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Neon-Andi stellt gesangsfachliche Aspekte zur TV-Show “The masked Singer” zur Diskussion

In der Fernsehlandschaft gilt gefühlt seit einigen Jahren das gute alte Ludwig-Erhard-Motto: „Keine Experimente!“. Gerade bei den Privatsendern werden erfolgreiche Formate Jahr für Jahr weitergeführt, während man sich kaum traut, neue Formate auszuprobieren. „DSDS“, „Wer wird Millionär?“, „Let’s Dance“ und „Supertalent“ sind Formate, die seit vielen Jahren ein Publikum haben – ganz offensichtlich gilt es eher, den Erfolg zu konservieren als etwas Neues zu probieren.

Der Sender PRO7 hat sich nun antizyklisch verhalten und ein ungewöhnliches Format präsentiert: „The masked singer“. In dieser Sendung treten „prominente“ Sänger an, die unkenntlich maskiert sind, so dass man sie nicht erkennen kann und wollen das Publikum wirklich NUR mittels ihrer Stimme überzeugen. Auch wenn die Show von Insidern teilweise aufgrund ihrer Längen kritisiert wurde, konnte sie mit einer hervorragenden Einschaltquote punkten. Das Konzept, Disussionen hervorzurufen, wer sich hinter welcher Maske verbergen kann und wer nicht, scheint beim Publikum anzukommen.

Wir von den Schlagerprofis finden in dem Zusammenhang einen Aspekt sehr spannend, den der Sänger ANDI ROBITZKY vom Schlagerduo NEON, dessen neue Single “Willst du mit mir gehen?” am kommenden Freitag erscheinen wird, zur Diskussion gestellt hat: Kann man überhaupt hinter so einer Maske optimal singen? Wir danken Andi, dass er uns seine „Diskussionsgrundlage“ zum Abdruck genehmigt hat und sind gespannt, was unsere Leser dazu meinen:

Mal eine Frage an meine Freunde, Fans und Kollegen: Wer hat gestern „The masked Singer“gesehen? Ich habe an anderer Stelle bereits meine Meinung und Skepsis geäußert und würde sehr gerne mal Eure Einschätzung zu diesem Thema wissen. Hier mein ursprüngliches Statement:

Interessantes Konzept. Ich bin aus sängerischer Sicht aber etwas skeptisch. Jeder Live-Bühnensänger weiß doch, dass ein wie in der Sendung benutztes, dynamisches Handmikrofon nur auf sehr kurze Distanz richtig funktioniert und technisch gesehen vor allem auch nur dann den nötigen (Sound-)Druck liefern kann – gerade wenn man gegen ein Playback/die Musik ansingen muss. Ich rede jetzt nicht von den teils merkwürdig einstudiert wirkenden Live-Antworten auf die „spontanen“ Fragen des Rate-Teams, sondern vom Gesamtsound bei den Auftritten, bei dem die Stimmen für eine Livesendung überraschend perfekt in die Musik eingebettet waren.

Der Gesang klang auch durchaus live, es könnte natürlich trotzdem einfach eine zuvor aufgezeichnete „Live-Aufnahme“ eingespielt worden sein, um den Live-Charakter und somit den Schein einer echten Gesangsperformance zu wahren. Ich bin vor allem vor dem Hintergrund skeptisch, wenn man unterstellt, dass es sich bei den Maskierten eben nicht ausschließlich um professionelle Sänger handelt. Denn nur die können abschätzen, in welchem Abstand man ein Mikrofon bei welcher Tonhöhe und Lautstärke halten muss, um einen gleichbleibenden, druckvollen Sound zu schaffen.

Die Masken waren gerade im Kopfbereich teilweise so ausladend gestaltet, dass die Mikrofone dadurch extrem weit vom Mund entfernt waren. Wie man bei diesem teils erheblichen Abstand einen so guten, kraftvollen Livesound hinkriegen soll, gerade wenn es sich dann und wann nicht um Profisänger handelt, ist mir schleierhaft. Was ich darüber hinaus ebenfalls als sehr gestellt und entlarvend empfunden habe: Das Rate-Team hat eine Prognose abgegeben und die Regie hat unmittelbar(!) ein perfekt gekeytes Foto dieser Person eingeblendet. Wie soll das in einer Livesendung funktionieren, wenn die „Jury“ nicht im Vorfeld wusste, wen sie an entsprechender Stelle benennen würde…!? In meinen Augen stimmt hier doch irgendwas hinten und vorne nicht..

Quelle: Facebook-Seite Andi Robitzky

Wir danken für die Abdruckgenehmigung.

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