Freddy Quinn Heino

FREDDY QUINN und HEINO: Versöhnung nach fast 6 Jahrzehnten Rivalität!

FREDDY QUINN und HEINO: Nach Jahrzehnten der Rivalität kommt es zur Versöhnung

Zwei große Namen der deutschen Unterhaltungsmusik, zwei außergewöhnliche Karrieren – und über Jahrzehnte eine gewisse Distanz: HEINO und FREDDY QUINN standen einst sogar in direkter Konkurrenz zueinander. Nun, im hohen Alter, scheint die Zeit gekommen zu sein, alte Rivalitäten hinter sich zu lassen. Anlässlich FREDDY QUINNs 95. Geburtstag hat HEINO seinem Kollegen einen persönlichen Brief geschrieben und ihm darin seinen Respekt ausgesprochen.

HEINO wurde zum Konkurrenten von FREDDY QUINN

FREDDY QUINN gehörte in den 1950er- und 1960er-Jahren zu den größten Stars der deutschen Musikszene. Mit Liedern wie „Heimweh“, „Die Gitarre und das Meer“, „Junge, komm bald wieder“ oder „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ prägte er eine ganze Ära. Seine melancholischen Lieder über Fernweh, Seefahrt und Heimat wurden zu Evergreens.

Bild von Schlagerprofis.de

Mitte der 1960er-Jahre tauchte mit HEINO plötzlich ein Sänger auf, der ebenfalls mit volkstümlichen und maritimen Liedern große Erfolge feiern konnte. 1966 erschien HEINOs erste Single „13 Mann und ein Kapitän“ – ein Titel, den zuvor bereits FREDDY QUINN gesungen hatte. Damit war eine gewisse Konkurrenzsituation praktisch vorprogrammiert. Schon 1968 schrieb der MUSIKMARKT:

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HEINO selbst schildert gegenüber BILD, dass FREDDY QUINN über den neuen Konkurrenten zunächst nicht besonders glücklich gewesen sei. Schließlich hatte QUINN sein Publikum über Jahre mit genau jener Mischung aus Seemannsliedern, Fernweh und volkstümlichen Titeln begeistert, mit der nun auch HEINO große Erfolge feierte.

FREDDY QUINN und HEINO sogar einmal gemeinsam in der ZDF-Hitparade

Besonders interessant ist dabei ein Blick auf die legendäre ZDF-Hitparade. FREDDY QUINN trat in seinem gesamten Leben tatsächlich nur ein einziges Mal in der von DIETER THOMAS HECK moderierten Kultsendung auf.

Am 5. April 1969 war es soweit: FREDDY QUINN war mit „Alle Abenteuer dieser Erde“ in der ZDF-Hitparade vertreten. Und ausgerechnet HEINO war ebenfalls dabei mit seinem damaligen Hit „Treue Bergvagabunden“. Für FREDDY war dies allerdings kein dauerhaftes Kapitel in der Sendung – nach diesem einzigen Auftritt kehrte er nicht mehr in die ZDF-Hitparade zurück.

HEINO konnte sich in dieser Konkurrenzsituation besser platzieren. Sein Auftritt mit „Treue Bergvagabunden“ brachte ihm in der damaligen Sendung eine bessere Platzierung als FREDDY QUINN ein. Eine kleine Episode der Fernsehgeschichte, die im Rückblick durchaus symbolischen Charakter besitzt: Der einstige Seemannslieder-König bekam ausgerechnet in der populären ZDF-Hitparade seinen neuen Konkurrenten HEINO zu spüren. Nach dem Auftritt in der dritten ZDF-Hitparade war FREDDY nie wieder in dieser bedeutenden Show zu Gast – der Stachel scheint sehr tief gesessen zu haben.

Jahrzehntelang keine echte Freundschaft

Ob tatsächlich eine persönliche Feindschaft zwischen den beiden Sängern bestand, lässt sich schwer beurteilen. FREDDY QUINN selbst stellt nun jedenfalls klar, dass er mit HEINO persönlich nie ein Problem gehabt habe. Vieles sei im Laufe der Jahrzehnte von außen interpretiert und geschrieben worden. Spannend: In seiner Autobiografie „Wie es wirklich war“ ist der Name HEINO nicht zu finden. Und der Name DIETER THOMAS HECK fällt im Zusammenhang mit FREDDYs 70, Geburtstag – für das ZDF präsentierte HECK die Show „Eine Ikone wird 70“.

Dennoch blieb zwischen den beiden großen Sängern eine bemerkenswerte Distanz bestehen. HEINO hingegen hätte einem persönlichen Treffen offenbar stets offen gegenübergestanden.

Umso bemerkenswerter sind nun die Worte, die HEINO anlässlich FREDDY QUINNs 95. Geburtstag gefunden hat. In seinem persönlichen Brief würdigt er nicht nur die außergewöhnliche Karriere seines Kollegen, sondern stellt vor allem die Gemeinsamkeiten heraus: Beide hätten über viele Jahrzehnte die deutsche Musikgeschichte geprägt und seien von einem treuen Publikum begleitet worden.

HEINO macht FREDDY QUINN ein Friedensangebot

HEINOs Botschaft ist dabei eindeutig versöhnlich. Er schreibt, dass mit den Jahren vieles, was einst wichtig erschienen sei, kleiner werde und dafür das Verbindende größer. Was die beiden verbindet, liegt tatsächlich auf der Hand: die Musik, die Bühne und die Liebe ihres Publikums.

FREDDY QUINN hat das Friedensangebot seines Kollegen offenbar gerne angenommen. Gegenüber BILD reagierte er überrascht, aber ausgesprochen positiv auf die Geburtstagskarte: Mit HEINO habe er nie ein Problem gehabt und er zolle ihm Respekt für dessen Lebensleistung. Die Geste bezeichnete QUINN ausdrücklich als etwas Schönes.

Damit könnte nach vielen Jahrzehnten tatsächlich ein Kapitel deutscher Musikgeschichte zu einem versöhnlichen Ende kommen. Zwei Künstler, die einst um die Gunst desselben Publikums konkurrierten, begegnen sich heute vor allem mit dem Respekt, den zwei außergewöhnliche Lebenswerke verdienen.

Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis nach so vielen Jahren: Am Ende bleibt nicht die Konkurrenz, sondern die gemeinsame Musik. Die Idee der BILD-Zeitung, dass man sich anlässlich HEINOs 88. Geburtstag im Dezember persönlich versöhnen kann, finden wir ausgesprochen gut. 

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