Die Roy Black Story – Teil 4: Sieger der ersten ZDF-Hitparade 1969 Kommentare deaktiviert fĂŒr Die Roy Black Story – Teil 4: Sieger der ersten ZDF-Hitparade 1969

CD Cover Singles 1969 1972

Eine Auszeichnung, auf die Roy besonders stolz war, wurde ihm im FrĂŒhjahr 1968 verliehen – das renommierte Branchenblatt „Billboard“ verlieh ihm den „Native Artist award“ als Deutschlands erfolgreichster SchlagersĂ€nger.

1968: RTL verleiht „Goldenes Radio“ als „Trostpreis“

Den Schlagerjahrgang 1968 lĂ€utete Roy gewohnt erfolgreich mit dem von Werner Twardy und Elisabeth Bertram geschriebenen Schlager „Bleib bei mir“ ein. Im Februar 1968 schrieb die BRAVO zu diesem Song, dass er fĂŒr ihn „nach Maß gemacht“ sei. Und weiter orakelte das Jugendmagazin: „Man könnte wetten: Roy Black wird wieder der Schlagermann des Jahres“.  – Auch der Titel war in Roys Filmdebut zu hören – es reichte erneut fĂŒr eine Top-3-Platzierung in den deutschen Single-Charts. Mit 336 Punkten rangierte Roy nur knapp hinter Tom Jones und dessen „Delilah“ auf Platz 2 der BRAVO-Jahrescharts 1968. Zum zweiten Mal in Folge verliehen die Leser des Jugendblattes ihm den Preis „Goldener Otto“. Zu Roys Verdruss gab es allerdings 1968 keinen Löwen von RTL – zu stark war seinerzeit die Übermacht von Idolen wie Peter Alexander und Heintje. Gewissermaßen als „Trostpreis“ wurde ihm fĂŒr seine Beliebtheit ein „Goldenes Radio“ vom Sender verliehen.

Goldene Leinwand fĂŒr „Immer Ärger mit den Paukern“

Im Sommer 1968 wurde mit „Wunderbar ist die Welt“ die deutsche Version des Louis-Armstrong-Hits „What A Wonderful World“ veröffentlicht – erneut ein von Elisabeth Bertram getexteter Top-10-Hit. Den Schlager sang Roy auch im ersten Kinofilm, in dem er an der Seite von Uschi Glas die Hauptrolle spielte: „Immer Ärger mit den Paukern“ – mit dem am 18. Oktober 1968 uraufgefĂŒhrten Film wollte man ein Gegengewicht zu den damals beliebten „LĂŒmmel“-Filmen schaffen, was mehr als gelang – rund vier Millionen Kinobesucher wollten den Film sehen, so dass es dafĂŒr eine Goldene Leinwand gab. Intensiv berichtete damals  die Bravo ĂŒber diesen Film.

Stress mit Ö3

Der anhaltende Erfolg Roy Blacks war dem österreichischen Radiointendanten Gerd Bacher offensichtlich ein Dorn im Auge. Im damals recht neuen Radioprogramm Oe3 wurden ihm zu viele romantische Titel gespielt. Im Wortlaut wandte sich Bacher im Juli 1968 wie folgt an seine Mitarbeiter: „In den letzten Monaten beginnt eine mir unerklĂ€rliche Schnulzeninvasion ĂŒber Ö3 hereinzubrechen. Wann immer man Allroundprogramme in Ö3 aufdreht, sĂ€uselt einem ein germanischer Schwachsinniger in die Ohren. Da ich mein Ersuchen seit Monaten – leider vergeblich – an die diversen Ö3-Herren und Damen richte, wĂŒrde ich nach meiner RĂŒckkehr nicht mehr bitten, sondern entsprechende Konsequenzen ziehen.“

Die Konsequenzen wurden tatsĂ€chlich gezogen – statt deutschsprachigen Schlager zu spielen, setzte man in Österreich schon vor knapp 50 Jahren auf die Bevormundung und spielte bevorzugt internationale Hits. Die Rede war von einer (tatsĂ€chlich erfolgten) „Ent-Roy-Blackisierung“ des Programms. Das Procedere, so zu tun, als hörten Menschen lieber internationale Musik als deutschen Schlager, ist ja heute weiter verbreitet denn je. Insofern sei es erlaubt, die Vita des  Menschen zu beleuchten, der mit dem Schnulzenerlass Geschichte schrieb. Bei Wikipedia steht zu lesen: „Bacher wurde 1938 Mitglied der Hitlerjugend; am 20. April 1943 bewarb er sich um Aufnahme in die NSDAP. Er leistete zunĂ€chst Reichsarbeitsdienst in Rankweil in Vorarlberg und meldete sich freiwillig als Soldat zur Wehrmacht.“ 


Erste Deutschland-Tour

Ende 1968 gab es einen weiteren Meilenstein in Roys Karriere – er begab sich erstmals auf Deutschland-Tournee. Vom 29. Oktober 1968 (Köln) bis zum 15. November des Jahres (Augsburg) spielte er 14 Konzerte. Er spielte gemeinsam mit dem Orchester Werner Twardy 24 Titel.  Udo JĂŒrgens richtete dem Kollegen via Telegramm damals viele GrĂŒĂŸe aus. Roy trat damals gemeinsam mit dem beliebten Medium Terzett auf.

Erster PreistrÀger der Goldenen Europa: Roy Black

Im Jahr 1968 wurde vom SaarlĂ€ndischen Rundfunk ein neuer Preis namens „Europa“ (spĂ€ter „Goldene Europa“) verliehen. Der Preis ist eine Erfindung von Dieter Thomas Heck, der damals deutsche SĂ€ngerinnen und SĂ€nger wĂŒrdigen sollte. Zu den ersten PreistrĂ€gern zĂ€hlte 1968 Roy Black.

Erster Sieger der ZDF-Hitparade: Roy Black

Mit dem nĂ€chsten Schlager, dem bereits im Herbst 1968 veröffentlichten „Ich denk‘ an Dich“, schrieb Roy einmal mehr Geschichte. Er stellte den Song am 18. Januar 1969 in der allerersten ZDF-Hitparade vor und wurde gleich als Sieger der ersten Show gekĂŒrt. Interessant ist, dass es bis 1977 dauern sollte, bis Roy erneut in Dieter Thomas Hecks Kultshow zu Gast war – die weit verbreitete Behauptung, Roy sei in der Glanzzeit seiner Karriere Dauergast der ZDF-Hitparade gewesen, ist schlicht falsch – abgesehen eben von „Ich denk an Dich“, das gleich 3 Mal die Show gewinnen konnte. Auch das gleichnamige Album war sehr erfolgreich und schaffte es bis auf Platz 5 der Album-Charts. Die BRAVO beurteilte den Song im November 1968 wie folgt: „Roy Black verließ die von ihm gewohnte Linie der balladenhaften Slow-Songs. Ich denk an Dich ist fast ein Foxtrott, hat aber natĂŒrlich eine breit angelegte und sich sofort einprĂ€gende Melodie.“. Die Werbung lohnte sich – die Leser der BRAVO kĂŒrten den Titel zum fĂŒnftbeliebtesten Schlager des Jahres 1969 (320 Punkte).

Dauerbrenner: „Weihnachten bin ich zu Haus“

Die gleichnamige LP („Ich denk’ an Dich“) wurde Ende 1968 ein echter Dauerbrenner und hielt sich fast ein Jahr lang in den Charts. – Ein großer Erfolg und ein echter Dauerbrenner wurde auch die ebenfalls Ende 1968 erschienene LP „Weihnachten bin ich zu Haus“, fĂŒr die Roy einige Jahre spĂ€ter im Jahr 1974 eine Goldene Schallplatte erhalten sollte.

Riesenhit: „Das MĂ€dchen Carina“

Auf der Cover-RĂŒckseite des nĂ€chsten Top-Hits, des von Georg Buschor und Rolf Arland geschriebenen Songs „Das MĂ€dchen Carina“, bedankt Roy sich artig dafĂŒr, 3-Mal in der TV-Hitparade gewonnen zu haben. Einmal mehr setzte sich die B-Seite durch, bei der Erstauflage war nĂ€mlich die Umseite „Ich bin so gern bei Dir“ als Zugpferd geplant – vielleicht, weil der Schlager im Kinofilm „Unser Doktor ist der Beste“ zu hören war. Sensationell: „Das MĂ€dchen Carina“ schaffte es bis an die Spitze der deutschen Single-Charts. Zur eigentlichen A-Seite, die dann B-Seite wurde, schrieb die BRAVO am 12. Mai 1969: „Roy Black darf sich gratulieren. ‚Ich bin so gern bei Dir’ wird garantiert ein Bestseller. Es ist ein schönes Liebeslied und genau auf seinen Stil und seine Stimme zugeschnitten. Volltreffer!“. Trotz dieser Verwirrung schaffte es „Das MĂ€dchen Carina“ auf Platz 2 der BRAVO-Jahrescharts mit 377 Punkten – erfolgreicher war in jenem Jahr nur Barry Ryans „Eloise“.

Im FrĂŒhjahr 1969 (vermutlich passend zum Muttertag) veröffentlichte Roy eine LP namens „Ich hab Dich lieb“, auf der er sein Image als Schnulzenkönig festigte. Auf dem Cover war er mit einem Strauß roter Rosen abgebildet, und Lieder wie „Gute Nacht, Mutter“ und „Das zerbrochene Ringlein“ dĂŒrften insbesondere die Ă€lteren seiner Fans angesprochen haben. Den Fans hat’s gefallen – die LP schaffte es erneut in die Top-5 der deutschen LP-Charts.

Goldene Leinwand fĂŒr „Unser Doktor ist der Beste“

Nachdem „Ganz in Weiß“ musikalisch zur Roys Visitenkarte wurde, entschloss man sich, auch in Sachen Film „Ganz in Weiß“ wahr werden zu lasen – Roy schlĂŒpfte in den weißen Kittel und spielte an der Seite von Helga Anders einen Assistenzarzt namens (ausgerechnet) Dr. Sommer. Auch „Unser Doktor ist der Beste“ wurde ein Kassenschlager. Über 3 Millionen Zuschauer sahen den Film im Kino binnen 3 Jahren – dafĂŒr gab es erneut die Goldene Leinwand. Und auch im Fernsehen wurde Roy immer populĂ€rer. Im Mai 1969 strahlte das ZDF den 60-minĂŒtigen Film „Zum Beispiel Roy Black“ aus, in dem der SĂ€nger portraitiert wurde.

Sehr nachdenklich stimmend ist in dieser hoch interessanten Reportage insbesondere die Statements von Roys Eltern. Wer meint, dass die vor Stolz ĂŒber den unfassbaren Erfolg ihres Sohnes platzen, sieht sich getĂ€uscht – im Gegenteil wird Roy der Vorwurf gemacht, dass das ruhige Familienleben der Höllerichs wie frĂŒher nicht mehr möglich war. Die Annehmlichkeiten werden kaum thematisiert. Man gewinnt den Eindruck, dass diese förmlich spĂŒrbare fehlende Anerkennung des Elternhauses mindestens ebenso stark Roys Psyche belastet hat wie der Zwiespalt, eigentlich Rocker sein zu wollen, aber das Image des SchnulzensĂ€ngers zu bekleiden.

1969: Zweite Deutschland-Tour

Im Herbst 1969 ging Roy erneut auf Tour. Eines der Konzerte, das in der Bielefelder Oetker-Halle, wurde am 21. Oktober 1969 fĂŒr eine LP-Produktion mitgeschnitten. Die LP „Ein Abend mit Roy Black“ erschien im November 1969. Vor einigen Jahren wurde das Band mit dem kompletten Konzertmitschnitt wiederentdeckt und von Universal als Doppel-CD unter dem Titel „Live in Bielefeld“ 2016 neu und von den Aufnahmen her teilweise erstmals ĂŒberhaupt veröffentlicht. Bei dem Erfolg war es kein Wunder, dass der Hattrick gelang: Auch 1969 gab es den Goldenen Otto der Zeitschrift Bravo.

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