Katja Ebstein Luis Klamroth

KATJA EBSTEIN bei „Hart aber fair“- Thema: Wie politisch ist der ESC?

KATJA EBSTEIN u. a.: Mehr als Musik: Wie politisch ist der ESC?

Wenn am Montagabend bei Hart aber fair über den Eurovision Song Contest diskutiert wird, geht es längst nicht mehr nur um Glitzer, Pop und Punktevergabe. Der ESC 2026 steht unter besonderer Beobachtung: Boykottaufrufe, Debatten über Israel, geopolitische Spannungen und Fragen nach Europas Selbstverständnis machen den Wettbewerb politischer denn je. (Mit Musik hat die Veranstaltung mit Verlaub ja ohnehin nicht mehr viel zu tun).

Direkt nach der großen 70-Jahre-ESC-Dokumentation widmet sich Moderator LOUIS KLAMROTH der Frage: „Mehr als Musik: Wie politisch ist der ESC?“ – und trifft damit einen Nerv.

Der ESC war nie unpolitisch

Offiziell versteht sich der Eurovision Song Contest als unpolitische Veranstaltung. Die European Broadcasting Union untersagt politische Botschaften auf der Bühne. Doch die Geschichte des Wettbewerbs erzählt etwas anderes. Schon in den frühen Jahrzehnten spiegelte der ESC gesellschaftliche Entwicklungen wider: europäische Versöhnung nach dem Krieg, kulturelle Öffnung, queere Sichtbarkeit oder nationale Selbstinszenierung. Songs wurden zu Statements, Auftritte zu Symbolen.

Spätestens seit dem Ausschluss Russlands 2022 und den aktuellen Diskussionen um die Teilnahme Israels zeigt sich: Der ESC kann sich politischen Konflikten nicht entziehen. Für viele Fans ist er gerade deshalb mehr als nur Unterhaltung – nämlich ein Spiegel Europas.

Boykottdebatten spalten Fans und Künstler

Besonders kontrovers wird derzeit über die Teilnahme Israels diskutiert. Mehrere Künstlerinnen, Künstler und Delegationen fordern Konsequenzen oder distanzieren sich öffentlich vom Wettbewerb. Einige Länder erwägen symbolische Boykotte oder kritisieren die Haltung der Veranstalter. Die Debatte erinnert an frühere ESC-Konflikte, bekommt aber durch die aktuelle weltpolitische Lage eine neue Intensität. Kritiker sehen Doppelmoral: Russland wurde ausgeschlossen, Israel bleibt dabei. Andere warnen davor, Kulturveranstaltungen vollständig geopolitischen Konflikten zu unterwerfen.

Genau diese Spannungsfelder dürfte die Talkrunde in Berlin intensiv beleuchten.

Prominente Gäste mit unterschiedlichen Perspektiven

Mit dabei ist KATJA EBSTEIN, die den deutschen Grand Prix wie kaum eine andere geprägt hat. Drei Mal landete sie unter den ersten Drei und kennt die politische Symbolkraft des Wettbewerbs aus eigener Erfahrung. Außerdem ist sie als politischer Mensch bekannt. Vermutlich werden LOUIS KLAMROTH und sie sich sehr gut verstehen – hä ähm.

Ebenfalls zu Gast: HUBERT AIWANGER, stellvertretender bayerischer Ministerpräsident von den Freien Wählern, sowie RONEN STEINKE von der Süddeutschen Zeitung, der sich regelmäßig mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinandersetzt.

Mit MARIE-AGNES STRACK-ZIMMERMANN sitzt zudem eine der bekanntesten deutschen Europapolitikerinnen in der Runde. Während des ESC 2011 in Düsseldorf war sie Erste Bürgermeisterin der Gastgeberstadt und kennt den Wettbewerb auch aus organisatorischer Perspektive.

Für die Fan- und Popkulturseite sorgen CARO WORBS und MIGUEL ROBITZKY. Beide berichten für die ARD direkt aus Wien und hosten den Podcast too many tabs.

Deutschland zwischen Hoffnung und Dauerkrise

Natürlich geht es auch um die musikalische Seite. Deutschland sucht weiterhin nach dem großen ESC-Moment. Nach Jahren enttäuschender Platzierungen wächst jedes Jahr die Hoffnung auf den Befreiungsschlag, der mit Verlaub in diesem Jahr allerdings mit einem schwachen Song trotz starker Interpretin nicht zu erwarten ist.

Der ESC bleibt dabei ein besonderes Phänomen: Kaum ein Wettbewerb erzeugt gleichzeitig so viel Ironie, Leidenschaft, Lagerdenken und europäisches Gemeinschaftsgefühl. Millionen fiebern mit, obwohl viele behaupten, den Contest „eigentlich gar nicht ernst“ zu nehmen. Im alten Jahrhundert war der Wettbewerb auch ein wirklich großartiges und ernstzunehmendes Musikereignis.

Sendetermin

Die Talkshow läuft am Montag, 11. Mai 2026, von 21:45 bis 22:45 Uhr live aus Berlin im Ersten.

Quelle: Das Erste
Foto: © WDR/Julia Sellmann

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