Costa Cordalis: Ausführliche Schlagerprofis.de-Biografie 0

Am 01.05.1944 kam in einem griechischen Gebirgsdorf in der Nähe von Athen namens Elatia Kostantinos Koriatis als Sohn eines als Griechen (Lucas) und einer Russin (Angeliki) zur Welt. Der Vater von „Costa“ fand in seinem Beruf keine Arbeit und sorgte daher u. a. als Musiker für den Lebensunterhalt seiner Familie. Als Alleinunterhalter tingelte er durch die Lande. Schon schnell lernte der Junior daher Instrumente wie Bouzouki, Klavier und Posaune.

 

Bis zum 10. Lebensjahr lebte der griechische Sänger in seiner geliebten Geburtsstadt. In diesen Jahren mussten seine Eltern mühsam mit Feldarbeit ihren Lebensunterhalt (und den der Familie) bestreiten. 1954 fand dann Costas Vater eine Stelle als Elektro-Ingenieur in Livadia. Familie Cordalis zog dorthin um – zu Costas Leidwesen. Dort besuchte er das Gymnasium.

 

Schon früh bemerkte er sein musikalisches Talent, so begann er bereits mit sieben Jahren, Gitarre zu spielen. Autodidaktisch brachte er sich das Instrument selbst zu spielen bei. Im Alter von 14 Jahren nahm er erstmals an einem Gesangswettbewerb in Athen teil – vor großem Publikum sang der den Cliff-Richard-Hit „Dynamite“.

 

Im Alter von 19 Jahren verschlug es ihn (der Legende nach mit der Gitarre als Reisegepäck) nach Deutschland, wo er sich mit griechischer Folklore durchgeschlagen hat. Schon von Kindesbeinen an interessierte ihn die deutsche Dichtung (Goethe und Schiller) und Musik (Beethoven, Mozart). Die Familie – Eltern und seine Schwester Falitsa – war alles andere als begeistert.

 

Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, trat er in Frankfurter Kneipen und Bars auf. Es begann mit einem Engagement in der Frankfurter „Cabana“-Bar, bei der er sich auf der Gitarre selbst beim Gesang griechischer Folklore begleitete. Dort lernte er Hans Rolf Rippert kennen, der als „Ivan Rebroff“ bereits recht bekannt war, der fortan ein wichtiger Förderer Costas wurde. Der Einfachheit halber gab Costa sich den im deutschen Sprachraum leichter auszusprechenden Namen „Costa Cordalis“, was naheliegend war: „Costa“ heißt im lateinischen „Rippe“ – kein Wunder, dass Herr RIPPErt für diesen Vornamen plädierte. Die weitere Übersetzung sparen wir uns lieber ;-). Jedenfalls sorgte Rebroff dafür, dass es so etwas wie einen Gegenpol zum sonstigen Umgang Cordalis‘ geben sollte, der sich ansonsten ja in zwielichtigen Bars und durchaus auch im Rotlicht-Milieu tummelte, so dass dieser sich zumindest tagsüber um sein Studium kümmerte.

 

Rebroff vermittelte Costa an ein Schwulenlokal „Binger Loch“, wo der Grieche sehr gut ankam, so dass Ivan Rebroff seinen Kumpel guten Gewissens an einen etablierten Club „Pferdestall“ weitervermitteln konnte, der zum „Forsthaus Gravenbruch“ (bei Frankfurt) gehörte. Dort trat er mit dem Pianisten Roland Schneider auf. Das dortige Engagement zahlte sich gleich mehrfach aus: Endlich hatte Costa ein geregeltes Einkommen, und sein Pianist Roland Schneider vermittelte ihn wegen seiner Fähigkeit, Elvis Presley zu imitieren, dem Plattenboss der Bellaphon, Branko Zivanovic. Der Plattendeal wurde tatsächlich gemacht.

 

Costas im Herbst 1965 erschienene erste Single wurde immerhin ein Achtungserfolg: Der renommierte Textdichter Hans Bradtke textete die deutsche Version des Elvis- bzw. Bobby Solo-Hits „Crying In the Chapel“ und machte daraus „Tränen in den Augen“. Imposant ist übrigens, dass auf Costas erster Single die B-Seite von niemand geringerem als Ralph Maria Siegel getextet wurde („Dich hab ich geliebt“, die deutsche Version eines Chansons von Jean Claude Pascal). Mit seiner Debutsingle kam er auf einen guten 32. Platz der deutschen Verkaufs-Charts, was umso bemerkenswerter ist, als viele Jahre vorher ja bereits Wolfgang Sauer mit diesem Lied einen großen Hit erzielte.

 

Mit diesem ersten Erfolg – die Single wurde 80.000 mal verkauft – kam es auch zum ersten TV-Auftritt in der ZDF-Drehscheibe.

 

Parallel zu seinen musikalischen Aktivitäten machte Costa sein Abitur am Goethe-Institut in Frankfurt. Er begann anschließend ein Philosophie- und Germanistik-Studium, schrieb sich aber kurze Zeit später bei der Frankfurter Musikhochschule ein, wo er fünf Jahre lang ausgebildet wurde. Er belegte dort die Fächer Musik (Gesang, Komposition, Sprechtechnik) und Ballett.

 

Musikalisch folgten eine ganze Reihe weiterer bei Bellaphon erschienener Singles, die nicht wirklich erfolgreich waren, zum Beispiel „Sag warum?“ (1966) und „So schön wird’s nie mehr wieder sein“ (1967; vom damals recht bekannten Produzenten Conny Scheffel komponiert; Text: Kurt Hertha).

 

Unter der Produktion Roland Schneiders entstand dann auch „C.C.“s, wie Costa Cordalis von Dieter Thomas Heck angesichts der Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachnamen „getauft“ wurde, erste Langspielplatte „Folklore der Welt“. In einem Brief wandte sich Costa seinerzeit wie folgt an seine Fans: „Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie glücklich ich bin, meine erste Langspielplatte gemacht zu haben. Was mich am meisten freut und natürlich auch mit einem gewissen Stolz erfüllt, ist die Tatsache, dass ich alles auf der Platte Dargebotene selbst gesungen, gespielt und gesprochen habe und somit in der Lage war, meine Empfindungen erschöpfend zum Ausdruck zu bringen“. Es folgt ein Dankeschön an den aus Tonmeister Torsten Wintermeier und das Studio Pfalzgraf/Walldorf bestehenden Stab. – Trotz des Anspruchs und der Vielseitigkeit dieser ersten LP wurde die Produktion so gut wie nicht wahrgenommen.

 

Noch im gleichen Jahr, 1967, veröffentlichte Costa Cordalis dann seine erste und zugleich letzte Single bei Decca: „Ich hab Dir alles längst verzieh’n“. Schon die Namen der Songschreiber sind Hochkaräter: Lothar Olias war insbesondere mit Freddy Quinn sehr erfolgreich, Erik Wallnau (bürgerlich Erich Hans Schäfer) textete den Riesenhit „Elisabeth Serenade“. Imposant: Genau diese beiden schrieben auch die allererste Single von Udo Jürgens („Es waren weiße Chrysanthmen“). Ganz besonders spannend ist aber der Name des Produzenten der Single: der Frankfurter Erich Ließmann produzierte erstmals ein Stück für den Griechen und verwendete schon damals dabei seinen passenden Künstlernamen Jean Frankfurter. Der Song floppte zwar, aber Jahre später würden die beiden weit erfolgreicher zusammen arbeiten – dazu später mehr.

 

In jenem Jahr wurde aber ein weiterer wichtiger „Vertrag“ unterschrieben: Am 24.06.1967 heiratete Costa seine Ingrid, die von ihm schwanger war. Auch hier spielte Mentor Ivan Rebroff eine Rolle: Durch ihn lernte der Grieche das „Fräulein Ingrid Pohl“ kennen. Sohn Lucas kam am 07.08.1967 zur Welt.

 

Ein weiteres Highlight 1967 waren Costas erste Gastspiele in der damaligen DDR. Er war dort gut angesehen und ein gern gesehener Gast in TV-Shows wie „Ein Kessel Buntes“ und „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“.

 

Kurioserweise folgten dann noch einige Bellaphon-Veröffentlichungen, die dem Griechen nicht zum Durchbruch verhalfen: 1968 beispielsweise bemühte sich Costa um die Teilnahme am Deutschen Schlager-Wettbewerb. Der Modus sah damals vor, dass aus den eingereichten 495 Liedern zunächst von einer Jury 26 Titel ausgewählt wurden, aus denen sich dann 12 Titel für eine große TV-Show qualifizieren sollten. Costas Lied „Der Vorhang geht auf“ kam immerhin unter die besten 26 Titel, schaffte es aber nicht in die TV-Show. Der Titel wurde dann als B-Seite für die von Roland Schneider und Kurt Hertha geschriebene Single „Morgen wird alles vorbei sein“ gewählt, auf dessen Cover Costa wie der Prototyp des Playmobil-Männchens aussieht.

 

Mit den 1969er-Singles „Sansibar“ (auf dem Cover gibt Costa erneut das Playmobil-Männchen) und „Die große Liebe“ (Musik: Karl Götz, der mit „Tanze mit mir in den Morgen“ große Erfolge feierte; Text: Kurt Hertha) endete dann die Bellaphon-Ära recht ernüchternd. Dennoch musste er sich von seinem für ihn sehr (vorsichtig formuliert) „ungünstigen“ Vertrag freikaufen, weil der auf Lebenszeit angelegt war. Für DM 5.000,– ließ die Bellaphon ihn ziehen.

 

Anfang 1970 wurde Costa für eine französische TV-Show entdeckt: Er wurde als „Sänger mit der Maske“ populär. Insgesamt 22 mal trat er maskiert innerhalb von fünf Monaten in der populären Fernsehsendung „Tele Dimanche“ auf und sang jeweils ein Lied in einer anderen Sprache. Die Zuschauer warteten auf „Demaskierung“ – als diese erfolgte, war Costa populär genug, um mit Ivan Rebroff und Mireille Mathieu in Frankreich auf Tournee zu gehen.

 

Vielleicht leicht beeinflusst von seinem Kumpel Ivan Rebroff, der dort ja schon unter Vertrag war, unterzeichnete Costa Cordalis 1970 einen Vertrag mit der ebenfalls in Frankfurt ansässigen CBS. Neuer Produzent wurde Rudi Bauer. Die erste dort erschienene Single, „Lady Barbara“, war die deutsche Version eines gleichnamigen italienischen Hits. Den Text schrieb der junge Ralph Siegel, der außerdem noch die Melodie der B-Seite komponierte – der Durchbruch ließ allerdings noch auf sich warten.

 

Die Nachfolge-Single „Ich öffne Dir die Tür zum großen Glück“, war… gleich wieder ein Flop, obwohl der Textdichter des Liedes kein geringerer als Dieter Thomas Heck ist.

 

Danach durfte Costa erstmals an einer seiner Veröffentlichungen selber mitschreiben. Neben anderen sehr bekannten Branchenleuten (u. a. Michael Reinecke und Joe Menke) schrieb er den Titel „Helena“ für sich, in dem es nicht um die Sagenfigur, sondern um eine schöne Dame ging.

 

Mit dem neuen Coproduzenten Jean Frankfurter ging es dann rapide aufwärts: Das von Costa selbst geschriebene Lied „Und die Sonne ist heiß“ (Text: Kurt Hertha) wurde am 17.07.1971 in der ZDF-Hitparade vorgestellt und verhalf dem Griechen zum erneuten Durchbruch – im August kam das Lied für 7 Wochen in die deutschen Charts und konnte sich zwei mal in Dieter Thomas Hecks Kult-Sendung platzieren. Es wurde sogar eine spanische Version von der Nummer produziert („Cuando el sol se va“), was vermutlich daran liegt, dass Costa diesen Song bei einem Liederfestival präsentierte – er qualifizierte sich für das Schlagerfestival in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota und belegte dort mit seinem „Sonne“-Song den zweiten Platz von 36 Teilnehmern.

 

Allerdings konnte sich der Nachfolgesong, die deutsche Version des Songs von David Alexandre Winter „Vole s’Envole“, aus dem Textdichter Günter LooseLebe Dein Leben“ machte, nicht ansatzweise durchsetzen. Es handelte sich allerdings auch um die bereits dritte Auskopplung aus Costas erstem CBS-Album „Ich träume manchmal von Athen“. Die 1970 aufgenommene Nummer wurde im Sommer 1971 „auf Wunsch von Discjockeys“ als Single ausgekoppelt.

 

Die Bellaphon witterte ein Geschäft und brachte die „Tränen in den Augen“-Single 1972 noch mal als Wiederveröffentlichung raus – diese Idee war aber ähnlich wenig originell wie die, Costa die deutsche Version des George Baker Selection-Songs „Mama Oh Mama“ singen zu lassen. Der Song kam zwar in den Niederlanden gut an (Top 10), aber schon die Original-Version konnte in Deutschland keinen Blumentopf gewinnen. Die für Costa Cordalis von Hans-Ulrich Weigel getextete deutsche Version, „Mona oh Mona“, sorgte dann für ähnlich „viel“ Aufsehen. Vielleicht hätte man besser die B-Seite der Single, eine Neuaufnahme von Nana Mouskouris „Weiße Rosen aus Athen“, als A-Seite hervorheben sollen.

 

Ungefähr ein Jahr nach seinem ersten ZDF-Hitparaden-Auftritt durfte Costa erneut in Berlin auftreten. Der Song „Es wird schon weitergeh’n“ war wörtlich zu nehmen – eine kurze Top-50-Notiz war damit immerhin wieder drin. Rudi Bauer, der schon für Alexandra „Sehnsucht“ komponierte, schrieb die Musik zu Kurt Herthas Text.

 

Ende 1972 konnte erneut mit „Unbekanntes Mädchen“ eine einwöchige Charts-Notiz mit erreicht werden. Den Text zu diesem erneut von Rudi Bauer geschriebenen Schlager verfasste Fred Weyrich, der ja auch eng mit Alexandra verbandelt war.

 

Vielleicht hieß das unbekannte Mädchen ja „Maria, Maria“. Mit genau diesem von Fred Weyrich produzierten Lied beteiligte Costa sich am 19.10.1972 am letzten „Grand Prix RTL International“, einem von RTL veranstalteten Musik-Wettbewerb, der zwischen 1970 und 1972 auch vom ZDF ausgestrahlt wurde. Einen „Blumentopf gewinnen“ konnte der Grieche mit seinem Song zwar nicht, aber immerhin soll es von der Jury „anerkennende Worte“ gegeben haben.

 

Der nächste Titel war wieder ein eigener Titel, den Costa gemeinsam mit „Percy Palmer“ und „Richard Thomssen“ schrieb – wer immer sich hinter diesen Pseudonymen verbirgt. Die Plattenfirma kündigte jedenfalls damals an: „Costa Cordalis, Deutschlands ‚schönster Grieche‘, diesmal doppelt in eigener Sache. Beide Seiten seiner neuen Single hat er selbst komponiert“. Der Titel „SOS“ konnte sich gleich doppelt in der ZDF-Hitparade platzieren (jeweils 2. Platz) und erreichte auch die deutschen Single-Charts. Interessant ist auch, dass auf dieser Single Costas langjähriger Weggefährte Roland Schneider als Arrangeur erwähnt wird.

 

Am 19. September 1973 beteiligte sich Costa Cordalis am „Deutschen Schlagerwettbewerb 1973“ mit seinem von Ralph Siegel und Kurt Hertha geschriebenen Song „Carolina komm‘“. Der an die „deutschen Schlagerfestspiele“ angelehnte Wettbewerb des Jahrgangs ist gleich mehrfach als historisch anzusehen – es war das erste mal, dass alle Lieder im Vollplayback vorgetragen wurden und das über viele Jahre hinaus letzte mal, dass ein Wettbewerb dieser Art stattfand (- ob zwischen diesen beiden Fakten ein kausaler Zusammenhang besteht, entzieht sich meiner Kenntnis -). Historisch ist auch, dass das Siegerlied („Das Lied“ von Olivia Molina) ein kolossaler Flop wird – das ist erst recht bemerkenswert, wenn man sich Siegerlieder von Schlager-Wettbewerben dieser Art von früheren Jahren ansieht wie „Das schöne Mädchen von Seite 1“, „Liebeskummer lohnt sich nicht“ und „Ich will ‘nen Cowboy als Mann“.

 

Zurück zu Costa: Der hätte auch mit dem von ihm interpretierten Lied „Zigeunerleid“ beim Wettbewerb auftreten sollen – der Song wurde aber disqualifiziert. „Carolina komm‘“ kam von 12 Teilnehmern auf einen 8. Platz. Nicht immer sind Meinung einer 12-köpfigen Jury gleichzusetzen mit der des Gesamt-Publikums: Mit dem „Carolina“-Song erreichte Costa den bis dato größten Hit seiner Karriere. Das Lied kam in die Top-20 der Verkaufscharts und war zwei mal auf Platz 1 der ZDF-Hitparade. Kurios ist übrigens die Angabe der Autoren auf der Single: Dort steht „Kurt Hertha / Ralph Siegel.“ Nach dem „ungeschriebenen Gesetz“, dass bei diesen Angaben zuerst der Komponist und dann der Textdichter anzugeben ist, wäre Kurt Hertha Komponist des Liedes – ähnlich wird das bei einigen CD-Compilations dann auch so angegeben.

 

Zu dem Song gibt es eine weitere Anekdote: Für die TV-Sendung „Anneliese Rothenbergers wurden am 04.01.1974 auf Teneriffa Außenaufnahmen gedreht. Costa stürzte schwer von einer Klippe – es kam u. a. zu einem doppelten Beinbruch. Noch im gleichen Monat trat Costa in der ZDF-Hitparade an – und zwar mit Gipsbein und Gipsarm. Früher waren die Schlagersänger halt noch aus Stahl – heutzutage werden (ausgerechnet auch noch von der selbsternannten „Faust des Schlagers“) wegen eines Handbruchs gleich massenweise Auftritte abgesagt.

 

Mit dem Nachfolgesong gelang Costa das seltene Kunststück, den Erfolg in ähnlicher Dimension zu wiederholen. Diesmal war es sogar eine Eigenkomposition, die von Jean Frankfurter, der heute ja eher als Komponist in Erscheinung tritt, getextet wurde: Bei „Steig in das Boot heute Nacht, Anna-Lena“ handelte es sich um eine echte Gemeinschaftsproduktion der beiden – produziert wurde der Song von Costa, arrangiert von Jean Frankfurter. Die originelle Idee, eine junge Dame zu bitten, in ein Boot zu steigen, wurde mit einem erneuten doppelten Platz 1 der ZDF-Hitparade und einem erneuten Top-20-Verkaufserfolg belohnt. – „Schön muss es sein, Dich zu lieben – in der Nacht, wenn Apollo erwacht“ – würde die Angebetete nicht Anna-Lena, sondern Wencke heißen, könnte man mutmaßen, dass es sich bei dem Boot um ein knallrotes Gummiboot handeln könnte. – Dieser Song war der Europawelle Saar im Folgejahr übrigens eine „Goldene Europa“ wert.

 

Zum Ende des Jahres 1974 wurde Costa wieder etwas romantischer. Mit dem erneut von ihm komponierten und diesmal von Günther Behrle getexteten „Santa Marina del Mare, Adieu“ war er zwar immer noch erfolgreich, der Song schlug aber nicht so ein wie seine beiden Vorgänger – vielleicht, weil Costa damit überraschenderweise NICHT in Hecks Hitparade zu Gast war. Übrigens – in einigen Quellen ist übrigens von „Santa Maria del Mare..“ die Rede – „Santa Maria“ sollte aber erst später zu einem Riesen-Hit werden – allerdings nicht von „CC“. Diese Abkürzung – „CC“ prägte übrigens Dieter Thomas Heck.

 

Zurück bei Heck in dessen Hitparade, ging es auch zurück in die Top-20: Mit der vor etwas über 40 Jahren erschienenen laut Plattenfirma „rhythmischen Nummer(!) mit leichtem Griechen-Touch“ „Es stieg ein Engel vom Olymp“ eroberte Costa erneut den Schlager-Olymp. Nachdem wir in der Folge über Katja Ebstein ja das Wort „Melisma“ kennengelernt haben, können wir es nun auch anwenden: davon macht Textdichter Jean Frankfurter reichlich Gebrauch: „Der Himmel drückt ein Auge zu-uh-uh-uh…“ oder „..und ging an mir vorbei-ei-ei-ei“. Ungewöhnlich ist auch die diesmal unverblümt ausgesprochene Erotik in dem Schlager: „hab‘ an das eine nur gedacht“ – fehlt nur noch der Hinweis, mit welchem Körperteil der gute Costa in dem Moment „gedacht“ hat J… – Anzumerken ist, dass der Grieche schon im Mai Bestandteil dieser Serie hätte sein müssen, aber nach Demis Roussos, Vicky Leandros und Nana Mouskouri wurde Costa Cordalis etwas nach hinten geschoben. Der hier genannte Song war allerdings auch im August 1975 noch in den deutschen Charts vertreten.

 

Mit seinem zweiten Song des Jahres 1975 wurde Costa wieder etwas romantischer. Die von Charly Niessen getextete und Dieter Zimmermann komponierte Single „Shangri-La“ war nach längerer Zeit mal wieder ein echter Hit mit leisen Tönen. Mit Zimmermann arbeitete Costa übrigens noch ein paar Jahre zusammen. Der Komponist und Produzent verstarb leider bereits sehr jung im Jahr 1978.

 

In kleiner Auflage erschien gegen Ende des Jahres 1975 noch Costas Version des Elivs-Hits „Love Me Tender“ als Single.

 

Ins Jahr 1976 startete Costa Cordalis wieder mit einer Eigenkomposition – diesmal mit einem Text von Michael Kunze: „Die Blumen der Nacht“. Blumig waren auch die Worte, die die Plattenfirma anlässlich der Single-Veröffentlichtung fand: „Ein Lied von internationalem Format. Dazu ein Text, so gefühlvoll und erregend wie Costas unverwechselbare Stimme. Ein Text, wie ihn nur Michael Kunze schreiben konnte. Cordalis spricht mit ‚Die Blumen der Nacht‘ ein breiteres Publikum als je zuvor an.Das Produkt eines Song-Schreibers, dessen Karriere von Festivals rund um den Globus, von TV-Show-Serien überall in Europa und von einem Titel-Repertoire in über zwanzig Sprachen geprägt wurde.“ Fazit: Costas Stimme ist erregend und sei Publikum „breit“ – sieh an. Jedenfalls passt das zum Thema des Songs, in dem in buchstäblich „blumigen“ Worten ein One-Night-Stand beschrieben wird: „Die Blumen der Nacht – werden morgen verblüht sein – und Du wirst weinen über das, was geschah“. Cordalis schließt mit einer Warunung an die Damenwelt, seiner „erregenden“ Stimme nich zu sehr zu verfallen: „Darum nimm Dich acht – vor den Blumen der Nacht“.

 

Im Spätsommer 1976 produzierte Costa Cordalis dann den Hit seines Lebens, der bis heute ein Evergreen ist, den nicht nur jeder Schlagerfreund kennt: „Anita“. Kurz vor Beginn seiner ersten großen Deutschladndtour, die am 10. November 1976 im Wittener Saalbau startete, veröffentlichte er diese aus der Erfolgs-LP „Ich geh‘ durch Deine Straße“ ausgekoppelte von ihm selbst komponierte und von Jean Frankfurter getextete Single. Dabei musst er mit der „fröhlichen und rhythmischen Eigenkomposition“ (O-Ton Plattenfirma) dicke Bretter durchbohren, weil der damalige Plattenboss Rudi Wolpert nicht überzeugt von der Nummer war, Costa aber schon, sangen doch seine Kinder Lucas und Kiki diesen Song fröhlich zu Hause mit. Angeblich sind die beiden übrigens auch im Backgroundchor auf der Single zu hören. Kiki muss dabei wohl ein Wunderkind sein, weil sie lt. Cordalis‘ offizieller Webseite seinerzeit erst 3 Jahre alt war – und wer würde jemals solche Alters-Angaben in Frage stellen? …

 

Genau in dieser Zeit wurde der Plattenvertrag zwischen Costa und der CBS verlängert, und Rudi Wolpert, der „diverse Mitbewerber beim Rennen um den Vertragsabschluss schlug“, war natürlich an einem Hit von Format gelegen. Zielsetzung war, den „Sänger und Songschreiber Cordalis über die Grenzen Europas hinaus den Markt zu öffnen“. Letztlich konnten sich aber Costa und Co-Produzent Jean Frankfurter (und Costas Kinder) durchsetzen und damit den Riesen-Erfolg möglich machen: Der Kult-Schlager ist Costas erster (und einziger) Top-10-Hit in Deutschland und platzierte sich auch in Österreich und der Schweiz ausgesprochen gut. Sogar in den Niederlanden ging es in die Top-10. Selbstverständlich wurde erneut zwei mal die „Spitzenposition“ in Hecks Hitparade erreicht. Ein Indiz für den Erfolg ist, dass das Lied auch in mehreren weiteren Sprachen von Costa aufgenommen wurde, nämlich in spanischer und französischer Sprache.

 

Der Schlager hatte übrigens nachhaltige Folgen für die Schlager-Szene: Anita Hofmann (von den Geschwistern Hofmann) wurde nach genau der von Costa besungenen Anita benannt.

1977 war Costa auf dem Zenit seines Erfolgs. Er erhielt vom ZDF seine erste eigene Fernsehshow, bei der sage und schreibe 15 Millionen Zuschauer einschalteten (ein Gast der Show war übrigens Costas Landsmännin Vicky Leandros) – dabei war Costa nur „zweite Wahl“ für die Show – eigentlich wollte man Karel Gott verpflichten. Der erhielt damals von der tschechischen Regierung dafür keine Erlaubnis.

 

An diesen Erfolg anzuknüpfen, war eine echte Herausforderung, wie auch die CBS damals konstatierte: „So süß der Erfolg auch schmecken mag – er schmilzt dahin, wenn er nicht untermauert wird. Darum schrieb Costa Cordalis seinen neuen Song wieder selbst:Die süßen Trauben hängen hoch‘“. Der Text stammte erneut von Jean Frankfurter, Co-Produzent war diesmal Dieter Zimmermann. Die Rechnung ging halb auf, halb aber auch nicht – immerhin gelang ein schöner Top-20-Hit – vielleicht wäre der Schlager noch erfolgreicher gewesen, wenn er in der ZDF-Hitparade vorgestellt worden wäre. Vielleicht war dem Heck der Text zu schlüpfrig? „Ein Mädchen wird einmal zur Frau – die süßen Früchte hängen hoch“ – nur wenige Jahre später hatte Roland Kaiser mit fast identischer Formulierung mit dem gerade schon erwähnten Song „Santa Maria“ einen echten Hit.

 

Ende 1977 ging es erneut auf 40-Tage-Tournee – dazu wurde ein neuer Hit ersonnen: „Don Pedro (Ein Küsschen in Ehren…“ zielte auf den Mitsing-Faktor ab. Erneut schrieb Costa seinen Hit selber, getextet wurde der Song von einem gewissen „Bobby Fray“ (bürgerlich Robert Bergmann) der sich die Fray- ääh, Freiheit nahm, folgenden Text zu ersinnen: „Abbe-buhle-abbe-buuhle-abbe-buuuhle-abbe-baaaaahhhh!!!“ – Zitatende. Der Song ist eine Auskopplung aus der LP „Ich zeige Dir das Paradies“, die diesmal von einem anderen Produzententeam produziert wurde, nämlich von Roland Heck und dem im vergangenen Jahr leider verstorbenen Gerd Köthe, die kurze Zeit später große Erfolge mit Ricky King-Instrumental-LPs haben sollten. Ricky King war übrigens ursprünglich Gitarrist in Costa Cordalis‘ Tournee-Begleitband „Hit Kids“. Der Song tauchte drei mal in der ZDF-Hitparade auf (u. a. in der 100. Sendung) und wurde für längere Zeit der letzte Top-40-Song Costas.

 

Da der Titelsong der LP bei der Tournee, die von 50.000 Zuschauern besucht wurde, so erfolgreich war, wurde auch das Lied „Ich zeige Dir das Paradies“ ausgekoppelt. Erneut war „Bobby Fray“ der Textdichter des im Country-Stil gehaltenen Liedes.

 

Zum Jahresende 1977 erschien dann noch ein ganz besonders Schmankerl – mit dem Trixie-Kinderchor aus Wanne-Eickel, der später große Erfolge mit Paola erzielte, besang Costa seine erste Weihnachts-LP „Weihnachten in Deutschland“.

 

„Wie Weihnachten“ war für Costa vermutlich auch das Gefühl, als er 1977 von der Fachzeitschrift „musik-informationen“ mit dem „Goldenen Label“ als „erfolgreichster deutschsprachiger Sänger“ ausgezeichnet wurde.

 

Jeder Song ein Treffer – jedes Lied ein Hit. ‚Nimm das nächste Schiff nach Rhodos (I Love, I Love, I Love You)‘ ist ein beschwingt-fröhlicher Sommer-Song, der non-stop ins Ohr geht.“ – Die Plattenfirma war guter Dinge, dass mit diesem Song wieder ein Treffer gelingen würde. Nachdem der Country-Style der Vorgänger-Single nicht funktionierte, wollte es auch mit einer Disco-Nummer nicht klappen. Preisfrage an die treuen Leser dieser Serie: Wenn es nicht lief im Schlager, was war die Wunder-Waffe? Richtig – auch diesmal bediente man sich der beliebten Methode, einen internationalen Hit einzudeutschen.

 

Diesmal musste Umberto Tozzi dran glauben: Aus dessen „Tu“ machte „CC“ den Song „Du“. In diesem Fall ging die Rechnung nicht auf – der von Jean Frankfurter getextete Song lief unter „Ferner liefen“. Auch hier sei ein kleines Text-Zitat erlaubt: „Tamteram Tam Tam – Tamteram Tam Tam“ – Zitatende. In einem Interview gab Cordalis ein paar Jahre später zu Protokoll: „Es war nicht mein Vorschlag, und ich bin dann auch prompt auf den Bauch gefallen“ – gemeint damit war die Idee, „Tu“ auf deutsch aufzunehmen.

 

Dennoch vereinbarte Costa in jener Zeit einen neuen Vertrag mit seinem langjährigen Manager Werner Kimmig, mit dem er schon seit 1973 zusammenarbeitete. Costa zur Begründung, warum er so gut mit Kimmig aus dem beschaulichen Oberkirch klarkam: „Für mich zählt das Ergebnis, und ich bin froh, dass wir hier nicht die Großstadt-Hektik haben… Vor Produktionen kann ich mich mit den Beteiligten von allen Störungen abschirmen und konzentriert arbeiten.“ In einem späteren Interview kann man lesen: „Werner Kimmig handelt gute Gagen für mich aus, organisiert und plant meine Termine. Nur in Sachen Werbeverträge ist er für mich nicht so erfolgreich unterwegs.

 

Wie dem auch sei, am 23.10.1978 startete in Koblenz erneut eine große Deutschland Tournee Costa Cordalis‘ – diesmal mit Gastmusikern wie Ricky King. Das Branchenblatt „Musikmarkt“ hat am 27.10.78 das Konzert in München besucht und folgendes Resümee gezogen: „‘CC‘ war ausgesprochen gut im griechischen Teil des Abends ebenso wie bei seinen deutschen Liedern. Eigene Vorstellungen von Songs anderer Interpreten sollte man jedoch nur in der Badewann realisieren“. Zu Cordalis‘ Elivs-Performance schrieb der Musikmarkt: „Elvis würde sich im Grabe rumdrehen“; auch die Beatles-Einlage wurde vom Branchenblatt nicht honoriert: „Schuster, bleib bei Deinen Leisten!“.

 

Nachdem das mit der Cover-Version nicht so funktioniert hatte wie gewünscht, wurde direkt nach Costas durchaus erfolgreich verlaufener Tournee passend zum bevorstehenden Jahres des Kindes eine weitere Single veröffentlicht: Zur Costa-Cordalis-Komposition textete erneut Jean FrankfurterWas nun, kleiner Mann?“. Die Auskopplung aus der LP „Ein neuer Tag“ und „Liebeserklärung an alle Kinder dieser Welt“ blieb hinter den Erwartungen zurück.

 

Zu Ostern 1979 war Costa Cordalis aus beruflichen Gründen in seinem Heimatland zu Gast: Das ZDF zeichnete auf der Hellenischen Halbinsel seine TV-Show auf. Die Sendung wurde in Athen, Delphi und auf der Insel Mykonos gedreht und unter dem Titel „Griechische Bilder“ ausgestrahlt. Dabei zeigte Costa einen abwechslungsreichen Bilderbogen seines Heimatlandes.

 

Leicht auf die Erfolgsspur zurück führte Costa „Der Wein von Samos“, wieder eine Eigenkomposition, die diesmal von Wolfgang Hofer (der mit dem „Trödler Abraham“, der auch für Udo Jürgens viele Texte wie „Mit 66 Jahren“ verfasste) getextet wurde. „Der Wein von Samos“ wurde mehrfach in der ZDF-Hitparade vorgestellt, was insofern bemerkenswert ist, als 1979 noch die Verkaufs-Charts Gradmesser für die Teilnahme an der TV-Show waren.

 

Ende 1979 betrat man mit Costa Cordalis Neuland: Im sogenannten „Low Budget“-Bereich veröffentlichte die Firma Miller International unter dem EUROPA-Label eine LP mit 12 von Costa Cordalis‘ größten Erfolgen zum unschlagbaren Preis von damals DM 6,00 (der Tonträger wurde gerne auch als MC gekauft). AM 26.03.1981 erhielt Costa für den Abverkauf von 350.000 Tonträgern dieser LP eine Goldene Schallplatte.

 

Gegen Ende des Jahres 1979 versuchte man es mal wieder mit einer Cover-Version – aus „Disco Bouzouki“ wurde bei Costa Cordalis „Spiel Bouzouki“, den Text lieferte diesmal Wolfgang Mürmann. Für Costas Schlager-Disco-Folklore-Mix fand sich kein großes Publikum.

 

Mit der nächsten Single bestritt CC Neuland – nach langer Zeit veröffentlichte er wieder eine eher nachdenklich, „balladeske“ Single – Jean Frankfurter textete für ihn „Ihr zweiter Frühling war ein Herbst“, in dem es um die Liebe einer älteren Frau zu einem jüngeren Mann geht.

 

Im Frühjahr 1980 bewarb sich Costa Cordalis mit einem von Ralph Siegel und Bernd Meinunger geschriebenen Titel für die Teilnahme am Grand Prix Eurovision de la Chanson und ging als einer der Top-Favoriten ins Rennen. Und tatsächlich: Moderator Thomas Gottschalk holte ihn am Ende der Sendung als Sieger auf die Bühne – allerdings nur für ein paar Sekunden. Dann stellte sich heraus, dass das ein Fehler war – eigentliche Siegerin des Abends war dann Katja Ebstein. Wenngleich er nach außen hin gelassen wirkte, nagte diese Enttäuschung wohl noch sehr lange an ihm.

 

Das Lied über den Hirtengott „Pan“ wurde dennoch ein sehr großer Erfolg, der größte Hit für Costa seit vielen Jahren. Die optische Umsetzung war – wie seinerzeit sehr typisch für Siegels Lieder – sehr gelungen: Der später populäre Panflötenspieler Edward Simoni wurde ins Boot genommen. Der kommerzielle Erfolg war fast so gut wie der des (ebenfalls von Siegel/Meinunger geschriebenen) Siegerliedes „Theater“. Damit war Cordalis wieder angesagt.

 

Die auch von Ralph Siegel und Bernd Meinunger geschriebene Nummer „Keine liebt wie Du“ war wieder eine eher langsame Nummer – damit hatte Costa meist nicht den großen Erfolg – das galt auch für diesen Song.

 

Zwischendurch wurde exklusiv für den niederländischen Markt ein Song namens „Das Lied von Helena“ auf den Markt gebracht.

 

1981 wurde Norbert Daum Costas Produzent. Der von Werner Schüler und ihm geschriebene Schlager „Am Tag, als die Sonne nicht mehr kam“ wurde auf viele Jahre hin Costa Cordalis‘ letzter Charts-Erfolg. Für Costas Verhältnisse beinhaltete das Lied schwere Kost – es ging um einen Menschen, der sich mehr oder weniger abgeschrieben hat, weil er meinte, im Leben alles verloren zu haben – nicht eben leichte Kost, untypisch für CC, so fällt dann auch seine Analyse in seinem Buch aus: „Ein sozialkritischer Text über einen Mann, der nach Arbeitslosigkeit und gescheiterter Ehe seinem Leben ein Ende setzen will. So etwas kommt bei den Cordalis-Fans nicht an.“ (Dabei war das Lied wie gesagt immerhin in den Hitparaden).

 

Den Song stellte Costa Cordalis u. a. bei einem vom ZDF am 08.04.1981 ausgestrahlten Live-Programm „Auf der Straße meiner Lieder“ vor. Kurz darauf ging Costa erneut auf große Deutschland-Tour (Premiere am 27.04.1981 in Trier).

 

Die Nachfolgesingle war wieder eine Costa-Komposition, die von Kurt Hertha getextet wurde: „Ich hol Dich raus“. Spötter sagen, dass die Zeiten sich ändern – Jahre später sagte der Grieche ja „holt mich hier raus“.

 

„Ich hol Dich rein“ sagte übrigens der deutsche Staat in jener Zeit. Nach sehr langer Wartezeit erhielt Costa 1981 die deutsche Staatsbürgerschaft, nachdem er auch die letzten Hürden (Schreiben eines Diktats, Beantwortung von Fragen zur deutschhen Geschichte) gut überstanden hatte.

 

Erfreulich war sicher auch der Gewinn der „Goldenen Stimmgabel“, die 1981 erstmals vergeben wurde – Costa war einer der ersten Preisträger dieser im Rahmen des „Tages des detuschen Schlagers“ von Dieter Thomas Heck vergebenen Auszeichnung. 1986 wurde ihm eine weitere Stimmgabel überreicht.

 

Nach ca. zwölf Jahren gemeinsamen Agierens lief der CBS-Vertrag Ende 1981 aus und wurde nicht verlängert. Die letzte CBS-Single hatte es aber noch mal in sich, sie wurde noch mal vom damals sehr erfolgreichen Autorenteam Siegel / Meinunger geschrieben und sollte wohl so etwas sein wie ein Nachfolgesong des letzten großen Hits „Pan“ – die griechische Sagengestalt wurde in einem opulenten Arrangement vorgestellt. „Ein CBS-Tip mit Gewähr“ – so inserierte damals die Plattenfirma – überraschenderweise wurde „Ikarus“ aber KEIN Hit.

 

Als neuer Vertragspartner wurde die große Plattenfirma Ariola ausgewählt, bei der Hochkaräter wie Udo Jürgens und Peter Alexander unter Vertrag waren. Das war 1982, was ein „kleines Problem“ war – es war die Hochzeit der Neuen deutschen Welle – dadurch wurden viele Schlagersänger in den Hintergrund gespült. Cordalis überlegte mit seinem Team, ob man auf der Wellte mitschwimmen könnte, indem man ähnlich gestrickte Songs veröffentlicht – der Gedanke wurde aber schnell wieder verworfen, weil damit keinerlei Authentizität gegeben gewesen wäre.

 

Also ging es weiter mit klassischem Schlager: Costa holte seinen alten Kumpel, den Erfolgsproduzenten Jean Frankfurter, wieder mit ins Boot und komponierte sich die ersten Ariola-Schlager selber: „Dich berühren“ und „Feuer verglüht mit der Zeit„.

 

1983 trat Costa dann noch mal bei der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix an – diesmal mit einer Eigenkomposition, erneut getextet von Jean Frankfurter. Das Lied war aber nicht so stark wie der erste Hit, mit dem man es versuchte – „Ich mag Dich“ ist ein Lied, das quasi „nur“ aus Strophen besteht – auch der Text ist nicht sonderlich originell, so dass der vierte Platz bei der Vorentscheidung fast als Erfolg zu werten ist.

 

Im Anschluss veröffentlichte Costa das Lied in neuer Version, mit dem er 1965 in Deutschland bekannt geworden war: „Du hast ja Tränen in den Augen“ fand nicht mehr so ein breites Publikum wie die Original-Version – kein Wunder, die Neue deutsche Welle hatte gerade ihren Höhepunkt erreicht. Interessanterweise lief es dennoch oft im Radio – die ersten Sekunden des Songs läuteten die damalige WDR 4-Schlagersendung „Pop-Report“ ein.

 

Mit dem neuen von Irma Holder getexteten Song „Lava und Eis“ war 1984 auch kein Blumentopf zu gewinnen, besser lief es mit einer Cover-Version des Riesen-Hits von Jermaine Jackson und Pia Zadora – aus „And When The Rain Begins To Fall“ machte Textdichter Michael KunzeWenn der Regen auf uns fällt“ und hielt sich dabei recht gut an das internationale Original („…wirst Du mein Regenbogen sein..“). Als Duettpartnerin gab Lena Valaitis eine sehr gute Figur ab.

 

Das Vertragsverhältnis mit Ariola endete 1985 mit dem Ohrwurm „Am Strand von Griechenland“, mit dem Costa erstmals in der ZDF-Hitparade auftrat – also erstmals bei Hecks Nachfolger Victor Worms. Die vom späteren Hugo-Egon-Balder-Spezi und TV-Produzenten Jacky Dreksler getextete deutsche Version des Black-Lace-Songs „Atmosphere“ wurde kürzlich in einer VOX-Doku als Beispiel dafür genommen, wie weit der Schlager in jenen Jahren „heruntergekommen“ sei – soo schlecht sehe ich den Song nicht, er hat ja durchaus Ohrwurmqualität.

 

Außer dieser Single gab es 1985 keine weitere Plattenveröffentlichung von Costa – vielleicht lag das an seinen sportlichen Aktivitäten – so startete er 1985 bei der Nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld für sein Heimatland Griechenland, ohne gegen die Ski-Stars eine Chance zu haben – „Dabeisein ist alles“ war sein Motto. Er musste sich mit dem 75. (und letzten) Platz zufrieden geben.

Ein Jahr zuvor ist sein größter sportlicher Traum allerdings geplatzt – die geplante Teilnahme an den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo scheiterte an seinen sportlichen Leistungen in der Qualifikation. Den Frust sang er sich vielleicht mit seiner 1986er-Promo-Single von der Seele: „Auf die Ski und los“. Mit seinem „Buddy“ Jean Frankfurter schrieb und produzierte er diese Nummer für eine sehr kleine Plattenfirma („Marisma“) und absolvierte mit dieser „Nicht-Major“-Produktion sogar drei TV-Auftritte, u. a. bei der Aktuellen Schaubude.

 

Im gleichen Jahr erschien bei der großen Plattenfirma Mercury dann wieder ein Schlager, der es sogar in die Hitparade schaffte – also in die ZDF-HItparade. Der von Irma Holder getextete schöne Song „Hast Du Zeit für einen Traum?“ ist ein gefälliges Lied, bei dem Costa seine Tochter Kiki mit „einbaute“, die z. B. das Intro sang.

 

Nachdem Kikis Gesang vielen positiv aufgefallen ist, beschloss Costa, 1987 eine Art „Familienprojekt“ zu entwickeln und gründete die Gruppe „CoAngieLu“ (Co=Costa, Angie=Angeliki, Lu=Lucas) – nachdem die Single „Feelings“ aber wie Blei in den Regalen liegen blieb, wurde das englischsprachige Projekt nicht weiter verfolgt.

 

Die Freunde des deutschsprachigen Costas mussten aber auch 1987 nicht ganz auf ihr Idol verzichten: Costa beteiligte sich an der Benefiz-Single „Die Insel der Liebe“, die von einigen Schlagersängern unter dem Namen „Wir für Euch“ zu Gunsten der Hans-Rosenthal-Stiftung veröffentlicht wurde.

 

In den nächsten Jahren wurde es recht ruhig im Costa. Er fand keine Plattenfirma und wollte sich lt. Auskunft seiner Hamburger Managerin Grehl nicht für einen neuen Vertrag verbiegen. Dazu kam, dass sein Vater 1988 bei einem Autounfall schwer verunglückte.

 

Mit dem typischen Costa-Schlager „Angie“ sollte es 1989 bei Dino Music dann endlich wieder bergauf gehen. Mit dem Song startete er auch wieder in den Medien durch – sowohl in der ZDF-Hitparade als auch in der „Deutschen Schlagerparade“ der dritten Programme konnte er den Song vorstellen. In letzterer Sendung gab es dann aber ein Problem: Die Fanclubs meinten es wohl zu gut und schickten Postkarten für Costa, um ihn zu unterstützen mit fiktiven Absender-Adressen – aus dem Grund wurde Costa dann disqualifiziert – ansonsten hätte er vielleicht auch ohne diese Manipulation die Chance auf eine gute Platzierung in der Sendung gehabt.

 

Erneut eine Frankfurter/Holder-Nummer war die Nachfolgesingle, „Asche oder Glut“ – schon wieder bei einer neuen Plattenfirma. Die Single wurde allerdings kaum wahrgenommen. Grund genug, erneut die Plattenfirma zu wechseln. Die gleichen Song-Schreiber brachten 1990, diesmal bei „Titan“ den Song „Im Zeichen der Venus“ heraus, der erneut eine Chance bei der Deutschen Schalgerparade bekam. Diesmal gingen die Fanclubs geschickter vor – äääh, diesmal reichte es für einen tollen ersten Platz in der TV-Sendung.

 

Nachdem sich schon länger kein Erfolg mehr mit Schlager einschleichen wollte, kam Costa erneut auf die Idee, mit seinen Kindern Angeliki („Kiki“) und Lucas mitsamt dessen damaliger Freundin „Kaui“ ein musikalisches Projetkt namens „Let’s Make It“ auf den Weg zu bringen – der Erfolg der englischsprachigen Titel war mehr als übersichtlich, das Projekt wurde genau so eingestampft wie zuvor das „CoAngieLu“-Projekt.

 

1995 besann sich Costa dann wieder auf seine Schlager-Vergangenheit. Bei der Plattenfirma DA Records fand er eine neue künstlerische Heimat. Der Schlager „Himmel auf Erden“ wurde ein Achtungserfolg. Am 09.02.1995 durfte Costa damit mit einem aktuellen Titel „ausnahmsweise“ bei Uwe Hübner in der ZDF Hitparade zu Gast sein. Kein Wunder, dass Costa in seinem Buch etwas frustriert schreibt: „..die Tatsache, dass die Hitparade nach dem Ausstieg von Dieter Thomas Heck und dem Einstieg von Victor Worms und später Uwe Hübner in die Bedeutungslosigkeit abdriftet“.

 

Parallel erschien die letzte CD von Costa Cordalis unter diesem kompletten Künstlernamen. Neben dem Titelsong „Nur mit Dir“ wurde auch das Lied „Ich komme wieder“ ausgekoppelt.

 

Bei nächsten Titel bei DA-Records deuteten an, wohin die Reise gehen sollte: „Tanz mit mir“, Komm schenk‘ mir die Sonne“, „Terra Magica“ und „Träume einer Sommernacht“ waren wohl die Vorboten dessen, was kommen sollte. Spätestens seit Mitte der 90er Jahre war Cordalis nämlich sehr aktiv auf Mallorca – neben dem Kollegen Jürgen Drews war er einer der ersten Pioniere, die mit ihren Liedern den „Ballermann“ auf Trab brachten.

 

1997 wurde erneut die Plattenfirma gewechselt – diesmal ging es wieder zu einer großen Firma, die EMI. Außerdem erfolgte eine Umbenennung – der Vorname „Costa“ wurde weggelassen, und fortan wurden die Songs gemeinsam mit Lucas veröffentlicht. Die erste Single schlug ein wie eine Bombe: „Viva la Noche“, von Lucas und Costa gemeinsam produziert und geschrieben, wurde der erste Verkaufs-Hit seit vielen Jahren. Die Mallorca-Aktivitäten schwappten offensichtlich inzwischen nach Deutschland über, hinzu kam, dass Kultfiguren wie Guildo Horn und Dieter Thomas Kuhn den Schlager wieder „salonfähig“ machten.

 

In den nächsten Jahren folgten einige Lieder, die sich zu mittelprächtigen Hits avancierten: „Vamos a la Playa“, „Partymann“, „Hier kommt Cordalis“ und „Heiße Nacht“. Der Erfolg reichte nicht aus, um den Vertrag mit der EMI zu verlängern – die nächsten Songs wurden wieder bei unterschiedlichen Companies herausgebracht.

 

Ins neue Jahrtausend startete das Projekt Cordalis mit dem Song „Hüttenhammer“, der immerhin einen 2. Platz bei der Schlagerparade der Volksmusik belegen konnte.

 

In den nächsten Jahren gab es ziemlichen finanziellen Ärger für Costa Cordalis – seine Beteiligung am Sportartikelhersteller „Red X“ war eine katastrophale Fehlinvestition, und das Finanzamt stellte hoche Zahlungsforderungen, die Costa nicht erfüllen konnte – die Folge war, dass er 2001 einen Offenbarungseid leisten musste. Ein von ihm angebotener Vergleich (Zahlung von 1,2 Mio. EUR) nahm das Finanzamt nicht an. Für den Sänger war das eine Katastrophe, weil er sich – wie viele seiner Kollegen – nicht richtig um diese administrativen und finanziellen Dinge gekümmert hat und offensichtlich falschen Ratgebern vertraut hat.

 

Zurück zur Musik: So richtig volkstümlich waren die nächsten Veröffentlichungen aber nicht – es ging über mehrere Jahre ganz klar in Richtung „Ballermann-Schlager“, wofür Liedtexte wie „La Felicidad“, „Hey Baby“ (kurzer Ausflug zur Ralph Siegels Plattenfirma Jupiter Records), „Everybody Now“ und „Eins Zwei Drei“ sprechen.

 

2003 ging es wieder zurück zu DA Records, die Lieder gingen wieder etwas mehr in die „klassische“ Schlagerrichtung: „Gib mir Deine Liebe“, „Königin der Nacht“, „Ich träume manchmal von Athen“.

 

Das folgende Jahr, 2004, war für Griechenland von großer Bedeutung: Die Olympischen Spiele fanden in Athen statt, Griechenland wurde Fußball-Europameister – und… das Jahr fing schon gut an.. ein in Griechenland geborener Sänger wurde der erste Dschungelkönig: Costa Cordalis! – Das musste natürlich ausgeschlachtet werden – und tatsächlich: Cordalis‘ „Jungle Beat“ konnte sich erfolgreich in den Single-Charts behaupten. Außerdem wirkte Costa an der Top-3-Single „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ gemeinsam mit seinen Dschungel-Freunden mit.

 

Das Thema Olympia wurde abgearbeitet mit dem Lied „Olympia, ich sag ‘hallo‘ zu Dir“.

 

Auch der Fußball-EM-Sieg Griechenlands wurde von Cordalis gebührend gefeiert, indem dem deutschen Trainer Otto Rehhagel ein musikalisches Denkmal gesetzt wurde: „König Otto (Gott Rehakles“).

 

Mit den Singles „Sonne in der Nacht“, „Pisten-Party-Polizei“ und „Jungle Beat (Remixes)“ endete dann die zweite DA-Phase von Cordalis.

 

Ein kurzes Intermezzo folgte 2006 bei Koch Records – dort wurden zwei Titel veröffentlicht: „Sexy Sexy Lady“ und „Wir stehen auf für den Champion“ (passend zur 2006 in Deutschland ausgetragenen Fußball-WM).

 

Alte Liebe rostet nicht – 2007 traten Cordalis wieder bei der Plattenfirma Monopol im Vertreieb von – genau, DA Records an mit ihren Liedern „Geh nicht fort“ und „Weißer Anzug“. Bei letztgenanntem Song ist das Single-Cover sehr originell: Lucas und Costas Anzüge sind da nämlich alles andere als weiß.

 

Mit „Ritmo de la Noche“ ließen Cordalis dann das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ausklingen.

 

2010 wurde wieder ein aufregendes Jahr für Familie Cordalis – Costa wurde gleich vier mal zum Opa gemacht: Seine Töchter Angeliki und Eva erwarteten jeweils Zwillinge.

 

2012 wurde es wieder sportlich – Lucas und Costa bekannten: „Wir tanzen Sirtaki“.

 

Im Folgejahr war Costa dann gar nicht mehr nach „Sirtaki tanzen“ zumute – er hatte einen schweren Sportunfall beim Gewichte-Training, der zu starken Rückenschmerzen führte. Trotz mehrere OPs waren die Schmerzen nur mit Cortison zu ertragen, zumal Costa möglichst keine Auftritte absagen wollte. Lt. Aussage des Sängers hat die lange Einnahme von Cortison auch dazu geführt, dass sein Gesicht aufgedunsen sei – er ist frustriert, dass immer wieder unterstellt wird, er habe sich einer Schönheits-OP unterzogen.

 

Nach einer längeren Pause startete Costa 2014 (anlässlich seines 70. Geburtstages) wieder richtig durch – er veröffentlichte sein Buch „Der Himmel muss warten“ und die Doppel-CD „Damals in Mexico“.

 

Im Sommer 2015 gab es wieder ein Lebenszeichen von Costa Cordalis – Anlass war das Dschungelcamp – da gibt es im nächsten Jahr ein Jubiläum zu feiern: Die 10. Staffel wurde ausgestrahlt. Zu diesem Anlass wurden unter dem Motto „Ich bin ein Star – holt mich wieder rein“ von RTL Shows ausgestrahlt, bei denen alte Dschungel-Helden die Möglichkeit bekamen, sich erneut für das Dschungelcamp zu qualifizieren. Für „seine“ Staffel holte Costa erneut den Tages-Sieg – in der Gesamt-Wertung konnte er sich aber nicht für eine erneute Teilnahme bei „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ qualifizieren.

 

Im Alter von 75 Jahren ist Costa Cordalis im Juli 2019 gestorben. Seine Musik und seine herzliche Art werden unvergesslich bleiben.

Stephan Imming

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Anita & Alexandra Hofmann – ihr Musikvideo „Komet“ ist sehr gelungen – Kurzrezension von Kevin Drewes 0

Nachdem wir erst kürzlich HIER über die neueste Single-Auskopplung „Komet“ des Geschwister-Duos Anita & Alexandra Hofmann berichteten, folgt nun von unserem Rezenzionsexperten Kevin Drewes die Kurzrezension zum Musikvideo.

Der futuristische Clip beginnt mit Kometen, die auf die Erde zurasen, ehe wir erstmals Anita und Alexandra sehen. Die beiden sind von einem animierten Radar umgeben, der ein Zahlen-Wirrwarr anzeigt. Die passende Zeile dazu: „Unberechenbar schlägst du in mein Leben ein“. Das Duo setzt beim Musikvideo verstärkt auf Computereffekte, die auf gutem Niveau sind. So sehen wir passend zur Zeile „Du warst wie ein Satellit, dort auf meiner Umlaufbahn…“einen Satelliten, der um die Erde kreist. Der blaue Planet steht hier symbolisch für das Herz.

Das Ganze erinnert an die Musikvideos der 80er Jahre, besonders an „Major Tom“. Nur, dass die Technik inzwischen viel weiter ist. Auch im Video der Hofmanns ist immer wieder ein Astronaut zu sehen. Während das Duo den Song in einer Raumstation performt, werden viele schnelle und verschiedene Lichteffekte eingesetzt. Die Outfits der beiden Damen sind zudem auch sehr futuristisch. Eine ausgefallene Idee, die natürlich perfekt zum Song passt.

Während die Kometen näher kommen, hören wir die Zeile „Und so knallst du in mein Herz, lässt mein Weltbild explodieren“. Wenig später ist es dann auch soweit, ein Komet erreicht das Meer und lässt die Wellen hoch schlagen. Die passende, kräftig besungene Zeile dazu: „Komet schlägt ein“. Und so sehen wir anschließend erstmals, wie der Astronaut seinen Helm abnimmt, Mission erfüllt! „Ich war allein, jetzt wirst du mein Himmel sein“ besingt dies ideal.

Anitas und Alexandreas Video-Ideen kommen inzwischen so gut an, dass sich auch Kolleginnen von ihnen anregen lassen. Bei Facebook hat Stefanie Hertel mitgeteilt, dass sie bei ihrem neuen Video auf das Hofmann-Team zurückgegriffen hat – Anita und Alexandra standen ihr beim neuen Video beratend zur Seite, über Stefanies neuen Song werden wir noch gesondert berichten.

Das „Komet“-Video wurde von Beat Hug aufgenommen, bearbeitet und geschnitten – seit Jahren greifen Anita und Alexandra auf seine Künste zurück und bringen sich in Regie- und Drehbuchfragen selber ein – das Ergebnis, ein gut gemachtes und außergewöhnliches Musikvideo, verlinken wir gerne:

 

 

Vanessa Mai: SAT1 redet im Frühstücksfernsehen Klartext – aber ist die Kritik gerechtfertigt? 0

Zum Frühstücksfernsehen bat SAT1 die „Society-Expertin“ Vanessa Blumhagen um ihre Einschätzung zu Vanessa Mai. Das Gespräch mit Moderatorin Alina Merkau hatte es in sich. (In rot haben wir unsere Gedanken eingefügt, die in der Sendung nicht vorkamen):

Schriftzug: „Die Luft ist raus bei Vanessa Mai“

Alina läutete das Gespräch mit der Fragestellung ein, warum Vanessa Mai derzeit so „unerfolgreich“ sei. „Dafür bin ich ja da, das erzähle ich dir jetzt„,  versprach Vanessa Blumhagen. Während der Schriftzug „Die Luft ist raus bei Vanessa Mai“ eingeblendet wurde, erfuhren wir, dass Vanessa zur Zeit für die ARD einen Film mit Axel Prahl drehe, was „man ja mal machen könne„, wenn „es ansonsten läuft„. Prognose der Expertin: „Das wird ihre Karriere auch nicht mehr retten, weil alles schief läuft, was schief laufen kann„. Wir erfahren das, was bei den Schlagerprofis schon öfter mal Thema war: „Das neue Album war neun Wochen in den Charts und ist dann im Nirgendwo verschwunden„. Auch die aktuelle Single „Beste Version“ wurde bekanntlich kein Hit.

Vanessa Blumhagen spart die „kreative Phase“ aus…

Dann kommt das Statement, dass Vanessas Tour abgesagt wurde, weil nicht genügend Tickets verkauft worden seien. Sicher – das weiß jeder, aber nun müssen wir mal „reingrätschen“: DER Knackpunkt der vielen Fehler war das (aus unserer Sicht) Märchen, dass Vanessa wegen einer angeblichen „kreativen Phase“ die Tour abgesagt hat. Wer die eigenen Fans so verar… hat es schwer, wieder auf die Beine zu kommen – so unsere Meinung. So gesehen war Frau Blumhagen noch „nett“ zu Vanessa und ihren Ratgebern. – Zurück zur „Society Expertin“. Nach deren Meinung waren die „Nackt – und Nippelfotos“ ein Fehler, die „Dance-Show“ (gemeint: „Let’s Dance“), der (O-Ton) „Dingsda-Rapper“ Olexesh eine Fehlbesetzung – die Fans seien  abgewandert. Auch hier ist Frau Blumhagen noch nett, zu behaupten, dass Olexesh rumgebaggert habe – nicht wenige Fachleute munkeln, dass das Duo klar lanciert wurde.

Als Alternative werden Namen wie Maite Kelly und Anna-Carina Woitschack ins Spiel gebracht: „Es ist nicht so, dass die Welt auf eine Vanessa Mai wartet„, es gebe genügend Alternativen zum „Abwandern“.

Fehlende Authentizität

Dann kommt der nächste Knackpunkt: Vanessa Mai sei nicht authentisch. Alinas Hinweis auf „tolle Berater“ wird mit „Naaaa jaaa“ beschieden. Angeblich – so Vanessa Blumhagen – habe Vanessa den „gleichen Manager“ wie ihre „Stief-Schwiegermutter“ Andrea Berg. Erneut müssen wir hier einen Hinweis geben: Das stimmt ja so nicht mehr – inzwischen hat Andrea Berg sich von Andreas Ferber als Manager getrennt – ganz offensichtlich ist sie Profi genug zu erkennen, dass „kreative Pausen“ als Begründung für desaströsen Vorverkauf eine Katastrophe sind, weil sich dann schlicht (fast) jeder verar… fühlt. 

Vorschlag der Society-Expertin: Volle Konzentration auf Musik, keine Nebenbaustellen!

Der Vorschlag, sich wieder voll auf die Musik zu konzentrieren und alle Nebenbaustellen weg zu lassen, ist sicher kein schlechter – wir teilen die Einschätzung Vanessa Blumhagens, dass die Vanessa mit ihren diversen „Nebenjobs“ einfach ZU schlecht beraten war.

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Warum redet „ausgerechnet“ SAT1 Tacheles?

Wir finden: ENDLICH mal wurde Tacheles geredet. Dass das ausgerechnet bei SAT1 passiert ist, verwundert wenig. RTL ist mit Vanessa Mai wegen DSDS und dieser „Dance Show“ (Let’s Dance) verbandelt. Und die öffentlich-rechtlichen Sender schaffen offensichtlich hinter den Kulissen Fakten – jedenfalls war Vanessa Mai schon länger nicht mehr in einer großen Silbereisen-Show vertreten – vermutlich auch aus den von Vanessa Blumhagen genannten Gründen. Wir erinnern uns noch dunkel an den groß aufgepushten Fanclub „Maiworld“, der nix wurde – genau so wenig wie das „Maiteam“, das u. a. bei Carmen Nebel in Szene gesetzt werden sollte, was auch nicht so richtig funktioniert hat – im Gegenteil: Nach dem Auftritt mit Andrea Berg zusammen hatte Andrea einen Manager weniger…

Selbst die BILD-Zeitung trägt nicht mehr JEDE Story mit

Ein echter Knackpunkt könnte die BILD-Zeitung sein. Die hat ja über Monate Storys wie die „künstliche Beatmung“  mitgetragen – dieser „kreative-Phase“-Wahnsinn war dann aber wohl selbst für das Blatt des Guten zuviel – Schlagzeilen wie „Tour abgesagt, aktuelle Single schafft es nicht in die Charts“ sind dann mal kritischer als gewohnt, aber noch immer gibt es eine Hintertür: „Rettet die TV-Rolle die Karriere von Vanessa Mai?“ – vielleicht fühlte die BILD sich ja auch verar…, weil Vanessa ihr gegenüber bezüglich der abgesagten Arena-Tour sagte: „Am Ticket-Verkauf lag es sicher nicht„… Wir von den Schlagerprofis finden: „Nichts dazugelernt“…

Trotzdem ist Vanessa Mai ein Stehaufmännchen. Wer weiß? Vielleicht hilft der ARD-Film ihr ja, wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Wir drücken die Daumen.

HIER kann man sich den Beitrag des SAT-1-Frühstücksfernsehens vom 15. Juli ansehen.

Fotos: Instagram Vanessa Mai
(https://www.instagram.com/vanessa.mai/)