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TONY MARSHALL: HERBERT NOLD erzählt über 44 Jahre Musikgeschichte
44 Jahre. Eine Zahl, die im schnelllebigen Musikgeschäft beinahe unwirklich erscheint. 44 Jahre Management für ein und denselben Künstler – per Handschlag besiegelt, ohne schriftlichen Vertrag. Was heute wie eine Legende klingt, ist gelebte Realität: HERBERT NOLD aus Rastatt war über vier Jahrzehnte lang der Manager von Schlagerstar TONY MARSHALL. Eine Zusammenarbeit, die nicht nur außergewöhnlich lang währte, sondern vor allem von Vertrauen, Loyalität und gegenseitigem Respekt geprägt war – ein Weltrekord im Showgeschäft. Darüber erscheint nun ein spannendes Buch, über dessen Erscheinen wir sehr gerne „zuerst bei schlagerprofis.de“ berichten – das Thema dürfte interessant genug sein, dass unsere Recherche wieder abgeschrieben wird – immerhin bekommt das Buch dadurch dann eine Aufmerksamkeit, die es verdient.
Handschlag statt Paragraphen
In einer Branche, die häufig von komplexen Vertragswerken, Optionsklauseln und juristischen Absicherungen bestimmt wird, setzte HERBERT NOLD auf etwas scheinbar Altmodisches: das gesprochene Wort. Die Geschäftsbeziehung mit TONY MARSHALL wurde ohne schriftlichen Vertrag geschlossen. Ein Handschlag genügte.
Dieses Fundament aus Ehrlichkeit und Verlässlichkeit trug über Jahrzehnte hinweg – durch Tourneen, Fernsehauftritte, Charterfolge und internationale Engagements. TONY avancierte zu einer festen Größe im deutschen Schlager, mit Kultstatus weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Hinter den Kulissen zog HERBERT NOLD mit strategischem Geschick, Organisationstalent und einem feinen Gespür für Publikumstrends die Fäden.
Mehr als nur Schlager: Ein Manager mit Weitblick
Doch HERBERT NOLD war nicht nur der Mann an TONY MARSHALLs Seite. Auch andere Künstler verdanken ihm entscheidende Karriereschritte.
So führte er den virtuosen Trompeter WALTER SCHOLZ an die Spitze seines Genres. Mit seinem unverwechselbaren, warmen Trompetenton begeisterte Scholz ein Millionenpublikum – nicht zuletzt dank professioneller Positionierung und nachhaltiger Tourneeplanung.
Ebenso betreute Nold den „Magier der Panflöte“ EDWARD SIMONI, der mit seinem Instrument eine Brücke zwischen Folklore, Klassik und Unterhaltungsmusik schlug. EDWARD etablierte die Panflöte im deutschsprachigen Raum als konzertantes Soloinstrument mit breiter Publikumswirkung. (Übrigens war er auch als Bandmusiker tätig, u. a. in der Band von COSTA CORDALIS).
Ein weiteres außergewöhnliches Projekt war die Zusammenarbeit mit dem MARINECHOR DER SCHWARZMEERFLOTTE. In Zeiten politischer Spannungen brachte NOLD diesen traditionsreichen Klangkörper auf deutsche Bühnen – ein kulturelles Signal, das weit über reine Unterhaltung hinausging.
Management als Vertrauenskunst
Was HERBERT NOLD auszeichnete, war nicht allein kaufmännisches Geschick oder organisatorische Kompetenz. Sein Erfolgsrezept beruhte auf persönlicher Nähe zu „seinen“ Künstlern. Management war für ihn kein distanziertes Geschäftsmodell, sondern Partnerschaft auf Augenhöhe. Künstlerentwicklung bedeutete langfristige Strategie statt kurzfristiger Effekte. In einer Ära, in der Karrieren oft schnell aufgebaut und ebenso rasch wieder fallengelassen werden, setzte NOLD auf Kontinuität. Er verstand Marktmechanismen ebenso wie künstlerische Sensibilitäten – eine seltene Kombination.
Ein Buch als Zeitdokument
Die Geschichte dieses außergewöhnlichen Lebens für die Bühne wird persönlich und nahbar erzählt in „Tony, die schöne Maid & ich“ – mit einem Vorwort von MARC MARSHALL, dem Sohn von TONY MARSHALL. Verfasst wurde das Werk von ANDREA RÖTHE, Jahrgang 1971 (richtig: Genau das Jahr, in dem TONY mit der „Schönen Maid“ seinen Durchbruch erreichte). Die studierte Germanistin, Romanistin und Historikerin (Studium in Stuttgart und Hannover) war viele Jahre als Redaktionsleiterin tätig und arbeitet heute als freie Journalistin, Bloggerin sowie als Deutsch- und Französischlehrerin an einer Waldorfschule. Ihre Leidenschaft für Literatur, Kunst, Tanz und Reisen prägt auch ihren erzählerischen Zugang.
Das am 17. April 2026 erscheinende Buch ist ein Stück deutscher Musik- und Unterhaltungsgeschichte – erzählt aus der Perspektive eines Mannes, der nicht im Rampenlicht stand, aber es für andere möglich machte.











