EDO ZANKI ist verstorben – ein kurzer biografischer Nachruf 0

Trauer bei den Schlagerprofis: Der stets engagierte und anspruchsvolle Produzent und Musiker EDO ZANKI ist nach kurzer schwerer Krankheit am heutigen 1. September 2019 verstorben.

Zanki selber wird sich sicherlich nicht als Schlagersänger verstanden haben, aber es gab schon Berürhungspunkte zum deutschen Schlager. Schon in den frühen 1970er Jahren sang er die Coversongs „Ich komm zurück nach Amarillo“ (1972, als Edward Zanki) oder auch „Beautiful Sunday“ (1972, als Don Anderson).

Im Jahr 1977 schriieb die damalige CBS in einem Werbetext über Zanki: „Seit seinem 15. Lebensjahr komponiert und textet er. Aber Zanki hat nie die Musik machen können, die ihm gefällt. Bis jetzt. „Jetzt komm ich“, sagt der Titel seiner neuen LP„. Mit dem Album machte Zanki als Pionier so etwas wie „deutschen Rhythmn & Blues“ und ebnete Namen wie Laith Al-Denn und später Xavier Naidoo den Weg. Die Single des Albums war „Viertel vor neun, viertel vor zehn“, ein Achtungserfolg mit einer großartigen Geschichte: Die englische Version des Liedes nahm Tina Turner 1978 auf ihr Album „Rough“ (Song „Fruitsd Of the Night“). 1979 veröffentlichte der gebürtige Jugoslawe (Südkroatien) ein englischsprachiges Album namens „Jump Back“.

Zu Beginn der 1980er Jahre trat Zanki kaum in Erscheinung, in dieser Zeit baute er sich gemeinsam mit seinem Bruder Vilko ein eigenes Tonstudio auf. 1981 war er Produzent der „Bleibtreu Revue“, ein Jahr später trat ein weiterer prominenter Name in Zankis Leben: HERBERT GRÖNEMEYER, dessen Alben „Total egal“ (1982, darauf enthalten der Klassiker „Currywurst“) und „Gemischte Gefühle“ (1983) er produzierte. Mit REINHARD MEY produzierte er u. a. den mehr als bemerkenswerten noch immer top-aktuellen Song „M(e)Y English Song“. – Extrem erfolgreich war Zanki als Komponist von ULLA MEINECKES „Die Tänzerin“ – auf der Plattenfirma ist er auch kurz als Sänger zu hören. Er wurde damals u. a. als „Deutschlands bester Soulsänger“ oder als „Rockpoet mit Seele in der Stimme“ bezeichnet.

Kein Wunder, dass Edo Mitte der 1980er Jahre als gefragter Duett-Musiker gefragt war. 1986 nahm er zusammen mit INA DETER den Hammersong „Du hast ne Ladung Dynamit“ vor, den er auch in der ZDF-Hitparade präsentierte. Ina war auf der Suche nach einem neuen Produzenten – und die Chemie stimmte so gut, dass man einen gemeinsamen TItel aufnahm. Mit CATERINA VALENTE nahm Edo 1987 einen weiteren bemerkenswerten Titel auf: „Wenn man Freunde hat“, die deutsche Version von „That’s What Friends Are For“, einer der letzten deutschen Titel des Weltstars Caterina Valente (als weitere „Mitsänger“ waren damals Joy Fleming und Gianni Morandi dabei.

Mit MILVA produzierte Edo 1990 das bemerkenswerte Album „Ein Kommen und Gehen“. Darauf enthalten: Eine eigens für MIlva komponierte Nummer („In festen Händen“) von Udo Jürgens. Kommerziell war das Album erfolgreicher als Edos eigenes Album „Und wir kriegen uns doch“, das er mit seinem Bruder zusammen im eigenen Tonstudio prooduzierte. Die darauf enthaltene Single „Wenn unsere Liebe noch lebt“ stellte Zanki in der ZDF-Hitparade vor. Sein nächstes Album, „Ich muss verrückt sein“, stellte Edo 1992 im Rahmen einer großen Deutschland-Tournee vor.

Zwei Jahre später, 1994, präsentierte Edo sein Album „Komplizen“ im Rhamen eines „Showcase“ – heute sehr beliebt, damals nach unserer Kenntnis noch nicht so üblich.

Nachdem Zanki unmittelbar vor Herbert Grönemeyers Durchbruch dessen vorherige Alben proudzierte, war er auch klar einer der Geburtshelfer der von XAVIER NAIDOO ins Leben gerufenen „SÖHNE MANNHEIMS“. Bei den ersten Konzerten war Zanki als Sänger mit dabei.

Im Jahr 2000 veröffentlichte NINO DE ANGELO sein viel beachtetes Album „Schwindelfrei“. Die Hälfte der Songs darauf wurden von Edo Zanki produziert. Auch gegen Ende der ersten Dekade des neuen Jahrhunderts war EDO als Produzent für Koryphäen wie SASHA (Album „Good News On A Bad Day“, 2009), RAINHARD FENDRICH (2010, Album „Meine Zeit“) und JULIA NEIGEL (2011, Album „Neigelneu“) tätig.

Als Sänger veröffentlichte Edo 2001 als „Edo Zanki & Friends“ seinen „Viertel vor acht“-Titel noch einmal neu mit dem Text „Gib mir Musik“. Bei den „Friends“ waren prominente Namen wie Xavier Naidoo, Rolf Stahlhofen, Sasha und Till Brönner dabei.

Am heutigen 1. September 2019 ist Edo Zanki nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Sein Lebenswerk wird sicherlich unvergessen bleiben.

Edos Weggefährtin Ulla Meinecke sagte einmal über Edo Zanki: „Edos Zeug ist Seelenfutter, er spielt mit dem Arsch Klavier und singt Dir Mitten ins Herz!„. Zankis Anspruch war laut eigener Aussage „Musik für den Bauch, zu der auch der Kopf ja sagen kann“ zu machen. Das ist ihm sicherlich bis zum Schluss gelungen.

PS: Wer meint, dass Edo Zanki vielleicht ein Problem damit haben könnte, von einem Schlagerportal geehrt zu werden, dem sei zu guter Letzt ein Edo-Zitat aus dem Jahre 1992 an die Hand gegeben: „Musik, die Soul-Fans mögen, mit der zu vereinen, die denen gefällt, die mehr dem Schlager zuneigen, stellt mich vor kein Problem!„.

Stephan Imming

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SMAGO-AWARD 2020 – „50 Jahre ZDF-Hitparade“ – Rundum perfekte goldene Hochzeit mit einem riesengroßen Klassentreffen! 0

Am vergangenen Sonntag fand erneut der smago! Award im exzellenten MOA-Hotel in Berlin statt, dieses Mal hieß das Motto „50 Jahre ZDF-Hitparade“. Die goldene Hochzeit der legendären Kultshow! smago!-Chefredakteur Andy Tichler, selbst Hardcore-Fan der Hitparade, hat da Beachtliches auf die Beine gestellt und etliche Stars aus sämtlichen Jahrzehnten zusammenbekommen. Kaum einen Namen vermisste man. Die Show war sogar chronologisch geordnet. Daher fangen wir auch ganz vorne an – im ausführlichen Eventbericht des rasenden Reporters Kevin Drewes.

Nach dem Opening eröffnete Moderator Jan Kunath offiziell die Veranstaltung, ehe Ross Antony mit seiner sehr beliebten Coverversion von „Tanze Samba mit mir“ dem legendären Tony Holiday eine tolle Ehre erwies, welcher einst in der Hitparade eben diesen Titel performte. Verdient gab es für den sympathischen Künstler den Award „Erfolgreichster Cover-Artist“.

Die 1960er Jahre

Dann kündigte Jan Kunath den ersten Block an – die 60er Jahre! Den Anfang machte Christian Anders mit „Geh nicht vorbei“ – einen seiner allerersten Hits. Es folgte einer der Dinos der Hitparade, Graham Bonney. Er ist eine der wenigen noch lebenden Legenden, welche schon in der ersten Folge der ZDF-Hitparade zu Gast waren. Er performte „Wähle-3-3-3“. Weiter ging es mit Michael Holm, der mit „Mendocino“ den Saal zum Kochen brachte, ehe Peter Orloff mit „Ein Mädchen für immer“ sowie Randolph Rose mit „Silvermoon Baby“ den ersten Block klasse abrundeten.

Nach der Übergabe der Awards wurde Marianne Rosenberg angekündigt, welche keinen ihrer Klassiker sang, sondern ihre aktuelle Single „Wann (Mr. 100%)“. Auch sie bekam einen Award – darauffolgend wurde der nächste Block angekündigt. Auf in die 70er!

Die 1970er Jahre

Eröffnet wurde dieser vom Trio Adam Schairer, Gaby Baginsky und Claudia Jung, welche gemeinsam den Adam-&-Eve-Klassiker „Wenn die Sonne erwacht in den Bergen“ performten, ehe es mit dem legendären „Zug nach Nirgendwo“ von Christian Anders sowie auch Gaby Baginsky zum Zweiten mit „Der Rum von Barbados“ weiterging.

Und auch die 70er boten einiges. So folgten Cindy Berger mit ihrem Klassiker „Immer wieder Sonntags“, Nina Lizell („Eins, zwei, drei“), Peter Orloff („Immer wenn ich Josie seh“), Dunja Rajter (Ich überleb’s), sowie Ireen Sheer („Feuer“) und natürlich Michael Holm mit seiner Hymne „Tränen lügen nicht“ sowie Lucas Cordalis, welcher seinen Vater mit „Anita“ würdig vertrat. Den sehr gelungenen Abschluss des Blocks bildete Giovanni Zarrella mit seiner Version von „So bist du“ – auf italienisch „Cosi sei tu“. Anschließend betrat Jan Kunath erneut die Bühne, um die Awards zu vergeben.

Die 1980er Jahre

Es folgten die 80er mit einer kleinen musikalischen Weltreise. So ging es weiter mit der „Sommernacht in Rom“ (G. G. Anderson), nach „Amsterdam“ (CORA) und anschließend weiter mit „Die Rote Sonne von Barbados“ (Die Flippers, performt von Olaf der Flipper, welcher seit 2011 alleine aktiv ist). Weiter ging es mit Johnny Logan, der gleich zwei Titel performte: „Was ist schon ein Jahr“ und „Hold me now“. Stellvertretend für die legendäre neue deutsche Welle stand darauffolgend Markus mit „Kleine Taschenlampe brenn“, Gina T. performte „In my Fantasy“. Fehlen durfte hier natürlich auch Nicole mit ihrem ESC-Siegersong „Ein bisschen Frieden“ nicht.

Die 1990er Jahre

Nach Übergabe der Awards war man nun schon in den 90’ern angekommen. Dort machte Olaf Berger mit „Wildes Feuer“ den Anfang, es folgten Claudia Jung (Je t’aime mon amour“) und Patrick Lindner (Hast du heut wirklich schon gelebt“). In den 90ern war damals auch Wolfgang Petry nicht wegzudenken – stellvertretend für ihn performte sein Sohn Achim den Kracher „Wahnsinn“. Nach einem Kurztalk und dem Auftritt der Paldauer („3000 Jahre“) wurden die Awards vergeben, bei welchen auch die Kult-Band Münchener Freiheit mit einem Award geehrt wurde. Frontsänger Tim richtete eine tolle Rede an das Publikum und rundete damit den nächsten Block klasse ab.

Danyel Gerard und Wolfgang Trepper

Zwei weitere Highlights folgten mit dem Auftritt von Danyel Gerard mit seinem legendären Hit „Butterfly“ sowie Wolfgang Trepper, der für den humoristischen Beitrag des Abends sorgte. Er überreichte anschließend Mary Roos ihren Award – beide gehen bald gemeinsam auf „Mehr Nutten, mehr Koks – scheiss auf Erdbeeren“ – Tournee.

Finale

Es ging in das Finale, welches noch einmal beste Stimmung lieferte. Denn Nicole performte einen Hitmix und mischte sich dabei in das Publikum und stieg gar auf einen Stuhl. Was für eine Show! Sie bekam einen ganz besonderen Award von Überraschungsgast Uwe Hübner überreicht, welcher ebenfalls auch einen der smago! Awards bekam. Großer Jubel herrschte, viele der Zuschauer hätten nicht gerechnet, dass der damalige Nachfolger von Dieter-Thomas Heck vor Ort sein wird.

Bühne frei für Andy Tichler, welcher eine starke Rede hielt und sich bei den Beteiligten herzlich bedankte und den Backstage-Reportern Victoria Herrmann sowie Sebastian von Mletzko ebenfalls einen Award übergab – eine tolle Geste! Den perfekten Abschluss lieferte eine Berliner Legende – Frank Zander! Mit „Nur nach Hause“!

Fazit

Eine sehr gelungene und der ZDF-Hitparade mehr als würdige Veranstaltung! Wir sind gespannt, unter welchem Motto der Award 2021 stehen wird – einiges geboten wird sicherlich auch dort wieder. Ein Kompliment geht auch an das MOA-Hotel, welches stilvoll und gemütlich alles, was das Herz begehrt, bietet, darunter auch köstliche Speisen, wie wir auf der Aftershowparty erleben durften.

Kevin Drewes

VANESSA MAI stellt ihr neues Album beim Jugendradio N-Joy (NDR) vor 0

+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++

Das ist für Vanessa Mai sicher eine schöne Sache – das Jugend(!)Radio des NDR, N-Joy, stellt ihr neues Album „Für immer“ am 23. Januar 2020 ab 23 Uhr vor – also quasi direkt vor dem Erscheinungstrag (24. Januar).

Vanessa war persönlich im Studio zu Gast – wir sind gespannt auf die Radiosendung bei einem Sender, dessen Zielgruppe 14- bis 39-jährige sind. Schön, dass es in solchen Nischen noch möglich ist, Schlager auch mal im Radio zu hören – vorausgesetzt, man ordnet Vanessa in diese Rubrik ein…

PS: Informationen dieser Art halten wir für unsere Leser für interessanter als die Frage, ob Vanessa Mai „gerne Hausfrau“ ist oder nicht – wir hoffe, dass ihr das auch so seht…