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MICHELLE wird zu „WAKAN“: Wenn Schlagerstars einen spirituellen Neuanfang wagen
Mit ihrem angekündigten Abschied von der Bühne überrascht MICHELLE ihre Fans gleich doppelt: Die Sängerin möchte nicht nur ihre über 30-jährige Gesangskarriere beenden, sondern künftig unter dem spirituellen Namen „WAKAN“ als Heilerin und Medium arbeiten.
In einem ausführlichen Interview mit BILD spricht die 54-Jährige über Energiearbeit, Meditation, Karma, Jenseitskontakte und ihre Überzeugung, Menschen künftig auf einer anderen Ebene helfen zu können. Bereits vor zwölf Jahren habe sie eine Heiler-Ausbildung und später eine Ausbildung zum Medium absolviert. Ab Mitte Juli sollen erste Online-Sitzungen starten.
Vom Rampenlicht in die Spiritualität
Der Schritt wirkt außergewöhnlich, ist aber keineswegs ohne Vorbilder. Gerade Künstler, die jahrzehntelang unter großem öffentlichem Druck standen, beschäftigen sich häufig intensiv mit Sinnfragen, Meditation oder alternativen Lebensphilosophien.
MICHELLE beschreibt ihren Wandel als einen Prozess: Show, Kostüme und Applaus würden heute nicht mehr zu dem Menschen passen, der sie geworden sei. Stattdessen wolle sie Menschen „direkt, persönlich und tiefgehend“ begleiten.
Dabei betont sie selbst, dass sie Verständnis dafür habe, wenn ihre Aussagen auf Skepsis stoßen. Ihre Erfahrungen hätten jedoch entscheidend dazu beigetragen, persönliche Krisen, Depressionen und schwere Lebensphasen zu bewältigen.
JULIANE WERDING: Das bekannteste Schlager-Beispiel
Wer bei MICHELLEs Ankündigung an JULIANE WERDING denkt, liegt nicht falsch.
Die Sängerin zog sich bereits vor Jahren weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück und widmete sich intensiv spirituellen Themen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und veröffentlichte Bücher über Bewusstsein, Reinkarnation und alternative Lebenskonzepte.
Auch ihre späteren Alben waren von diesen Themen geprägt. Anders als MICHELLE stand dabei allerdings weniger mediale Arbeit oder Jenseitskommunikation im Mittelpunkt, sondern psychologische und spirituelle Persönlichkeitsentwicklung.
Ein Blick über den Schlager hinaus
Auch international haben Musiker immer wieder spirituelle Wege eingeschlagen.
Die BEATLES gelten als eines der bekanntesten Beispiele. Während ihres Indien-Aufenthalts 1968 beschäftigten sich JOHN LENNON, PAUL MCCARTNEY, GEORGE HARRISON und RINGO STARR intensiv mit Transzendentaler Meditation.
Vor allem GEORGE HARRISON entwickelte daraus eine lebenslange spirituelle Praxis. Hinduistische Philosophie, Meditation und die Unterstützung der Hare-Krishna-Bewegung beeinflussten sein gesamtes künstlerisches Schaffen. Songs wie „My Sweet Lord“ spiegeln diese Suche nach Spiritualität deutlich wider.
Allerdings verstand sich HARRISON nie als Guru oder Heiler, sondern als gläubiger Mensch auf einem persönlichen Weg.
Zwischen persönlichem Glauben und öffentlicher Rolle
Gerade im Schlager spielt Authentizität eine große Rolle. Viele Künstler sprechen heute offen über mentale Gesundheit, Achtsamkeit oder Meditation. Dass daraus jedoch eine komplett neue berufliche Identität entsteht, kommt vergleichsweise selten vor.
MICHELLE scheint genau diesen Schritt gehen zu wollen. Aus dem langjährigen Schlagerstar soll privat wieder TANJA HEWER werden – ergänzt um den Namen „WAKAN“, den sie nach eigener Aussage während einer Meditation erhalten habe und der in einer indigenen Sprache sinngemäß für „heilig“ oder „spirituell“ stehen soll.
Ob ihre Fans ihr auf diesem neuen Weg folgen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Ihr Karriereende ist nicht als Rückzug aus der Öffentlichkeit gedacht, sondern als bewusster Neuanfang.
Ob man spirituelle Heilmethoden als Glaubensfrage, persönliche Erfahrung oder mit Skepsis betrachtet: MICHELLEs Schritt markiert zweifellos einen der ungewöhnlichsten Karrierewechsel, den die deutsche Schlagerszene in den vergangenen Jahren erlebt hat.
Ihren letzten Auftritt als Sängerin absolvierte MICHELLE beim Schlagerbooom Open Air 2026 mit FLORIAN SILBEREISEN. Diese Show wird wie berichtet am 27. Juni ausgestrahlt.











