Andy Borg Florian Silbereisen

FLORIAN SILBEREISEN oder ANDY BORG: Wer bringt die besseren Quoten fürs Geld?

FLORIAN SILBEREISEN: Ist er soo viel besser als ANDY BORG?

Raten Sie mal, wie viel ihre Shows kosten.

Schlagerbooom und Schlager-Spaß – zwei beliebte Musikshows, moderiert von zwei Freunden, die sich mögen und sich durchaus ähneln. So war es FLORIAN SILBEREISEN, der bekanntlich die Geburtstagsshow für ANDY BORG moderierte. Beide laufen am Samstagabend. Und doch könnten ihre Erfolgsformate unterschiedlicher kaum sein.

FLORIANs Feste wie Schlagerbooom und Schlagerchampions kommen aus großen Hallen mit tausenden Zuschauern und wird zumeist LIVE im Ersten ausgestrahlt. ANDYs Schlager-Spaß dagegen spielt in einer kleinen Weinstube: ein paar Tische, die Gäste sitzen mittendrin. Live-Publikum geht es seit der Pandemie NICHT mehr (von Ausnahmen abgesehen). Zu sehen ist das oft Monate vorher vorab produzierte Format im Dritten, bei SWR und MDR.

Die Gästeliste von FLORIAN SILBEREISEN ist hochkarätig, bei ihm treten die absoluten TOP-Stars des Schlagers auf bis hin zu HELENE FISCHER, ROLAND KAISER und ANDREA BERG. Bei ANDY BORG treten beliebte Stars von damals und heute auf – begleitet von viel Volksmusik. Bei FLORIAN schalten in der Regel vier bis sechs Millionen Zuschauer ein, bei ANDY sind es normalerweise anderthalb bis zwei Millionen. Je nach Lage der Dinge lockt FLORIAN also 2- bis maximal 4-mal so viele Zuschauer vor die Bildschirme.

Besonders interessant wird der Vergleich bei den Herstellungskosten. Die Kosten für eine SILBEREISEN-Show wurden bisweilen medial kommuniziert  Florians Riesen-Spektakel kostet den Gebührenzahler 2,08 Millionen Euro pro Show. Und ANDYs kleiner Wein-Stadl? Gerade einmal ein Zehntel davon. Branchenkenner schätzen die Kosten auf unter 200.000 Euro pro Ausgabe. (Wir haben dazu vor ein paar Tagen beim SWR nachgefragt und „mal wieder“ keine Antwort bekommen – zum Glück haben wir natürlich gute Insider-Kontakte und haben „auf dem kurzen Dienstweg“ eine Antwort bekommen, gehen aber andrerseits davon aus, dass der SWR alle Medien gleich behandelt, sonst wäre das ja schon wieder ein neues Thema…)

Ob große Glitzer-Party oder kleines Weinfest – beide Formate haben ihre Fans. Und oft sind es sogar dieselben. Beide Formate haben ihre Daseinsberechtigung und haben ihr Publikum – man kann froh sein, dass es zumindest diese „Vielfalt“ noch gibt – hoffentlich noch recht lange…

Artikel teilen:
Schlagerprofis – Der Podcast Folge 077 – Das neue Jahr mit Silbereisen

Wir reden über vieles, was zum Anfang des Jahres in der Schlagerwelt stattgefunden hat…

Deine Schlager-Stars

5 Kommentare

  1. 2 Millionen??? Wofür bitte? Dafür, dass jemand auf den Playbutton drückt bei 90% der Zeit, mindestens? Ach du…
    Ok, Personal muss ja bezahlt werden, seien es die Golden Voices of Gospel, oder wie sie heißen, weil ein Gospelchor ja so gut zu Schlager passt.., oder die Tänzer, die die meiste Zeit eher zu überzogenen Inszenierungen beitragen. Maite Kelly zum Beispiel ist meiner Meinung nach die technisch stärkste Schlagersängerin, von den großen, erfolgreichen, bekannten zumindest, aber ihre Auftritte in den letzten paar Jahren sind zum Teil manchmal fragwürdig. Da führt sie sich auf, als wäre sie der Rockstar schlechthin, singt dann aber Schlager dabei… Na gut. Muss sie ja wissen.
    Der Silbereisen nennt „seine“ Show ja auch im Falle der Champions „Champions League“. Joa, vielleicht Champions League des örtlichen Schützenfests, aber nicht Champions League im Sinne von Fußball. Über die Dinge, die dort alle zu kurz kommen, wurde ja schon viel diskutiert. Aber irgendwo passt die Aussage ja auch zu seinem Auftreten bei der Goldenen Henne 2021, wo er als Laudator für Joko angefangen hat „seine“ Shows zu loben. Maximalst unangebracht… und auch noch unzutreffend. Ich glaube, die glauben am Ende wirklich alle da, dass die Show gut ist. Aber ich hatte ja schon mal kommentiert, solange Gisela immer noch denkt, dass die Show fantastisch ist und keine Idee von wirklicher Qualität hat, wird sich da auch nichts ändern. Gisela hat bestimmt dann auch mitgeraten, wer die Sängerin ist, die bei „Sie“ von Silbereisen und Anders mitgesungen hat und Helene getippt…

    Anderes Thema. Die Schlager-News-Rubrik scheint ja jetzt richtig zu funktionieren.

  2. Ich erlebe diese Form von primitiver Unterhaltung mit immer denselben Interpreten unter der Leitung des grundlos dauergrinsenden Moderators Florian Silbereisen als intellektuelle Zumutung. Es scheint den Machern derartiger Sendungen sogar eine klammheimliche Freude zu bereiten, auf Kosten der Gebührenzahlenden das erste Programm schon fast inflationär mit diesem Schund zu fluten. Die auf bildungsferne Konsumenten ausgerichteten und ausgewählten Songtexte sind derart banal, schlicht und trivial, dass einem die Ohren bluten.

    Eröffnet wird jede Sendung mit dem von Florian Silbereisen interpretierten Song: „Aber eins, dass kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben!“ Auf Menschen in Palliativstationen, Schwerbehinderten, den vielen Menschen, die täglich die Diagnose „Krebs“ gestellt bekommen, Menschen, die gerade einen Sterbefall in der Familien hatten, denen vor kurzem gekündigt wurde, Personen in einer Chemotherapie, usw. usw. dürfte dieses Opening als wie Zynismus wirken.

    Es reicht auch nicht, dem „Vergnügungspöbel“ in großen Zeitabständen -so meinetwegen- ca. max. 90 Minuten dieses Schwachsinns zu servieren. (Wg. Pluralität, Grundversorgung etc..) Nein. Da werden gleich jedes Mal 195 Minuten sanfter Volksverblödung in den Äther verströmt, dass einem die Festplatte unter der Fontanelle durchschmort.

    Dazu das ekelhafte gegenseitige Vollgeschleime zwischen den Interpreten und dem Moderator bei der Vorstellung seiner Gäste. 

    Bei den Darbietungen erschreckt mich am meisten, dass die Kamera oft Teile des Publikums einfängt, die enthusiastisch auch noch die mir völlig unbekannten Liedtexte mitsingen. Hier scheinen die von Amtskirche und Staat Enttäuschten ihren Religionsersatz gefunden zu haben. Diese vorsätzliche, sanfte Verblödung der Rezipienten ist mMn integraler Bestandteil einer Entlastungsideologie, die ínsbesondere in Krisenzeiten Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, die Spannungen des Lebens auszuhalten in eine realitätsferne Scheinwelt zu entführen um sie gegen den emanzipatorischen, rationalen Umgang mit ihren Alltagsproblemen immun zu machen. Dieses Sendungsformat ist eine kalkulierte Großoffensive zur Entpolitisierung der Gesellschaft, die Rückführung in eine heile Welt, als die Luft noch sauber und der Sex noch schmutzig waren.
    Georg Schramm würde analog dazu sagen: Der Markt schafft Bedürfnisanstalten in denen man seine seelische Notdurft verrichten kann.

    In diesem Punkt überschneidet sich die Formate Comedy mit Schlager: Beim Inszenieren konsumierbarer Naivität. Es ist auch gerade die naive Artifizialität (Künstlichkeit), nach der sich der Zuschauer in diesem Format sehnt, der musikalische Eskapismus in eine geordnete Welt, in der die Erzählungen und Liedtexte klar und eindeutig sind, jeder Beat erwartbar getaktet ist und auf 1 und 3 bis zur exzessiven Ballermannextase mitgeklatscht werden kann.

    Der Autorin Gabriele Wohmann wird folgendes Zitat zugeschrieben: An den Vergnügungen einer Gesellschaft erkennt man ihr Elend.

  3. Teil 2:
    Schlager von anno dunnemals aus dem „Schlagerboom Silvester 2025 (4,5 Mio Zuschauende) – eine Auswahl der „neuesten“ Hits:,
    :1. Du hast mich tausend mal belogen. 2001
    2. You’re My Heart, You’re My Soul 1984
    3. Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein) 1985
    4. Flugzeuge im Bauch 1984 (interpretiert von Olli P.)
    5. Hello Again – 1984
    6. Ti amo – 1977
    7. Ich wär so gern wie Du – 1977
    8. It’s a Heartache – 1977
    9. Holding Out for a Hero – 1984
    10. Sugar, Sugar von 1969 – (interpretiert von Ross Anthony)
    11. Ich will alles (Gitte Hänning – 1983)
    12. Big in Japan – 1984
    13. Forever young – 1984
    14. Que Sera – 1955
    15. Ein Stern, der Deinen Namen trägt – 2007
    16. Santa Maria – 1980

    Zur Vollständigkeit gehören auch die vom Publikum gesangsmäßig begleiteten sexistischen Schlager wie:

    „Das schöne Mädchen von Seite 1“ Howard Carpendale
    „Ein Bett im Kornfeld“ Jürgen Drews
    „Im Wagen vor mir…,“ Henry Valentino
    „Frauen wollen immer nur das eine“ Roland Kaiser
    „Nein heißt ja“ G. G. Anderson
    „Zweimal Nein heißt einmal Ja!“ Sigrin und Marina (2007)
    „Geh mal Bier hol’n“ Micky Krause 2014
    „Fesche Madln“ Andreas Gabalier 2015

    Getoppt wird das alles noch durch einen gewissen Theo, der nach Litzmannstadt fährt:

    Vor 2 Jahren trat Vicky Leandros zuletzt beim Schlagerboom mit ihrem Hit „Theo, wir fahrn nach Lodz“ auf. Und wieder habe ich mich gefragt: Warum Lodz? Warum keine beliebige andere Stadt? Ist denn der Interpretin und den Zuschauern nicht bekannt, das Lodz (Litzmannstadt) nach Warschau das zweitgrößte Ghetto der Nazis war? Von Januar bis September 1942 wurden in mehreren Deportationswellen über 70.000 Menschen im ungefähr 60 Kilometer westlich von Lodz gelegenen Vernichtungslager Chelmno ermordet. Ich stelle mir vor, anstelle von Lodz würde Maidanek oder Treblinke gesungen.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite