Lena Valaits – alles Gute zum „runden“ Geburtstag! 0

Am 7. September 1943 wurde Anelé Luise Valaityté in Memel (heute Klaipeda) / Litauen geboren. Ihre Mutter verließ das Heimatland mit ihr und ihrem Bruder bereits, als „Anelé“, die sich später Lena nennen würde, noch ein Baby war. Lenas Vater fiel im zweiten Weltkrieg. Die Flucht über verschiedene Flüchtlingslager endete (nach einem zwischenzeitlichen Aufenthalt auf der Insel Fehrman) in Memmingen (Bayern), wo Lena auch ihre Volksschulzeit verbrachte.

Ausbildung bei der Bundespost in Frankfurt

Im Anschluss besuchte sie in Hüttelfeld (Südhessen) das Litauische Gymnasium. Dort machte sie allerdings nicht das Abitur, da sie eine Ausbildungsstelle bei der Bundespost in Frankfurt erhalten hatte. Für sie war damals wichtig, Geld verdienen zu können. Schon während ihrer Ausbildungszeit hatte Lena privat Klavier- und Gesangsunterricht genommen, was die Mutter unter Opfern finanzierte. Wenngleich ihr Privatlehrer sie zur klassischen Sängerin (als Altistin) ausbilden wollte, war es von vorneherein Lenas Intention, eine gute Schlagersängerin zu werden.

Erster Platz bei Talentwettbewerb in Frankfurt

Dass daraus etwas wurde, hat sie insbesondere einer Freundin zu verdanken, die sie zu einem Talentwettbewerb nach Frankfurt gelotst hat. Lena hatte Bedenken, weil dort lauter Leute vom Konservatorium waren – sie war damals voller Bedenken, weil sie ja kein Abitur hatte und somit nicht die Möglichkeit, das Konservatorium zu besuchen – Notenkenntnisse hatte sie damals keine. Freundin Birute setzte sich durch und meldete Lena einfach an. Lena sang „Summertime“ und „Moskauer Nächte“ und holte den ersten Preis, was ihr Selbstbewusstsein gestärkt hatte.

Entdecker: Horst Heinz Henning

Weitere erste Entertainment-Erfahrungen sammelte die Sängerin mit einer Gruppe namens „Frederik Brothers“. Mit dieser Gruppierung trat sie Anfang der 1970er Jahre am Arlberg im „Tannenberger Hof“ bei einer Aprés Ski-Veranstaltung auf. Dort wurde sie für die Schallplatte entdeckt, Produzent Horst Heinz Henning vermittelte einen Vertrag mit der Schallplattenfirma Philips. Dort erschien am 13. Juli 1970 Lenas erste Single „Halt das Glück für uns fest!“. Dabei handelt es sich um die deutsche Version des Milva-Songs „Le stagioni dell‘ amore“. Damit war erste Aufmerksamkeit erreicht, der erste Hit jedoch noch nicht. Am 1. Oktober 1970 hatte Lena mit diesem Lied ihren ersten TV-Auftritt in der ZDF-„Drehscheibe“.

1971: Erster Auftritt in der ZDF-Hitparade

Produzent Horst Heinz Henning schrieb Lena den zweiten Titel auf den Leib, diesmal entschied man sich nicht für eine Coverversion. Henning arbeitete damals viel mit Christine Neuhausen zusammen, die unter ihrem Pseudonym „Max Mainzel“ auch den  Text der zweiten Lena-Single beisteuerte: Mit „Und das Leben wird weitergehen“ trat Lena am 23. Januar 1971 in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade auf und konnte sich sogar platzieren – für eine Nachwuchssängerin war der erzielte 4. Platz beachtlich.

Erster Hit „Ob es so oder so oder anders kommt“

Der Durchbruch gelang im Frühjahr 1971. Horst Heinz Henning schrieb einen deutschen Text zum „Nickel Song“ der Folkrock-Sängerin Melanie. Bei ihm wurde daraus „Ob es so oder so oder anders kommt“. Den Schlager stellte Lena am 17. Juli 1971 in der Hitparade vor und konnte sich erneut platzieren (Platz 5). Kurz darauf war sie erstmals in den deutschen Single-Charts, wo sie eine beachtliche Top-30-Notiz erreichen konnte mit ihrem Hit.

Auch die Nachfolgesingle, „Alles, was Dein Herz begehrt“, geschrieben von ihrem Produzenten Horst Heinz Henning und Textdichter Ralf Arnie, knackte im Herbst 1971 die deutsche Single-Hitparade (Top 30). Der Schlager erinnert etwas an den damals erfolgreichen Sound von Vicky Leandros. Abgeschlossen wurde das Jahr 1971 wieder mit der deutschen Version eines internationalen Hits – aus Cilla Blacks „Something Tells Me“ machte Horst Heinz Henning  „Die kleinen Sünden und die kleinen Freuden“.  Passend zu „kleinen Sünden und kleinen Freuden“ heiratete Lena am 22. September 1971 den Industriekaufmann Robert Wiedmann.

Sommer 1972: Erneut Teilnahme an ZDF-Hitparade

Am 8. Juli 1972 durfte Lena wieder einen Schlager in der ZDF-Hitparade vorstellen – „Und da steht es geschrieben“ war ein recht philosophischer Text, der an Bibelworte erinnert („Und da steht es geschrieben, die Menschen soll’n alle sich leiben. Aber das sind bis heute doch nur leere Worte geblieben..“). Es handelte sich erneut um eine Coverversion – diesmal kam das Original aus Italien und stammte von Lucio Dalla („Gesu bambino“). Produzent und Textdichter des Top-40-Schlagers war erneut Horst Heinz Henning. Auch bei der nächsten Single blieb Lena philosophisch und meinte: „Lächeln ist der Weisheit letzter Schluss“. Spannend – statt ihres sonst auf fast allen Singlecovers zu sehenden gewinnenden Lächelns schaut sie eher ernst auf dem Cover, dafür zeigt sie immerhin etwas Bein… Am 3. Februar 1973 stellte sie ihr Lied in Ilja Richters „Disco“ vor.

Erste LP: „Die Welt der Stars und Hits“

Ihre ersten Singles wurden von der damaligen Firma Philips auf einer Langspielplatte mit dem Titel „Die Welt der Stars und Hits“ veröffentlicht. Zur Freude vieler Schlager- und insbesondere Lena-Fans wurde die LP im Rahmen der bemerkenswerten „Originale“-Reihe der Universal auf CD neu aufgelegt, ergänzt um zwei seltene englischsprachige Aufnahmen Lenas aus jenen Jahren. Die letzte Produktion Horst Heinz Hennings für Lena war „Kann sein, vielleicht…“ – der von „Max Mainzel“ getextete Schlager wurde kein Erfolg, so dass sich Lena entschloss, einen neuen Produzenten zu engagieren – sie fand ihn im damals schon sehr bedeutenden Jack White.

Neuer Produzent: Jack White

In seiner typisch „bescheidenen“ Art und Weise beschreibt der Erfolgsproduzent, wie es zur Zusammenarbeit mit der hübschen Litauerin kam: „Eine andere Künstlerin, mit der ich heute noch zusammen arbeite, ist Lena Valaitis. Während einer TV-Sendung war sie mir angenehm aufgefallen. Ich schrieb daraufhin vorsichtig den Produktionsleiter der Plattenfirma Phonogram an  und bot mich als Produzent an, falls irgendwann eine neue Besetzung gefragt wäre. Sie war schlicht und einfach schlecht produziert. Natürlich wollte ich dabei keinem Kollegen den Job wegnehmen, das ist nicht meine und ohnehin nicht die feine Art, aber für den Fall einer Neuorientierung wollte ich mich angeboten haben. Es tat mir, vor allen Dingen meinen Ohren, einfach weh, dass eine so schöne Frau mit einer so unverkennbaren Stimme so schlechte Lieder singen musste. In meiner Karriere bin ich ansonsten nie wieder auf einen Künstler zugegangen. Bei Lena Valaitis war das die große rühmliche Ausnahme.

Erster Erfolg mit Jack White: „So wie ein Regenbogen“

Nachdem Lena bereits im Jack-White-Film „Heute hau’n wir auf die Pauke“ mitgespielt hatte (, ohne darin ein Lied zu singen,) erschien 1973 dann die erste gemeinsam produzierte Single namens „So wie ein Regenbogen“, komponiert und getextet von Jack White. Am 17. Februar 1973 stellte Lena ihr Lied in der ZDF-Hitparade vor und konnte sich direkt platzieren (Platz 4). In den deutschen Single-Charts gelang ihr mit dem Lied ihr damit bislang bester Wurf – es reichte für Platz 23, und sie war 12 Wochen in den Hitlisten vertreten. Den Song stellte Lena übrigens im Juni 1990 noch mal im Rahmen der „Deutschen Schlagerparade“ der ARD als Oldie vor. Nicht ganz so erfolgreich war die von Fred Jay getextete Nummer „Die Welt wird nicht untergeh’n“ – wieder im typischen Jack-White-Stil gehalten – somit ist es nicht verwunderlich, dass der Schlager auch von den White-Schützlingen Tony Marshall und später auch von Tina York veröffentlicht wurde.

Privat erfuhr Lena in dieser Zeit großes Glück – ihr Sohn Marco kam am 20. Juli 1973 zur Welt.

Teilnahme beim „Deutschen Schlager-Wettbewerb 1973“

Sehr kurios ist die Geschichte der nächsten Single. Am 19. September 1973 fand in Berlin der damalige „Deutsche Schlager-Wettbewerb 1973“ statt. Im Vorfeld wurden für Lena Valaitis zwei Lieder eingereicht: „Dich zu lieben, kannst Du mir nicht verbieten“ von Jack White und „Ich freu‘ mich so auf morgen“ von Delle Haensch und Heribert Thusek. Für den Wettbewerb entschieden sich Publikum und Jury für letztgenannten Song, der sogar einen guten vierten Platz des Wettbewerbs erreichen konnte. Nachdem aber selbst der Sieger-Schlager („Ein Lied“ von Olivia Molina) ein Flop wurde, zog Dieter Thomas Heck bzw. die Redaktion der ZDF-Hitparade die Reißleine – man lud Lena am 17. November 1973 in die Berliner Show ein –aber mit dem Schlager „Dich zu lieben, kannst Du mir nicht verbieten“, weil der kommerzieller war. Ein richtiger Hit wurde aber auch diese Nummer nicht. Erneut war das eine typische Jack-White-Nummer, abermals wurde der Titel später auch von Tony Marshall und Tina York auf den Markt gebracht.

1974: Große Hits „Bonjour mon Amour“ und „Wer gibt mir den Himmel zurück?“

Am 23. Februar 1974 fand Lena sich abermals in Berlin zur ZDF-Hitparade ein – erstmals gelang es ihr, Dieter Thomas Heck die unvergesslichen Worte zu entlocken: „Drei mal dabei – bitte nicht wiederwählen!“, denn sie konnte sich mit „Bonjour mon amour“ (Musik: Jack White, Text: Fred Jay) gleich zwei mal platzieren (jeweils Platz 4). Auch in den Single-Charts war sie wieder vertreten (Top 50). Das Lied besticht durch eine getragene Strophe, die zu einem sehr explosiven Refrain führt – typische Jack White-Kost der damaligen Jahre. Am 16. Mai 1974 hatte Lena den Show-Olymp erreicht – in Rainer Holbes Starparade sang sie u. a. diesen großen Erfolg.

Mit „Wer gibt mir den Himmel zurück?“ lief es noch besser – erneut konnte sich Lena doppelt platzieren und erreichte am Ende sogar Platz 2 der ZDF-Hitparade. Der White/Jay-Song hielt sich überraschenderweise nur eine Woche in der deutschen Top-50-Verkaufshitparade. Die Sängerin veröffentlichte im Herbst 1974 auch ein Album gleichen Namens, auf der u. a. eine sehr schöne Coverversion des Carpenters-Hits „Top Of the World“ enthalten ist („Ich schwebe über den Wolken“).

Kleiner Texthänger in der ZDF-Hitparade – toll improvisiert!

Im Januar 1975 war Lena erneut in Berlin zu Gast und stellte in der Hitparade ihren folkloristisch angehauchten Song „Ich möchte die Gitarre sein“ vor. Ob es daran lag, dass sie in der Live-Show einen Texthänger hatte oder der Qualität des Songs geschuldet ist – mit dem Lied konnte sie sich nicht platzieren. Wie Lena ihren Texthänger damals übrigens kaschiert hat, ist aller Ehren wert – ganz lässig erfand sie drei Zeilen des Liedes textlich völlig neu – ob damals überhaupt jemandem aufgefallen ist, dass da etwas mit dem Text nicht stimmte – man weiße es nicht. Schön, dass damals Livegesang im Fernsehen möglich war – heutzutage muss man sich von „Fachleuten“ ja sagen lassen, dass Live-Interpretationen aus „technischen Gründen“ schwer bis gar nicht realisierbar seien. Dass Stefan Raab über Jahre hinweg immer wieder das Gegenteil bewies, interessiert dabei leider die TV-Gewaltigen nicht. – Zurück zum Lena-Song: Offensichtlich mag das Publikum es expliziter – einige Jahre später war Bata Illic mit „Ich möcht‘ der Knopf an Deiner Bluse sein“ sehr erfolgreich – „Ich möchte die Gitarre sein, auf der Du immer spielst“ war dann doch zu metaphorisch…

Ausklang der Philips-Phase

Bereits 1971 veröffentlichte Tony Marshall auf seiner Erfolgs-LP das von Jack White und Fred Jay geschriebene  Lied „Was der Wind erzählt“. Vier Jahre später brachte Lena ihre Version auf Single heraus – mit überschaubarem Erfolg… – Am 14. Juni 1975 stellte Lena ihre neue Single „Immer die schönen Träume  (ein bisschen Glück)“ vor. Während sie in Hecks Show erneut abräumen konnte (doppelt platziert, bis auf Platz 3), gelang dennoch kein echter Hit mit der Jack-White-Nummer.

Die letzte bei der Plattenfirma Philips erschienene Single war nach längerer Zeit wieder eine Coverversion. Diesmal bediente man sich eines Film-Songs aus „Der Pate II“. Aus Dalidas „C’est mieux comme ca“ schuf Jack WhiteIm Regen kann man keine Tränen seh’n“. International wurde der Song ein Welthit (Andy Williams, „Love Theme From the Godfather – Speak Softly Love“) – Lenas Version war kein Erfolg beschieden. In einer raren Auflage wurde die englischsprachige Version übrigens auch 1973 von Udo Jürgens veröffentlicht.

Wechsel zur Ariola – sofort Riesenhit „Da kommt José, der Straßenmusikant“

1976 wechselte Lena zur Plattenfirma Ariola, ihren Erfolgsproduzenten Jack White behielt sie aber. Gleich die erste Produktion bei der neuen Company schlug bombastisch ein. Bereits am 10. Januar war Lena in Rainer Holbes Starparade zu Gast. Eine Woche später, am 17. Januar 1976, stellte sie ihren Song „Da kommt José, der Straßenmusikant“ in der ZDF-Hitparade vor – und belegte in den beiden Folgesendungen damit jeweils die Spitzenreiter-Position. Erstmals erreichte sie die Top-20 der Verkaufscharts und hielt sich 17 Wochen mit ihrem Erfolgsschlager in den Charts. Den vielseitigen  Schlager mit Chorgesang und sogar Ethno-Elementen nahm das Publikum begeistert an.

Teilnahme am Vorentscheid zum Grand Prix Eurovision

Mit diesem Rückenwind bewarb sich Lena Valaitis um das Ticket zum Grand Prix Eurovision und trat mit dem nachdenklichen Lied „Du machst Karriere“ von Hans-Georg Moslener und Wolfgang Mürmann an. Der enttäuschende Platz 7 im Wettbewerb (Sieger war „eigentlich“ der ebenfalls von Jack White produzierte Tony Marshall mit seinem „Star“) führte dazu, dass das Lied nicht auf Single veröffentlicht wurde. Es wurde lediglich auf der LP „Komm wieder, wenn Du frei bist“ veröffentlicht – und Jahre später auf einer Grand-Prix-Compilation der renommierten Plattenfirma Bear Family Records.  – Lenas „Du machst Karriere“ zielt auf die frustrierte Ehefrau, die „heut ihre Lehre“ zieht, weil der Mann nur an seine Karriere denkt. Ihr Lied hatte mehr Pathos als das inhaltlich ähnlich gestrickte, aber augenzwinkernde „Dann heirat doch Dein Büro“ von Katja Ebstein.

Evergreen „Ein schöner Tag“

Statt des Eurovisions-Songs schob die Ariola schnell eine Auskopplung aus Lenas erster Ariola-LP „Da kommt Lena“ nach: „Ein schöner Tag“ – und landete damit erneut einen absoluten Volltreffer. A Capella sang sie das Volkslied „Amazing Grace“, zu dem Fred Jay einen deutschen Text schrieb. Am 24. April 1976 stellte sie ihren Hit in Ilja Richters Disco vor – nur kurz darauf kam der Song in die deutschen Single-Charts, wo er die Top-10 um Haaresbreite verfehlte (Platz 11). Lena hielt sich mit dem Schlager über 20 Wochen in den Charts – ihr persönlicher Rekord. Über viele Jahre blieb „Ein schöner Tag“ eines der beliebtesten Lieder in Radio-Wunschkonzerten (, als es so etwas noch gab…). Im April 1976 war ihr Album „Da kommt Lena“ in den Top-50 der deutschen LP-Charts. Quintessenz: Die Teilnahme bei der Vorentscheidung zum Grand Prix hat Lena nicht im geringsten geschadet – sie hatte unmittelbar vor und unmittelbar nach ihrer Teilnahme je einen Riesen-Hit, obwohl sie mit ihrem ESC-Beitrag eher „durchfiel“. Übrigens – bereits 1973 veröffentlichte Vicky Leandros eine deutsche Version von „Amazing Grace“ („Auf Wiedersehen, ihr Freunde mein“) – aber Lenas A Capella-Version war weit erfolgreicher.

Kleiner Exkurs: In der besagten 65. Ausgabe von Ilja Richters „Disco“ waren neben Lena Valaitis auch Acts wie Hot Chocolate („You Sexy Thing“), Donna Summer („Love To Love You Baby“) und Cat Stevens („Morning Has Broken”) zu hören – Ilja Richter hatte kein Problem damit, auch Lena Valaitis ins Programm zu holen. Warum heutzutage Redakteure  so tun, als wäre es nicht möglich, Hot Chocolate und Lena Valaitis in eine Sendeschiene zu packen, ist mir ein Rätsel – damals war das kein Problem… —

Passend zur Lebenssituation: „Komm wieder, wenn du frei bist“

Zurück zu Lena Valaitis: Nachdem ausgerechnet „Ein schöner Tag“ nicht in der ZDF-Hitparade präsentiert wurde, war Lena mit ihrem nächsten, wieder etwas fröhlicher arrangierten Schlager „Komm wieder, wenn Du frei bist“ in der Berliner Sendung am Start. Am 23. Oktober 1976 stellte sie ihr von Jack White und Fred Jay geschriebenes Lied vor und erreichte zwei mal je einen dritten Platz. Der  im Stile russisch-slawischer Folklore gehaltene Schlager wurde erstmals bereits 1971 von Tanja Berg veröffentlicht – ebenfalls von Jack White produziert. Ganz lady-like gab sich Lena – irgendwie auch authentisch wirkend, dass sie eben doch Charakter hat – „Komm wieder, wenn Du frei bist – so hat das keinen Sinn – diese Spiele spiel‘ ich nicht, weil ich nicht so bin. Komm wieder, wenn Du frei bist, denn Du gehörst nicht mir – eine and’re hat Dich schon – ich teil Dich nicht mit ihr.“ – Verglichen mit anderen Schlagersängerinnen bekennt Lena da schon sehr explizit Farbe… Das Lied passte auch perfekt zu Lenas aktueller Lebenssituation, im September 1976 ließ sie sich von ihrem ersten Ehemann Robert Wiedmann scheiden.

Moderation der Kultshow „Musik aus Studio B.“

Genau in dem Monat gab Lena Valaitis ein Debut der besonderen Art – sie moderierte die renommierte Schlager-Show „Musik aus Studio B.“ – am 20. September 1976 wurde die erste von Lena moderierte und gleichzeitig letzte, 97. Ausgabe dieser Kult-Schlagershow ausgestrahlt.

Verhasster Song: „Heinz, lass doch die Pauke stehen!“

Wolf Preuß textete die nächste Single Lenas zu Jack Whites Komposition mit dem bemerkenswerten Titel „Heinz, lass doch die Pauke stehen“. Mein Vater dachte vermutlich, er sei angesprochen, zumal er Lena ja seine Postkarte schrieb für „Du machst Karriere“ (sein Filius stimmte für Tony Marshall – bis heute hat er es nicht verwunden, dass seine Wertung böse annulliert wurde J). – In einem Interview mit der Homepage „queer.de“ sagte Lena: „Also schämen tue ich mich für nichts. Es gibt schon ein paar Lieder, die ich heute weglasse. Eines hat mich immer besonders genervt: ‚Heinz, lass doch die Pauke steh’n‘. Als das veröffentlicht wurde, war ich nicht glücklich darüber. Merkwürdigerweise gibt es aber immer noch Leute, die mich gerade auf diesen Titel ansprechen. Der hat noch nie zu meinem Repertoire gehört. Ich habe den Titel einfach mal im Studio gesungen, als Probeding. Aber ich habe mich geweigert, mit diesem Lied Fernsehauftritte zu machen und deshalb ist er dann auch in der Versenkung verschwunden.“  Besser dürfte Lena die B-Seite der Single gefallen haben, „Marco“ – das ist der Name ihres kurz zuvor geborenen ersten Sohnes. Das Lied dürfte autobiografische Züge haben, weil es sich mit Problemen und Freuden eines heranwachsenden Kindes beschäftigt – wer weiß, vielleicht war Lena auch enttäuscht, dass dieser Schlager nicht als A-Seite der Single veröffentlicht wurde.

Viele Fans meinten, die „Heinz“-Nummer würde besser zu Tony Marshall passen – und irgendwann, 1983, erbarmte sich Jack White, ließ erneut Wolf Preuß einen neuen Text dazu schreiben („Freunde hat man nie genug“) und lancierte es gleich drei mal auf B-Seiten von Tony-Singles („In unser’m Städtchen“, „In Freudenstadt im Schwarzwald“ und „Wir sind die Champions“).

„Denn so ist Jo“

Der nächste Schlager war wieder eine Neuaufnahme einer Nummer von Tanja Berg. Im damals beliebten Discosound präsentierte Lena ihre Version des Titels „Denn so ist Jo“, die Tanja 1969 als B-Seite ihrer Single „Na na na hey hey good bye“ veröffentlichte. In Anlehnung an die Single wurde eine LP ähnlichen Namens veröffentlicht („Denn so ist Lena“; darauf enthalten erstmals auch Eigenkompositionen von Lena). Am 01.10. und 26.11.77 stellte Lena den ungewöhnlichen, von Fred Jay getexteten Titel in der ZDF-Hitparade vor.

Große Liebe Horst Jüssen bei TV-Show Klimbim kennengelernt

Größere Bedeutung in Lenas Leben sollte ein Auftritt in der ARD haben – sie war Gast in der 24. Folge der ARD-Comedy-Serie „Klimbim“, die am 9. August 1977 ausgestrahlt wurde. Dort lernte sie Horst Jüssen kennen und verliebte sich in ihn. Lena heiratete den Schauspieler und Kabarretisten im Jahr 1979. Aus ihrer LP „Denn so ist Lena“ wurde noch das romantische, von Fred Jay getextete „Cheri, je t’aime“ veröffentlicht. Horst Jüssens Einfluss auf Lena war seit 1977 nicht nur privat, sondern auch beruflich erkennbar. So ist er als Co-Texter von Lenas nächster Single vermerkt: „Von irgendwo ertönt ein Lied“. Die Nummer sollte an den Erfolg von „Ein schöner Tag“ anknüpfen, weil erneut eine internationale Volksweise mit deutschem Text versehen wurde (diesmal nahm man sich der Weise „Auld Lang Syne“ an).

Kinofilm „Mädchenkrieg“

In dieser Zeit war Lena übrigens auch für den Film aktiv – nicht etwa als Schauspielerein, aber als Sängerin: im 1977 entstandenen Film „Mädchenkrieg“ sang Lena zwei nostalgische Lieder aus den Zwanziger Jahren. Auch die nächste Single, die im Radio recht oft gespielt wurde, war von Horst Jüssen getextet – in die Charts kam Lena aber mit der im Samba-Rhythmus gehaltenen White-Nummer „Ich spreche alle Sprachen dieser Welt“ nicht – obwohl sogar die internationalen Übersetzungen auf dem Single-Cover abgedruckt waren (z. B. „I Speak All the Languages In the World“). Am 5. Januar 1978 sang Lena ihren Schlager in Hans Rosenthals „Dalli Dalli“, am 18. Februar in Rudi Carrells „Am laufenden Band“ und am 2. März in der „Drehscheibe“. Mit so viel TV-Promotion NICHT in die Charts zu kommen, muss man auch erst mal schaffen…

Vorerst letzte Jack White-Produktionen: „Oh Cavallo“ und „Ich bin verliebt“

Im Sommer 1978 war es wohl mal wieder Zeit für eine Coverversion. Roberte Vecchioni brachte einen temperamentvollen Song namens „Samarcanda“ auf den Markt und hatte in Italien 1977 damit einen großen Hit – in Lenas deutscher Version hieß es „Oh Cavallo (Don Quichotte)“. Interessant: Im Original spielt das Lied in Italien – „Pferd“ heißt auf Italienisch „Cavallo“. Textdichter Christian Heilburg übernahm den Begriff „Cavallo“ in seinen deutschen Text, verlagerte den Handlungsstrang aber nach Spanien – auf Spanisch heißt Pferd aber „Caballo“ (und würde auch noch „Cabajo“ ausgesprochen). Ob das der Grund ist, warum der Song eher floppte – man weiß es nicht, immerhin wurde die Nummer am 10. Juli 1978 in Ilja Richters „Disco“-Show präsentiert.

Die letzte Single des Jahres 1978 war „Ich bin verliebt“ – eine LP gleichen Namens wurde auch veröffentlicht. Der Text zu dieser Single stammte erneut von Horst Jüssen – es war eine historische Single, nämlich die (vorerst) letzte Jack-White-Produktion. Seit dem Streit wegen Lenas Weigerung, ihren „Heinz“-Song öffentlich zu singen, kam es zu Zwistigkeiten zwischen Lena Valaitis und Jack White, so dass dieser beschloss, Lena aus ihren vertraglichen Verpflichtungen zu entbinden und zu sagen (in Anspielung der B-Seite der nächsten Single) „Geh, wenn Du gehen musst“.

Nicht nur beruflich, sondern auch privat begann 1979 ein neuer Lebensabschnitt: Am 25. April des Jahes heirateten Horst Jüssen und Lena Valaitis.

Neue Produzenten: Michael Holm und Rainer Pietsch

Als neues Produzententeam wurden Michael Holm und Rainer Pietsch engagiert. Nach einigen von der Plattenfirma abgelehnten Nummern wurde als erste Single dieser neuen Konstellation das Lied „Auf der Straße ohne Ziel“ veröffentlicht, ein langsamer Walzer, den Peter Thomas komponierte (Text: Horst Jüssen).

Comeback-Song „Nimm es so wie es kommt“

Wie in „seiner“ Folge berichtet, gründete Michael Holm 1979 den Verlag und das Label „Autobahn“. Einer der Vertragskünstler seines Labels war die polnische Formation „2 plus 1“. Die hatten einen kleinen von Wolff-Eckehardt Stein und Wolfgang Jass geschriebenen Hit namens „Easy Come Easy Go“. Dazu schrieben Gerd Grabowski (G. G. Anderson) und „O. Pinion“ einen deutschen Text namens „Nimm es so wie es kommt“. Hinter „O. Pinion“ (darauf muss man erst mal kommen..) verbirgt sich übrigens Dr. Bernd Meinunger. – Nach längerer Zeit konnte Lena diesen Schlager am 14. Januar 1980 in der ZDF-Hitparade vorstellen (imposant – der Schlager erschien bereits im September des Vorjahres). Die zwei Jahre vorher wurde ja ein neuer Modus der ZDF-Hitparade eingeführt, dass nur Songs aus der Verkaufshitparade den Weg in die Heck-Show schafften – und 1978 und 1979 schaffte keines von Lenas Liedern einen echten Verkaufs-Hit. – Immerhin reichte es mit diesem Lied mal wieder für einen 2. Platz in der ZDF-Sendung.

Die 1980er Jahre starteten wieder mit einer Coverversion. Aus dem von Toto Cutugno komponierten Domenico-Modugno-Song „Giorno per Giorno“ schuf zunächst Dalida „Il faut danser Reggae“, was Fred Jay zur Textidee von „Jamaika Reggae Man“ gebracht hat – erneut war das nicht wirklich ein Hit, obwohl Lena am 21. April 1980 damit in der ZDF-Hitparade zu Gast war. (Ganz wichtig: Jamaika wude auf dem Cover mit „k“ geschrieben…)

Nachdem die letzten Veröffentlichungen nicht von großem Erfolg gekrönt waren, machte Lena eine kleine Pause und nahm Kontakt zum damals sehr angesagten Ralph Siegel auf. Der hatte eine schöne Song-Idee – passend zum Jahr des Kindes 1981 ersann er eine Melodie von einem kleinen blinden Jungen, der nur mit seiner Stimme und mit seiner Mundharmonika die Herzen der Menschen eroberte. Mit der Geschichte von eben diesem  „Johnny Blue“  trat Lena am 28. Februar 1981 bei der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix an – gesucht wurde „Ein Lied für Dublin“.

Großer Grand-Prix-Erfolg: „Johnny Blue“

Im Gegensatz zum ersten Anlauf (1976) siegte sie diesmal fulminant. Spannend: Komponist und Produzent Ralph Siegel freute sich zwar sehr über den Erfolg, war aber doch auch etwas traurig, dass der von ihm favorisierte, ebenfalls von ihm stammende Titel „Mannequin“ der „Hornettes“ „nur“ auf den zweiten Platz kam. Hintergrund war, dass Siegel seit vielen Jahren in deren Sängerin Linda G. Thompson, die übrigens die Schwester der ehemaligen Udo-Jürgens-Musiker Willi und Siggi Uebleherr ist, verliebt war.

Zweiter Platz beim Grand Prix (Eurovision Song Contest)

Dennoch lag Siegel natürlich auch sein Schützling Lena am Herzen, und er verstand es, sie gut in Szene zu setzen – Lena trug bei ihrem Eurovisions-Auftritt ein schwarzes Kleid und verließ sich voll auf ihre Stimme. Auf der Bühne war noch ein Mundharmonikaspieler – eben „Johnny Blue“ zu sehen; die Aufgabe übernahm damals Benny Gebauer. Ein im Hintergrund agierender Chor rundete das Bild ab – so schaffte es übrigens der Sänger Günter Eric Thöner 1981 zur Eurovision. „Um ein Haar“ hätte Lena den Grand Prix sogar gewonnen – Deutschland war mit „Johnny Blue“ so nah wie nie zuvor an einem Sieg. Leider gab die Schweiz dem deutschen Beitrag keinen einzigen Punkt – hätte sie mindestens fünf Punkte gegeben, wäre Deutschland bereits 1981 Eurovisions-Sieger geworden – so ging der Sieg an England mit dem Song „Making Your Mind Up“, der allerdings auch ein großer Hit wurde.

„Johnny Blue“ wurde Lenas letzter Hit in den deutschen Verkaufs-Charts- erstmals gelang ihr mit dem Eurovisionsbeitrag ein Top-10-Hit (Platz 9). Zweimal errang Lena mit dem Lied einen zweiten Platz in der ZDF-Hitparade. Der Schlager wurde auch in englischer Sprache veröffentlicht. Bis heute wird der Song gerne gecovert, zuletzt 2013 von „Gestört aber geil“ und 2015 von „Brunner und Stelzer“, wobei wie so oft festzustellen ist, dass offensichtlich die Qualität des Originals meist unerreichbar bleibt.

Neue Deutsche Welle – keine Chance mit Schlagern wie „Rio Bravo“ und „Gemeinsam mit Dir“

Im Stile seiner Dschinghis Khan-Songs hielt Produzent Siegel die Nachfolgenummer seines Eurovisions-Erfolges – Dr. Bernd Meinunger achtete als Textdichter bei „Rio Bravo“ wohl besonders auf die Hervorhebung von Lenas erotischem rollenden „r“. Es geht dabei um die Geschichte eines am „Rio Bravo“ stattfindenden Duells aus Sicht der hinterbliebenen (verwitweten) Ehefrau – Dramatik pur. Trotz eines Auftritts am 12. Oktober 1981 in der ZDF-Hitparade konnte Lena damit nicht an ihren Eurovisions-Erfolg anknüpfen.

Zu Jahresbeginn 1982 war Ralph Siegel voll mit den Vorbereitungen zum nächsten Eurovisions-Spektakel beschäftigt – vielleicht deshalb wurde die nächste Single von Lena – erneut von Dr. Bernd Meinunger getextet – in die Produktions- und Kompositions-Hände von Halle Haller gelegt. „Gemeinsam mit Dir“ ist eine sehr typische Haller-Produktion der damaligen Zeit. Am 5. April 1982 stellte Lena den Schlager in der ZDF-Hitparade vor – damals hatten es Schlagersänger gegen die Stars der Neuen Deutschen Welle überaus schwer.

Gaststar auf Fußball-WM-LP

Im Sommer 1982 fand wieder eine Fußball-WM statt, und zwar in Spanien. Obwohl Deutschland immerhin Vize-Weltmeister wurde, würden viele angesichts von Spielen wie die Niederlage gegen Algerien und das Skandal-Spiel („Nichtangriffspakt“) gegen Österreich den Mantel des Schweigens legen. Allerdings gab es damals noch die selige Tradition, zur Fußball-WM eine Schallplatte mit der deutschen Nationalmannschaft herauszubringen. 1982 war federführend Michael Schanze der Sänger, dem die Ehre zuteil wurde, die Lieder mit den Jungs einzusingen, sein „Ole Espana“ wurde auch ein guter Erfolg. Gaststar auf der LP war Lena Valaitis. Gemeinsam mit der deutschen Nationalmannschaft sang sie ein Lied über Schottland ein, das damals auch für die WM qualifiziert war: „Highland oh Highland“. Die im Walzertakt gehaltene vorerst letzte Ralph Siegel-Produktion für Lena war trotz des namhaften Begleitchors kein Erfolg.

Im Sommer des Jahres sang Lena die deutsche Version des Schlussliedes „Flying Dreams“ im Kinofilm „Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh“. – Im Herbst 1982 kehrte Lena wieder zu ihrem langjährigen Weggefährten und Erfolgsproduzenten Jack White zurück. Damals trat sie u. a. in der ersten Tony-Marshall-Show „Lass das mal den Tony machen“ auf und sang dort zur Überraschung vieler Fans ein litauisches Volkslied („O jus cigunai“).

Rückkehr zu Jack White – Hit „Gloria“

In jener Zeit begann Jack White, auch international in den USA große Erfolge zu haben. Beispielsweise war seine Produktion für Laura Branigan mit dem Umberto-Tozzi-Song „Gloria“ ein großer Erfolg in den Staaten, so dass man sich entschloss, mit Lena eine deutsche Version des Hits herauszubringen. Den deutschen Text verfasste Dr. Michael Kunze – die Nummer wurde damals sogar in einer Discotheken-Auflage als 5:55-Minuten-Maxi-Single veröffentlicht – kein Wunder, dass sie folgerichtig am 18. Oktober 1982 in Ilja Richters Disco gebracht wurde. Am 6. Dezember 1982 stellte Lena ihren Schlager in der ZDF-Hitparade vor und schaffte damit sogar einen dritten Platz – in Zeiten der Neuen Deutschen Welle ein Achtungserfolg. Kurz darauf erschien auch eine gleichnamige LP, auf der u. a. auch Lenas Version des Hits „Voyeur“ zu hören war.  Jahre später nahm übrigens Michelle unter ihrem Pseudonym „Tanja Thomas“ den Song noch einmal auf.

„Fleurop Lady des Jahres“

Eine sehr hohe Ehre wurde Lena 1982 zuteil – sie wurde – Achtung! – zur „Fleurop-Lady des Jahres“ gekürt… – na, mehr gefreut dürfte sie sich über die Auszeichnung der „Goldenen Stimmgabel“ haben, die ihr im gleichen Jahr von Dieter Thomas Heck überreicht wurde.

Wenig Erfolg mit Jack-Whites letzten Produktionen – Weggang von Ariola

Im Geburtsjahr ihres zweiten Sohns Don (1983) gab es recht wenig Medienpräsenz von Lena. Ihre Jack-White-Produktionen „Worte wie Sterne“ (Text: Christian Heilburg) und „So sind meine Träume“ (Text: Dhana Moray, deutsche Version des Klassikers „We Shall Overcome“) erfuhren wenig Aufmerksamkeit, obwohl der Bezug zu Lenas geborenen Sohn gerade mit diesem Lied gegeben war. Letztgenannten Schlager sang Lena immerhin am 19. Januar 1984 in den „Montagsmalern“  – der Erfolg blieb trotzdem aus.

In der damaligen Zeit produzierte Jack White sehr erfolgreich den sexy Dallas-Star Audrey Landers. Die hatte mit dem von u. a. G. G. Anderson komponierten Song „Manuel Goodbye“ einen echten Hit.  Mit „Farewell“ wollte man den Erfolg wiederholen, was nicht wirklich gelang. Dennoch schrieb Dhana Moray Lena zu dem Titel eine deutsche Version: „Farewell – jeder Sommer geht einmal zu Ende“. Auch im Herbst 1984 war der Sommer beendet, so dass Lena am 17. November 1984 zur vorletzten von Dieter Thomas Heck moderierten Hitparade eingeladen wurde – platzieren konnte sie sich allerdings nicht. Erneut trat Lena in dieser Zeit übrigens auch in Tony Marshalls neuer ZDF-Show auf.

Erste Duett-Single mit Costa Cordalis: „Wenn der Regen auf uns fällt“

Die kommende Single kann man als historisch ansehen – erstmals sang Lena auf Single im Duett (mit Costa Cordalis), letztmals bei ihrer langjährigen Plattenfirma Ariola, erstmals und gleichzeitig letztmals trat sie in der Viktor-Worms-Ära der ZDF-Hitparade auf – und letztmals (voererst) wurde  sie von Jack White produziert. Der internationale, von Jack White produzierte und (u. a.) Peggy March geschriebene Hit „When the Rain Begins To Fall“ wurde in deutscher Version (Text: Dr. Michael Kunze) von Lena Valaitis und Costa Cordalis interpretiert: „Wenn der Regen auf uns fällt“ wurde am 27. März 1985 in der ZDF-Hitparade präsentiert und schrammte nur knapp an einem Sieg vorbei. Dieter Thomas Heck war allerdings trotzdem schneller – am 16. Februar war das Duo in dessen „Pyramide“ zu Gast. Hinweis: Bereits 1981 wurde von Lena ein Duett veröffentlicht, nämlich mit Rex Gildo (, in dessen Show „Gestatten, Rex Gildo“ der Song vorgetragen wurde). Name des recht beliebten Songs: „Sag noch mal ich liebe Dich“, die deutsche Version des Sommerset-Hits „Viva la musica“. Ein Jahr später sang sie mit Tony Marshall und Costa Cordalis im Duett „Cucurucucu Paloma“. Die Nummern waren aber nicht auf Single erhältlich.

Wechsel zur Frankfurter Plattenfirma Bellaphon

1986 wechselte Lena zur Plattenfirma Bellaphon und wurde fortan von Peter Lüdemann produziert. Ihre erste dort veröffentlichte Single, „Mein Schweigen war nur Spiel“, textete sie gemeinsam mit Dhana Moray selber, komponiert wurde die Nummer u. a. von Mel Jersey. Recht traurige Berühmtheit errang der Schlager dadurch, dass er in der letzten Sendung „Dalli Dalli“ vorgestellt wurde – kurze Zeit später verstarb ja dessen beliebter Showmaster Hans Rosenthal. Interessant war die Ankündigung zum Wechsel zur Bellaphon – so ist im Branchenblatt „Musikmarkt“ vom 15. November 1986 zu lesen: „Mit dieser Produktion wollte sie vor allen Dingen eigene Vorstellungen realisieren, einen auf sie zugeschnittenen, künstlerisch von ihr mitbestimmten Wunschtitel herausbringen.

Die zweite und letzte Bellaphon-Single hatte einen witzigen Text – „Männer sind ’ne verrückte Erfindung“ ist wohl eine Schlagzeile, die viele Menschen unterschreiben würden. Den Text schrieb Lena damals höchstselbst. Interessant ist übrigens in dem Zusammenhang die Ankündigung zu Beginn der Zusammenarbeit mit Bellaphon: „…stellt Lena Valaitis im Rahmen eines langfristigen Vertrages mit Bellaphon ihre neue Single vor..“ – was die Bellaphon unter „langfristig“ versteht, konnten auch andere Kollegen wie Bernhard Brink feststellen. (Allerdings gibt es auch ein Gegenbeispiel: Die Flippers, die inzwischen ja im „Ruhestand“ sind, wenn sie nicht gerade im smago!-Gästebuch aktiv sind – kleiner Scherz…)

Neue Plattenfirma: Jeton

Im nächsten Jahr unterschrieb Lena einen Vertrag mit der kleinen Plattenfirma Jeton. Dort erschien 1987 der Schlager „Ich liebe Dich“ – ein ungewöhnliches Lied, das auch in Maxi-Single-Konfiguration erschien. Unter dem Pseudonym „Gino Rocci“ komponierte Gerd Rochel das Stück, den Text lieferte erneut Lena höchstselbst ab; der Song war als Liebeserklärung an ihren Mann Horst Jüssen gedacht. Ausgerechnet das Teenie-Blatt „Bravo“ vermeldete in Ausgabe 10/88 die Tragik dieses Schlagers: „Pech für Lena Valaitis: Kaum spielten die Sender ihr neues Lied ‚Ich liebe Dich‘, ging ihre Plattenfirma pleite – keiner mehr konnte ihren Schlager kaufen.“

Politischer Schlager: „Nastrowje, Mr. Gorbatschow“

Bereits gut ein Jahr vor der deutschen Wiedervereinigung, 1988, erkannte Lena die Wichtigkeit eines Politikers, der in dem Zusammenhang von größter Bedeutung war und nahm so etwas wie einen politischen Schlager auf – offensichtlich war sie damals ihrer Zeit mit „Nastrowje, Mr. Gorbatschow“ etwas voraus. Kleiner Textauszug: „Nastrowje, Mr. Gorbatschow – wir wollen darauf trinken, dass Ihnen, klingt’s auch paradox – himmlische Zeiten winken. Wir lieben Ihen Wodka und den guten schwarzen Tee. Und wenn Sie unser Freund sind, dann sind Sie auch okay“. Im gleichen Jahr betätigte sich Lena als Werbeträgerin – sie veröffentlichte exklusiv für VW eine Single namens „You Get It“.  Hinweis auf dem Single-Cover: „Der Kunde kommt zuerst“ – was immer damit gemeint gewesen sein mag…

Langzeiterfolg: Weihnachtsalbum „Weihnachten mit Lena Valaitis“

Lena ließ mit einem Weihnachtsalbum die 1980er Jahre ausklingen – 1989 hieß es „Weihnachten mit Lena Valaitis“ bei der Firma Koch Records, produziert von Horst Jüssen. Aus unerfindlichen Gründen (die CD war nie in den Charts) wurde Lena dafür eine Goldene Schallplatte für angeblich 250.000 verkaufte Exemplare überreicht – vermutlich hat niemand die genauen Verkaufszahlen überprüft; es darf stark angezweifelt werden, dass das Album derart gut verkauft wurde. Ein „Sangeskollege“ Lenas war bei der Gold-Verleihung übrigens zugegen: Karl-Heinz Rummenigge, der ja auch schon bei der Single „Highland oh Highland“ mitgewirkt hatte.

1992: Erneut Teilnahme am Grand-Prix-Vorentscheid

Nach einer längeren Karrierepause beteiligte sich Lena am 30. März 1992 wieder bei der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision. Erneut schrieben Ralph Siegel und Dr. Bernd Meinunger ihr einen passenden Titel, der wieder bei der Ariola veröffentlicht wurde – diesmal reichte es bei der Vorentscheidung mit „Wir sehen uns wieder“ „nur“ für einen dritten Platz. Dennoch war der Song ein Achtungserfolg und wurde u. a. im Mai 1992 in der „Deutschen Schlagerparade“ der ARD und am 4. Juni 1992 in Uwe Hübners ZDF Hitparade vorgestellt. Den recht schwermütigen Schlager schrieben Siegel und Meinunger übrigens unter Pseudonym („Peter Starkowski“ und „Günter Johanson“). Geteiltes Leid ist halbes Leid – auch Wencke Myhre scheiterte übrigens 1992 mit dem Versuch, Norwegen beim Grand Prix zu vertreten.

Titelmelodie ARD-Serie „Menschen mit Herz“

Im nächsten Jahr, 1993, sang Lena die Titelmelodie der ARD-Reihe „Menschen mit Herz“. Wieder produzierte und komponierte Ralph Siegel den von Dr. Bernd Meinunger verfassten Text. Die TV-Gewaltigen fanden es erneut gut – im Oktober 1993 stellte Lena den Schlager in der „Deutschen Schlagerparade“ vor, und am 25. November 1993 fand sie sich erneut in Berlin ein zur ZDF-Hitparade – es sollte ihr allerletzter Auftritt in dieser für ihre Karriere wichtigen Show sein.

Erster Song des neuen Jahrtausends: „Ich lebe für den Augenblick“

Nach langen Jahren der Bühnen-Pause kehrte Lena 2001 erneut zu ihrem „Lieblingsproduzenten“ Jack White zurück . Unter anderem wurde das Album „The Very Best Of Lena Valaitis“ veröffentlicht. Interessant – es fehlte darauf der große Hit „Johnny Blue“ – vermutlich ist das ein weiteres Indiz dafür, dass Ralph Siegel und Jack White nicht unbedingt die allerbesten Freunde sind (vorsichtig gesagt). Stattdessen gab es einen neuen taufrischen Song auf dem Album: „Ich lebe für den Augenblick“, die deutsche Version des Faith-Hill-Hits „There You’ll Be“ aus dem Film „Pearl Harbour“. Nach langer Zeit gab sich Horst Jüssen wieder als Textdichter die Ehre. Am 21. Oktober 2001 gab Lena ihr Comeback in der ZDF Show zu Gunsten der Welthungerhilfe.

Achtungserfolg: Duett mit Hansi Hinterseer

Nun war Lena wieder im Geschäft – und entschloss sich, mit dem bekannten Skifahrer und „Sänger“ Hansi Hinterseer ein Duett zu veröffentlichen. Man entschied sich für die deutsche Version des Frank-Sinatra-Klassikers „Something Stupid“: „I Love You (Was kann ich denn dafür?)“. Der Song kam recht gut an und wurde am 16. Februar 2002 auch im damaligen „Winterfest der Volksmusik“ vorgestellt. Zum Jahresende 2002 wurde Lena auch wieder als Solo-Interpretin aktiv – Jerry Rix und Norbert Hammerschmidt schrieben ihr den Schlager „Und wenn ich meine Augen schließ‘“ auf den Leib.

Danach suchte Lena sich wieder einen internationalen Hit aus, den sie eindeutschen konnte. Simon & Garfunkel hatten Erfolg mit ihrer Interpretation des Volkslieds „Scarborough Fair“. Horst Jüssen textete darauf „Still rinnt die Zeit“. Der Song wurde leider nicht auf Single, sondern zunächst nur auf einem Sampler („Bääärenstark“) veröffentlicht, obwohl viele Fans ihn für einen der besten Valaitis-Schlager halten.

Türkische Klänge in „Morgen soll die Hochzeit sein“ und „Komm lass uns tanzen“

Mit ihrer 2004 erschienenen Maxi-CD erfüllte sich Lena einen lang gehegten Wunsch, indem sie die deutsche Version eines türkischen Volksliedes interpretierte: „Vor vielen Jahren, ich war damals 19 Jahre alt und arbeitete nach der Schule bei der Post, lernte ich eine junge Türkin kennen. Wir freundeten uns an, und sie brachte mir diese traditionelle türkische Volksweise bei. Ich fand die Melodie so bezaubernd, und sie geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Janine White, eine Halbtürkin, verbindet ähnliche Gefühle wie ich mit diesem Lied und hat den deutschen Text mit geschrieben. In Jack White habe ich endlich einen Produzenten gefunden, den ich von diesem Titel überzeugen konnte.

Passend zur Silberhochzeit mit ihrem Horst kam die Single „Morgen soll die Hochzeit sein“ im Sommer 2004 auf den Markt. Der Schlager wurde recht viel beachtet, weil türkischer Pop in jener Zeit sehr angesagt war (z. B. Sertab Erener und Tarkan).

Da der orientalische Sound beim Publikum gut ankam, blieb man dabei – im Sommer 2005 wurde der Schlager „Komm lass uns tanzen“ veröffentlicht, eine von Norbert Hammerschmidt getextete Komposition Jack Whites. Kurz darauf wurde unter dem Motto „Die schönsten Jahre“ eine weitere „Best Of“-CD veröffentlicht, die auch die jüngeren Erfolge Lenas enthielt. 1981 scheint ein schlimmes Jahr gewesen zu sein – erneut fehlt „Johnny Blue“ auf der Zusammenstellung…

2005 auf Tour mit „Kulthitparade“

Nach vielen Jahren ging Lena 2005 mit einigen Schlagerkollegen wieder auf große Tournee unter dem Motto „die Kulthitparade“ – von Dieter Thomas Heck präsentiert, erinnerten Stars wie Roland Kaiser, Bernd Clüver und eben Lena an selige Hiparaden-Zeiten, wobei auch die Original-Requisiten der ZDF-Kult-Show nicht fehlen durften.

2006 veröffentlichte Lenas Duett-Kumpel Hansi Hinterseer eine erfolgreiche CD namens „Meine Berge, meine Heimat“. Daraus ausgekoppelt wurde wieder ein Duett mit Lena Valaitis – bei Carmen Nebel sangen die beiden „Muss i denn zum Städtele hinaus“. Im Winter des Jahres wurde es wieder weihnachtlich – erneut kam (diesmal bei Jack Whites Plattenfirma unter dem Motto „Weihnachten mit Lena“) Lenas Weihnachts-CD von 1989(!) auf den Markt, die sie u. a. bei Carmen Nebel vorstellen durfte.

Theatergastspiel „Der Silvesterstar“

Für eine Überraschung sorgte Lena 2007, als sie sich für eine kleine Rolle des Stückes „Der Silvesterstar“ zur Verfügung stellte – gemeinsam mit ihrem Mann Horst Jüssen stand sie beim Chiemgauer Volkstheater für genau diese Rolle auf der Bühne, die Aufzeichnung wurde Silvester 2007 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. 1982 hatte Lena übrigens noch ein Angebot abgelehnt, bei der Neuverfilmung von „Köhlerliesels Töchter“ mitzuspielen. Kurz zuvor erschien eine Radiosingle namens „Hundert Jahre Frühling“, eine Ballade, die ein Jahr später in englischer Sprache von Judy Weiss gecovert wurde („Just Because I Love You“).

Auftritt bei Florian Silbereisens Frühlingsfest der Volksmusik

Im Frühjahr 2008 wurde nach längerer Zeit wieder eine Handelssingle Lenas auf den Markt gebracht. Bei Jack Whites Plattenfirma „Gloriella“ erschien die Single „Du bist nicht allein“, die Lena u. a. beim damaligen „Frühlingsfest der Volksmusik“ vorstellen durfte. In dem von Jack White komponierten und produzierten Song geht es inhaltlich darum, dass Lena als mütterliche Ratgeberin fungiert und einer Dame den tröstenden Hinweis gibt (sinngemäß), dass „auf jeden Topf ein Deckel passt“.

Ironie des Schicksals – kurze Zeit später war Lena es, die „allein“ war – am 10. November 2008 verstarb ihr geliebter Ehemann Horst  Jüssen.

Lena ließ sich nicht unterkriegen und veröffentlichte „schon wieder“ eine Best Of-CD namens „Ein schöner Tag – Best of 2009“. Darauf enthalten ist eine Neuaufnahme ihres Klassikers „Ein schöner Tag (2009)“, den sie in Carmen Nebels TV-Show am 9. Mai 2009 vorstellte.

Am 5. Februar 2010 erschien nach langer Zeit ein neues (nicht Best Of-) Album von Lena mit dem schlichten Titel „Liebe ist…“. Mit dem Album kam sie nach vielen Jahren sogar in die Top 100 der bestverkauften CDs in Deutschland (Platz 74). Als erster Titel des Albums wurde „Und ich rufe Deinen Namen“ ausgekoppelt, Lenas von Norbert Hammerschmidt getexteter Nachruf auf ihren verstorbenen Ehemann Horst.

Duett mit Roland Kaiser

Auch Roland Kaiser veröffentlichte zu der Zeit (kurz nach seiner Lungen-OP) ein Album. Darauf enthalten – ein bemerkenswertes Duett mit Lena Valaitis („Leg nicht auf!“). Einige Monate später, am 16. Februar 2011, sangen die beiden ihren Hit in Carmen Nebels ZDF-Show. – Als nächste Single wurde die von Walter J. W. Schmid produzierte und von den jungen Autoren Mark Bender und Andi Kulmbacher geschriebene Nummer „Ciao Casanova“ ausgekoppelt. Ihren sommerlichen Schlager stellte Lena am 24. Juli 2010 in der Fernsehshow „Wenn die Musi spielt – Sommer Open Air 2010“ vor.

Am 7. August war Lena zu Gast in der RTL II-Show Die neue Hitparade – wir singen Deutsch Folge 3“ zu Gast. Schade, dass Versuche einer Wiederbelebung der ZDF-Hitparade immer nur sehr halbherzig unternommen wurden. Jack White und Norbert Hammerschmidt schrieben die nächste Single für Lena -ebenfalls ausgekoppelt aus ihrem Erfolgsalbum „Liebe ist…“: „Gefühle, die durch’s Feuer gehen“.

Geschäftstüchtig, wie Jack White ist, hat er mit Lena auch 2010 ein neues Weihnachtsalbum auf den Markt gebracht – diesmal unter dem Namen  „Frohe Weihnachten mit Lena Valaitis“. Diesmal gab es sogar eine Promo-Single: „Süßer die Glocken nie klingen“, wobei da wohl eher die Kassen klingeln sollten – auch wenn behauptet wurde, dass die Songs remastert wurden und teils mit neuen Instrumenten versehen. Mit  „Ich muss immer an Dich denken“ wurde eine weitere romantische Single aus Lenas Erfolgs-CD veröffentlicht.

2012 – neues Album „Ich will alles“, 2013 auf Tour mit Florian Silbereisen

Im Januar 2012 wurde dann ein weiteres neues(!) Album von Lena veröffentlicht: „Ich will alles“. Als erste Single wurde daraus die deutsche Version des Mary Hopkin-Hits „Those Were the Days“ veröffentlicht: „Ein schöner Frühlingstag“. Am 28. Januar 2012 sang Lena diesen neuen Schlager im Winterfest der Volksmusik. Ein Jahr später ging Lena mit Florian übrigens mit anderen Stars auf Tournee unter dem Motto „Das Frühlingsfest – Showlegenden und neue Stars präsentiert von Florian Silbereisen“. – Als zweite Single aus ihrem neuen Album wurde ein Lied ausgewechselt, das die Plattenfirma als den „Schlüssel für die schönsten Wochen des Jahres“ bezeichnete: „Sommersonnenparadies“.

Eindeutschung eines ESC-Songs: „Ich will alles (Drip Drop)“

(Erstaunlicherweise) wurde 2013 erst als dritte Single der Titelsong ihrer CD ausgekoppelt: „Ich will alles (Drip Drop)“.  Dabei handelt es sich um die deutsche Version des Eurovisions-Beitrags 2010 von Aserbaidschan, mit dem die Sängerin Safura einen guten Platz 5 belegte – nach langer Zeit gab es also wieder einen Berührungspunkt Lenas zum Eurovision Song Contest. Lena stellte am 28. April 2013 ihr Lied in der ZDF-Frühlingsshow vor.

Anlässlich ihres 70. Geburtstags brachte Jack White – man glaubt es kaum – schon wieder eine Best Of von Lenas großen Hits heraus. Selbstredend wurde erneut „Johnny Blue“ ausgespart. Dafür fand sich der Song  „Ich hab Dir nie den Himmel versprochen“ auf dem Album. Wie so oft, wurde eine alte Tanja-Berg-Nummer aufgewärmt, deren Schlager auch schon in der Version von Andrea Jürgens als Single veröffentlicht wurde. Das Lied wurde als Promo-Single veröffentlicht: „Ich hab Dir nie den Himmel versprochen 2013“. Mit „Ti Amo“ und „Das Buch des Lebens“ wurden immerhin zwei neue Schlager auf das Album genommen. Am 11. Oktober 2013 stellte sie ihre aktuelle Best Of CD in Florian Silbereisens „Herbstfest der Träume“ vor.

Wechsel zur Plattenfirma DA Music

2014 wechselte Lena zur Plattenfirma DA Music und veröffentlichte dort im Frühjahr ihre im Motown-Sound gehaltene Single  „Heute scheint mal die Sonne“, geschrieben von Toni Peeters. Als Produzent war weiterhin Walter Schmid aktiv. Ein Jahr später erschien eine weitere Single bei DA Music: „Alles, was geschieht (hat seine Zeit)“. Den Text zur Komposition von Toni Peeters schrieb diesmal übrigens der bekannte Udo-Jürgens-Textdichter Wolfgang Hofer.

Dauerbrenner: „Schlagerlegenden auf Tournee“

Mit einigen Kollegen aus der  „guten alten Zeit“ wie Michael Holm, Ireen Sheer und Peggy March ist Lena seit 2015 bis heute erfolgreich auf Tour unter dem Motto „Schlager-Legenden auf Tournee“. Im kommenden Herbst wird die Erfolgs-Tournee fortgesetzt.

Album zum runden Geburtstag: „Meine Sprache ist die Musik“

Anlässlich ihres runden Geburtstags erscheinen gleich drei Alben von Lena Valaitis. Als (halb) neues Album wird „Meine Sprache ist die Musik“ erscheinen, das sie ausführlich in der ZDF-Show „Willkommen bei Carmen Nebel“ vorstellen wird. Bei Telamo erscheint in Kooperation mit Shop24Direct das Album „Die Jubiläumsbox“ mit 80 Titeln aus Lenas Karriere. Und als weiteres Best Of-Album hat DA Music die CD „My Star“ angekündigt.

Wir von den Schlagerprofis gratulieren der sympathischen und sehr attraktiven Lena sehr herzlich zum runden Geburtstag und wünschen noch viele Jahre bei bester Gesundheit!

Autor: Stephan Imming

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Schlagerprofis-Klartext: Die Albumcharts in unserer Analyse 0

Okay, „zuerst bei Schlagerprofis“ – diesen Anspruch können wir diesmal nicht erfüllen. Aber dennoch wollen wir noch mal einen Blick auf die für Schlagerfreunde erfreulichen aktuellen Charts werfen.

Am erfolgreichsten lief Oonagh durch das Ziel. Sie schaffte es in die Top-5. Ihre beiden ersten Alben schafften es in die Top-3, das ist diesmal nicht ganz gelungen. Es gab eine Fanbox, und sie hatte ihren Auftritt bei Florian Silbereisen. So gesehen ist ihre Platzierung sehr ordentlich, aber kein sensationeller Erfolg.

Zum vierten Mal in FOlge Top-10 – Platz 8 für Giovanni Zarralla ist ein toller Erfolg. Sicher wird auch der Auftritt bei den „Schlagern des Sommers“ zu diesem Erfolg beigetragen haben – aber andere Teilnehmer der Show konnten sich bei weitem nicht so gut platzieren.

Dass Oli.P die Top-10 knacken konnte und damit das zweite Pferd im Stall von Christian Geller war, das es hoch in die Charts geschafft hat, ist einerseits ein schöner Erfolg – andrerseits gibt es eine dicke Fanbox von ihm und es wurde viel Promotion gemacht. Ob das alleine rechtfertigt, ihn bei allen relevanten Schlager-Tour-Veranstaltungen (Schlagerfest XXL und Schlagernächte) einzuladen, wird sich zeigen.

Schlagertitan Bernhard Brink hat die beste Chartsplatzierung seiner über vier Jahrzehnte andauernden Karriere erreicht – und das ganz ohne Fanbox. Mit Fanbox hätte es vermutlich für die Top-10 gereicht. Aber auch so haben Autogrammstundentour und Silbereisen- und andere TV-Auftritte ihre Wirkung getan. In unseren Augen ein ehrlicher Chartserfolg.

Zum sechsten Mal Top-15 – dass das ein toller Erfolg für Semino Rossi ist, darüber muss man wohl kein Wort verlieren. Herzlichen Glückwunsch! Auch Ben Zucker hat es zum 10. Mal in Folge in die Top-20 geschafft. Ein schöner Erfolg, über den es nichts zu diskutieren gibt – außer, dass das ohne den Silbereisen-Support wohl kaum möglich gewesen wäre…

Drei Sängerinnen haben die Top-20 NICHT, aber immerhin die Top-30 geknackt. Am besten lief Laura Wilde mit „Lust“ durch’s Ziel. Die hatte am Sonntag einen Auftrit bei Kiwi im Fernsehgarten – ob das reicht, um erstmals eine zweite Woche die Charts zu knacken, wird sich zeigen.Immerhin: Laura hat BEI WEITEM nicht den TV-Support, den eine Sonia Liebing hatte, die massiv von vielen Seiten unterstützt wurde und damit immerhin die Top-30 erreicht hat, aber eben nicht „mehr“, was vielleicht dem geschuldet sein könnte, dass sie keine Fanbox und keine Autogrammstundentour hatte. Dennoch finden wir bemerkenswert, dass Silbereisen-TV-Präsenz weniger bringt als eben Autogrammstunden-Tourneen. So gesehen: Glückwunsch an Laura! Dritte im Bunde der Top-30 ist eine Sängerin, die aktuell zwar nicht bei Silbereisen war, aber trotzdem schon wieder die  Top-30 geknackt ha: Beatrice Egli. Acht Wochen Top-30, das hat nicht mal das Vorgänger-Album geschafft, so gesehen müssen wir das einfach loben, auch wenn wir immer noch traurig sind, nicht für eine Rezension bemustert worden zu sein. Da wir aber fair sind, gratulieren wir zu diesem zugegeben tollen Erfolg- auch OHNE „Schlager des Sommers“-Support.

In den Top-100 gibt es weitere interessante Entwicklungen- dass Helene Fischer eine Woche VOR ihrem ZDF-Stadion-Konzert es in die Top-100 geschafft hat, aber Kathy Kelly trotz Silbereisen-Auftritt das nicht geschafft haben und Brenner trotz x-facher Silbereisen-Präsenz es mal wieder nicht hinbekommen haben – geschenkt. Letztlich ist es wirklich spannend, welche Alben sich auf lange Sicht über viele Wochen und Monate halten. Es bleibt spannend, und wir von den Schlagerprofis berichten gerne weiterhin neutral für euch.

 

 

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Nach den aufregenden letzten Monaten habe wir uns eine kleine Auszeit verdient. Auch (Schlager-)Profis müssen mal Pause machen.

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Selbstverständlich sind wir nicht komplett von der Bildfläche verschwunden – topaktuelle News bringen wir bis Freitag bei Facebook und Instagram! Selbstverständlich werden diese dann nachträglich redaktionell am Wochenende hier bei den Schlagerprofis nachgeliefert!

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