Andrea Kiewel Kiwi Marcus Höhn

Quotencheck: Vive la Fernsehgarten – Schlagerquotenkönigin des Wochenendes ist erneut KIWI

Auch wenn Stefan Mross jetzt wieder ganz furchtbar genervt sein wird, muss er nicht unbedingt tapfer sein, denn auch er kommt gut weg. Wir haben uns einmal die Einschaltquoten des vergangenen Wochenendes im Hinblick auf Schlager-Sendungen angesehen. Da die Sendungen zu unterschiedlichen Tageszeiten liefen, sind hier vor allem die Marktanteile interessant.

Quotensieger erneut Andrea Kiewels „Fernsehgarten“

Und was die angeht, ist momentan eine Sendung klar tonangebend – momentan läuft es einfach für Andrea Kiewel und ihren Fernsehgarten. Mit 18,8 Prozent Marktanteil und 2,43 Mio. Zuschauern ist sie erneut klar Siegerin des Fernseh-Schlagerwochenendes. Kurios: Obwohl sie teils gleiche Gäste hatte wie am Vorabend Carmen Nebel (David Hasselhoff & Blümchen, Lou Bega, Patrick Lindner), holte sie einen deutlich besseren Marktanteil.

Woran das liegt, darüber haben wir bereits vergangene Woche orakelt – und die Vermutung bleibt bestehen: Der Fernsehgarten polarisiert. Fast in jeder Sendung bietet „Kiwi“ dem Publikum Diskussionsstoff. In der aktuellen Folge wurden z. B. die Präsentationen der Dessous kontrovers diskutiert. Was für die einen den „O la la“-Faktor hervorrief, war für die anderen „Fleischbeschau“. Aber: Ein Gesprächsthema war es.

Umgekehrt beweist Kiwi auch da Feingefühl, wo es angebracht ist. So befragte sie Kiki Cordalis, die ihre neue Solosingle Bon Voyage vorstellte, NICHT nach ihrem kürzlich verstorbenen Papa Costa, der angeblich unglaubliche 26 Mal im Fernsehgarten mitwirkte. Dass Carmen Nebel nur kurz auf Costa zu sprechen kam, wird bisweilen kritisch gesehen – man muss aber auch im Auge haben, dass der nach unserer Kenntnis nur einmal bei „Willkommen bei Carmen Nebel“ zu Gast war, nämlich – ausgerechnet – in der allerersten Ausgabe der Show.

Carmen Nebel – mit 13,5 Prozent bestenfalls „zufriedenstellender“ Marktanteil

Wenngleich Carmen Nebel in absoluten Zahlen mehr Zuschauer vor die Bildschirme lockte, holte sie einen deutlich geringeren Marktanteil, nämlich 13,5 Prozent – was am Samstagabend 3,26 Mio. Zuschauer bedeutet. Ob es eine „gute Idee“ ist, Superstars wie David Hasselhoff nicht anzukündigen und Patrick Lindner sogar auf eigenem Profil kommunizieren zu lassen, er schaue sich im Fernsehen „Willkommen bei Carmen Nebel“ an, so dass seine Fans schon mal wussten, dass er demnach nicht in der Sendung auftaucht – es darf angesichts der Einschaltquote zumindest bezweifelt werden. Ganz offensichtlich hat das Nebel-Team gar keine Lust, sich sonderlich von den Silbereisen-Shows abzugrenzen. Das könnte man z. B. mit Live-Gesang tun – macht man aber nicht, im Gegenteil: Diesmal gab es gleich mehrere peinliche Vollplayback-Slapstick-Einlagen. Als Michael Holm sein „Mendocino 2.0“ präsentierte (ein Arrangement, wie wir es von Guildo Horn schon seit Ende der 1990er Jahre kennen, für Carmen Nebel war es aber wohl neu), verpasste der kurz seinen Einsatz. Noch kurioser war es, als „Blümchen“ Jasmin Wagner gleich mehrere Sekunden ins Mikrofon „sang“, aber kein Ton zu hören war…

Zwei Jahre alte KLUBBB3-Show im MDR-Sendegebiet mit starken 14,1 % MA

Eigentlich etwas unfair, aber so war es nun mal: Der MDR programmierte eine zwei Jahre alte KLUBBB3-Show gegen Carmen Nebel – und punktete in seinem Sendegebiet damit so ordentlich, dass im MDR-Sendegebiet der Marktanteil mit 14,1 Prozent sogar besser war als der von Carmen Nebel. Vielleicht war es hilfreich, dass die auftretenden Gäste hier nicht geheim gehalten worden sind… (Auch bundesweit lief es für eine Wiederholung mit 1,18 Mio. Zusehern sehr ordentlich für den MDR).

Stefan Mross mit bester Quote der 2018er „IWS“-Staffel

Zu buchstäblich „guter letzt“ ein Blick auf die Einschaltquote von Stefan Mross – auch der kann mit 1,83 Mio. Zuschauern und 16,8 Prozent sehr zufrieden sein – das ist der beste Wert der 2019er Staffel. Die Gästeauswahl scheint bunt genug gewesen zu sein – okay, Beatrice Egli war zwar auch bei Carmen Nebel zu Gast, aber mit Anita & Alexandra Hofmann und Melissa Naschenweng gab es Gäste, die viele vermutlich in der Primetime vermisst haben und deshalb dank Stefan Mross am Sonntag vormittags genießen konnten.

Insgesamt kamen die Schlagershows auf ordentliche bis sehr gute Quoten, darauf lässt sich aufbauen.

Foto: ZDF/Marcus Höhn

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