Vanessa Mai: Ihr Herz schlägt NICHT mehr Schlager… 0

Also doch! Die Gerüchte hielten sich hartnäckig, dass Vanessa Mai dem Schlager den Rücken kehrt, nun scheint es offiziell zu sein. Auf Instagram postete sie stolz, dass ihr neuer Song „Beste Version“ auf dem Playlist-Cover bei Spotify in der Kategorie „Deutsch-Pop“ ist. Aber ist ihre neue Single nicht einfach moderner Schlager im positiven Sinn?

Toller Song mit Aussage

Wir haben uns ihren neuen Song „Beste Version“ genau angehört und auch das Video angeschaut und finden, dass dies einer der besten Songs in ihrer Karriere ist. Es dürfte vielen Menschen Mut machen, was Vanessa Mai dort besingt. Gezeigt werden Menschen, die alle ihre Makel haben, aber dazu stehen sollen, denn sie sind perfekt so, wie sie sind. Die Botschaft dürfte viele Menschen ansprechen. Vanessa Mai greift in ihrem neuen Song ein nicht einfaches Thema in der heutigen Gesellschaft auf, denn die Menschen urteilen oft zu schnell. Der Song ist gut und modern produziert. Doch es ist erneut ein kompletter Stil-Wechsel, der ein Problem birgt: Ist das alles noch authentisch, wenn man ständig auf „ein neues Pferd setzt“? Als durchtrainierte sexy Lady Übergewichtigen zu sagen, zu sich zu stehen, lässt sich leicht sagen – aber sei’s drum, der Ansatz ist wirklcih löblich. Oder anders gesagt: Ihre Aussagen über ihre Körbchengröße erinnern an das leise Weinen von Millionären, die die Milliarde noch nicht so ganz geschafft haben – und tatsächliche Ausgrenzung würde sie selbst nur erleben, wenn sie direkt neben Sängerinnen mit großer Stimme stehen müsste. Zum Glück kommt ihr hier aber der starke Song rettend zur Hilfe

Deutsch-Pop oder Schlager?

Zufall oder nicht? Der Song beginnt textlich mit Worten wie „Mosaik“ und „Scherben“ – diese Vokabeln hat eine gewisse Schlager(!)sängerin (Andrea Berg) ganz aktuell zum Erfolg geführt. Was bei Andrea „Schlager“ ist, ist bei Vanessa neuerdings „Deutsch-Pop“: Spotify hat Vanessa auf die Playlist „Deutsch-Pop“ gesetzt, was diese sofort bei Instagram „stolz“ zum Thema gemacht hat (, wobei mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Eingruppierung bewusst so lanciert worden ist). Wir gehen davon aus, dass Produzent Joe Walther auch weiterhin mit Vanessa Mai zusammenarbeiten wird und beim nächsten Album ein Wörtchen mitzureden hat.

Erste Veränderung: Von Wolkenfrei zu Dieter Bohlen

Einst sang sie den Titel „Mein Herz schlägt Schlager“, damals noch unter „Wolkenfrei“, ehe sie sich 2016 mit Dieter Bohlen als Prdouzent zusammenschloss, um eine andere Art von Schlager zu präsentieren. Schon „Ich sterb für dich“ trug die Handschrift von Dieter Bohlen und hatte nur wenig gemein mit ihren „Wolkenfrei“-Songs. Die erste Veränderung, mit der die Fans sich arrangieren mussten. Ohne Frage war dies aber ein cleverer und guter Schritt, um sich weiterzuentwickeln.

Es folgte im April 2017 das Album „Regenbogen“, mit dem Vanessa Mai so erfolgreich wie nie zuvor war. Das Album erreichte Spitzenpositionen in Deutschland und Position 2 in Österreich und der Schweiz. Beim Schlagerbooom 2017 legte sie eine klasse Show hin, es entstand ein großer Hype um sie. Im November desselben Jahres trennten sich dann aber die Wege von ihr und Dieter Bohlen.

Projekt „Schlager“ krachend gescheitert

Nachdem im Janaur 2018 dann wieder Felix Gauder als Produzent an Bord kam und sie im Mai 2018 ihre Single „Mein Sommer“ veröffentlichte, kam im Juli 2018 ein Duett mit dem Rapper Olexesh „Wir 2, immer 1“ zustande. Die Single erreichte Platz 33 der deutschen Charts. Wieder etwas komplett Anderes von Vanessa Mai. – Es folgte das Album „Schlager“, das zwar Platz 1 erreichte, sich aber nur 9 Wochen in den deutschen Album-Charts hielt. Mit diesem Album wollte Vanessa den Schlager revolutionieren, die Werbung ging ins grenzenlose, beim Marketing wurden Fehler gemacht, die man offensichtlich bis heute nicht als solche erkannt hat. – Die Arena-Tour wurde im März diesen Jahres dann wegen plötzlichem „kreativen Schaffensprozess“ komplett abgesagt. So ihre Aussage in den sozialen Medien. Bezogen auf kleinere Auftritte spielte der „kreative Schaffensprozess“ keine Rolle… – offensichtlich war damit das Maß voll, da haben sich nicht wenige Vanessa-Fans „verarscht“ gefühlt.

Mal wieder nackte Haut im Video

Gestern erschien wie erwähnt die neue Single „Beste Version“. Es ist ohne Frage ein starker Song mit toller Message. Dies scheint wohl das Ergebnis von Vanessas „kreativen Schaffensprozesses“ zu sein. Für mächtig Furore sorgt zudem auch, dass sie sich im ebenfalls heute veröffentlichten Musikvideo komplett nackt unter Dusche zeigt. Dies schlug in den Medien große Wellen und hagelte vielfach Kritik. Mit nackter Haut hat Vanessa in letzten Monaten ständig punkten wollen – Sex sells, das ist richtig. Und Vanessa kann sich sehen lassen. Aber muss sie wirklcih bei jeder Gelegenheit „blank ziehhen“? – Viele Fans hingegen sind begeistert angesichts des unbesstritten sich bietenden heißen Anblicks.

Wir hoffen, dass Vanessas kommendes Album gut ankommen wird und es für sie somit wieder aufwärts geht, ihr neuer Song ist mehr als vielversprechend, sie scheint einen neuen für sie passenderen Weg gefunden zu haben. Ob man diese Musik „Schlager“ oder nicht nennt, ist dann letztlich unerheblich.. Doch ein Nachgeschmack bleibt, denn es scheint so, als würde Vanessas Herz nun nicht mehr Schlager schlagen.

Kevin Drewes

Voriger ArtikelNächster Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eins + sechs =

KERSTIN OTT: Innovativer neuer Song „Wegen dir (Nachts, wenn alles schläft)“ 0

Mit ihrer neuen Single geht KERSTIN OTT ungewöhnliche Wege, wie man sie sonst von internationalen Stars kennt. In ihren aktuellen Song bindet sie das legendäre „haa haa haa haa haa“-Intro des Carpendale-Klassikers „Nachts, wenn alles schläft“ ein. Auch die Zwischenwürfe des Originals („ich brauche deine Nähe“) finden in ihrem neuen Song, der ansonsten ein eigenständiger Titel ist, Einzug.

Auch wenn das Stilmittel, fremde Songs in eigenen Titeln zu zitieren bzw. legendäre Hook-Lines zu übernehmen, durchaus nicht neu ist – man denke an Madonnas „Hung Up“ oder Michelles „Wir feiern das Leben“ mit Zitaten von „Gimme Gimme Gimme A Man After Midnight“ bzw. „Scatman“ – aber einen deutschen Schlager so „einzubauen“, ist schon ungewöhnlich und in diesem Fall aus unserer Sicht sehr gelungen.

Interessant finden wir, dass sowohl Kerstin als auch Howard Carpendale in zwei Wochen beim Schlagerbooom zu Gast sind. Vielleicht wird Howard sich ja sogar beim Vortrag des Liedes einbringen? Wir würden das begrüßen, der Titel ist jedenfalls ausgesprochen hitverdächtig!

VERSENGOLDs Heimspiel in Bremen begeistert – Der Tag, an dem es bis in den Süden schallte 0

VERSENGOLD mit ihrem Erfolgsalbum „Nordlicht“ auf großer Tournee! Ganz besonders ist jedes Mal das Heimspiel in Bremen. In einigen Städten restlos ausverkauft – so auch am gestrigen Abend. 1350 Feierwütige brachten die Aladin Musichall zum Beben – mit ganz viel norddeutschem Charme und Spaß (und so manchem Krug Bier…)

Nach einem spektakulären „Nordlicht“-Intro inklusive riesigem Vorhang vor der Bühne, fiel unter großem Jubel dann eben dieser und es erfolgte der perfekte, temporeiche Start mit „Durch den Sturm“. Die Stimmung sofort auf hohem Level, getreu der Zeile „Eure Stimmen sind der Wind“ liefern die Fans direkt einen schönen Chor. Auch beim darauffolgenden „Niemals sang- und klanglos“ aus dem gleichnamigen Album von 2017 ging es direkt flott weiter. Schon jetzt bewiesen die Norddeutschen, dass man hier weiß, wie man feiert.

Es folgt ein Lied über die Legende vom Teufelsmoor und „“. Passend dazu gönnt sich Frontsänger Malte einen Schluck aus dem -ziemlich hochprozentigen- Likör. Der Erfinder dieses kostbaren Tropfens war ebenfalls im Publikum, samt Anhang. Versengold hat mit dem Titel erneut eine Legende perfekt in einen Song umgesetzt – der sogar richtig gut zum abfeiern geeignet ist. So auch natürlich in Bremen!


Die perfekte Einleitung zum nächsten Titel, „Verliebt in eine Insel“, lieferte Frontsänger Malte, indem er ein Hoch auf Supportact „Mr. Irish Bastard“ aussprach. Die Band war zuvor der perfekte Einstieg in die große Sause. Und eben dieser Titel ist eine Liebeserklärung an Irland und seine legendären Pubs. Die Zeile „Auf dass ein Jeder aus dem Pub laut mit uns allen singt…“ wurde dabei natürlich einwandfrei umgesetzt. Es wurde lautstark mitgegrölt, die Hände gingen in die Luft. Hervorzuheben ist hier auch der starke Violinen-Einsatz von Flo und Alexander.

 

Emotional wurde es dann bei Maltes Rede über die Entstehung des nächsten Songs. Einer der Punkte, die die Band sehr auszeichnet, sind die Texte. So wurde zur Katastrophe der Winterflut 1717 ein Lied geschrieben – anhand Berichten von Zeitzeugen. Daher ist das Lied dementsprechend düster. Live um einiges intensiver, ist der Chor der Band hier doch ganz besonders ausgeprägt und stark, der Summen-Part ist ein echter Mehrwert für den Titel.

Nach dem „Teufelstanz“ folgte eines der Highlights dieses Konzertes. Gesellschaftskritisch mit einem Auge zwinkernd erzählt „Der Tag, an dem die Götter sich betranken“ die Entstehung der Welt. Auch hier hat Malte eine passende Anekdote parat. Deutlich äußert er, was die Musiker von gewissen Menschen hält (die teilweise auch viel zu viel Macht haben), so waren seine Worte: „Warum gibt es so komische Gestalten, die unsere schöne Welt kaputtmachen?!“ Das Aladin verwandelte sich derweil in ein Tollhaus. Ein aufgeblasener Globus wurde ins Publikum geworfen (was für eine geniale, spaßige Idee!), die Stimmung in der Musichall am Kochen.



Es folgte „Solange jemand Geige spielt“ aus dem Album „Funkenflug“. Getreu der Zeile „sie dreht sich, dreht sich, dreht sich, dreht sich mit den Haaren im Wind“ legten einige weibliche Zuschauer ein paar flotte Drehungen hin. Aus demselben Album wurde dann „Haut mir kein Stein“ performt. Der ruhigere, teilweise auch humorvolle Song erzeugte insbesondere beim Refrain eine gänsehaut-reife Atmosphäre. Nach „Feuergeist“ legte Versengold mit „Samhain“, eines aus unserer Sicht stärksten gemixten Songs, eine Hammer-Show hin. Das, vor allem live, so zu performen ist schon richtig große Kunst!

Auf ein weiteres kommendes Highlight wurde anschließend hingewiesen, welches die Fans schon jetzt kaum erwarten können: Die „Nacht der Balladen“ Tour 2020! Lange wartete man auf eine Wiederholung, jetzt steht fest, dass es im kommenden Jahr fortgeführt wird – mit mehr Terminen als beim letzten Mal! Hier findet ihr alle Termine und könnt Karten erwerben: https://www.eventim.de/artist/versengold/versengold-nacht-der-balladen-2020-2545651/

Es brach erneuter Jubel aus, Flo war verwundert, was denn gerade vor sich ging, ehe er feststellte: Schlagzeuger Sean saß inzwischen oberkorperfrei an seinem Instrument (es war ganz schön heiß in der propevollen Musichall)!


Dass die Mischung aus Titeln zum Abfeiern und Songs mit ernsten Themen an diesem Abend exzellent war, bewies Malte bei den Worten über den Grund der Entstehung von „Meer aus Tränen“ erneut. Der sehr gesellschafskritische, hochaktuelle Song greift ein heikles Thema auf. Familien ertrinken im Mittelmeer. Klare Ansage vom Frontsänger: „Wer das toleriert, ist ein Arschloch.“ Ihn beschäftigte das so sehr, dass er um 4 Uhr aufstand und dann innerhalb eines Tages mit der Band den Song fertigstellte. Das Ergebnis ist sehr gelungen und wurde auch im Aladin mit großem Jubel anerkannt.

Für Begeisterung sorgte anschließend auch die ganz klare Ansage gegen Rechts und für Toleranz, ehe extrem laustark der Refrain des passenden Titels „Wir tanzen nicht nach braunen Pfeifen“ mitgegrölt wurde. Das so direkt anzusprechen und in ein Lied zu verpacken, verdient wahrlich Anerkennung!

Die Stimmung eh schon nahe dem Höhepunkt, drehte die Band noch einmal deftig auf. „Hoch die Krüge“, ein Dauerbrenner aus ihrem Album „Zeitlos“, läutetete die totale Eskalation ein, denn es folgte „Thekenmädchen“. Kaum in Worte zu fassen, was sich in der Musichall abspielte. Die Dezibelzahl war gewaltig hoch.


Eine frohe Kunde verkündete Malte darauffolgend: Zum ersten Mal war ihr Heimspiel ausverkauft. In Bremen sollte es bisher nie ganz reichen, in Hamburg hingegen schon. 1350 Fans im Aladin inkl.
dem geöffneten ehemaligen Ballsaal des Tivoli. Mehr passte definitiv nicht rein! Passend dazu begab sich dann Flo, von den Fans getragen, auf zur Theke am anderen Ende der Halle (glücklicherweise verliebte er sich NICHT in das Mädchen hinter der Theke…). Er schaffte es. das Bier „zu exen“ und heizte die ohnehin schon wahnsinnige Stimmung noch weiter ein – die Eike wenig später noch einmal toppen sollte.


Denn nachdem der ruhigere Titel „Wohin wir auch gehen“ (inklusive tollem Lichtermeer des Publikums) so langsam aber sicher das Ende des Konzertes einläutete, folgte die „Eike-Show“. Traditionell begab er sich an die Spitze der Bühne um den Abriss mit „Butter bei die Fische“ einzuläuten – und die Fans aufzufordern, ein Kleidungsstück ihrer Wahl auszuziehen und zu schwenken. Dies wurde beim Wort genommen und plötzlich war Sean nicht mehr der einzige, der viel Haut zeigte…


Nach lautstarken „Zugabe-Rufen“ kam die Band zum Abschluss erneut auf die Bühne – denn auch die diese Tradition darf nicht fehlen: Ein Tresen wurde aufgebaut (ausnahmsweise nicht mitten im Publikum, da es wie schon erwähnt gerammelt voll war) und getreu dem Sprichwort „Dreimal ist Bremer Recht“ bei dem Akustik-Lied „Mach noch ne‘ Runde“ gleich drei „Kurze“ vertilgt wurden. Genial auch „Ich und ein Fass voll Wein“. Alle hakten sich ein, schunkelten und bildeten einen waschechten Seemannschor. Herrlich norddeutsch! Apropos Seemann, Malte unternahm anschließend auf einer fahrenden Mini-Bühne -mit einem Steuerrad ausgestattet- einen Ausflug in das Meer des Publikums.


Zum krönenden Abschluss folgte dann der Klassiker, der „Abgesang“. Unter Standing Ovations wurde die Band dann verabschiedet. Natürlich gab es danach aber noch Autogramme und Zeit für einen kurzen Schnack hatten die Jungs für ihre Fans auch.


VERSENGOLD liefern eine in allen Punkten bärenstarke Show ab. Die Musiker sind allesamt auf sehr hohem Niveau und harmonieren hervorragend. Absoluter Seltenheitswert sind die ganzen verschiedenen Instrumente, die sich ideal ergänzen. Die Volllblut-Musiker liefern ein bunt gemischtes Programm, ohne dabei zu sehr mit der Moralkeule zu schwingen. Sie haben ihre klaren Ansichten, die sie auch deutlich vertreten, wissen aber auch ganz genau, wie man mit Trinkliedern , darunter „Hoch die Krüge“ oder auch „Thekenmädchen“ eine große Sause veranstaltet. Und das mit ganz viel Spaß und Freude!


Wir ziehen den Hut vor diesen ehrlichen und sehr sympathischen Jungs und können nicht nur jedem VERSENGOLD-Fan wärmstens empfehlen, ein Konzert der Band zu besuchen! Wir freuen uns bereits auf ein Wiedersehen mit unseren Freunden aus dem hohen Norden.

Fotos und Bericht: Kevin Drewes