CD-Cover_Du_hast_den_Farbfilm_vergessen

ANGELA MERKEL: Zapfenstreich mit Liedern von NINA HAGEN und HILDEGARD KNEF

ANGELA MERKEL: Mit dem NINA-HAGEN-Song hätten wir nicht gerechnet

Vor fast 40 Jahren sang UDO LINDENBERG bezogen auf ERICH HONECKER: “Ich weiß, tief in dir drin bist du doch eigentlich auch ‘n Rocker”. Womöglich trifft das auch auf ANGELA MERKEL zu? (Wobei der Vergleich zu ERICH HONECKER ansonsten natürlich unangebracht ist, das versteht sich von selbst). – Jedenfalls hätten wir damit nicht gerechnet: Dass sie sich zum Zapfenstreich ausgerechnet einen Song von NINA HAGEN gewünscht hat: “Du hast den Farbfilm vergessen”. Wobei das Lied von der Melodieführung durchaus als Schlager durchgeht. Bleibt die Frage – will uns “ANGIE” zum Abschied mit diesem Text etwas sagen?

Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael.
Nun glaubt uns kein Mensch, wie schön ‘s hier war.

NINA HAGEN steht für ausgesprochene Offenheit (manchmal mehr als vielen recht ist, wenn man sich z. B. an ihre im TV präsentierte bestmögliche Technik weiblicher Masturbation erinnert), Direktheit und Extravaganz – vielleicht Attribute, die ANGELA MERKEL zu schätzen weiß, aber selbst angesichts ihrer Position nie so ausleben konnte? Womöglich spielt auch der immer irrer werdende Selfie-Hype auf Instagram und Co. eine Rolle bei der Auswahl des Titels? Motto früher Farbfilm vergessen – heute Smartphone vergessen, wie jüngst J.B.O. es formulierten? – Auf jeden Fall eine spannende Wahl. Der wahre Grund für die Wahl des Songs dürfte aber ein anderer sein.

NINA HAGEN: Ausgebürgert aus der DDR

Aus der DDR wurde der Liedermacher WOLF BIERMANN ausgebürgert. Das ist fast genau 45 Jahre her. Und BIERMANN war mit EVA MARIA HAGEN liiert. Deren Tochter ist NINA HAGEN – Grund genug, die ebenfalls mit BIERMANN befreundete NINA ebenfalls auszubürgern, obwohl sie schon damals als Sängerin der Band AUTOMOBIL populär war – nicht zuletzt aufgrund des “Farbfilm”-Lieds. – Vermutlich spielt auch diese Geschichte eine Rolle, wobei es für NINA HAGEN schon ein echter Ritterschlag ist, dass sich ANGELA MERKEL ausgerechnet ihr Lied ausgesucht hat.

HILDEGARD KNEF – eine starke Persönlichkeit

Auch das Lied einer zweiten starken Frau dürfte mit Bedacht gewählt sein. Auch hierbei handelt es sich genau genommen um einen Schlager, vielleicht sogar um einen Schunkel-Schlager. Der Text hat es aber in sich. HILDEGARD KNEF hat höchstselbst gesagt, dass sie den Song in einem Hauch von Größenwahn geschrieben habe – Motto Hauptsache ihr gehe es gut, der Rest der Welt sei ihr egal. Das ist aber nur eine Facette des Songs. Rosen haben Dornen – und auch der Lebensweg von HILDEGARD war dornenreich.

Außerdem endet das Lied, in dem HILDEGARD u. a. darüber singt, sich “nicht fügen” zu wollen, wie folgt:

Für mich soll’s rote Rosen regnen.
Mir sollten ganz neue Wunder begegnen!
Mich fern vom Alten neu entfalten –
Von dem, was erwartet, das meiste halten.
Ich will, ich will

Das könnte durchaus der Anspruch von ANGELA MERKEL sein, sich “fern vom Alten neu zu entfalten”. Als Lied Nummer 3 hat sie sich ein Kirchenlied gewünscht. “Großer Gott, wir loben dich” – auch das ein Statement in Zeiten von Kirchenaustritten.

Wir finden: Klasse, dass ANGELA MERKEL sich – anders als viele andere, denen die Ehrung eines Zapfenstreichs widerfährt – wirklich, so zumindest unser Eindruck, Gedanken gemacht hat und nicht einfach, wie viele öffentlich-rechtliche Medien leider tun, beliebig “das Beste von heute und gestern” gewählt hat. Wir wünschen ihr nach 16 Jahren Kanzlerschaft in teils unruhigen Zeiten eine tolle Zeit und dass sie sich “fern vom Alten neu entfalten” wird – wir sind sicher, dass ihr das gelingen wird!

 

 

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Eine Antwort

  1. Komischerweise hat sich der Großteil der Bevölkerung überhaupt nicht für die Ausbürgerung von diesem Biermann interessiert….. Künstler ja, aber der Rest der Bevölkerung ging dies voll am Arsch vorbei. Politisch wird das natürlich von der damaligen FDJ – Sekretärin Merkel anders gesehen.
    Heute lebt dieser alte Mann Biermann in seiner eigenen Welt….chauffiert von Politgarde und dazu privilegiert. Trauriger alter Mann… sogar mein Mitleid hält sich in Grenzen.

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