MELISSA NASCHENWENG: Kurzinterview mit ihr zu ihrem neuen Album
In der NDR Talkshow hat MELISSA sich einmal mehr von ihrer besten Seite gezeigt. LIVE spielte sie auf der Steirischen Harmonika und sang – sich selbst begleitend – ihren emotionalen Schlager „Ein Kompliment“. Wir finden: Das war grandios – schade, dass MELISSA bei FLORIAN SILBEREISEN immer Vollplayback „singt“, denn: SIE kann es einfach. Und „Alpenbarbie“ war das erfolgreichste Album in Österreich 2025 – eigentlich wäre das ja eine „Eins der Besten wert“… – Aber zurück zum Thema: Dankenswerterweise durften wir ein kleines Interview mit der sehr sympathischen Österreicherin führen, das wir euch nicht vorenthalten wollen:
Wann hast du erstmals gemerkt, dass Musik für dich mehr als ein Hobby ist – gab es einen konkreten Auslöser?
Ja, das war mein Auftritt in Shanghai.
Hinweis: Details dazu hat MELISSA in der NDR-Talkshow verraten – siehe HIER.
Welche Rolle haben deine musikalischen Wurzeln in Kärnten für deine heutige Identität als Künstlerin gespielt?
Kärnten hat mich geerdet, ich bin dort bodenständig aufgewachsen. Musik war Teil des Alltags, nichts Abgehobenes, das hat meinen Zugang zur Musik geprägt. Auch heute verliere ich dadurch nicht den Bezug zur Realität.
Du hast früh mit dem Spiel der Steirischen Harmonika begonnen – war das eine bewusste Entscheidung von dir selbst oder eher familiär geprägt?
Opa und Papa haben es vorgemacht, ich wollte genauso wie sie den Menschen eine Freude bereiten, ich mag glückliche Leute, und mit der Harmonika kann man die Menschen verzaubern:)
Dein Erfolg kam nicht über Nacht – welche Phase deiner Karriere war rückblickend die wichtigste Lernzeit? Kannst du das benennen?
Die Zeit ohne großen Erfolg – da habe ich am meisten gelernt. 180 Auftritte, über 100 000 km pro Jahr, nur mein Papa und ich, wir haben alles gemacht, und das immer mit Freude und Begeisterung!
Erinnerst du dich noch an den Moment, in dem dir klar wurde: „Jetzt funktioniert es wirklich“? Gab es einen besonderen „Meilenstein“, der besonders richtungsweisend war?
Ja, wo der Song i steh auf Bergbauernbuam rauskam, plötzlich war jede Discothek voll und es gab fast immer Einlass-Stopp.
Im letzten Jahr bei den Schlagerchampions gab es eine Panne – du saßt auf der Schaukel. Hast du wirklich so cool reagiert, als du auf deinen Auftritt warten musstest, oder sah es in dir schon etwas anders aus?
Es gibt sicherlich Schlimmeres auf der Welt.
Wie gehst du mit Kritik um, insbesondere wenn sie sich weniger auf deine Musik als auf dein Auftreten bezieht?
Mittlerweile steh‘ ich drüber, man kann es nicht allen recht machen, ich bleib mir selber treu.
Wir mögen deinen österreichischen Dialekt, er wirkt sympathisch und authentisch. Meinst du, dass dennoch hier und da dein Dialekt gerade für die Karriere in Deutschland hinderlich ist? Sprichst du bewusst, so „wie dir der Schnabel gewachsen ist“, oder gab es auch mal Überlegungen, z. B. Interviews in Deutschland „auf Hochdeutsch“ zu führen (wie die Schweizerin BEATRICE EGLI es z. B. tut)?
Haben schon genug andere auch geschafft:) ich denke, es sollte immer authentisch sein, und mein Dialekt gehört zu mir und macht mich aus.
Deine Musik sendet klare, direkte Botschaften – warst du früher vorsichtiger damit als heute als etablierte Künstlerin?
Nein:)
Zum Album:
Das erfolgreichste Album des Jahres in Österreich heißt „Alpenbarbie“ – WIR finden das stark, können uns aber vorstellen, dass diese Selbstironie nicht überall verstanden wird, z. B. bei Feministinnen und dergleichen – oder täuschen wir uns? Bekommst du eher Zuspruch oder gibt es doch auch kritische Stimmen, wenn eine attraktive Frau so ein Klischee (wenn auch natürlich augenzwinkernd) bedient?
Mehr Zuspruch. Die meisten verstehen die Botschaft. Wir Frauen können soviel sein, nur weil ich mit Glitzerstiefel und einer kurzen Lederhose auf der Bühne stehe, heißt das nicht , dass ich nicht auch mit Gummistiefel im Stall stehen kann, das eine schließt das andere nicht aus.
Ich bin gern feminin, hab aber auch kein Problem, eine Meinung auszusprechen, daheim anzupacken und gleichzeitig eine Unternehmerin zu sein.
Ist „Rosa Dynamit“ vielleicht sogar eine Antwort auf Erwartungen von außen?
Naja, weiblich sein, und die Kraft die in uns Frauen steckt. Man sollte uns niemals unterschätzen.
Foto: Sony Music, Anelia Janeva











