Inhaltsverzeichnis
NICOLE: „Meine Schätze“ – musikalisch stark, stimmlich nicht immer überzeugend
Am gestrigen Freitag, 18. September 2026, ist das neue Album von NICOLE erschienen. Mit „Meine Schätze“ blickt die ESC-Siegerin auf 45 Jahre ihrer musikalischen Karriere zurück und hat 15 persönliche Songperlen neu arrangiert und eingesungen. Dabei setzt sie unter anderem auf die Unterstützung des F.A.M.E.’S. Skopje Studio Orchestra sowie prominenter musikalischer Gäste.
Doch wie kommt das Album bei den Fans an? BENJAMIN WOLFMEIER, Gründer der nach unserer Meinung empfehlenswerten Facebook-Gruppe „Nicole aktuell“ hat sich intensiv mit den 15 Titeln beschäftigt und uns seine persönlichen Eindrücke zu „Meine Schätze“ geschildert. Sein Urteil fällt dabei durchaus zwiespältig aus: Musikalisch und instrumental überzeugt ihn das Album vielfach, bei einigen Interpretationen sieht er NICOLE allerdings stimmlich an ihre Grenzen kommen.
Musikalisch eine deutliche Steigerung
Rein musikalisch und instrumental ist das Werk aus seiner Sicht sehr gelungen und hebt sich positiv vom Vorgänger-Album „Carpe Diem“ ab, das seiner Meinung nach musikalisch sehr schlecht abgemischt und produziert wurde.
Das Hauptproblem von „Meine Schätze“ sieht BENJAMIN WOLFMEIER allerdings in der Auswahl der sogenannten Perlen. Für viele der ausgewählten Lieder habe NICOLE leider nicht mehr die Stimme, die sie früher hatte. Das könne zum Teil an ihrer Erkrankung liegen, sei aber auch dem Alter zuzuschreiben.
Mit anderen Titeln hätte das wunderschöne Orchester seiner Meinung nach noch besser zur Geltung kommen können. Gleichzeitig hätte NICOLE andere Songs stimmlich wesentlich besser neu interpretieren können. Hier seine CD-Kritik:
—
CD-Kritik: NICOLE: „Meine Schätze“ – musikalisch stark, stimmlich nicht immer überzeugend
Das neue und mittlerweile 31. Album von NICOLE ist durchaus zwiespältig zu betrachten. Rein musikalisch und instrumental ist das Werk sehr gelungen und hebt sich damit ausgesprochen positiv von „Carpe Diem“ ab, das musikalisch teilweise sehr schlecht abgemischt und produziert wurde.
Das Hauptproblem von „Meine Schätze“ liegt allerdings in der Auswahl der sogenannten Perlen. Für viele der ausgewählten Lieder hat NICOLE leider nicht mehr die Stimme, die sie früher hatte. Das mag teilweise mit ihrer Erkrankung zusammenhängen, ist aber sicherlich auch dem Alter geschuldet.
Mit einer anderen Titelauswahl hätte das wunderschöne Orchester noch besser zur Geltung kommen können. Gleichzeitig hätte NICOLE einige andere Songs stimmlich deutlich besser neu interpretieren können.
1. „So viele Lieder sind in mir“
Zunächst einmal gibt es bereits eine sehr gelungene Neuaufnahme des Titels. Johnny Logan und Nino de Angelo eignen sich allerdings überhaupt nicht für dieses Lied – oder das Lied eignet sich schlicht nicht für ein Trio.
2. „Wir sehn uns im Himmel“
Musikalisch ist diese Version wesentlich besser als das Original und auch stimmlich gut gelungen.
3. „Papillon“
Die große musikalische Überraschung auf diesem Album! Sowohl musikalisch als auch stimmlich ist der Titel perfekt ausgearbeitet.
4. „Ich hab dich doch lieb“
Diesen großen Hit so zu interpretieren, ist sehr bedauerlich. Die Stimme von Heinz-Rudolf Kunze harmoniert überhaupt nicht mit dem Song. Seine Einsätze wurden zudem viel zu clean hineingeschnitten und wirken dadurch unecht.
5. „Mehr als ein bisschen Frieden“
Leider reicht diese Version nicht an das Original heran. Abgesehen davon, dass es stimmlich wirklich nicht überzeugend klingt, ist auch der neue Musiktakt viel zu hektisch.
6. „In deinen Augen“
Ein sehr gelungenes Remake, das wesentlich harmonischer als das Original wirkt.
7. „And I Love You So“
Diesen wunderschönen Klassiker hatte NICOLE bei ihren Unplugged-Konzerten bereits zum Besten gegeben. Sie hätte den Titel vielleicht lieber damals aufnehmen sollen.
Leider schafft ihre Stimme inzwischen nicht mehr alle Töne dieses Songs. Auch ein noch so großartiges Orchester kann das letztlich nicht vollständig ausgleichen.
8. „Die Großen lässt man laufen“
NICOLE hatte hörbar Spaß daran, diesen Titel mit dem Orchester aufzunehmen. Mit der Aufnahme aus den 90er-Jahren ist die neue Version allerdings nicht vergleichbar.
9. „Sag mir, wo die Blumen sind“
Eine perfekte Ballade, die hervorragend zur tiefer beziehungsweise dunkler gewordenen Stimme von NICOLE passt. Dazu bekommt der Titel einen perfekten musikalischen Mantel.
10. „Ich will mehr“
Der leider einzige neue Song von NICOLE auf diesem Best-of-Album im neuen Gewand. Sowohl textlich als auch stimmlich und musikalisch ist der Titel sehr gelungen.
11. „Song for the World“
Dieser bis heute sehr beliebte Hit hat die Neuinterpretation gut überstanden. Anders als bei „So viele Lieder sind in mir“ wurden die Stellen, die NICOLE stimmlich nicht mehr erreicht, geschickt vom Straßenmusiker-Duo LinaBó übernommen, ohne dabei wie ein Fremdkörper zu wirken.
12. „Flieg nicht so, mein kleiner Freund“
Mit dieser Neuauflage haben NICOLE und ihr Team sich keinen Gefallen getan. Es gibt bereits eine wesentlich schönere und bessere Neuversion dieses Liedes.
13. „Allein in Griechenland“
Besser als zu befürchten war. Auch das Wellenartige gelingt sowohl NICOLE als auch MICKIE KRAUSE ganz gut.
14. „Ein bisschen Frieden“
Da es bereits sieben Varianten ihres ESC-Erfolges gibt, stellt sich durchaus die Frage, ob es tatsächlich noch einer achten Version bedurfte. Der Kinderchor am Ende ist allerdings schön anzuhören.
15. „Ich hab Dich geliebt“
Musikalisch besser als das Original, stimmlich leider eher schwach.
Fazit
„Meine Schätze“ ist damit ein Album mit deutlichen Licht- und Schattenseiten. Das Orchester ist eine große Stärke der Produktion und verleiht vielen Titeln einen neuen musikalischen Glanz. Bei der Auswahl der Songs wäre allerdings weniger möglicherweise mehr gewesen. Einige der ausgewählten Klassiker bringen NICOLE stimmlich an Grenzen, während andere Titel eindrucksvoll zeigen, dass ihre heute dunklere und tiefere Stimme durchaus neue Facetten besitzt.
Quelle: BENJAMIN WOLFMEIER – herzlichen Dank!











