UWE STEIMLE: Stand-up-Comedy in Zeulenroda
Sommerliche Kulisse, traumhafter Blick über die Zeulenrodaer Talsperre und ein Publikum, das sich vor Lachen kaum auf den Stühlen halten konnte: Der gestrige Freitagabend auf der Seestern Panoramabühne stand ganz im Zeichen des Dresdner Kabarettisten und Schauspielers Uwe Steimle. Mit seinem aktuellen Programm „Nu! – KEEN GETUE, KEEN GEMACHE…“ sorgte er für ein rundum gelungenes Open-Air-Erlebnis vor vollem Haus.

Schon Wochen im Voraus war die Veranstaltung restlos ausverkauft. Exakt 1.000 Besucherinnen und Besucher strömten am lauen Juli-Abend auf das Areal der Panoramabühne, um Steimle hautnah zu erleben. Die Stimmung unter den Gästen war bereits vor Beginn erwartungsfroh und entspannt – begünstigt durch das ideale Sommerwetter und die einmalige Kulisse direkt am Wasser.
Unter dem Motto „Keen Getue, keen Gemache“ verzichtete Steimle auf große Show-Effekte und setzte stattdessen auf das, was ihn seit Jahrzehnten ausmacht: messerscharfe politische Stand-up-Comedy, sächsischen Witz und eine gehörige Portion Nostalgie.
Gleich zu Beginn hatte er das Publikum auf seiner Seite. Mit feiner Ironie und treffsicheren Pointen nahm Steimle die aktuelle Bundes- wie Weltpolitik aufs Korn. Ob politische Korrektheit, die Marotten der Berliner Regierungsspitze oder der alltägliche Bürokratiewahn – Steimle zerpflückte das Zeitgeschehen in gewohnt gewitzter Manier und sparte dabei nicht mit deftigen politisch-satirischen Witzen, die beim Publikum für regelrechte Lachsalven sorgten.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die emotionale wie augenzwinkernde Auseinandersetzung mit der ostdeutschen Identität.

Als Steimle im Laufe des Programms die Zeilen der DDR-Hymne („Auferstanden aus Ruinen…“) anstimmte bzw. zitierte, um auf den gesellschaftlichen Wandel und den Verlust alter Werte einzugehen, ging ein Raunen und schließlich leises Mitsummen durch die Ränge. Steimle nutzte den Moment geschickt: Nicht um reine Ostalgie zu bedienen, sondern um mit feinsinnigem Humor den Blick auf die eigene Geschichte zu lenken und dem heutigen Zeitgeist den Spiegel vorzuhalten.
Nach gut zwei Stunden bester Unterhaltung zwischen pointierter Politik-Kritik, Anekdoten aus dem Leben und tiefsinnigen Momenten entließ das Publikum Uwe Steimle mit langanhaltendem, stehendem Applaus in die laue Zeulenrodaer Sommernacht.

Text und Fotos: Marcel Krawetzke.











19 Kommentare
Ernsthaft dieser Artikel??
Warum nicht? Offensichtlich war das Event sehr gut besucht – anders als viele Currywurstsänger-Events, bei denen nur die Bühne gezeigt wird, damit niemand sieht, dass höchstens 10 Zuschauer dabei sind…
Ich finde, so einem AFD Sympathisanten, gegen den auch noch die Staatsanwaltschaft ermittelt, muss man hier keine Bühne bieten, siehe Link:
Irritation und Kritik nach AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau | tagesschau.de https://share.google/7dBYGLPu0f5lUF6pQ
Das wiederum war mir zugegeben nicht bekannt.
Macht Uwe Steimle das Singen der DDR-Hymne zum Schlagersänger?
Über den Michael „German King of Pop“ Wendler nicht mehr berichten und dann so was hochladen?!
Wie gesagt: Ganz offensichtlich hat er viele Fans – und hat das geschafft, ohne andere massiv zu schädigen…
Ich habe noch nie verstanden, wie man auf diesem Portal einerseits so kritisch sein kann (konnte?) und dann andererseits die größten und undifferenziertesten Fan-Berichte hier ohne einen weiteren feststellbaren redaktionellen Blick veröffentlichen kann.
Kritik da, wo sie angebracht ist. Wenn jemand 1000 Leute unterhält, finde ich das erst mal nicht negativ.
„Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal: Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“ – Uwe Steimle vorletzte Woche bei einer AfD-Veranstaltung
„Außerdem sprach Steimle auf der Veranstaltung darüber, Merkel „an die Wand“ zu stellen oder aufzuhängen.“ (Zitat BR24 – „ Stauffenberg-Enkel rügt Kabarettisten Steimle nach AfD-Auftritt“)
Ist das für Sie „feinsinniger Humor“, Herr Imming?
Wie gesagt, das wusste ich nicht, dass er „aus dieser Ecke“ kommt. Von „feinsinnig“ habe ich auch nicht geredet. Diese Statements waren mir zugegeben unbekannt.
Unfassbar, dass die „Schlagerprofis“ solch einen undifferenzierten Jubel-Artikel veröffentlichen, ohne den Auftritt in die gegenwärtigen Entwicklungen rund um den Kabarettisten einzuordnen. Aus journalistischer Sicht ein No-go!
Warum lässt der Chefredakteur die berechtigte Kritik abprallen? Warum berichtet dieses Schlagerportal überhaupt über ein Kabarettprogramm ohne jeglichen Schlagerbezug?
Wem es nicht gefällt, der MUSS es ja nicht lesen. Und bezahlen auch nicht (wie z. B. die Zwangsabgabe für öffentlich-rechtliche Medien). Erklärt habe ich es, und wer es nicht verstehen WILL, muss es halt lassen.
Naja, man könnte den Artikel aber auch wieder entfernen.
Mit Zensur haben wir es nicht so…
Herr Imming, ich bin ansonsten ein Anhänger Ihrer Seite aber diesmal muss ich berechtigte Kritik äussern. Scheinbar bin ich ja nicht der Einzige. Schade, dass Sie Ihre Leser nicht sonderbar ernst nehmen.
Bleiben Sie doch mal sachlich und nehmen Sie Ihre Leserinnen und Leser bitte endlich mal ernst. Der Artikel ist ein journalistisches Lehrstück, wie man es eben nicht machen sollte. Hier hätten Sie als Chefredakteur nachträglich eine bessere Recherche bzw. Einordnung der Geschehnisse verlangen müssen.
Schauen Sie sich einfach mal 1000 andere Artikel überall an.