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MICKIE KRAUSE (u. a.): Ist er wirklich „menschenfeindlich“?

MICKIE KRAUSE: Gleich drei Songs von ihm laut Gleichstellungsstelle Erlangen „menschenfeindlich“

Irgendwie haben wir es ja immer geahnt (Scherz): MICKIE KRAUSE ist nun quasi offiziell „menschenfeindlich“. Denn: Die Gleichstellungsstelle in Erlangen hat das „herausgefunden“. Wir hatten kurz versucht, zu eruieren, welche wichtig(tuerisch)en Funktionen diese Stelle hat, aber vor lauter Genderei auf deren Homepage haben wir es aufgegeben. Klar: Wer anderen eine eigene Gaga-Kunstsprache aufzwingen will, muss sich natürlich berufen fühlen, „menschenfeindliche“ Schlager herauszufinden. Aber worum geht es eigentlich?

Bergkirchweih in Erlangen sorgt mit Musik-Verbot für hitzige Debatten

Die Bergkirchweih in Erlangen gilt als eines der traditionsreichsten Volksfeste Deutschlands. Doch schon kurz nach dem Start der diesjährigen Veranstaltung sorgt nicht das Bier oder das Festprogramm für Schlagzeilen, sondern eine Liste mit zwölf Liedern, die auf dem Fest nicht gespielt werden sollen. Die Entscheidung löst bundesweit Diskussionen über Meinungsfreiheit, Tradition und den Umgang mit umstrittenen Songtexten aus.

Gleichstellungsstelle fordert Verzicht auf zwölf Songs

Nach Angaben der Stadt Erlangen wurden die Festwirte vor Beginn der Bergkirchweih schriftlich darauf hingewiesen, bestimmte Lieder nicht abzuspielen. Hintergrund ist ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2021, der vorsieht, dass auf städtischen Veranstaltungen keine Musik mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ gespielt werden soll. (Welche Parteien sich DAS ausdenken, können wir uns lebhaft vorstellen, aber wir haben mal ausnahmsweise auf Recherche verzichtet…)

Die Gleichstellungsstelle begründet die Maßnahme damit, dass auf dem Volksfest eine Atmosphäre geschaffen werden soll, in der sich alle Besucherinnen und Besucher sicher und wohl fühlen können. Kritisiert werden insbesondere Texte, die als sexistisch oder frauenfeindlich eingestuft werden. Die Fantasie, dass 99 Prozent der Menschen (auch und gerade die vermeintlich „betroffenen“) sich viel wohler fühlen, wenn solche Lieder unbeschwert ohne Wichtigtuerei abgespielt werden, hat dabei natürlich niemand.

Diese Lieder stehen auf der Liste

Von der Regelung betroffen sind sowohl aktuelle Partyhits als auch bekannte Klassiker:

„Amtlich“ „menschenfeindliche“ Lieder

Nr. Lied Jahr Interpret / Urheber
1 „Layla“ 2022 DJ Robin & Schürze
2 „Donaulied“ Volkslied (traditionell) Volkslied
3 „Skandal im Sperrbezirk“ 1981 Spider Murphy Gang
4 „Nein heißt ja“ 2000 G.G. Anderson
5 „Joana“ 2007 Peter Wackel
6 „Olé, wir fahr’n in’ Puff nach Barcelona“ 1975 (Original), 1999 (Cover) 3 Besoffskis; Cover von Mickie Krause
7 „20 Zentimeter“ 2000 Mirja Boes
8 „Baby Bell“ 2025 Breitner
9 „Die Glöcknerin von Dingolfing“ 2015 Dorfrocker
10 „Geh mal Bier hol’n“ 2014 Mickie Krause
11 „10 nackte Friseusen“ 1999 Mickie Krause
12 „Deine Freundin“ 2015 SDP

Besonders die Aufnahme von „Skandal im Sperrbezirk“ überrascht viele Beobachter. Der 1981 veröffentlichte Hit der SPIDER MURPHY GANG gehört seit Jahrzehnten zum festen Repertoire vieler Volksfeste und Partys.

Gleich 3-mal ist MICKIE KRAUSE auf der Liste vertreten – mit dem „Donaulied“ wären es sogar vier Songs. Und das ein Jahr, nachdem MICKIE noch im „Wort zum Sonntag“ vorkam. Was für ein Absturz 🙂 🙂 :)…

Deutliche Kritik von Künstlern

Die Entscheidung stößt bei einigen Künstlern und Branchenvertretern auf Unverständnis. JÜRGEN THÜRNAU, Manager der SPIDER MURPHY GANG, bezeichnete die Maßnahme als „Skandal“ und kritisierte, dass es aus seiner Sicht keine nachvollziehbare Begründung für die Aufnahme des Songs auf die Liste gegeben habe.

Auch Schlagersänger PETER WACKEL äußerte sich kritisch. Der Mallorca- und Party-Star, dessen Hit „Joana“ ebenfalls betroffen ist, verweist auf die lange Tradition der Bergkirchweih und beklagt eine zunehmende Zahl von Verboten auf Volksfesten.

Der Fall „Layla“ bleibt umstritten

Im Mittelpunkt der Diskussion steht erneut der Partyhit „Layla“. Bereits seit seinem Erscheinen im Jahr 2022 sorgt der Song für kontroverse Debatten – insbesondere bei Politkiern, die damit davon ablenken können, eigene Probleme so GAR NICHT in den Griff zu bekommen. – Kritiker sehen in den Textzeilen eine Sexualisierung und Objektifizierung von Frauen. Befürworter halten dagegen, dass es sich um einen typischen Partyschlager ohne politische Aussage handele und zweideutige Texte seit Jahrzehnten zum Genre gehörten.

Die Diskussion um „Layla“ führte bereits in den vergangenen Jahren dazu, dass einzelne Volksfeste und Veranstaltungen den Song aus ihren Programmen verbannten. Gleichzeitig entwickelte sich das Lied zu einem Symbol für die Debatte über kulturelle Grenzen und mögliche Einschränkungen auf öffentlichen Veranstaltungen. Was die „niedlichen“ Politiker, vollkommen am menschlichen Leben vorbei regierend, ja gerne vergessen, ist, dass diese Verbote erst recht zu einer Aufwertung der Songs führen und die Songs „erst recht“ so gesungen werden – das musste ja schon die Geschmackspolizei erfahren, die den „Sonderzug nach Pankow“ von UDO LINDENBERG verbieten wollte.

Zwischen Tradition und gesellschaftlichem Wandel

Die aktuelle Kontroverse zeigt, wie stark sich Volksfeste inzwischen auch mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen müssen. Während die einen die Entscheidung als notwendigen Schritt gegen diskriminierende Inhalte begrüßen, sehen andere (wir nennen sie mal „die schweigende Mehrheit“) darin eine Form der Bevormundung und einen Eingriff in traditionelle Festkultur.

Fest steht: Die Diskussion um die zwölf verbannten Songs dürfte die Bergkirchweih 2026 noch weit über die Grenzen Frankens hinaus begleiten. Ob die Maßnahme langfristig Schule macht oder eine Ausnahme bleibt, wird sich wohl erst bei den kommenden Volksfestsaisons zeigen. Gut möglich, dass andere Städte sich derartig peinliche Blamagen der Geschmackspolizei ersparen wollen.

Wer sich hier „totlachen“ dürfte, ist G. G. ANDERSON, dessen Song „Nein heißt Ja“ immer populärer wurde – kürzlich erst allen Ernstes in einer Polit-Talkshow verteufelt, wird der Song diesmal sogar als „menschenfeindlich“ dargestellt. Wir erinnern uns: Den Song sang G. G. noch in der altehrwürdigen ZDF-Hitparade. Was für eine menschenverachtende Schlagersendung….

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