Florian Silbereisen: „Schlager des Jahres 2018“ – eine gelungene Show! 0

Wir geben es zu, wir waren skeptisch. Ein Blick auf die Gästeliste der „Schlager des Jahres“ (wir lagen übrigens mit den von uns kommunizierten Gästen richtig, wobei auch Ben Zucker und Jürgen Drews hinzukamen) ließ doch Raum für Spekulationen, was das mit dem Thema „Schalger des Jahres“ zu tun haben könnte – aber: Wir wurden eines Besseren belehrt.

Fulminant mit typischem Feuerwerk und dem Song „Schlager ist geil“ und Fernsehballett ging es los, und gleich wurden auch Andy Borg und Ross Antony als Schlager-Kommentatoren begrüßt. Als Ross Antony etwas beim Treppenabstieg stolperte, sorgte Andy für Heiterkeit, als er es ihm scherzhaft gleichtat.

Los ging die Show mit „Donnawedda“ von voXXclub – gefühlt zum 5. Mal in einer Silbereisen-Show, der Song ist aber auch gelungen. Wirklich unterhaltsam war dann die Tanzeinlage von Florian, Andy und Ross, als die gemeinsam mit den voXXclub den „Donnawedda“-Tanz zelebrierten. Das war  eine unterhaltsame und lustige Idee, die richtig gute Laune verbreitete – klasse!

Ein schönes Wiedersehen gab es mit Nicki und Patrick Lindner – diesmal gab es eine unfreiwillige Komik, weil der Tanz von Nicki nicht ganz dem entsprach, was man vom deutschen Fernsehballett so kennt – musste aber auch nicht sein. Der Gute-Laune-Song kam an. Ob er wirklich ein „Schlager des Jahres“ war, darüber lässt sich trefflich streiten – aber immerhin wurden mal zwei Namen präsentiert, die wir schon länger nicht mehr in Silbereisen-Shows gesehen haben.

Das Duo des Jahres schloss sich an – Fantasy schaffte Platz 1 der Albumcharts mit ihrem Best Of-Album. „Gespenster der Nacht“ ist ein toller Song, der sicher zu den Schlagern des Jahres gehört. Leider wurde die Aufmerksamkeit aber etwas vom Song abgelenkt: Das Outfit von Martin und Freddy ließ uns orakeln: Meinen die das ernst? Ein Outfit, das so aussah, als hätte der Betrachter der Anzüge einen tollen LSD-Trip. Ob es sich um umgenähte Vorhänge handelt – oder alte Elton-John-Anzüge aus den 1970er Jahren oder so einfach die „Gespenster der Nacht“ aussehen? – Man weiß es nicht. Andrerseits sorgten Martin und Freddy für Unterhaltung und Diskussionsstoff. Und ihren Auftritt haben sie sympathisch und souverän absolviert.

Als es um die Schlagzeilen des Frühjahrs ging, war die Einleitung sehr witzig – Florian leitete den Film mit den an Andy und Ross gerichteten Worten ein, wer sich denn nach 34 Jahren Beziehung vor den Traualtar begeben hatte. Hier alberten die beiden Schlagerkommentatoren und spielten sich die Bälle hin und her – aber nein, es war NICHT der Papst, der geheiratet hat. Das wirkte alles spontan und deshalb unterhaltsam. (Auflösng: Es war Howard Carpendale, der geheiratet hat).

Mit einem ebenfalls diskutablen Outfit trat dann Michelle auf, die mit „In 80 Küssen um die Welt“ wirklich einen tollen Schlager des Jahres hatte, der wohl mindestens zu den fünf besten und erfolgreichsten Schlagerhits des Jahres zählt. Den Song stellte sie einmal mehr (zum gefühlt 10. Mal) bei Florian Silbereisen vor – aber: Von dem Titel kann man auch nicht genug kriegen, und Michelle präsentiert den Titel auch immer anders, wobei – wie sie hinter den Kulissen im Webmagazin beichtete – die Corsage doch auf Dauer sehr eng wurde – o la la! Toll waren auch das Bühnenbild (mit Kussmündern) und die tänzerische Umsetzung von zwei Tänzern.

Einen ganz großen (aus unserer Sicht: Überraschungs-)erfolg des Jahres landete Eloy de Jong, der einmal mehr seinen großen Hit „Egal, was andere sagen“ präsentieren durfte. Erstaunlich: Auf der Webseite der Sendung, meine-schlagerwelt.de, ist Eloys Video der mit Abstand meist abgerufene Clip bei „Meine Schlagerwelt“. Ganz offensichtlich hat das ehemalige Caught In the Act-Mitglied  einen Nerv getroffen und im Gegensaz zu den vorherigen Kollegen ein ehr konservatives elegantes Outfit gewählt, auch wenn die fehlenden Socken / Strümpfe hier und da für Irritationen sorgten. Einmal mehr war auch dieser Song mit Handylampen und Kerzenlicht sehr schön  inszeniert – das ist wirklich eine Spezialität des Silbereisen-Teams.

Selbstverständich durfte auch der Schlagertitan Bernhard Brink nicht fehlen, der ja über viele Jahre selber die Schlager des Jahres moderiert hatte. Anlass war seine seit April stattfindende Sendung „Schlager des Monats“. Leider wurde er in seinem Hitparaden-Mix genötigt, sein Medley mit Rotblond zu präsentieren, die angeblich mit „Küssen“, in den Charts waren, weswegen Brink auch von einem „roten Wunder“ und nicht nur von dem blonden Wunder singen musste. Das Medley wurde toll umgesetzt. Musikalisch irritierend war, dass Rotblond die Melodie von „Ich wär so gern wie du “ in Teilen vom Schlager „Ich wollt ich wär ein Huhn“ übernommen zu haben scheinen. Die Umsetzung mit dem deutschen Fernsehballett hat uns gefallen. Irgendwie hat so ein Old School Ballett schon seinen Reiz – eine professionelle tänzerische Unterstützung wertet so einen Auftritt schon auf. Die beste Nachricht: Es geht weiter mit den Schlagern des Monats – immer am ersten Freitag im Monat wir die Sendung im kommenden Jahr weiterhin ausgestrahlt.

Sehr wohlwollend wurde Marie Wegener angekündigt, die erstmals recht sexy in Szene gesetzt wurde. Und „Königlich“ war natürlich auch klar einer der Hits des Jahres. Interessanterweise wurde NICHT der neue Weihnachts-Mix präsentiert. Wir gehen davon aus, dass Marie die neue Weihnachts-Version ihres Hits beim Adventsfest der 100.000 Lichter präsentieren wird. Die Seifenblasen-/Taschenlampen-Inszenierung war passend zum Song – klasse! Nach ihrem Auftritt war dann Andy Borg dran, der sich lobend äußerte – allerdings über Eloy de Jong 🙂

Sehr unterhaltsam war dann die erneute Anspielung auf Vanessa Mai und ihre freizügigen Fotos mit einer Andy-Borg-Fotomontage. Überhaupt wurde Vanessa zwar mehrfach in der Sendung erwähnt (Themen genug hat sie ja geliefert), aber eingeladen wurde sie nicht – da kann man sich schon seinen Teil denken… Ebenfalls interessant: Die Amigos schaffen es zum 9. Mal auf Platz 1 der Charts -so wurde es im Sommerrückblick kommuniziert. Für eine Teilnahme bei den „Schlagern des Jahres“ hat’s aber leider nicht gereicht…

Mit Angelo Kelly und Familie kamen erneut die unvermeidlichen Kellys in irgendeiner Form zum Zuge – der Erfolg mag der irischen Band recht geben, aber warum jetzt auch Angelo Kelly so exponiert präsentiert werden muss, dass er gleich ZWEI Songs singen durfte, ist uns nicht nachvollziehbar – Mindestens ebenbürtige Schlager(!)-Stars wie Fantasy, Eloy und Michelle durften nur einen Titel performen.

Einer DER Senkrechtstarter des Jahres ist klar Ben Zucker, der bei JEDER Silbereisen-„Feste“-Show mitwirkte und insofern natürlich auch bei den „Schlagern des Jahres“ nicht fehlen durfte. Folglich ist er auch beim Adventsfest mit dabei. Bei Helene Fischers Stadion-Tour wirkte er sehr erfolgreich als „Support“ mit. Wir gehen feste davon aus, dass er auch bei der Helene-Fischer-Show mitwirkt. Aber das ist Zukunftsmusik – für einen Gänsehaut-Moment sorgte die Platin-Verleihung für unglaubliche 200.000 abgesetzte Einheiten seines Albums „Na und?!“ – die Überraschung wirkte echt, erneut kann man nur zu einer gelungenen Inszenierung gratulieren.

Nun wurde es Zeit dafür, dass Andy Borg auch als Sänger in Erscheinung trat. Diesmal war es weder „Saaaaaaraaaaah“ noch „Marie“, die besungen wurde – diesmal gab es den Klassiker „Jodelautomat“ auf die Ohren. Der Schelm „klaute“ einer Dame, die ihre Schuhe ausgezogen hatte, ihr Schuhwerk und bezog die Pumps in seinen Auftritt ein – ein tolles spontanes und unterhaltendes Element. Gerade bei Andy ist es immer wieder scchade, wenn er zum Playbacksingen genötigt wird.

Beim zweiten „Schlagerexperten“ wurde daran erinnert, dass Ross Antony die Goldene Henne als „Entertainer des Jahres“ bekommen hatte. Ross erinnerte die Anekdote, dass er seine Henne zunächst nicht mit ins Flugzeug nehmen durfte – damit ging es in die Nachrichten des Herbstes.

Auch eine „Weltpremiere“ wurde bei den Schlagern des Jahres gefeiert. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass Michael Morgan vor 23 Jahren bei den Schlagern des Jahres 1995 bei der ersten Ausgabe dabei war – eine Schlagerprofisrecherche – schön, dass unsere Erkenntnisse es sogar bis in die Show geschafft haben. Gemeinsam mit Benjamin Boyce sang er die Neuaufnahme „Komm zurück (Want You Back)“ – auch wenn das ein schöner Titel ist, bleibt die Frage: Was ist daran „Schlager des Jahres“ und hätte man den balladesken Charakter nicht erhalten sollen (wie es Eloy ja mit „Egal, was andere sagen“ auch erfolgreich getan hat) – man wird sehen, wie diese Neuaufnahme von den Fans aufgenommen wird. Jedenfalls war es ein schönes Wiedersehen mit dem tollen Sänger Michael Morgan.

Richtig romantisch wurde es mit einem weiteren Duett: Stefan Mross und „seine“ Anna Carina Woitschack sangen gemeinsam im Duett ihren Titel „Lo Siento“ – ob das wirklich einer DER Schlager des Jahres war, sei einmal dahin gestellt – auch die beiden sieht man nicht in jeder Silbereisen-Show und ACW und Mross gaben der Sendung eine weitere Note. Besonders Mross war erfreut und bedankte sich mit den Worten: „dass ich das noch erleben darf“.

Richtig toll finden wir, dass es „Cordula Grün“ doch noch in eine Silbereissen-Show geschafft hat. Zwar nicht im Original von „Josh.“, dafür aber von den insbesondere in Österreich erfolgreichen Draufgängern, die in Austria mit ihrem Album sogar an der Spitze der Charts gelandet sind – insofern ist ihr Auftritt absolut gerechtfertigt. Und wir von den Schlagerprofis sind stolz, das Hitpotenzial von Cordula Grün sehr zeitig erkannt zu haben… Unterhaltsam waren die witzigen Tanzschritte und die in grün gehaltenen Outfits sowie besonders die grüne Posaune. Ein gelungener Auftritt der Draufgänger, von denen Andy Borg stolz sagte: „Meine Landsleute“. Er behielt die Moderation gleich bei sich, um von einem „tiefen Fall“ zu berichten.

Gemeint war der „umwerfende“ Erfolg des Duetts Florian Silbereisens mit Thomas Anders „Sie sagte doch, sie liebt sich“ – die Frage, die sich Borg augenzwinkernd stellte: Ist das „Modern Walking“? Nach dieser wirklich launigen Ansage stellte das neue Duett noch mal seinen mehr als bemerkenswerten Superhit „Sie sagte doch, sie liebt mich“ vor. Ein bisschen frustriert war Anders (augenzwinkernd), dass Florian „zwei Sekunden zu lange gelacht“ habe. Angeblich sei der Sturz einer Feder geschuldet war, die von Maite Kellys Kleid gefallen sei. Dazu gibt es aber eine Lösung: Maite Kelly wurde vorgestellt – mit ihrem Schlager des Jahres – Achtung: „Die Liebe lebt“.

Gemeint war offensichtlich Maites neuer Song „Die Liebe siegt sowieso“. Selbstbewusst, geradezu buchstäblich dominant und krass geschminkt gab Maite ihren Song zum besten und zog die Massen dabei auf ihre Seite. Die obligatorische ungebetene Zugabe durfte natürlich auch nicht fehlen.

Eine der erfolgreichsten deutschen Bands machte dann in Kultur – Santianos aktueller Song „Haithabu“ durfte einmal mehr bei Florian Silbereisen vorgestellt werden – weil es einfach „keinen Mann, der so feiern kann – wie die Mädchen von Haithabu“.

Stirnrunzeln hat uns bereitet, warum Stefanie Hertel bei den Schlagern des Jahres dabei war. Nun wissen wir es – ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum wurde als Anlass genommen, die charmante und attraktive Sängerin einzuladen. Wer ihren Auftritt verfolgte, wusste, warum sie sich seit 35 Jahren an der Spitze hält – sie hat einfach Star-Appeal. Übrigens war Stefanie Hertel beim allerersten „Fest“ mit Florian Silbereisen dabei – ebenso wie Stefan Mross, der ja auch bei den Schlagern des Jahres mit dabei war.

Auch Frank Schöbel war bei den Schlagern des Jahres – weil er seien 76. Geburtstag gefeiert hat. Also in Sachen Kreativität, bestimmte Sänger in die Show einzuladen, ist die Redaktion wirklich kaum zu überbieten. Mit „Wir leben los“ wird Frank vermutlich in erster Linie die Fans aus den „neuen Bundesländern“ angesprochen haben – immerhin handelt es sich ja auch eine vom MDR zu verantwortende Sendung.

Was wir ganz großartig fanden, ist die tolle Würdigung des großen Dieter Thomas Heck, für die die letzten gut zehn Minuten der Show reserviert wurden. Erneut müssen wir an den Lindenberg-Song „Einer muss den Job ja machen“ verweisen – Hecks langjähriger Heimatsender war ja eigentlich das ZDF – aber bei Carmen Nebel gab es leider keine Würdigung dieser Art. Umso schöner, dass Silbereisen sogar an exponierter Stelle eine tolle Hommage zelebriert hat. Zunächst sang Ross Antony einige der Heck-Klassiker – okay, da wurde sicher das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden, weil Ross damit auch Werbung für sein im März erscheinendes neues Album machen konnte.

Bewegend war aber Jürgen Drews‚ Schlusspunkt der Sendung – der wortgewandte Schlagerstar musste im Interview zunächst buchstäblich gerührt von den Erinnerungen „schlucken“, um dann eine umgetextete Version seines Klassikers „Irgendwann, irgendwo, irgendwie sehen wir uns wieder“ zu präsentieren – eine wirklich tolle und stimmige Würdigung Dieter Thomas Hecks.

Insofern ist auch die Dramaturgie der Sendung mehr als gelungen, wenngleich wir zwischenzeitlich „irritiert“ waren, dass sehr große Namen an den Anfang der Show gesetzt wurden und eher unerwartete Gäste ans Ende der Show gesetzt wurden – insgesamt passte das aber zum Gesamtkonzept, und (wenn wir ehrlich sind „wider Erwarten“) man muss Florian Silbereisen und seinem Team einmal mehr bescheinigen, das Maß aller Dinge in der Showunterhaltung zu sein. Auch wenn es keine Show im Ersten war, wurden die Qualitätsansprüche, die im „Ersten“ gelten, auch im MDR (bzw. dem ebenfalls ausstrahlenden NDR und HR) beibehalten. Wir gratulieren zu einer gelungenen Show und sind gespannt auf das Adventsfest der 100.000 Lichter am kommenden Samstag – dann wieder im Ersten.

PS: Parallel zur ARD-Show lief im Internet bei „Meine-Schlagerwelt.de“ ein Webmagazin mit launigen Interviews mit den Künstlern. Dieses Webmagazin ist sehr empfehlenswert, weil die Schlagerstars sich dort teilweise sehr locker zeigen und auch hier und da mal live musizieren, hier hat uns die Performance von voXXclub und Fantasy besonders gut gefallen. Wer sich das noch nicht angesehen hat – wir können dieses Webmagazin allen Schlagerfreunden nur empfehlen!

Bild: HR/rbb/JürgensTV/Dominik Beckmann

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MICHELLE begeistert 1600 Fans beim Tourauftakt in Gera 0

Es war ein besonderer Moment für viele Michelle Fans. Nach über zwei Jahren tourt sie wieder live mit Band durch Deutschland.

Bei Michelle weiß man nie, was einen erwartet. Die Künstlerin erfindet sich immer wieder neu, was sicherlich ein Grund ist, weshalb sie seit Jahren zur ersten Liga des deutschen Schlagers gehört. Es ist Punkt 20 Uhr als drei riesige LED Wände zu leuchten beginnen. Ein Intro, das in der heutigen Zeit seinesgleichen sucht, Spannung und Neugier werden geweckt, für den Bruchteil einer Sekunde ist Michelle zu sehen.

Und plötzlich steht sie da – Michelle – im Rampenlicht. Sie eröffnet ihre Show mit einem Song des neuen Albums. „Lass sie reden„, was könnte passender sein. Ihre Band hat sie völlig neu zusammengestellt. Jung und dynamisch könnte man die vier Jungs bezeichnen. Begleitet wird sie von einem Schlagzeug, Gitarre, E-Bass und Keyboards. Anscheinend musste man etwas Platz machen, denn auch vier Tänzer sind diesmal an Bord. Und die wirbeln sowohl Michelle als auch die Bühne ganz schön durcheinander.

Eine absolute Seltenheit in Michelles Live-Karriere ist die aktuelle Setlist. Zum ersten Mal seit fast 20 Jahren spielt sie wieder ihren ersten Single-Hit „Und heut Nacht will ich tanzen“ und nicht nur das. Auch „Erste Sehnsucht“ und der „Traumtänzerball“ finden zurück ins Repertoire. Überhaupt ist der erste Teil wie eine Reise in die Vergangenheit. Zwar finden auch neue Hits wie „Große Liebe“ ins Programm, dennoch dominiert die Jean-Frankfurter-Zeit.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Show. Die Band ist im Hintergrund, und Michelle steht oftmals allein auf weiter Flur. Sicherlich ist das so gewollt, und viele Interpretationen erinnern an ihre „Feste“-Auftritte. Aber Uwe Kanthak und sein „Michow-Concerts“-Team scheinen alles richtig gemacht zu haben, denn die Stimmung ist bombastisch. Das Publikum steht aber ab dem dritten Song, und Michelle feiert sich, die Menschen und den Abend.

Bei „Dein Püppchen tanzt nicht mehr“ ist die Halle endgültig am Beben. Nach der Pause geht es direkt rasant weiter. Noch bevor der erste Ton ertönt, steht Gera erneut Kopf und Michelle kann in „80 Küssen“ um die Welt reisen, auch „Ich tanz dich einfach weg“ findet den Weg vom neuen Album auf die Bühne.

Im Anschluss folgt ein akustischer Teil, wo es unter anderem in „Das Hotel in St. Germain“ geht. Auch beim Einlauf ins große Finale beweist Michelle ein glückliches Händchen und haut ihre Hits wie am Fließband raus. „Wer Liebe lebt“ bildet unter standing ovations das Ende des offiziellen Teils. Während sie im Zugabeteil ihren „Idiot“ im Publikum sucht, kommt Matthias Reim zu „Nicht verdient“ via Leinwand auf die Bühne. Zum Abschluss geht es nach „Paris„. Da das Publikum vehement Zugaben fordert, kommt Michelle trotz des bereits erscheinenden Lichts in der Halle nochmal hinaus und singt die Gänsehaut Ballade „Es gibt Dich„.

Unser Fazit: Das Showkonzept ist völlig neu, und Michelle mutet Ihren Fans einiges zu, da der Wandel zur „Dancing Queen“ ohne Vorankündigung kam. Wer sich darauf einlässt, wird einen fantastischen Abend erleben. Dennoch sei angemerkt: Ein bisschen trauern wir der „alten“ Band rund um Christoph Papendieck nach.

Foto: Anelia Janeva

NORMAN LANGEN präsentiert „Cordula Grün“ im Discofox-Style 0

Der Discofox-Spezialist Norman Langen (bzw. genauer gesagt seine Plattenfirma TELAMO) hat eine gute Idee gehabt – der Song, den der Österreicher Josh. ursprünglich zum Hit gemacht hat (wir haben früher als mancher TV-Show-Spezialist HIER auf die Qualitäten des Songs hingewiesen), kann nun auch die Clubs und damit die Foxtänzer der Nation begeistern. Norman hat eine tanzbare Version dieses Riesenhits erstellt – sehr zur Freude der tanzwütigen Fans.

Der Titel ist bereits am vergangenen Freitag erschienen und somit bereits auf den einschlägigen Downloadportalen erhältlich.