KASTELRUTHER SPATZEN: NORBERT RIER im Interview: „So lange wir es gesundheiltich schaffen, machen wir weiter“
Mit „Hollywood in Kastelruth“ präsentieren die KASTELRUTHER SPATZEN ein neues Album, das nicht nur ihre Verbundenheit mit ihrer Heimat, sondern auch ihre große Dankbarkeit gegenüber den Fans zum Ausdruck bringt. Im Interview spricht Frontmann NORBERT RIER über den ungewöhnlichen Albumtitel, bewegende Momente beim Spatzenfest und die Bedeutung der Musik in einer Zeit, in der Angst und Hass oft den Ton angeben.
Außerdem äußert er sich zum Ende von „Immer wieder sonntags“, zur fehlenden Präsenz der Spatzen in großen TV-Shows und verrät, warum er trotz jahrzehntelanger Karriere optimistisch in die Zukunft blickt. Denn eines steht für ihn fest: Solange die Gesundheit mitspielt, soll die Erfolgsgeschichte der KASTELRUTHER SPATZEN weitergehen.
Mit „Hollywood in Kastelruth“ präsentieren die Kastelruther Spatzen ein neues Album. Was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Titel, und was verbindet ihr damit?
Ja, das war schon für uns auch ein bisschen ungewöhnlich. Wir haben lange überlegt, wie wir das Album nennen sollen. Wir wollen die Naturmenschen und die bodenständigen Menschen mit Hollywood in Verbindung bringen. Es ist auch anlässlich unseres aktuellen Spatzenfest-Jubiläums ein Thema. Es ist für viele DAS Ereignis des letzten Jahres in Kastelruth. Da war wahnsinnig viel los.
Wie überall auf der Welt ist in Kastelruth viel los. Beim Spatzenfest bekamen wir von der Gemeinde ein Dankeschön. Man rollte uns den roten Teppich aus – wie bei der Oscar-Verleihung. Das ist wie Hollywood. Was uns ganz besonders gefreut hat: Am Eingang waren Transparente und Plakate aufgehängt mit den Worten „Kastelruth sagt DANKE“. Das sind Kleinigkeiten, die mich sehr erfreuen.
Das habt ihr euch auch verdient. Ihr steht seit Jahrzehnten für volkstümliche Musik mit Herz und Gefühl. Was ist Ihnen bei der Auswahl der Lieder für das neue Album besonders wichtig?
Bei jeder CD ist es wichtig, so auch bei der neuen CD, den Menschen eine Freude zu machen. Dass sie die Lieder genießen können. Nach einem Konzert ist es immer schön, wenn die Leute nach einem Konzert auf uns zukommen und sich bedanken und sich auf das nächste Mal freuen oder wenn es heißt, dass sie durch die Musik wieder ins Leben gefunden.
Die Leute sollen gerade in heutigen Zeiten, in denen viel Angst und Hass geschürt werden, abschalten und genießen können. Sie sollen einfach die Seele baumeln lassen können und in der Fantasie ein bisschen heile Welt herstellen können. Die Musik soll einfach Freude machen.
Ein besonderer Auftritt beim diesjährigen Spatzenfest: Diesmal standen Sie gemeinsam mit den Kindern der Kastelruther Spatzen auf der Bühne. Was bedeutet Ihnen dieser Auftritt, und wie fühlt es sich an, die Begeisterung für die Musik an die nächste Generation weiterzugeben?
Ja, das auf jeden Fall. Das sind so die positiven super-schönen Überraschungen, die man immer wieder hat. Ähnlich war es ja auch bei „Immer wieder sonntags“, wo sich mein Sohn Alexander bei mir, aber auch bei der Band bedankt hatte, dass er die Chance hatte, mit ihnen gemeinsam aufzutreten und mich zu vertreten. Ich war sehr froh, dass es in der damaligen Zeit weiterging, das hat der Alexander auch super gemacht.
Dass da nicht alles stehen geblieben ist, war toll. Das ist schon ein schönes Gefühl. Man sieht, dass man etwas erreicht hat und viel Gutes getan hat.
Nicht so schön ist das Ende von „Immer wieder sonntags“…
Ja, leider. Viele können das nicht verstehen, warum die Sendung abgesetzt wurde.
Es war noch eine der letzten Shows, bei denen die Kastelruther Spatzen noch stattfinden. Früher Dauergast bei Carmen Nebel und in den „Feste“-Shows, heute eigentlich nur noch der Schlager-Spaß mit Andy Borg, nachdem ja auch das Immer wieder sonntags-Format weg ist…
Das können wir uns selber auch nicht erklären. Es ist eine gute Frage. Wir haben uns das nie vorstellen können und haben nicht dran geglaubt, dass der Erfolg so lange anhält, wir führen ja eigentlich ein normales Leben – wir sind Menschen wie Du und ich. Wir stehen alle im Leben. Was die Sendung angeht – wir finden das unverständlich. Das gibt es ja überall, die Jungen kommen nach.
Aber mit Gewalt etwas abzuschaffen, das vielen Menschen, auch älteren Menschen, die die Sendung genießen und davon zehren, finde ich das nicht gut. Eine Plattform für junge Talente und neue Künstler ist damit weggebrochen. In den großen Shows nimmt man ja immer nur Stars, die in einem gewissen großen Pool zu finden sind, da sind wir nicht dabei. Es ist leider so, wie in der Politik. Da blickt man nicht durch. Auch der STEFAN weiß nicht alles – vielleicht ist es auch manchmal besser so, nicht alles zu wissen.
Das Gute ist: Ihr habt euer Publikum ja trotzdem. Es ist schade für die Fans, die euch im TV nicht sehen können. Jetzt könnt ihr auf so eine lange Karriere zurückblicken. Frage: Wie geht es mit den Spatzen weiter?
Eins steht fest: Den Erfolg haben wir nur den Fans zu verdanken, das ist uns bewusst und dafür sind wir dankbar. Darum geht es ja auch in „Hollywood in Kastelruth“, wo die Rede von einem „Oscar für die Fans“ ist. Was unserer Zukunft angeht: Wir versuchen, weiterhin schöne Musik zu machen und schöne Tourneen. Das wird ja immer noch besser. Wir bekommen auch wahnsinnig viel junges Publikum im Teenager-Alter. Daran erkennen wir, dass es weitergeht. So lange wir es gesundheitlich schaffen, wollen wir weitermachen!
Vielen Dank für Ihre Zeit und viel Erfolg mit dem neuen Album











