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ESC-Vorentscheid 2028: Wird der deutsche Songcontest zum Mega-Projekt der TV-Sender?
ARD, RTL und ProSiebenSat.1 zeigen sich offen für eine gemeinsame ESC-Allianz – und das könnte auch für die Schlagerwelt spannend werden!
Beim Eurovision Song Contest sind große Gefühle, starke Stimmen und mitreißende Songs gefragt. Doch bevor Deutschland bei der Eurovision auf der internationalen Bühne antritt, muss erst einmal der passende Kandidat gefunden werden.
Und genau bei dieser Suche könnte es künftig deutlich größer werden als bisher: ARD-Programmdirektorin CHRISTINE STROBL träumt von einer umfassenden Zusammenarbeit der großen deutschen Fernsehsender. Neben RTL könnte dabei auch ProSiebenSat.1 mitmischen. Ein mögliches Mega-Projekt für den ESC-Vorentscheid 2028 nimmt damit zumindest gedanklich Gestalt an.
CHRISTINE STROBL will den ESC auf mehrere Schultern verteilen
Beim TV-Gipfel der Medientage München machte CHRISTINE STROBL deutlich, dass sie sich eine noch größere Partnerschaft beim deutschen ESC-Vorentscheid vorstellen kann. Die bisherige Zusammenarbeit zwischen ARD und RTL sei gut gelaufen. Nun wolle sie diese Kooperation nach Möglichkeit ausweiten und den Vorentscheid „auf mehrere Schultern“ verteilen. Ihre Vorstellung: Gemeinsam etwas richtig Großes auf die Beine stellen.
Dabei handelt es sich offenbar nicht nur um einen unverbindlichen Wunsch. „Wir arbeiten dran und vielleicht klappt es ja“, erklärte STROBL laut DWDL.de. Konkrete Vereinbarungen oder einen verbindlichen Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.
RTL schwärmt von der Zusammenarbeit – und lädt PROSIEBENSAT.1 ein
Auch bei RTL stößt die Idee auf offene Ohren. Content-Chefin INGA LESCHEK erinnerte an die gemeinsame Ausrichtung des ESC-Vorentscheids 2025 mit der ARD. Diese Partnerschaft bezeichnete sie als die schönste der vergangenen zwei Jahre. RTL sei dankbar gewesen, dass die ARD dem Privatsender die Eurovisions-Marke anvertraut habe. und mit „Baller“ ist ja – anders als man das sonst so kennt – ein veritabler Hit herausgesprungen, damals noch unter Mitwirkung von STEFAN RAAB.
Noch interessanter ist ihre Einladung an einen möglichen weiteren Partner: „Wenn ProSieben da mitmachen möchte, sag ich natürlich nicht nein.“
Und tatsächlich zeigte sich auch HENRIK PABST, Chief Content Officer von ProSiebenSat.1, grundsätzlich offen für eine Beteiligung. Voraussetzung seien vernünftige Gespräche und ein Ergebnis, das ein gutes Zeichen setze. Man werde sich einer solchen Zusammenarbeit nicht verschließen.
Was bedeutet das für die Schlagerwelt?
Für Schlagerfans könnte diese Entwicklung durchaus interessant werden. Schließlich war der ESC-Vorentscheid früher mal eine Bühne, auf der sich auch Künstler aus dem deutschsprachigen Pop- und Schlagerbereich sehr erfolgreich (als der Schlager noch eine Rolle spielte) präsentieren können. Eine größere Senderallianz könnte neue Möglichkeiten bei der Auswahl der Kandidaten, bei der Präsentation der Songs und bei der Reichweite des Wettbewerbs eröffnen.
Ob damit tatsächlich mehr Schlager im Vorentscheid zu hören wären, ist allerdings offen. Bislang gibt es keinerlei konkrete Angaben dazu, welche Künstler, Musikrichtungen oder Auswahlverfahren bei einem solchen Gemeinschaftsprojekt zum Zuge kommen könnten. Eine größere Kooperation wäre also noch lange keine Garantie dafür, dass der deutsche ESC-Beitrag künftig stärker aus der Schlagerbranche kommt – im Gegenteil. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Denn: Nicht nur STEFAN MROSS wird sich daran erinnern, dass der SWR die erfolgreiche „Immer wieder sonntags“-Show abgeschossen hat und gleichzeitig große finanzielle Mittel in den Eurovision Song Contest steckt.
Klar ist immerhin: Wenn mehrere große Sender ihre Kräfte bündeln, könnte der Vorentscheid deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen. Und mehr Aufmerksamkeit kann für die beteiligten Künstler nur von Vorteil sein – sofern am Ende auch der richtige Song gefunden wird.
ESC 2027 ist bereits in Vorbereitung
Allzu schnell dürfte sich an der bisherigen Konstellation ohnehin nichts ändern. Für den ESC-Vorentscheid 2027 laufen die Vorbereitungen innerhalb der ARD bereits; federführend ist dabei der SWR. Eine mögliche große Senderallianz dürfte deshalb vor allem mit Blick auf das Jahr 2028 interessant werden.
Ob auch das ZDF mit an Bord gehen könnte, ist bislang nicht bekannt. Beim TV-Gipfel war kein Vertreter des Mainzer Senders dabei. CHRISTINE STROBLS Einladung zu einer größeren Zusammenarbeit könnte aber durchaus auch als Gesprächsangebot an das ZDF verstanden werden.
Ganz neu ist die Idee einer senderübergreifenden Allianz übrigens nicht: Bereits 2024 wurde über ein gemeinsames Konzept mehrerer Partner für den deutschen ESC-Vorentscheid gesprochen. Verwirklicht wurde dieses Modell damals nicht. Stattdessen entstand die Zusammenarbeit zwischen ARD und RTL rund um STEFAN RAABs Format „Chefsache ESC“.
Fazit aus Schlager-Sicht: Noch ist nichts beschlossen. Doch die Aussagen von CHRISTINE STROBLS, INGA LESCHEKS und HENRIK PABST zeigen, dass eine größere Zusammenarbeit beim ESC-Vorentscheid längst mehr ist als eine völlig abwegige Idee. Sollte daraus für 2028 tatsächlich ein gemeinsames Projekt der großen Sender werden, dürfte es spannend werden – auch für die Frage, welche Künstler Deutschland künftig beim Eurovision Song Contest vertreten.
Quelle: Thomas Lückerath, DWDL.de: „Strobl: ARD plant große Sender-Allianz für ESC-Vorentscheid 2028“, veröffentlicht am 22. Oktober 2026. Zum Originalartikel bei DWDL.de.
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