die Welt reisen, auch „Ich tanz dich einfach weg“ findet den Weg vom neuen Album auf die Bühne.

Im Anschluss folgt ein akustischer Teil, wo es unter anderem in „Das Hotel in St. Germain“ geht. Auch beim Einlauf ins große Finale beweist Michelle ein glückliches Händchen und haut ihre Hits wie am Fließband raus. „Wer Liebe lebt“ bildet unter standing ovations das Ende des offiziellen Teils. Während sie im Zugabeteil ihren „Idiot“ im Publikum sucht, kommt Matthias Reim zu „Nicht verdient“ via Leinwand auf die Bühne. Zum Abschluss geht es nach „Paris„. Da das Publikum vehement Zugaben fordert, kommt Michelle trotz des bereits erscheinenden Lichts in der Halle nochmal hinaus und singt die Gänsehaut Ballade „Es gibt Dich„.

Unser Fazit: Das Showkonzept ist völlig neu, und Michelle mutet Ihren Fans einiges zu, da der Wandel zur „Dancing Queen“ ohne Vorankündigung kam. Wer sich darauf einlässt, wird einen fantastischen Abend erleben. Dennoch sei angemerkt: Ein bisschen trauern wir der „alten“ Band rund um Christoph Papendieck nach.

Foto: Anelia Janeva

NORMAN LANGEN präsentiert „Cordula Grün“ im Discofox-Style 0

Der Discofox-Spezialist Norman Langen (bzw. genauer gesagt seine Plattenfirma TELAMO) hat eine gute Idee gehabt – der Song, den der Österreicher Josh. ursprünglich zum Hit gemacht hat (wir haben früher als mancher TV-Show-Spezialist HIER auf die Qualitäten des Songs hingewiesen), kann nun auch die Clubs und damit die Foxtänzer der Nation begeistern. Norman hat eine tanzbare Version dieses Riesenhits erstellt – sehr zur Freude der tanzwütigen Fans.

Der Titel ist bereits am vergangenen Freitag erschienen und somit bereits auf den einschlägigen Downloadportalen erhältlich.