ARD Schlagerwelt

Kolumne: ARD setzt mit ARD Schlagerwelt auf Streaming – doch viele Schlagerfans bleiben auf der Strecke

BR Schlager, MDR Schlagerwelt und NDR Schlager verlassen DAB+ – Kolumne

Die ARD verkauft die neue „ARD Schlagerwelt“ als großen Schritt in die digitale Zukunft. In der offiziellen Ankündigung ist von einer „modernen Heimat“ für Schlagerfans, neuen Nutzungsmöglichkeiten und veränderten Mediengewohnheiten die Rede. Das neue Angebot soll die Inhalte von BR Schlager, MDR Schlagerwelt und NDR Schlager künftig unter einem gemeinsamen Dach in ARD Sounds bündeln und den Hörern zeit- und ortsunabhängigen Zugriff ermöglichen. Die Botschaft ist klar: Streaming soll der neue Standard für die Schlagerwelt der ARD werden.

Streaming ist nicht für alle die Lösung!

Doch genau an diesem Punkt beginnt die Diskussion. Denn mit dem geplanten Ausstieg von BR Schlager, MDR Schlagerwelt und NDR Schlager aus DAB+ verlieren viele Hörer ihren gewohnten Empfangsweg. Während die ARD vor allem die Chancen der Digitalisierung hervorhebt, fragen sich zahlreiche Schlagerfans, warum ein funktionierendes und beliebtes Angebot über DAB+ aufgegeben wird, zumal im Zusammenhang mit dem Abrasieren des Schlagers bei einstigen Erfolgssendern wie WDR4 ja DAB+ als perfekte Alternative angepriesen wurde, das ist noch gar nicht soo lange her.

Schlagerfans fühlen sich nicht mitgenommen

Vor allem ältere Menschen, die bewusst klassisches Radio hören und Streaming kaum oder gar nicht nutzen, fühlen sich von dieser Entscheidung ausgeschlossen. Der Schlagerexperte MARC LESCHIK wirft einen Blick auf die andere Seite der Medaille – die Perspektive derjenigen, die den digitalen Wandel nicht als Fortschritt, sondern als Verlust empfinden. Vielen Dank für die Abdruckgenehmigung seiner Sicht der Dinge.

MARC LESCHIK über die Implementierung der ARD Schlagerwelt bei ARD Sounds:

Die Entscheidung, die Schlagerwellen von BR, MDR und NDR ab 2027 nicht mehr über DAB+ auszustrahlen, ist für viele Hörerinnen und Hörer eine enttäuschende Entwicklung. Besonders betroffen sind ältere Menschen, die das Internet nur eingeschränkt nutzen oder sich bewusst für den unkomplizierten Radioempfang über DAB+ entschieden haben. Für sie bedeutet dieser Schritt, dass ein einfacher und vertrauter Empfangsweg wegfällt.

Vielfalt geht verloren

Hinzu kommt, dass die öffentlich-rechtlichen Schlagersender eine deutlich größere musikalische Vielfalt bieten als viele private Schlagerprogramme. Während private Sender oft hauptsächlich aktuelle Produktionen und eine vergleichsweise kleine Rotation spielen, reicht das Musikangebot von BR, MDR und NDR von Klassikern aus mehreren Jahrzehnten bis hin zu neuen Titeln. Gerade diese Mischung macht ihren besonderen Reiz aus. Natürlich entwickelt sich die Mediennutzung weiter, und Streaming sowie Internetradio gewinnen an Bedeutung.

Ein Schritt zurück nach vorn?

Dennoch sollte dabei nicht vergessen werden, dass klassische Empfangswege wie DAB+ für viele Menschen weiterhin wichtig sind. Aus Sicht vieler Hörer ist die Abschaltung daher kein Schritt nach vorn, sondern eher ein Schritt zurück. Sie schränkt die Zugänglichkeit eines vielfältigen Musikangebots ein und trifft insbesondere jene, die auf einen unkomplizierten Radioempfang angewiesen sind.

Logo: ARD

Danke an Marc Leschik für seinen interessanten Beitrag!

 

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