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HEIDI STROH ist verstorben – Schauspielerin und Schlagersängerin hinterlässt ein vielseitiges Lebenswerk
Die deutsche Film- und Schlagerwelt trauert um HEIDI STROH. Mit ihr verliert die Unterhaltungsbranche eine außergewöhnlich vielseitige Künstlerin, die über Jahrzehnte als Schauspielerin, Sängerin und Bühnenpersönlichkeit ihr Publikum begeisterte. Ihr Name wird untrennbar mit dem Neuen Deutschen Film verbunden bleiben, doch auch im deutschen Schlager hinterließ sie bleibende Spuren.
Geboren wurde HEIDI STROH am 10. Februar 1941 in Jena. Schon früh zeigte sich ihre künstlerische Begabung. Während ihre Eltern HARRY und MARGARETHA STROH eine Schule für Gesellschaftstanz führten, erhielt sie bereits als Kind Ballettunterricht. Zunächst schlug sie auf Wunsch ihrer Eltern einen bürgerlichen Berufsweg ein und absolvierte eine Ausbildung zur Zahnarztassistentin. Doch ihre Leidenschaft gehörte der Bühne.
Anfang der 1960er Jahre zog es sie nach Rom. Dort studierte sie Gesang und stand 1962 und 1963 als Soubrette auf den Bühnen des berühmten Teatro Sistina sowie des Teatro Dellemuse. Die italienische Hauptstadt wurde zum Ausgangspunkt ihrer internationalen Karriere.
Erster Schlager 1965
Schon 1965 erschien ihre erste Schlager-Single „Warum lässt du mich so lang warten?“, für die fleißig die Werbetrommel gerührt wurde:

Im gleichen Jahr folgte ihr Filmdebüt in Italien an der Seite des großen VITTORIO GASSMAN. Nur zwei Jahre später gelang ihr der endgültige Durchbruch mit EDGAR REITZ‘ preisgekröntem Film „Mahlzeiten“. Der Film wurde beim Internationalen Filmfestival von Venedig mit einem Sonderpreis ausgezeichnet und machte HEIDI STROH über Nacht zu einem der bekanntesten Gesichter des Jungen Deutschen Films. Zeitweise galt sie sogar als Anwärterin auf den Goldenen Löwen.
Es folgten zahlreiche Hauptrollen in Film- und Fernsehproduktionen im In- und Ausland. Ob in „Lena Christ“, „Der blaue Engel“, dem Tatort „Kressin und die Frau des Malers“, der preisgekrönten französischen Fernsehserie „Au plaisir de Dieu“ oder in „Der Stoff, aus dem die Träume sind“ – HEIDI STROH überzeugte durch Natürlichkeit, Eleganz und große Ausdruckskraft.
James Bond Girl – Rolle krankheitsbedingt abgesagt
Dennoch blieb ihr der ganz große internationale Durchbruch zweimal verwehrt. Für den James-Bond-Film „Feuerball“ war sie bereits für eine Hauptrolle vorgesehen, musste diese jedoch krankheitsbedingt absagen.
Wenige Jahre später wollte Regie-Legende FEDERICE FELLINI sie für einen seiner Filme verpflichten. Wegen terminlicher Überschneidungen mit einer bereits vereinbarten Konzertreihe im Münchner Hilton-Hotel kam die Zusammenarbeit jedoch nicht zustande. FELLINI selbst bedauerte dies ausdrücklich und brachte seine Wertschätzung in einem persönlichen Brief zum Ausdruck.
Weitere eigene Schlager
Neben ihrer Schauspielkarriere war die Musik ihre zweite große Leidenschaft. Ende der 1960er Jahre begann sie, weitere eigene Schlager aufzunehmen. Mit Singles wie „Schimpf nicht auf die Welt“ (1969, mit einem Text des großen Textdichters MAX COLPET) und „Liebe will frei sein“ (1971, Co-Autor: TONY HENDRIK) etablierte sie sich auch als Interpretin anspruchsvoller deutschsprachiger Unterhaltungsmusik.
Mitte der 1970er Jahre wechselte sie zum Label United Artists. Im Januar 1974 wurde sie bei einem United-Artists-Stammtisch in den Münchner Filser Stuben der Fachpresse vorgestellt, um ihre Single „Er hat mich geliebt“ zu promoten. Die B-Seite des Songs, „Zigeunernacht“, dürfte heute wohl so nicht mehr veröffentlicht werden – damals war das „Z-Wort“ absolut gängig („Aber am Abend, da spielt der Zigeuner“, „Zigeunerwagen“).

Mit gleichem Team wurde der Song „Was hab ich mit der Liebe gemacht“ produziert, ebenfalls fleißig von United Artists beworben:

1975 erschien sogar ein Album namens „Mal so – mal so“. Darauf enthalten war die nächste Single „Einmal ist keinmal“ (stellte HEIDI am 17. Juli 1975 in der „Drehscheibe“ vor).
Im Jahr 1976 veröffentlichte HEIDI das bemerkenswerte Chanson „Meine Freunde, die sehn nur mein Lachen“, die deutsche Version von „Where Do You Go To My Lovely“ von PETER SARSTEDT. Die letzte United-Artists Single war die 1977 erschienene deutsche Version eines Songs von DON McLEAN: Aus „And I Love You So“ wurde „Nun bist du bei mir“ – produziert vom damaligen UDO-JÜRGENS-Orchesterchef WILLY UEBELHERR.
Letzte Singles in den 1980er Jahren
1982 schrieb die renommierte Textdichterin IRMA HOLDER einen Text für HEIDI STROH: „Wenn es noch Liebe wär“ erschien in der Hochzeit der Neuen Deutschen Welle bei Metronome.
Die letzte uns bekannte deutschsprachige Single von HEIDI STROH erschien auf KOCH Records: „Keinen Helden, keinen Hero“ stellte sie damals u. a. in der Aktuellen Schaubude und in der Tele Illustrierten vor. Der Song war die deutsche Version des TINA-TURNER-Welthits „We Don’t Need Another Hero“.

Ende der 1980er Jahre erschien mit „Why Are You Breaking My Heart“ noch eine englischsprachige Single.
Angesehene Sängerin auch ohne große Charterfolge
Ihre warme, charaktervolle Stimme verlieh ihren Liedern eine besondere Atmosphäre. Ein wenig schwamm HEIDI im Fahrwasser von HILDEGARD KNEF mit, die als Schauspielerin auch mit anspruchsvollen Liedern auf sich aufmerksam gemacht hatte. Zwar blieben die ganz großen Chartplatzierungen aus, doch ihre Aufnahmen genießen bis heute unter Schlagerfreunden und Sammlern einen ausgezeichneten Ruf. Sie stehen für die elegante und gefühlvolle Schlagerkultur der späten 1960er- und 1970er-Jahre.
Auch abseits der Bühne zeigte HEIDI STROH Haltung. Mit großem Engagement setzte sie sich für den Tierschutz ein und kämpfte gegen das Robbenschlachten. Für entsprechende Kampagnen gestaltete sie sogar selbst ein Logo und nutzte ihre Bekanntheit für den guten Zweck.
In den vergangenen Jahren widmete sie sich intensiv einem weiteren Interessengebiet: der Gesundheitsvorsorge und der Bedeutung von Vitaminen. Aus ihren langjährigen Studien entstand ein Buch, dessen Veröffentlichung ihr besonders am Herzen lag.
Mit HEIDI STROH verliert die deutsche Kulturlandschaft eine Künstlerin, die sich nie auf ein einziges Metier beschränken ließ. Sie war Schauspielerin, Sängerin, Entertainerin und engagierte Persönlichkeit zugleich. Ihre Filme gehören zur Geschichte des deutschen Kinos, ihre Schlageraufnahmen bleiben ein wertvoller Bestandteil der deutschen Unterhaltungsmusik.
Wie memoryradio.de herausgefunden hat, ist HEIDI am bereits am 18. April 2026 im Alter von 85 Jahren verstorben. Wir nehmen Abschied von einer außergewöhnlichen Frau, deren Stimme und Leinwandpräsenz unvergessen bleiben wird. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Freunden sowie allen Menschen, die ihr beruflich und privat verbunden waren.
Ruhe in Frieden, HEIDI STROH!











