Die Roy Black Story – Teil 3: Riesen-Hit „Ganz in Weiß“ Kommentare deaktiviert für Die Roy Black Story – Teil 3: Riesen-Hit „Ganz in Weiß“

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Im Herbst 1965 wurde dann die Single produziert, die Zeit Lebens mit dem Namen Roy Black in Verbindung gebracht wurde, die Songautoren waren erneut Rolf Arland und Kurt Hertha, Produzent abermals Hans Bertram. Arland und Hertha kamen der Legende nach auf die Idee zum Schlager, als sie bei einem Geschäft für Brautmoden vorbeiflanierten und dort den Slogan „Ganz in Weiß“ lasen. „Ganz in Weiß“ stürmte im Februar 1966 die deutsche Single-Hitparade und wurde Roys größter Erfolg, der erste  Nummer-1-Hit seiner Karriere. Der damalige Tontechniker Günther Sörensen, der übrigens in den Anfangszeiten auch mit den Beatles zusammenarbeitete, reichte Roy bei der Aufnahme laut Auskunft der Polydor-Firmenchronik heiße Milch mit Honig, weil der bei der Aufnahme immer außer Atem geriet.

Ganz in Weiß – gerne falsch geschrieben….

Der Schlager hält einen interessanten Rekord, der sogar im Guinness-Buch verbürgt wurde – nämlich als der am meisten falsch geschriebene Song der Schlagergeschichte – es muss nämlich heißen: „Ganz in Weiß“ – mit großem „W“. Roy Black nahm den Titel auch in italienischer Sprache  („Grazie Mille“) und auf Englisch („I Need You“) auf. Am 24. September 1966 gab es für den Titel in der Grugahalle Essen erneut den Silbernen Löwen von Radio Luxemburg für das Lied. Für 1 Millionen verkaufte Schallplatten wurde Roy am 25. Januar 1968 eine Goldene Schallplatte verliehen, die erste Auszeichnung dieser Art für ihn. Bis heute wird der Schlager gerne bei Hochzeiten gespielt und wurde in unzähligen Versionen gecovert. Der Schlager schaffte es in der von den Beatles und Stones dominierten Bravo-Jahres-Hitparade („Jukebox“) auf Platz 3. Und bei der Otto-Wahl zum beliebtesten Sänger schaffte er es auf Platz 2 – nachdem er im Vorjahr noch auf Platz 30 stand.

Zeit Lebens wurde Roy Black mit genau dieser Single in Verbindung gebracht. Immer wieder wurde (wohl zu Recht) geschrieben, dass Roy doch eigentlich viel lieber Rocker sein wollte, lieber mit Elvis Presley in Verbindung gebracht werden wollte. Was aber wenig bekannt ist: Eigentlich hat Roy seinen größten Erfolg irgendwo auch Elvis zu verdanken. Warum? Nun, Elvis hatte einen Hit namens „His Latest Flame“, der allerdings im Original von Del Shannon stammte. Bereits 1961 hatte Ted Herold mit einer deutschen Version (übrigens auch bei Polydor) einen Erfolg – Camillo Felgen textete ihm „Sie war all sein Glück“, das wurde die B-Seite des Hits „Little Linda“. Die gleiche Melodie wurde offensichtlich von Elisabeth Bertram erneut mit einem deutschen Text versehen: „Ich suche Dich“- und das am 28. September 1965 in Köln aufgenommene Stück wurde dann die B-Seite von „Ganz in Weiß“. Kurios: Auf der Single wurde Werner Twardy als Komponist angegeben.

Schlagerfestspiele: „Irgendjemand liebt auch dich“ von Michael Holm

Ein weiterer Meilenstein der kometenhaften Karriere sollte eigentlich Roys Teilnahme an den deutschen Schlagerfestspielen sein. Am 25. Juni 1966 präsentierte er im Wettbewerb den von Christian Bruhn und Michael Holm geschriebenen Titel „Irgendjemand liebt auch Dich“. Es war der Plan, die damalige Vorherrschaft der Damen beim Wettbewerb (1962 siegte Conny, 1963 Gitte, 1964 Siw Malmkvist und 1965 Peggy March) zu stoppen – überraschenderweise gelang das nicht, die Siegerin hieß damals Wencke Myhre und Roy Black musste sich mit einem sicher auch nicht schlechten 3. Platz zufrieden geben. Eigentlich war geplant, den Titel als A-Seite einer Single zu veröffentlichen, entsprechende Tonträger kamen auch schon in den Handel.

Goldener Löwe für Roy Black

Beim Publikum kam aber die andere Seite der Single besser an, nämlich das von Rolf Arland und Elisabeth Bertram geschriebene „Leg Dein Herz in meine Hände“. (Kurios ist allerdings, dass Roy am 3. März 1967 für „Irgendjemand liebt auch Dich“ von RTL einen Goldenen Löwen bekam). Übrigens – dieser Löwe wurde 1994 für einen wohltätigen Zweck versteigert. Fritz Wurms, Chef des Hollywood-Safariparks, ersteigerte den Löwen, für den insgesamt (mit Sponsorengeldern) 48.000 DM erzielt wurden. – Auch die Single wurde ein großer Hit und schaffte es bis auf Platz 3 der deutschen Single-Charts – vielleicht auch wegen recht eindeutiger erotischer Anspielungen, wie sie später Roland Kaiser zur Königsdisziplin gemacht hat: „Lass ab heute statt der Träume – meine Hände zärtlich zu Dir sein.-Lass sie streicheln, Dich verwöhnen…“ – olala…

Die ersten Karrierejahre legte Roy bekanntlich in die Hände des Automatenaufstellers Rolf Löfflad, der übrigens zuvor mit 27 Jahren der jüngste Abgeordnete des ersten Deutschen Bundestags war – für eine Legislaturperiode. Er wurde 1966 von der Wiener Polizei wegen eines angeblichen Einbruchdiebstahls verhaftet, auch wurde ihm Uhren-Schmuggel unterstellt, so dass Roy sich genötigt sah, den „Knebelvertrag“ mit Löffland zu kündigen. Nach zähem Kampf verglich man sich Ende 1966.

Im September 1966 wurde es dann Zeit für die Veröffentlichung einer ersten Roy Black-LP mit dem schlichten Namen „Roy Black“. Die meisten Kompositionen des Albums stammten von Hans Bertram und Rolf Arland, die Texte vornehmlich von Kurt Hertha und Elisabeth Bertram. Laut Begleittext zur LP entstand die Produktion unter Zeitdruck, weil die Stromleitung bei Straßenarbeiten gestört wurde. Der Legende nach half Roy höchstpersönlich bei den fälligen Reparaturarbeiten. Neben seinen ersten großen Hits fanden sich auf dem Album auch außergewöhnliche Aufnahmen wie der Elvis-Hit „Anything that’s Part Of You“ und der Musical-Hit „Hello Dolly“. Das Album hielt sich ein geschlagenes Jahr in den Longplay-Charts und schaffte es dort bis auf Platz 2. Anfang 1967 wurde Roy von den Lesern der Bravo zum beliebtesten Sänger des Jahres gewählt (vor Graham Bonney und Udo Jürgens) und durfte erstmals den Otto in Gold in Empfang nehmen.

Hit „Frag nur dein Herz“

Das Finden einer geeigneten A-Seite war bei Roy Black offensichtlich nicht immer einfach. Als nächste Single entschied man sich zunächst für den neuen Schlager „Good Night, My Love“ von Rolf Arland und Kurt Hertha. Letztlich setzte man dann im Nachgang aber doch auf die ursprünglich als B-Seite vorgesehene Nummer: „Frag nur Dein Herz“ aus der Debut-LP, geschrieben von Werner Twardy und Elisabeth Bertram. Erneut reichte es für einen 4. Platz in den deutschen Single-Charts. Am 7. Oktober 1967 gab es für „Frag nur Dein Herz“ in Essen einen weiteren RTL-Löwen – diesmal sogar in Gold. Auch die Bravo-Leser waren sich einig: Mit 522 Punkten wurde „Frag nur Dein Herz“ Hit des Jahres der BRAVO-Musicbox. Dahinter waren Lieder wie „San Francisco“, „Penny Lane“, „All You Need Is Love“ und „I’m A Believer“ platziert – ein fürwahr sensationeller Erfolg für Roy. Kein Wunder, dass er 1967 erstmals den von der Jugendzeitschrift ausgelobten „Goldenen Otto“ in Empfang nehmen durfte.

Hit „Meine Liebe zu dir“

Auch im Sommer 1967 wurde Roys Hit-Serie fortgeführt. Der erneut von Werner Twardy und Elisabeth Bertram geschriebene Schlager „Meine Liebe zu Dir“ schaffte es abermals auf Platz 2 der deutschen Charts. Am 9. März 1968 gab es dafür den fast schon obligatorischen Goldenen Löwen von Radio Luxemburg. Mit 428 Punkten war „Meine Liebe zu Dir“ der zweitgrößte Hit des Jahres 1967 aus Sicht der BRAVO-Leser – übertroffen nur von Roys „Frag nur Dein Herz“.

Damals nahm Produzent  Hans Bertram Kontakt mit dem Filmproduzenten Karl Spiehs auf und überlegte, ob man Roy auch als Filmschauspieler etablieren könnte. Roy selbst sagte später, dass ihn die Chefin des „Gloria“-Filmverleihs, Ilse Kubaczewski, für den Film entdeckt und auf die Leinwand vorbereitet habe. Als Lehrerin trat Ilse Hanschke in Erscheinung, seine Filmagentin war Ruth Killer. Spiehs hatte 1967 gerade einen 50-Prozent-Anteil des 1964 von Paul Löwinger gegründeten Lisa-Film-Firma erworben. Nachdem Löwinger dem Vernehmen nach Zweifel an Roy Blacks Geeignetheit für den Film hatte, biss Spiehs an.

Ein erster Versuch wurde mit „Paradies der flotten Sünder“ (ursprünglich geplanter Titel „Happening in Mexiko“), einem Episodenfilm, unternommen – in einer Episode spielte Roy Black „Nick Dreamer“ und sang u. a. auch seinen aktuellen Schlager – eben „Meine Liebe zu Dir“ in dem Film. Das Experiment gelang, fortan betätigte sich Roy auch erfolgreich als Schauspieler. Die B-Seite der Single, „Schenk mir ein Souvenir“, konnte sich übrigens in der österreichischen Single-Hitparade gesondert positionieren – bis auf Platz 13.

Treffen mit Beatles-Manager scheiterte

Damals gab es sogar Kontakte zu den Beatles-Managern Brian Epstein und Robert Stegwood, die Interesse an Roy Black für eine internationale Karriere bekundeten. Es wurde sogar ein Treffen mit Epstein in London vereinbart, bei dem Roy in letzter Sekunde „abgesprungen“ ist – angeblich, um seine Jugendliebe Vivien Liffers zu treffen, was ihm offensichtlich wichtiger war, als an einer Weltkarriere zu feilen. – Im August 1967 wurden auch TV-Aufnahmen für das britische Fernsehen gemacht. Ein Grund für Roys Hemmung, international Karriere zu machen, könnte seine Angst vor dem Fliegen gewesen sein – so hat er es in einer Talkshow von Joachim Fuchsberger bekannt.

ZDF-Show „Meine Welt ist die Musik“ 1968

Zwischenzeitlich versuchte man, Roy auch anderweitig international zu vermarkten. So wurden für den niederländischen Markt die Singles „Rot ist Dein Mund“ (ein Tango aus der Feder von Hans Bertram und Willibald Quanz) und „Sag Du zu mir“ von Werner Twardy und Elisabeth Bertram vertrieben, die in Deutschland (von einer Werbepressung für ARAG abgesehen) nicht erhältlich waren. Bei der Produktion der zweiten LP „Roy Black 2“, die es bis an die Spitze der Albumcharts schaffte (Roys einzige Nummer-1-LP), wurden auch einige Aufnahmen in England angefertigt, nämlich „Somewhere My Love“ aus dem Film Dr. Schiwago und der Drifters-Hit „Save the Last Dance For Me“. Auch von den eigenen Titeln „Counting the Days“ (Bleib bei mir) und „Good Night My Love“ wurden englische Versionen angefertigt.

Seine aktuellen Schlager stellte Roy auch in der ersten ihm gewidmeten TV-Show „Meine Welt ist  Musik“ vor, die am 25. März 1968 vom ZDF ausgestrahlt wurde, die im Münchner Riva-Studio produziert wurde (Regie: Horst Hennicke). Eine Woche wurde für die Aufzeichnung der Show geprobt, und der Choreograph Herbert F. Schubert hat ihm extra Tanzschritte beigebracht, um bei der Sendung zu brillieren.

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RENÉ DEUTSCHER: Klarstellung zu einem Artikel des Portals Extratipp 0

Bild von Schlagerprofis.de

Spezialist für reißerische Schlagzeilen

Das Portal „extratipp.com“ hat inzwischen in großen Teilen der Szene den fragwürdigen Ruf, mit reißerischen Schlagzeilen zu „punkten“. Zuletzt haben DIE AMIGOS und KIM FISHER das sehr deutlich kommentiert. Auch wenn „extratipp.com“ – anders als andere Boulevard-Magazine – immerhin noch den Anstand hat, Quellen oft als solche zu benennen, heiligt der Zweck dann doch nicht jedes Mittel. Das hat sich auch RENÉ DEUTSCHER gedacht und folgende Klarstellung zu „seinem“ Artikel (siehe Titelbild) formuliert:

RENÉ DEUTSCHERs Klarstellung im Wortlaut

+++ KLARSTELLUNG ++++++ KLARSTELLUNG ++++++ KLARSTELLUNG +++

Hallo liebe Freunde,

heute wurde ich auf einen Artikel des Portals EXTRATIPP aufmerksam gemacht, der in seiner Headline REIßERISCH titelt

„Schlager: Veröffentlicht der Sohn von Drafi Deutscher bald ein Duett mit seinem Vater?“

Dazu von mir ein klares Statement: NEIN!

Zwar klärt sich das im dann nachfolgenden Artikel von EXTRATIPP auch auf, aber bereits die bloße Absicht mit einer mehr als geschmacklosen Titelzeile Klicks generieren zu wollen, ist zutiefst ekelerregend!

Ich bin ein absoluter Gegner davon, Duette mit Verstorbenen „aufzunehmen“. Hier muss und sollte man ganz klar Grenzen ziehen. Mein Vater ist verstorben und wir haben damalig ein solches Projekt nicht gestartet – und ich werde zum heutigen Zeitpunkt garantiert nicht ohne sein Einverständnis so etwas unternehmen. „Ohne sein Einverständnis“? Ja, richtig gelesen! Da es dieses zwangsläufig nicht geben kann, ist die ganze Thematik also völlig indiskutabel. Natürlich könnte man sich die Rechte der Erbengemeinschaft (wozu ich auch gehöre) einholen und ein solches Projekt starten (rein aus juristischer Sicht), aber das Veröffentlichen von posthumen Duetten mit verstorbenen Künstlern überlasse ich dann doch lieber Künstlern, die hier keine moralischen Bedenken haben – mich persönlich bringt das wirklich an eine unfassliche Grenze des Würgereizes.

Alleine schon zu sehen, wie mit solchen Schlagzeilen versucht wird die Leser heranzuziehen, macht mich fassungslos. Das kenne ich sonst nur von anderen Portalen, wo regelmäßige „Todesdramen“ kommuniziert werden – wobei es dann am Ende doch nur die Küchenschabe der Nichte der Großtante im vierundzwanzigsten Grad war.

Lasst euch nicht verarschen!

Viele Grüße
René Deutscher

ANITA & ALEXANDRA HOFMANN: Ihr Erfolgsalbum wird neu aufgelegt 0

Anita Alexandra Hofmann – Wilde Zeiten Album HQ

+++zuerst bei schlagerprofis.de+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++

Das 14. Chartalbum stürmte die Top-30

Mit ihrem unglaublichen 14.(!) Chartalbum „Wilde Zeiten“ konnten ANITA & ALEXANDRA HOFMANN erneut die Top-30 stürmen und die beste Chartsnotiz ihrer Karriere einstellen. Obwohl mit der Coronapandemie die Leichtigkeit des eher sommerlichen Albums „Wilde Zeiten“ etwas genommen wurde, halten die zahlreichen Fans des beliebten Geschwisterduos ihren Stars noch immer bzw. gerade jetzt die Treue.

Sommeralbum wird „winterfest“ gemacht – toller Mehrwert

Ähnlich wie es andere Stars bisweilen tun, haben auch ANITA & ALEXANDRA HOFMANN ihr aktuelles Album „winterfest“ gemacht und werden „Wilde Zeiten“ in Neuauflage quasi als „Wilde Zeiten 2.0“ auf den Markt bringen. Die Neuauflage wird aller Voraussicht nach im November erscheinen. Und die hat es in sich: Es wird nicht nur der eine oder andere neue Titel, der eine oder andere neue Mix oder Hitmix mit dabei sein, sondern auf  „Wilde Zeiten 2.0“ dürfen wir uns auf acht oder sogar mehr brandneue „Sisters“-Titel freuen.

Eine Sünde wert

Wer ANITA & ALEXANDRA HOFMANN bei ihren Liveauftritten erlebt, wird vielleicht manchmal heimlich „sündige Gedanken“ haben. Insbesondere zu nächtlicher Stunde soll so etwas ja vorkommen. Was wir damit genau meinen, dürfen wir noch nicht verraten – die Auflösung folgt aber demnächst bei schlagerprofis.de :-)…