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DIETER BOHLEN redet Klartext über Ermittlung der Musikcharts

Am kommenden Samstag sitzt DIETER BOHLEN zum 500. Mal als Juror einer Castingshow in einem Expertenpannel. Zugegeben, das Interview wurde auch schon “woanders” zum Thema gemacht – wir haben zunächst an eins der typischen Jubliäumsinterviews gedacht und dem keine größere Bedeutung beigemessen. Inzwischen kristallisiert sich aber heraus, dass das Interview topaktuellen Zündstoff bietet, wenn man sich die aktuellen Charts anschaut – wir haben zuletzt ja auch HIER darauf hingewiesen.

Es sind nicht nur seine Sprüche und sein Know-How, was ihm diesen langfristigen Erfolg eingebracht hat, sondern sicher auch seine Authentizität und die Tatsache, dass er selber diverse Nummer-Eins-Hits in den Charts landen konnte. Das war aber hauptsächlich in einer Zeit, als die Charts in der Regel nach verkauften Stückzahlen erhoben wurden. Sicher gab es auch damals Manipulationsmöglichkeiten. Aber dass die Single-Top-100 seit vielen Jahren zu einem überaus großen Anteil aus Liedern besteht, die kaum jemand kennt (so zumindest unser Eindruck), das kann nicht normal sein.

In einem aktuellen Interview, das u. a. im Kölner Express zitiert wird, lässt sich Dieter zu einem bemerkenswerten Statement hinreißen, das zwar sehr viele Leute denken, aber kaum jemand ausgesprochen hat – hier das Original ZITAT von Dieter Bohlen: “Klar hört man heute in den Shisha Bars: ‘Du brauchst dir das nicht anhören, lass das einfach auf Dauerschleife laufen.’ Mir kann keiner erzählen, dass Titel 1,6 Millionen Mal am Tag von Leuten gestreamt werden. Die Charts sind generell im Moment ziemlich manipuliert,…”

Die utopischen Streamingzahlen, die nicht wenige Experten auf genau das Phänomen zurückführen, dass Algorithmen Lieder in Dauerschleife abspielen lassen, die in Wahrheit kein Mensch hört, um zu suggerieren, dass sich der Song gut “verkauft” bzw. gut läuft, sind aber nach Dieters Ansicht nicht das einzige Problem. Auch dieser Satz lässt aufhorchen: “Bei den Alben-Charts gibt’s auch den Brauch, dass jemand** ein Jahr lang über Verkaufskanäle im Fernsehen 2000 CDs einsammelt. Dann meldet er die an einem Tag an und geht dann von Null auf Eins. Und die Leute fragen sich, wer ist denn das, der da gerade auf eins gegangen ist.“

Das alles sind keine wirklichen Neuheiten, keine Geheimnisse. Der Brancheninsider Georg Fischer, bekannt für seine Art, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, hat sich in ähnlicher Form schon vor längerer Zeit zu Wort gemeldet. Dass nun aber der Poptitan höchstpersönlich sich zu Wort meldet und zumindest Bedenken an der Chartsermittlung kundtut, könnte vielleicht doch den einen oder anderen zum Umdenken inspirieren. Unregelmäßigkeiten müssten sofort eliminiert werden. Und die Chartserhebung nach WERT zu erheben, was dazu führt, dass Sexpuppen die Umsätze von Musik ankurbeln, hat sich nach unserer Meinung auch nicht wirklich bewährt.

Einmal mehr Hut ab vor Poptitan Dieter Bohlen, der seine Meinung nicht hinter dem Berg hält, auch wenn er sich mit Statements dieser Art bei den zuständigen Chartsermittlern oder gleich dem zuständigen Verband BVMI (Bundesverband Musikindustrie) sicher keine Freunde macht.

**= „Jemand“ muss natürlich eine Person sein, die Verkaufszahlen meldet (z.B. das Plattenlabel) – kein Endkäufer!

Quelle: RTL

Foto: CD-Cover “Dieter feat. Bohlen – das MEGA-Album” (ohne Schriftsatz)

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