VERSENGOLDs Heimspiel in Bremen begeistert – Der Tag, an dem es bis in den Süden schallte 0

VERSENGOLD mit ihrem Erfolgsalbum „Nordlicht“ auf großer Tournee! Ganz besonders ist jedes Mal das Heimspiel in Bremen. In einigen Städten restlos ausverkauft – so auch am gestrigen Abend. 1350 Feierwütige brachten die Aladin Musichall zum Beben – mit ganz viel norddeutschem Charme und Spaß (und so manchem Krug Bier…)

Nach einem spektakulären „Nordlicht“-Intro inklusive riesigem Vorhang vor der Bühne, fiel unter großem Jubel dann eben dieser und es erfolgte der perfekte, temporeiche Start mit „Durch den Sturm“. Die Stimmung sofort auf hohem Level, getreu der Zeile „Eure Stimmen sind der Wind“ liefern die Fans direkt einen schönen Chor. Auch beim darauffolgenden „Niemals sang- und klanglos“ aus dem gleichnamigen Album von 2017 ging es direkt flott weiter. Schon jetzt bewiesen die Norddeutschen, dass man hier weiß, wie man feiert.

Es folgt ein Lied über die Legende vom Teufelsmoor und „“. Passend dazu gönnt sich Frontsänger Malte einen Schluck aus dem -ziemlich hochprozentigen- Likör. Der Erfinder dieses kostbaren Tropfens war ebenfalls im Publikum, samt Anhang. Versengold hat mit dem Titel erneut eine Legende perfekt in einen Song umgesetzt – der sogar richtig gut zum abfeiern geeignet ist. So auch natürlich in Bremen!


Die perfekte Einleitung zum nächsten Titel, „Verliebt in eine Insel“, lieferte Frontsänger Malte, indem er ein Hoch auf Supportact „Mr. Irish Bastard“ aussprach. Die Band war zuvor der perfekte Einstieg in die große Sause. Und eben dieser Titel ist eine Liebeserklärung an Irland und seine legendären Pubs. Die Zeile „Auf dass ein Jeder aus dem Pub laut mit uns allen singt…“ wurde dabei natürlich einwandfrei umgesetzt. Es wurde lautstark mitgegrölt, die Hände gingen in die Luft. Hervorzuheben ist hier auch der starke Violinen-Einsatz von Flo und Alexander.

 

Emotional wurde es dann bei Maltes Rede über die Entstehung des nächsten Songs. Einer der Punkte, die die Band sehr auszeichnet, sind die Texte. So wurde zur Katastrophe der Winterflut 1717 ein Lied geschrieben – anhand Berichten von Zeitzeugen. Daher ist das Lied dementsprechend düster. Live um einiges intensiver, ist der Chor der Band hier doch ganz besonders ausgeprägt und stark, der Summen-Part ist ein echter Mehrwert für den Titel.

Nach dem „Teufelstanz“ folgte eines der Highlights dieses Konzertes. Gesellschaftskritisch mit einem Auge zwinkernd erzählt „Der Tag, an dem die Götter sich betranken“ die Entstehung der Welt. Auch hier hat Malte eine passende Anekdote parat. Deutlich äußert er, was die Musiker von gewissen Menschen hält (die teilweise auch viel zu viel Macht haben), so waren seine Worte: „Warum gibt es so komische Gestalten, die unsere schöne Welt kaputtmachen?!“ Das Aladin verwandelte sich derweil in ein Tollhaus. Ein aufgeblasener Globus wurde ins Publikum geworfen (was für eine geniale, spaßige Idee!), die Stimmung in der Musichall am Kochen.



Es folgte „Solange jemand Geige spielt“ aus dem Album „Funkenflug“. Getreu der Zeile „sie dreht sich, dreht sich, dreht sich, dreht sich mit den Haaren im Wind“ legten einige weibliche Zuschauer ein paar flotte Drehungen hin. Aus demselben Album wurde dann „Haut mir kein Stein“ performt. Der ruhigere, teilweise auch humorvolle Song erzeugte insbesondere beim Refrain eine gänsehaut-reife Atmosphäre. Nach „Feuergeist“ legte Versengold mit „Samhain“, eines aus unserer Sicht stärksten gemixten Songs, eine Hammer-Show hin. Das, vor allem live, so zu performen ist schon richtig große Kunst!

Auf ein weiteres kommendes Highlight wurde anschließend hingewiesen, welches die Fans schon jetzt kaum erwarten können: Die „Nacht der Balladen“ Tour 2020! Lange wartete man auf eine Wiederholung, jetzt steht fest, dass es im kommenden Jahr fortgeführt wird – mit mehr Terminen als beim letzten Mal! Hier findet ihr alle Termine und könnt Karten erwerben: https://www.eventim.de/artist/versengold/versengold-nacht-der-balladen-2020-2545651/

Es brach erneuter Jubel aus, Flo war verwundert, was denn gerade vor sich ging, ehe er feststellte: Schlagzeuger Sean saß inzwischen oberkorperfrei an seinem Instrument (es war ganz schön heiß in der propevollen Musichall)!


Dass die Mischung aus Titeln zum Abfeiern und Songs mit ernsten Themen an diesem Abend exzellent war, bewies Malte bei den Worten über den Grund der Entstehung von „Meer aus Tränen“ erneut. Der sehr gesellschafskritische, hochaktuelle Song greift ein heikles Thema auf. Familien ertrinken im Mittelmeer. Klare Ansage vom Frontsänger: „Wer das toleriert, ist ein Arschloch.“ Ihn beschäftigte das so sehr, dass er um 4 Uhr aufstand und dann innerhalb eines Tages mit der Band den Song fertigstellte. Das Ergebnis ist sehr gelungen und wurde auch im Aladin mit großem Jubel anerkannt.

Für Begeisterung sorgte anschließend auch die ganz klare Ansage gegen Rechts und für Toleranz, ehe extrem laustark der Refrain des passenden Titels „Wir tanzen nicht nach braunen Pfeifen“ mitgegrölt wurde. Das so direkt anzusprechen und in ein Lied zu verpacken, verdient wahrlich Anerkennung!

Die Stimmung eh schon nahe dem Höhepunkt, drehte die Band noch einmal deftig auf. „Hoch die Krüge“, ein Dauerbrenner aus ihrem Album „Zeitlos“, läutetete die totale Eskalation ein, denn es folgte „Thekenmädchen“. Kaum in Worte zu fassen, was sich in der Musichall abspielte. Die Dezibelzahl war gewaltig hoch.


Eine frohe Kunde verkündete Malte darauffolgend: Zum ersten Mal war ihr Heimspiel ausverkauft. In Bremen sollte es bisher nie ganz reichen, in Hamburg hingegen schon. 1350 Fans im Aladin inkl.
dem geöffneten ehemaligen Ballsaal des Tivoli. Mehr passte definitiv nicht rein! Passend dazu begab sich dann Flo, von den Fans getragen, auf zur Theke am anderen Ende der Halle (glücklicherweise verliebte er sich NICHT in das Mädchen hinter der Theke…). Er schaffte es. das Bier „zu exen“ und heizte die ohnehin schon wahnsinnige Stimmung noch weiter ein – die Eike wenig später noch einmal toppen sollte.


Denn nachdem der ruhigere Titel „Wohin wir auch gehen“ (inklusive tollem Lichtermeer des Publikums) so langsam aber sicher das Ende des Konzertes einläutete, folgte die „Eike-Show“. Traditionell begab er sich an die Spitze der Bühne um den Abriss mit „Butter bei die Fische“ einzuläuten – und die Fans aufzufordern, ein Kleidungsstück ihrer Wahl auszuziehen und zu schwenken. Dies wurde beim Wort genommen und plötzlich war Sean nicht mehr der einzige, der viel Haut zeigte…


Nach lautstarken „Zugabe-Rufen“ kam die Band zum Abschluss erneut auf die Bühne – denn auch die diese Tradition darf nicht fehlen: Ein Tresen wurde aufgebaut (ausnahmsweise nicht mitten im Publikum, da es wie schon erwähnt gerammelt voll war) und getreu dem Sprichwort „Dreimal ist Bremer Recht“ bei dem Akustik-Lied „Mach noch ne‘ Runde“ gleich drei „Kurze“ vertilgt wurden. Genial auch „Ich und ein Fass voll Wein“. Alle hakten sich ein, schunkelten und bildeten einen waschechten Seemannschor. Herrlich norddeutsch! Apropos Seemann, Malte unternahm anschließend auf einer fahrenden Mini-Bühne -mit einem Steuerrad ausgestattet- einen Ausflug in das Meer des Publikums.


Zum krönenden Abschluss folgte dann der Klassiker, der „Abgesang“. Unter Standing Ovations wurde die Band dann verabschiedet. Natürlich gab es danach aber noch Autogramme und Zeit für einen kurzen Schnack hatten die Jungs für ihre Fans auch.


VERSENGOLD liefern eine in allen Punkten bärenstarke Show ab. Die Musiker sind allesamt auf sehr hohem Niveau und harmonieren hervorragend. Absoluter Seltenheitswert sind die ganzen verschiedenen Instrumente, die sich ideal ergänzen. Die Volllblut-Musiker liefern ein bunt gemischtes Programm, ohne dabei zu sehr mit der Moralkeule zu schwingen. Sie haben ihre klaren Ansichten, die sie auch deutlich vertreten, wissen aber auch ganz genau, wie man mit Trinkliedern , darunter „Hoch die Krüge“ oder auch „Thekenmädchen“ eine große Sause veranstaltet. Und das mit ganz viel Spaß und Freude!


Wir ziehen den Hut vor diesen ehrlichen und sehr sympathischen Jungs und können nicht nur jedem VERSENGOLD-Fan wärmstens empfehlen, ein Konzert der Band zu besuchen! Wir freuen uns bereits auf ein Wiedersehen mit unseren Freunden aus dem hohen Norden.

Fotos und Bericht: Kevin Drewes

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Bevor das Stück beginnt, folgt ein Grußwort von Dirk Wieting. Der testet direkt mal die Erinnerungen der Zuschauer an die legendäre Sendung „Disco“ von Ilja Richter. Das bestens aufgelegte Publikum besteht den Test und ist bereit für eine Musikrevue in die 70er Jahre!

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Ebenfalls Kult und fester Bestandteil der 70er war „Ein Herz und eine Seele“ – so mimt Vater Meyerdierks den Ekel Alfred und auch das legendäre Zitat „Du dusslige Kuh“ fehlt nicht. Erneut lacht alles. Ebenfalls im Wohnzimmer findet einer der wohl besten Umsetzungen von Udo Jürgens Klassiker „Ein ehrenwertes Haus“ statt. Es wurde an jedes Detail gedacht, so mimen die Darsteller genau wie im Titel besungen die Nachbarn – sei es „die Frau von nebenan, die ihre Lügen nie für sich behalten kann“ oder auch „dieser Kerl, der seine Tochter schlägt“.


Auch das Bühnenbild der Kneipe würde Udo Jürgens stolz machen, denn auch diese Inszenierung ist genau so, wie man sich’s vorstellt. Peter Alexanders Hit „Die kleine Kneipe“ wird dort ebenfalls hervorragend performt. Vor der Pause folgte noch ein Hammer: Howard Carpendales Klassiker „Das schöne Mädchen von Seite 1“ wird ebenfalls 1:1 wie im Titel aufgeführt. Keine Frage – da wurde an jedes Detail gedacht.

Nach der Pause eröffnet der Anfang von „Wums Gesang – Ich wünsch mir ne‘ kleine Miezekatze“ die zweite Hälfte. Darauf muss man erst einmal kommen. Wir sehen die Damen im Wohnzimmer beim Putzen – man ahnt was kommt: „Das bisschen Haushalt“: Was danach kommt hingegen nicht: Eine erstklassige Umsetzung der bekanntesten Werbungsclips von damals, allen voran natürlich „Lenor“. Die Stimmung tobt.

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Es wird wahrlich das perfekte Rundum-Paket in dieser Zeitreise geboten. Selbst an die „Les Humphries Singers“ wurde gedacht. Den perfekten Abschluss macht der namensgebende Song „Ein Festival der Liebe“.

Doch noch darf nicht Schluss sein – das Publikum steht und skandiert lautstark „Zugabe“. Es folgt ein Medley weiterer Klassiker sowie – ebenfalls perfekt platziert – „Gute Nacht Freunde“ von Reinhard Mey. Und da an diesem Abend eine Spezialvorführung stattfand, darf jeder der sich der Zeit entsprechend kleidete, noch Fotos mit dem Ensemble machen.

Wir waren begeistert. Eine so geniale Umsetzung hätten wir nicht erwartet. Das Stück verdient überregionale Aufmerksamkeit und man kann nur hoffen, dass es weitergeführt wird. Wir halten das Stück gar für so gut, dass es das Potenzial hat, auch in ganz Deutschland in den großen Sälen. Wenn man da eventuell vom Plattdeutschen abweicht, würde es ganz sicher nicht nur in Delmenhorst begeistern. Hier an der Delme passt es aber natürlich so hervorragend – halt typisch norddeutsch!

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https://delmenhorst1.eventim-inhouse.de/webshop/webticket/eventlist 

Fotos und Bericht: Kevin Drewes