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ANGELIKA MANN: Ikone zwischen Jazz, Chanson und Kinderlied ist tot!
Mit ANGELIKA MANN verliert die deutsche Musiklandschaft eine unverwechselbare Stimme. Die Berliner Sängerin und Schauspielerin ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Über fünf Jahrzehnte hinweg prägte sie die Musik- und Bühnenkultur – zunächst in der DDR, später auch im Westen. Besonders ihre musikalische Vielseitigkeit machte sie zu einer Ausnahmeerscheinung.
Eine Stimme, die Generationen begleitet hat
Musik war für ANGELIKA MANN von Beginn an mehr als nur ein künstlerischer Ausdruck. Bereits als Kind erhielt sie intensiven Klavierunterricht, übte stundenlang und entwickelte früh ein feines Gespür für unterschiedliche musikalische Welten. BACH und die BEATLES gehörten gleichermaßen zu ihren prägenden Einflüssen. Dieses Spannungsfeld spiegelte sich später auch in ihrem Repertoire wider.
Berühmt wurde ihre Stimme vor allem in der DDR. In den 1970er-Jahren arbeitete sie eng mit dem Komponisten und Liedermacher REINHARD LAKOMY zusammen. Bis heute unvergessen ist ihr Beitrag zur Kinderschallplatte „Traumzauberbaum“, die millionenfach verkauft wurde und für viele bis heute Kultstatus besitzt. ANGELIKA MANNs unverwechselbare warme Stimme verlieh den Figuren Tiefe und Emotionalität. Das ist mit ein Grund, warum ihre Musik bis heute generationsübergreifend wirkt.
Zwischen Jazz, Chanson und Theatermusik
Neben ihrer Arbeit für Kinderproduktionen war ANGELIKA MANN fest in der DDR-Jazz- und Chansonszene verankert. Sie trat unter anderem mit MANFRED KRUG und der Jazzsängerin USCHI BRÜNING auf und bewegte sich souverän zwischen Unterhaltung, Jazz und politisch gefärbtem Liedgut. Ihre geringe Körpergröße von 1,49 Metern stand dabei in starkem Kontrast zu ihrer enormen Bühnenpräsenz – ein Umstand, der ihr den Spitznamen „die LÜTTE“ einbrachte.
In den 1980er-Jahren verließ ANGELIKA die DDR und setzte ihre Karriere in West-Berlin fort. Auch hier überzeugte sie musikalisch wie darstellerisch. Am Theater des Westens feierte sie große Erfolge, unter anderem als Lucy in BRECHTs „Dreigroschenoper“. Diese Rolle unterstrich ihre Nähe zur Musik KURT WEILLs und zum musikalischen Theater eindrucksvoll.
Bis zuletzt auf der Bühne präsent
Nach dem Mauerfall blieb ANGELIKA MANN eine verbindende Figur zwischen Ost und West. Sie kehrte regelmäßig auf ostdeutsche Bühnen zurück und blieb bis zuletzt aktiv – vor allem im Musical- und Theaterbereich. Ihre Karriere war geprägt von Kontinuität, Neugier und einer tiefen Verbundenheit zur Musik in all ihren Facetten.
ANGELIKA MANN hinterlässt kein klassisches Pop-Œuvre, aber ein bedeutendes musikalisches Vermächtnis: als Interpretin, Ensemblekünstlerin und Stimme einer ganzen Epoche. Für viele bleibt sie untrennbar mit dem „Traumzauberbaum“ verbunden – für andere mit Jazzclubs, Theaterabenden und dem Gefühl, dass Musik auch Haltung sein kann. Möge die bedeutende Künstlerin in Frieden ruhen!
Danke an Rick und Marky Marsel für ihre Hinweise zu diesem Thema!










