Florian Silbereisen Schlager

FLORIAN SILBEREISEN: Weiterer Sparzwang beim MDR erforderlich – betrifft das auch ihn?

FLORIAN SILBEREISEN betroffen? – Warum der MDR trotz KEF-Empfehlung weiter sparen will

Knapp einen Monat nach der neuen Empfehlung der KEF (unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Sender) wird weiter über den Rundfunkbeitrag diskutiert. Die Kommission hatte vorgeschlagen, den Beitrag ab Januar 2027 nur leicht zu erhöhen – um 28 Cent auf 18,64 Euro. Nach Berechnungen der KEF würde dieses Geld ausreichen, damit ARD und ZDF ihre geplanten Ausgaben bis Ende 2028 bezahlen können.

Trotzdem kündigte MDR-Intendant RALF LUDWIG zusätzliche Sparmaßnahmen an. Der MDR plant bereits Einsparungen von 160 Millionen Euro in vier Jahren. Sollte der Beitrag nur auf 18,64 Euro steigen, müsste der Sender weitere 30 Millionen Euro sparen. Darüber berichtet aktuell die Medienseite DWDL. Wenn es gar keine Beitragserhöhung gäbe, wären sogar 60 Millionen Euro zusätzlich nötig.

Der Grund dafür liegt in der Verteilung der Einnahmen. Die KEF rechnet damit, dass es mehr beitragspflichtige Haushalte gibt als früher angenommen. Diese zusätzlichen Haushalte verteilen sich jedoch nicht gleichmäßig über Deutschland. In den MDR-Ländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt wird eher mit weniger Haushalten gerechnet. Dadurch profitiert der MDR kaum von den zusätzlichen Einnahmen.

Hinzu kommt, dass der MDR weniger Rücklagen hat als einige ältere ARD-Sender. Diese konnten in der Vergangenheit mehr Geld sparen. Deshalb reicht eine Finanzierung, die für die ARD insgesamt ausrechnet wurde, nicht automatisch für jede einzelne Rundfunkanstalt. Laut LUDWIG würden weitere Einsparungen wahrscheinlich auch im Programm spürbar sein, weil in der Verwaltung kaum noch zusätzlich gespart werden könne.

Auswirkungen auf FLORIAN SILBEREISEN und andere Musik-Formate?

In diesem Zusammenhang ist die Frage erlaubt, was mit Formaten wie „Hol dir deine Show“ und die SILBEREISEN-Shows bedeutet. Beliebte Formate wie „Schlagerhitparade“, „Musik für Sie“ und „Wiedersehen macht Freude“ wurden ja (für uns völlig unverständlich, da kostengünstig als Sendungen mit Fokus auf Clips zu produzieren) „rasiert“. Immerhin: Wie berichtet, ist die SILBEREISEN-Zukunft (bezogen auf die „Feste“-Shows) ja zumindest bis 2027 gesichert. Dennoch lässt die aktuelle Diskussion natürlich schon Sorgenfalten auf die Stirn so mancher Schlagerfans werfen.

Nicht vergessen: „Gemeinschaftsproduktion“

Es gibt zum Glück aber auch viele gute Argumente, die dafür sprechen, dass die Shows von FLORIAN SILBEREISEN auch über 2027 weitergehen. Die sehr gute Einschaltquote (noch immer ist FLORIAN hier sonnenklarer Marktführer), eine breite Zielgruppe (auch gute Werte beim jungen Publikum) – das ist schon ein Pfund, zumal die Show als Gemeinschaftsproduktion innerhalb der ARD produziert werden. Ein Argument: Gerade in Zeiten von Sparprogrammen halten Sender nach unserer Beobachtung oft an wenigen großen Publikumserfolgen fest, weil sie Reichweite bringen und das Programmprofil stärken. Für die ARD sind solche Samstagabendshows ein wichtiger Quotentreiber.

Mittel- bis langfristig könnten Einsparungen aber trotzdem Auswirkungen haben. Denkbar wären zum Beispiel:

  • weniger Ausgaben pro Jahr,

  • kleinere Bühnen oder weniger aufwendige Produktionen,

  • mehr Co-Finanzierung durch andere ARD-Anstalten oder Partner.

Beim MDR liegt der Schwerpunkt der Sparmaßnahmen vermutlich nach unserer Einschätzung eher bei teuren Eigenproduktionen mit geringerer Reichweite, regionalen Formaten oder Strukturen hinter den Kulissen. Wenn der finanzielle Druck allerdings weiter steigt und es keine Beitragserhöhung gibt, könnten auch große Unterhaltungsshows irgendwann stärker auf den Prüfstand kommen. Wir drücken die Daumen, dass der Schlager so lange wie möglich eine gute Bühne bekommt – in Form der Shows von FLORIAN SILBEREISEN.

Vielen Dank an MARCEL JORDAN für seinen Hinweis zu diesem Thema!
Foto: MDR, Thorsten Jander
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