ESC – hat Revolverheld-Sänger Strate im Alleingang die S!sters nach Tel Aviv geschickt? 0

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Man muss wohl hartgesottener ESC-Fan sein, um die hochnotpeinliche Vorentscheidung des gestrigen Freitags positiv zu bewerten. Warum zum Beispeiel neben zwei Moderatorinnen auch noch zwei Experten-Kommentatoren (Peter Urban und Michael Schulte) erforderlich waren, um Blödsinn zu erzählen wie die Überlegung, dass es ein „sehr vielseitiges Teilnehmerfeld“ sei, weiß kein Mensch. Was daran „vielseitig“ ist, wenn das, was ganz klar den Zeitgeist bestimmt – und da sind nicht nur Schlager, sondern auch Deutsch-Pop und Rap gemeint – komplett ausgespart wird, will sich uns nicht erschließen.

Strate setzt seinen Schützing im Alleingang auf Platz 1 der Jurywertung

Richtig kurios wurde die Wertung der „Experten“, die schon an Realsatire grenzte. Das diesbezügliche Highligt gab Johannes Strate ab. Der gab „seinem“ Voice-Schützling Carlotta (siehe HIER) 12 Punkte. Strate wirkte in der 2014er Staffel „Voice Kids“ als Juror mit, bei der Carlotta ebenfalls dabei war. – Damit hat der (befangene??) Revolverheld-Sänger dafür gesorgt, dass die S!sters mit EINEM Punkt Vorsprung 12 Punkte in der Jury-Wertung absahnten. Hätte Strate Carlotta bzw. die SIsters nicht auf dem Spitzenplatz gesehen, hätten die in der Jury-Wertung nicht 12, sondern 10 Punkte gehabt – und Makeda umgekehrt nicht 10, sondern 12. Und damit hätte es für die Sisters NICHT für einen eindeutigen Sieg gereicht, sie wären punktgleich mit Makeda gewesen. Abgesehen von teils nicht nachvollziehbaren „Experten“-Wertungen ist das natürlich die Krönung, das befangene Jurymitglieder ihren Lieblingen den roten Teppich ausrollen. Da könnte man ja gleich Michelle als Jurorin installieren und Marie Reim als Teilnehmerin…

NDR nominierte S!sters in letzter Sekunde nach

Der NDR wird nicht böse gewesen sein, dass die S!sters gewonnen haben, hat er das Duo doch in letzter Sekunde noch „nachnominiert“. Während bis Ende 2018 die Rede von sechs Teilnehmern war, waren es mit den Sisters sieben. Erst am 8. Januar wurden die beiden Damen nachnominiert – ein „internationales Team“ hat den Titel komponiert, und die (sicher hoch qualifizierte!) Jury befand das Lied für gut – und daraufhin habe man sich auf die Suche nach Interpreten gemacht. (Da wäre mal interessant, wer sich da auf die Suche gemacht hat…?). Spannend ist auch, dass die S!sters die sehr gute Startnummer 7 zugesprochen bekommen haben – auch da wäre interessant zu wissen, wer denn das festgelegt hat…?

Miese Quote

Nicht einmal mehr 3 Mio. Zuschauer wollten sich gestern die ESC-Vorauswahl ansehen. Kein Wunder angesichts eines Konzepts, das als Auffanggrube für gescheiterte Castingstars daherkommt mit dubiosen Jurys. Da nutzt es auch nichts, verzweifelt die „One“-Zuschauer dazuzurechnen – es bleibt bei der zweitschlechtesten Quote seit über 20 Jahren:

1996 – 4,19 Mio. (13, 6 %)

1997 – 3,61 Mio. (11,3 %)

1998 – 7,65 Mio. (22,9 %)

1999 – 5,63 Mio. (18,7 %)

2000 – 7,87 Mio. (24,2 %)

2001 – 9,08 Mio. (26,7 %) (beste Quote im einzigen Jahr, in dem ein klassischer Schlager gewann)

2002 – 8,71 Mio. (26,7 %)

2003 – 5,63 Mio. (18,1 %)

2004 – 5,5 Mio. (17,8 %)

2005 – 3,56 Mio. (11,2 %)

2006 – 5,28 Mio.

2007 – 4,6 Mio.

2008 – 3,47 Mio. (11,0 %)

2009 – Keine Vorentscheidung

2010 – 4,5 Mio. (14,6 %)

2011 – 3,25 Mio. (10,1 %)

2012 – 2,19 Mio. (6,9 %)

2013 – 3,24 Mio. (10,4 %)

2014 – 3,95 Mio. (13,3 %)

2015 – 3,2 Mio. (10,3 %)

2016 – 4,47 Mio. (13,8 %)

2017 – 3,14 Mio. (10,8%)

2018  – 3,17 Mio (9,9 %)

Kleines Schmankerl: Die TAZ kommentiert das so: 2,84 Millionen Menschen guckten die Show, das ist für den Sender ein guter Wert.“  – nee, is‘ klar!

Lachnummer Songwriter Camps

In so genannten Songwriter Camps wurden ganz „wichtig wichtig“ eigene Songs geschrieben. Dazu wurden internationale Songautoren geholt – diesen Wahnsinn probiert man seit vielen Jahren. Was für ein Wahnsinn das ist, hat sich auch in diesem Jahr wieder gezeigt – gewonnen hat ein Lied, das außerhalb eines Camps von internationalen Leuten angeblich „extra für die Eurovision“ geschrieben wurde – dazu musste man nicht irgendwo in Klausur gehen…

Haarfarbe als Qualitätsmerkmal

Dass die Haarfarbe als Qualitätsmerkmal für eine gute Performance angesehen wird, wissen wir ja spätestens seit „Rotblond“. Auch die neu bei Sony unter Vertrag stehenden „Bonitaz“ setzen auf zwei unterschiedliche Haarfarben – Spötter orakeln schon, ob die vielleicht als „$chwe$tern“ die deutsche Version des Sisters-Hits singen werden… – Auch wenn es immer mal wieder Überraschungen gibt, sollte erneut eine verdiente Klatsche beim diesjährigen ESC zu erwarten sein…

Herr Silbereisen, übernehmen Sie…

Florian Silbereisen war bereits Jury-Mitglied, insofern ist er ESC-affin. Was spräche also dagegen, aus der ESC-Vorentscheidung wieder das zu machen, was sie jahrzehntelang war: Ein würdiger Musikwettbewerb mit tollen Musikern, die gerne für Deutschland singen wollen – und eben NICHT Casting-Loser, die bei alllen Casting-Shows abgelehnt werden? Wir sind sicher: Silbereisen und sein Team hätten das Zeug, die runtergekommene Show wieder nach vorne zu bringen. Die desaströse Einschaltquote spricht Bände, das hatten wir alles schon mal – in der Zeit vor Guildo Horn. Eine ähnliche Rundumerneuerng würde der deutschen Vorentscheidung guttun..

Bild: NDR/Rolf Klatt

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MICHELLE begeistert 1600 Fans beim Tourauftakt in Gera 0

Es war ein besonderer Moment für viele Michelle Fans. Nach über zwei Jahren tourt sie wieder live mit Band durch Deutschland.

Bei Michelle weiß man nie, was einen erwartet. Die Künstlerin erfindet sich immer wieder neu, was sicherlich ein Grund ist, weshalb sie seit Jahren zur ersten Liga des deutschen Schlagers gehört. Es ist Punkt 20 Uhr als drei riesige LED Wände zu leuchten beginnen. Ein Intro, das in der heutigen Zeit seinesgleichen sucht, Spannung und Neugier werden geweckt, für den Bruchteil einer Sekunde ist Michelle zu sehen.

Und plötzlich steht sie da – Michelle – im Rampenlicht. Sie eröffnet ihre Show mit einem Song des neuen Albums. „Lass sie reden„, was könnte passender sein. Ihre Band hat sie völlig neu zusammengestellt. Jung und dynamisch könnte man die vier Jungs bezeichnen. Begleitet wird sie von einem Schlagzeug, Gitarre, E-Bass und Keyboards. Anscheinend musste man etwas Platz machen, denn auch vier Tänzer sind diesmal an Bord. Und die wirbeln sowohl Michelle als auch die Bühne ganz schön durcheinander.

Eine absolute Seltenheit in Michelles Live-Karriere ist die aktuelle Setlist. Zum ersten Mal seit fast 20 Jahren spielt sie wieder ihren ersten Single-Hit „Und heut Nacht will ich tanzen“ und nicht nur das. Auch „Erste Sehnsucht“ und der „Traumtänzerball“ finden zurück ins Repertoire. Überhaupt ist der erste Teil wie eine Reise in die Vergangenheit. Zwar finden auch neue Hits wie „Große Liebe“ ins Programm, dennoch dominiert die Jean-Frankfurter-Zeit.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Show. Die Band ist im Hintergrund, und Michelle steht oftmals allein auf weiter Flur. Sicherlich ist das so gewollt, und viele Interpretationen erinnern an ihre „Feste“-Auftritte. Aber Uwe Kanthak und sein „Michow-Concerts“-Team scheinen alles richtig gemacht zu haben, denn die Stimmung ist bombastisch. Das Publikum steht aber ab dem dritten Song, und Michelle feiert sich, die Menschen und den Abend.

Bei „Dein Püppchen tanzt nicht mehr“ ist die Halle endgültig am Beben. Nach der Pause geht es direkt rasant weiter. Noch bevor der erste Ton ertönt, steht Gera erneut Kopf und Michelle kann in „80 Küssen“ um die Welt reisen, auch „Ich tanz dich einfach weg“ findet den Weg vom neuen Album auf die Bühne.

Im Anschluss folgt ein akustischer Teil, wo es unter anderem in „Das Hotel in St. Germain“ geht. Auch beim Einlauf ins große Finale beweist Michelle ein glückliches Händchen und haut ihre Hits wie am Fließband raus. „Wer Liebe lebt“ bildet unter standing ovations das Ende des offiziellen Teils. Während sie im Zugabeteil ihren „Idiot“ im Publikum sucht, kommt Matthias Reim zu „Nicht verdient“ via Leinwand auf die Bühne. Zum Abschluss geht es nach „Paris„. Da das Publikum vehement Zugaben fordert, kommt Michelle trotz des bereits erscheinenden Lichts in der Halle nochmal hinaus und singt die Gänsehaut Ballade „Es gibt Dich„.

Unser Fazit: Das Showkonzept ist völlig neu, und Michelle mutet Ihren Fans einiges zu, da der Wandel zur „Dancing Queen“ ohne Vorankündigung kam. Wer sich darauf einlässt, wird einen fantastischen Abend erleben. Dennoch sei angemerkt: Ein bisschen trauern wir der „alten“ Band rund um Christoph Papendieck nach.

Foto: Anelia Janeva

NORMAN LANGEN präsentiert „Cordula Grün“ im Discofox-Style 0

Der Discofox-Spezialist Norman Langen (bzw. genauer gesagt seine Plattenfirma TELAMO) hat eine gute Idee gehabt – der Song, den der Österreicher Josh. ursprünglich zum Hit gemacht hat (wir haben früher als mancher TV-Show-Spezialist HIER auf die Qualitäten des Songs hingewiesen), kann nun auch die Clubs und damit die Foxtänzer der Nation begeistern. Norman hat eine tanzbare Version dieses Riesenhits erstellt – sehr zur Freude der tanzwütigen Fans.

Der Titel ist bereits am vergangenen Freitag erschienen und somit bereits auf den einschlägigen Downloadportalen erhältlich.