Howard_Carpendale_Gelsenkirchen

HOWARD CARPENDALE: Begeisterndes Konzert im Amphitheater Gelsenkirchen

HOWARD CARPENDALE: Fulminantes Konzert in Gelsenkirchen

Ob das Konzert stattfinden würde, stand laut Auskunft des Entertainers auf der Kippe – aber letztlich stand für ihn ab 16 Uhr fest: “Wir ziehen es durch”, auch wenn die Wettervorhersage kritisch war – aber zumindest keine starken Gewitter zu befürchten waren. Glücklicherweise hielt sich das Wetter dann auch bis zum Konzertende. Als dann noch jemand zu spät kam, machte HOWARD ein Selfie. Und der lebensgroße HOWARD-Pappkamerad “stört ungemein”, wie HOWARD zu verstehen gab – das wiederum war den “Fans” egal, die damit verhaltensauffällig waren, was der Künstler wiederum mit Fassung (er)trug. Denn: “Ich rede sehr gern mit meinem Publikum”, sagt HOWARD. Aber im Fokus standen natürlich Gesang und Entertainment.

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Fantastische Band, großartiger Chor

Musikalisch begrüßte der Künstler seine Fans mit fantastischer Band und tollem Begleitchor mit dem Song “Hi!” und sorgte mit einer brandneuen Version von “Samstag Nacht” für Stimmung.  Ein bisschen diskutieren und zu reden, mache ihm Spaß. Warum? “Zu Hause komme ich kaum zu Wort”, sagt HOWARD augenzwinkernd. Als dann noch ein Partyschiff an der Arena vorbei fuhr, gab es kein Halten mehr – der Künstler war kurz irritiert und fragte: “Kommen die öfter vorbei?” und gab die Regieanweisung: “Dann streichen wir Ti Amo” – natürlich ein Scherz.

Richtig gut an kam der neue Song des Künstlers: “Du bist das Letzte”. Danach wurde es dann nachdenklicher, und HOWARD bedankte sich bei seinen Textdichtern, insbesondere bei JOACHIM HORN und dem verstorbenen FRED JAY. Ein Lied, das im Schatten steht (“Wenn ich könnte wie ich wollte”) beeindruckte nicht nur mit tiefsinnigem Text, sondern auch mit Gitarrensolo und sorgte für nachdenkliche Momente.

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Anleihen bei TINA TURNER und QUEEN

Richtig rockig präsentierte HOWARD seinen Klassiker “Es geht um mehr” mit Anleihen im Arrangement bei TINA TURNER (“The Best”). Danach erzählte er davon, dass er bei Facebook einen Aufruf gestartet hat, weniger bekannte Lieblingslieder zu nennen. Hier wurde der Song “Vielleicht niemals” mehrfach genannt, den der Künstler zu Gehör brachte.  Mit dem Song “Du bist doch noch hier” sorgte HOWARD für Gänsehaut, bei manchen Fans auch für emotionale Tränen, geht es doch um den Tod eines geliebten Menschen – beeindruckend arrangiert, mit Cello-Klängen und erneut schönem Begleit-Chor. Danach wurde es wieder rockiger (“Ruf mich an!”) und kultig mit “Tür an Tür mit Alice” – diesmal in einem von der Band QUEEN inspiriertem Arrangement.

Besuch bei INA MÜLLER und Verwechslung der Programmreihenfolge

Danach erzählte HOWARD CARPENDALE davon, dass er in Hamburg bei INA MÜLLER in deren Show “Inas Nacht” eingeladen gewesen sei. Auch da musste er klar stellen, dass er im Leben genau EIN mal aufgehört hat – das sei “keine gute Idee” gewesen, aber eben nur ein einmaliges Vorkommnis. Aber der Mythos, dass HOWARD mehrfach aufgehört habe, hält sich als Fakenews hartnäckig. Der Song dazu “Na und…?” ist ein Song “mit viel Text”. HOWARD gibt zu verstehen, dass er nach wie vor auch “mit 77 Jahren” keine Textblätter und keinen Teleprompter benötigt. Und prompt hat er die Reihenfolge der Songs verwechselt. DAS zeigte allerdings, dass hier ein LIVE-Konzert vorliegt. Die Band fing zwei Songs an, dann entschuldigte sich HOWARD “1000-mal” – und brachte die Songs wieder in die richtige Reihenfolge.

“Alles überlebt” haben nach der Ansage von HOWARD fast alle wie gewünscht im “Off-Beat” also auf Zählzeit 2 und 4 mitgeklatscht – bis auf ein paar Damen, die vorher laut skandierten: “Wir können das”, um dann zu beweisen, dass sie es eben NICHT können. Vielleicht extra für sie erklärte HOWARD diese angloamerikanische Art zu klatschen, die er lieber mag, noch einmal, was gemeint war, um dann zum Comeback-Song “Na und?” überzuleiten.

2. Hälfte sinnigerweise mit “Hello Again” startend

Mit Hello Again holte HOWARD seine Fans direkt wieder ab – begeistert sangen alle mit. Begeistert waren auch die Anwohner und Fans der gegenüberliegenden Flussseite der Arena, die HOWARD begrüßte und mit “Das ist unsere Zeit” wieder losrockte. In bester JAMES-BOND-Manier gab es dann den Klassier “Wem?” auf die Ohren, um dann ganz tief in die 1970er Jahre zu gehen. “Das schöne Mädchen von Seite 1” wurde erst in einer jazzig angehauchten Version gesungen, bis sich Bassist FRANK ITT, augenzwinkernd einschaltete und meinte, dass es so ja wohl nicht gehe – HOWARD hatte ein Einsehen und brachte die neue “Rap”-Version – die Bässe wummerten dabei nicht nur in den Ohren, sondern am ganzen Körper.

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Sehr schön neu arrangiert – mit Akkordeon – war dann der Klassiker “Dann geh doch”, bei dem das Publikum sich (einigermaßen) Textsicher gab. Danach gab es dann wieder einen rockigen Song mit artigem Klatschen auf Zählzeiten 2 und 4: Der 90er Klassiker “Mit viel viel Herz” wusste zu begeistern. 80er Vibes gab hingegen der Klassiker “Laura Jane”, der in etwa in der Zeit entstand, als FALCO mit “Jeanny” erfolgreich war – schon damals war HOWARD mit seinen Songs auf der Höhe der Zeit. Das persönliche Lieblingslied von HOWARD, wohl auch das von vielen Fans, ist “Nachts, wenn alles schläft”, womit das offizielle Konzert beendet wurde.

Die frenetisch geforderten Zugaben durften nicht fehlen. Der Superhit “Ti amo”, lange herbeigesehnt, wurde nun entfacht – erneut mit packendem Saxofon-Solo. HOWARD CARPENDALE gab seinen Fans zu verstehen, dass er inszenierte und streng vorbereitete Zugaben nicht so mag – und es lieber hat, wenn die Zugaben auch “wirklich” gefordert werden (also der Gegenentwurf dessen, was wir teilweise in SILBEREISEN-Shows erleben, wo kein Mensch eine Zugabe will und dennoch eine gegeben wird). Bei HOWARD war das komplett anders: Die Fans haben sehr lautstark um eine Zugabe gebeten, die HOWARD mit Wiederholungen von “Samstag Nacht” und “Du bist das Letzte” dann auch gab.

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Fazit

Immer wieder muss man HOWARD CARPENDALE für den Anspruch loben, den er an sich selber hat. Es ist (leider) davon auszugehen, dass viele der (weiblichen) Fans, die alle 10 Minuten ein neues Glas Sekt am Getränkestand kauften, einfach nur ihren “HAUIE” sehen wollten (bei derartigen Zwischenrufen hat HOWARD “hau ihn doch selbst” lächelnd zurückgerufen). Da könnte man sich auch zum Halbplayback auf die Bühne stellen. Das ist aber nicht der Anspruch des Vollblut-Entertainers – im Gegenteil: Sein musikalischer Leiter ANDRÉ FRANKE hat eine überragende Band zusammen gestellt, die es aktuell sonst im Schlager so bestenfalls noch bei ROLAND KAISER zu sehen gibt, sonst macht das niemand mehr. Großartige, kluge und durchdachte live gespielte Arrangements wussten zu gefallen.

Hier ein Cello, da eine Akkordeonbegleitung, mehrere schöne Saxofon-Soli, durchgehend perfekte großartige Begleitchöre, ein obercooler Bassist – einfach eine stimmige Band und ein Künstler, der sein Handwerk ernst nimmt und dabei dennoch ein toller Entertainer ist – so lange es so etwas noch gibt, gilt es, das in vollen Zügen zu genießen. Bei der jungen Schlagergeneration ist dieser musikalische Anspruch ja leider kaum noch zu erkennen – da geht es oft um Artistik, Pyrotechnik und Tanz – umso dankbarer darf man Musikern wie HOWARD sein, dass sie den Anspruch haben, musikalisch auf hohem Niveau zu unterhalten. Das ist HOWARD am Samstag in Gelsenkirchen perfekt gelungen. Ein Besuch seines Konzerts lohnt sich auf jeden Fall!

PS: Nicht vergessen: Am kommenden Samstag ab 22.50 Uhr zeigt der SWR ein Livekonzert von HOWARD, bei dem viele der Songs, die auf der Tour gespielt werden, zu hören sind.

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Setlist

Intro
Hi! (toll mehrsprachig gesungen, 1. Saxofon-Solo)
Samstag Nacht (langsam startend)
Das alles bin ich! (rockig präsentiert)
Du bist das Letzte
Wenn ich könnte wie ich wollte
Es geht um mehr
Vielleicht niemals
Du bist doch noch hier
Ruf mich an!
Tür an Tür mit Alice (Queen-Version)
Alles überlebt
Na und?

2. Hälfte

Hello Again
Das ist unsere Zeit
Wem?
Das schöne Mädchen von Seite Eins
Wie frei willst du sein?
Astronaut
…dann geh doch!
Mit viel viel Herz
Morgen früh wist du gehen
Laura Jane
Unter einem Himmel
Nachts, wenn alles schläft

Zugaben

Ti amo
Samstag Nacht

Bericht und Fotos: Schlagerprofis.de

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3 Responses

  1. Was soll man dazu sagen !!??? Ich hab’ Gänsehaut, erlebte das Konzert (nicht Gelsenkirchen, aber davor) gerade erneut. DANKE für diesen wunderbaren, ehrlichen und realistischen Bericht. Howard ist einfach ein Ausnahmekünstler und seine Fan-Gemeinde ist froh und glücklich, dass er zurückkam (nachdem er eine einzige Auszeit eingelegt hatte).
    Diese störenden Damen hatten wir auch in Dresden – respektlos dem Künstler gegenüber.
    Vielen Dank noch mal für diesen tollen Bericht, der wirklich den Abend widerspiegelt ind “Lzst auf mehr …” macht.

    Vlt. überlegt nun M., nicht dauernd zu fordern, dass die ‘Alten” für die Jugend Platz machen sollen.
    Wer neugierig geworden ist, sollte sich den Mitschnitt des Open Air in Ingelheim am 5.8. auf SWR ansehen; die Höhepunkte werden gezeigt. Auch die Doku. über Howard ist sehr sehenswert.

    Am 4. und 5.8. spielt Howard & Band/Chor die nächsten 2 Open Air 👍🎶.

  2. Schwachsinn…als ob andere Sänger keine guten Bands hätten….da muss man nur in den Osten schauen. Schöbel und Freudenberg haben auch sehr gute Bands !

    1. Wollten Sie Ihre unqualifizierten Kommentare nicht auf ein anderes Portal beschränken? – Wenn Ute Freudenberg in NRW ist, werden wir dann mal zählen, ob da auch 12 Profimusiker auf der Bühne als Begleitband auf der Bühne stehen…

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