Howard Carpendale

HOWARD CARPENDALE: Bericht zum Abschiedskonzert in Hamburg

Howard Carpendale: Hello again and again and again

von Sina Worm

Wenn Howard Carpendale von Abschied spricht, dann weiß man: Er meint es nicht so. Denn auch wenn er in Hamburg an diesem 18. April zum Finale seiner letzten großen Tour bläst – es ist ein Abschied mit Zugabe, denn im Sommer verlängert er seine Konzerte um einige Open Airs.

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Der Abend in der Barclays-Arena ist eine Mischung aus Titeln des letzten Albums „Let’s do it again“, aus bekannten Songs seiner Karriere und den ganz großen Hits. Das Line up ist ohne Brüche, Carpendale schafft den Stimmungswechsel zwischen Balladen und schnelleren Songs, mit denen er seinen Fans die Beats auf die Ohren knallt. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Bis auf den Titel „Emotionen“ holt er keine weiteren Songs vom Nr.1-Album „ZEITLOS“.

Duette mochte er nie besonders, sagt er, aber für seinen Sohn Wayne macht er eine Ausnahme. Beide drehen manchmal lustige Instagram-Videos und singen auf der Tour erstmals zusammen, einen Titel von Ben E. King, „Stand by me“. Ohne ein paar rührende Worte an den Vater geht Wayne nicht von der Bühne, aber es ist okay an diesem vorerst letzten Abend. Ansonsten kalauert sich Carpendale mit ein paar Witzchen durchs Programm. Kommunikation mit dem Publikum nennt er das, er will ein bisschen reden mit den Leuten, als Entertainer macht man das so.

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Die Rhein-Neckar-Zeitung nannte ihn unlängst eine „Ikone der heilen Welt“. Tatsächlich ist Howard Carpendale groß geworden in der „goldenen Zeit“ der ZDF-Hitparade, als man Autogramme noch mit einer Postkarte anfragen musste. Für manche bleibt er der ewige „Howie“ mit Fönwelle, aber die meisten goutieren schon lange, dass er in der Branche eine Klasse für sich ist. Der Abend geht ohne rührseligen Abschiedsschmerz zu Ende. Carpendale zieht professionell durch.

Nur als die Band inmitten der Zugaben zwei Schilder ins Publikum hält mit einer Liebeserklärung an ihren Chef („We love you Howard“) und angelehnt an Steve Wonder „We just called to say we love you“ ansingt, da wischt er sich einmal über die Augen, aber das waren bestimmt nur die Scheinwerfer, die ihn geblendet haben.

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Howard Carpendale erzählt, er habe in Deutschland 25 Tourneen gespielt und etwa 700 Titel aufgenommen. Er will, das sagt er noch, mit einer En Suite-Produktion weitermachen, am liebsten im CCH in Hamburg. Er will ein bisschen Las Vegas nach Deutschland holen und dort an mehreren Abenden hintereinander auftreten. Carpendale ist im Januar 80 geworden. 80 Jahre Leben, 60 Jahre Bühne. Es gibt da diesen einen Titel von ihm, “Lebenslänglich“, aus dem Jahr 1970. Nie wurde ein Urteil so gern vollstreckt. Es lautet: Lebenslänglich Carpendale.

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Text: Sina Worm
Fotos (vom Konzert in Nürnberg): Reinhard Zichy

 

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