Schlagernacht des Jahres 2019: Unser Eventbericht von Kevin Drewes 0

Schlagernacht 219

Am Samstag war es wieder soweit: Die „Schlagernacht des Jahres“ fand in der legendären Waldbühne statt, von der schon Matthias Reim schwärmte und die Howard Carpendale als „bestes Freilichttheater Europas“ bezeichnete. Bei Temperaturen bei teils über 30 Grad und voller Hütte ging mächtig die Post ab.

Mit dem Einlass um 14 Uhr waren die Sitzplätze sehr begehrt, nur die Hartgesottenen stellten sich direkt in den Innenraum. Viele wollten vorerst sitzen, was aber nicht lange anhalten sollte. Der DJ zeigte kein Erbarmen und spielte den „Sirtaki“, da kann man nicht anders und muss mitmachen. Treffend war auch der Song „Wannsee“ von den Toten Hosen.

Opener Mickie Krause

Mickie KrauseMit Vollgas eröffnete Eskalationsgarant Mickie Krause die Schlagernacht. Kaum einer seiner Top-Hits fehlte. „Mich hat ein Engel geküsst“, „Ich bin solo“ oder der bei diesen Temperaturen perfekte Song „Geh mal Bier hol’n“ wurde von den Fans gefeiert. Schon jetzt herrschte erstklassige Stimmung. Bei „Sie hatte nur noch Schuhe an“ gingen die Schuhe (kein Witz!) in die Höhe. Sein neuester Song „Eine Woche wach“ bildete den Abschluss seines überzeugenden Auftritts.

Powerfrau Beatrice Egli

Beatrice Egli

Das Tempo wurde direkt hochgehalten, denn schon als zweiter Act war die Powerfrau Beatrice Egli dran. „Herz an“ machte den Anfang, ehe ihre brandneue Single „Lelila“ performt wurde. Der Song strotzt nur so vor positiver Energie. Fulminante Feuer-Fontänen schossen bei „Terra Australia“ in die Luft, die Abkühlung (sehr zur Freude der Hartgesottenen in den ersten Reihen sowie zum Spaß der Sängerin) folgte beim Titel „Verliebt, verlobt, verflixt nochmal“, denn das Energiebündel griff zur Wasserpistole. Ihr Dauerbrenner „Mein Herz“ eröffnete die riesige Tanzfläche auf den Rängen. Gerockt wurde dann noch mit „Rock mis Härz“.

Eloy de Jong legt Sohle aufs Parkett

Eloy de Jong

Nach der Schweiz folgte die Niederlande. Eloy de Jong ließ es mit „Schritt für Schritt“ sowie „Liebe kann so weh tun“ ruhiger angehen. Bei seiner aktuellen Single „Kopf aus – Herz an… und tanz Samba“ legte der Holländer eine flotte Sohle aufs Parkett. Nach dem Titel „Millionen Kometen“ stimmte er gemeinsam mit dem Publikum zu seinem Megahit „Egal,  was andere sagen“ einen großen Chor an. Zurück ging es in die 1990er Jahre mit einem Titel, den er mit seiner ehemaligen Band „Caught in the Act“ 1995 herausbrachte: „Love is everywhere“.

Song-Premieren mit Sarah Jane Scott

Sarah Jane Scott

Die sympathische Sarah Jane Scott war als Nächste an der Reihe. Mit ihrer gute Laune ausstrahlenden Art und mit ihrem Akzent und der besonderen Stimme (geboren ist sie in Pennsylvania) wusste sie bei den Schlager-Fans zu punkten. Sie hatte auch direkt zwei ihrer brandneuen Songs im Gepäck, die in der Waldbühne Premiere feierten! „I love you“ sowie „It is beautiful Life“ waren tolle Überraschungen und wurden mit Freude angenommen. Ein schöner Auftritt!

Nik P. überzeugt mit „Einen Stern…“

Nik P.

Hoch motiviert betrat dann Nik P. die Bühne. Er zog die Zuschauer mit dem Mega-Hit „Ein Stern“ sowie „Wie im Himmel“ von Jürgen Drews auf seine Seite. Die Stimmung war super. Desweiteren performte er „Braungebrannte Haut“, „Berlin“ und den Hit „Geboren, um dich zu lieben“. Für den letzten Song „Wie schön das Leben ist“ griff er zur Gitarre, und das Publikum riss die Hände in die Höhe und sang lautstark mit, Gänsehaut!


Sexy Newcomerin Sonia Liebing

Sonia Liebing

Partyfeeling pur brachte anschließend die sexy Newcomerin Sonia Liebing mit. Erstmals in diesem Jahr gehört sie fest zum Line-Up bei den „Schlagernächten des Jahres“-Veranstaltungen. Definitiv ein echter Gewinn! „Träumer wie wir“ machte den Anfang, es folgte ihre aktuelle Single „Sonnenwindpiloten“ sowie „Jugendliebe“. Bei Zweitgenannten gab es starke Effekte in Form von Lichtfontänen. Zu guter Letzt performte Sonia ihren Debüt-Hit „Tu nicht so“. Erneut wurde sie ausgiebig gefeiert, der starke Auftritt machte Lust nach mehr.

 Standing Ovations für Kerstin Ott

Kerstin Ott

Sogar mehrmals Standing Ovations erntete Kerstin Ott. Sie legte mit ihrem Mega-Hit „Regenbogenfarben“, der inzwischen schon fast mehr gefeiert wird als ihr Debüt-Song „Die immer lacht“, los. Die Arena kochte, es flogen Konfetti-Herzen durch das Freitlicht-Rund. Auch ihre aktuelle Single „Alles so wie immer“ und „Scheißmelodie“ kamen bestens an. Bei dem Song „Lebe laut“ ging sie hinunter zu ihren Fans und wurde herzlich empfangen. Und dann folgte eine Rede, die ehrlicher nicht sein kann. Kerstin sprach über ihre Zeit bei Let’s Dance und bedankte sich emotional dafür, dass man nicht weiter für sie gevotet hat und sie gehen ließ. Gedankt wurde es ihr mit lautstarkem Beifall. Darauf spielte sie bei „Herzbewohner“ mit der Textzeile „ihr nehmt mich so wie ich bin“, sichtlich gerührt, erneut an. Lautstarke „Zugabe“-Rufe donnerten durch die Waldbühne. Und so gab es natürlich „Die immer lacht“. Erneut wandte sie starke Worte an das Publikum, dieses Mal über Depressionen. Man wollte sie gar nicht mehr gehen lassen, also gab es erneut „Regenbogenfarben“. Was für ein Abschluss der ersten Hälfte!

 Überzeugender Opener der zweiten Hälfte: Münchener Freiheit

Münchener Freiheit

Ganz stark ging es auch bei der mit tollen Lichteffekten bestückten Show von der Münchener Freiheit zu Beginn des zweiten Aktes weiter. Die Band um Frontsänger Tim Wihelm, der deutlich machte, wie wichtig die Fans sind und dass es nur zusammen geht, kam hervorragend an. „Tausend Mal du“, „SOS“ sowie „Herz aus Glas“ durften nicht fehlen. Vom temporeichen Song „Herzschlag ist der Takt“ bis hin zur Ballade „Solange man Träume noch leben kann“ hatte die Kultband alles an Bord. Aber natürlich auch ihren Megahit „Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“ hatten sie dabei. Eine tolle Songauswahl und ein sympathischer Auftritt!

Lokalmatadorin Sotiria überzeugte die Fans

Sotiria

Sotiria, die es schaffte, den Grafen von Unheilig aus seinem Exil zurückzuholen, folgte. Voller Energie performte sie bei ihrem Heimspiel „Ich wünsche mir ein Feuer“ und der ursprünglich mit dem Grafen im Duett gesungene Song „Hallo Leben“. Kurz mit dem Publikum einstudiert, wurde dann auch lautstark mitgesungen. Die ehemalige „Eisblume“-Sängerin hatte dann noch einen Klassiker von Juliane Werding, der richtig stark performt wurde, „Nacht voll Schatten“, im Gepäck. Wir finden, der Song passt richtig zu ihr!

Howard Carpendale gibt politische Töne von sich

Howard Carpendale

Legende Howard Carpendale war als Nächster an der Reihe, der mit kompletter Band anreiste. Die Waldbühne liebt er, und dies war auch deutlich zu spüren. Denn er war ganz offensichtlich so richtig in Stimmung. Flott los ging es mit seinem Mega-Hit „Hello Again“ und passenderweise „Samstag Nacht“, die Stimmung auf dem bisherigen Höhepunkt! Nachdem er von der Kulisse schwärmte, sang er in moderner Version „Ti Amo“ mit einem seiner Bandkollegen. „Das schöne Mädchen von Seite 1“, einer seiner beliebtesten Songs aus seiner frühen Zeit folgte, ehe er für DEN Lacher des Abends sorgte. Bitterböse, aber so gut: „Als ich gestern einen meiner Lieblingssender, CNN schaute und den Trump sah, erinnerte ich mich, dass er vor vielen Jahren in Palms Beach in meiner Nachbarschaft wohnte. Er sprach davon, dass er eine Briefmarken-Auflage mit sich haben möchte. Die bekam er auch. Wurde von den Leuten aber reklamiert, weil sie nicht kleben würden. Und wisst ihr warum?! Die haben Alle auf die falsche Seite gespuckt.“ Auch wenn es noch sehr hell war, sang er dann „Nachts, wenn alles schläft“, ehe „Tür an Tür mit Alice“ gemeinsam mit seinem geschätzten Kollegen Michael performt wurde.

 voXXclub sorgen für Riesengaudi

voXXclub

Für eine Riesengaudi sorgten dann die ebenfalls bestens aufgelegten Jungs von voXXclub. Ein zünftiges „Donnawedda“ mit der legendären Polka machte den Anfang. Das „Hey“ donnerte im wahrsten Sinne des Wortes, die Schlagerfans waren stimmgewaltig. Es folgten „Rock mi“ und die Cover-Version von „Leev Marie“, die mächtig abgingen. Die Hände gingen in die Höhe, es wurde lauthals mitgegrölt. Der Wahnsinn tobte in der Waldbühne. Wenn jemand die Volksmusik auf ein neues Level hob, dann diese sympathischen Jungs.

Ross Antony: Schlager moderner denn je

Ross Antony

Ross Antony, dem es eine Herzensangelegenheit ist, dass auch Schlager-Klassiker modern bleiben und er sie deshalb covert, war der nächste Act. Mit „Ich komm zurück nach Amarillo“ hatte er das Publikum direkt gewonnen. Der Refrain geht halt immer! Das Tanzbein wurde mit „Sag mir Quando“ geschwungen, bei „Michaela“ herrschte ebenfalls eine tolle Stimmung. „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ und „1000 mal berührt“  durften auch nicht fehlen. Die Reaktion seines Auftrittes zeigt: Schlager ist moderner denn je!

Ben Zucker sorgt für Begeisterung

Ben Zucker

Apropos modern: Ben Zucker, der innerhalb kürzester Zeit vom Newcomer zu einem der beliebtesten Künstler im modernen Schlager wurde, war der nächste Act. Mit voller Power legte er mit „Der Sonne entgegen“ los, ehe „Du bist alles“ sowie „Ich spür wie die Liebe zerbricht“ folgten. Das Publikum ging komplett mit, die Show war fulminant, seine Performance grandios. Auf der Bühne wurde alles rausgehauen, was man drauf hat. Sein neuester Hit „Wer sagt das?!“ vom gleichnamigen Album kam ebenfalls hervorragend an. Das Beste kam dann zum Schluss, sein Megahit „Geile Zeit“. Der Kessel lief über, es wurde gegrölt, gesprungen und getanzt.

 Finale mit DJ Ötzi

Inzwischen dunkel und in bester „Wetten dass…?!“ Manier schon mit überzogener Sendezeit, kam dann der letzte Act auf die Bühne. DJ Ötzi! Gestartet wurde mit „Noch in 100.000 Jahren“, ehe „Ein Stern“ mit einem riesigen Lichtermeer unterlegt von den 22.000 Schlager-Fans mitgesungen wurde. Die Akustik sorgte für Gänsehaut. Beim Party-Kracher „Country Roads“ ließ er das Publikum alleine singen, natürlich war man textsicher, der Chor auf Weltklasse-Niveau. Dem Mann mit der ikonischen weißen Mütze kamen fast die Tränen, er war sichtlich gerührt. „Ein Mann für Amore“ war ein Highlight für alle Tanzfreudigen. „Dürfen wir noch einen?“ versicherte sich DJ Ötzi. Wenn es nach dem Publikum ginge, sicherlich noch Einige mehr. Und so machte der Dauerbrenner „Hey Baby“ den Abschluss einer starken Schlagernacht. Inzwischen war es 22.45 Uhr.

DJ Ötzi


Fazit: Gelungene Veranstaltung

Ist die „Schlagernacht des Jahres“ eh schon die Creme de la Creme im Schlagerbereich und DAS Highlight in jedem Jahr, ist sie in der Waldbühne noch einmal was ganz Anderes. Die Atmosphäre ist einmalig und dank einem perfekt durchgemischten Line-Up, dass in blendender Laune war es eine sehr gelungene Veranstaltung. Ob Jung, ob Alt, jeder hatte einen Grund zum Feiern!

Wer bei diesem epischen Event nicht dabei war, hat die Chance, einen Mitschnitt am 28. Juni ab 20.15 Uhr bei RBB im Fernsehen anzuschauen.

Bericht und Fotos: Kevin Drewes

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KERSTIN OTT: Innovativer neuer Song „Wegen dir (Nachts, wenn alles schläft)“ 0

Mit ihrer neuen Single geht KERSTIN OTT ungewöhnliche Wege, wie man sie sonst von internationalen Stars kennt. In ihren aktuellen Song bindet sie das legendäre „haa haa haa haa haa“-Intro des Carpendale-Klassikers „Nachts, wenn alles schläft“ ein. Auch die Zwischenwürfe des Originals („ich brauche deine Nähe“) finden in ihrem neuen Song, der ansonsten ein eigenständiger Titel ist, Einzug.

Auch wenn das Stilmittel, fremde Songs in eigenen Titeln zu zitieren bzw. legendäre Hook-Lines zu übernehmen, durchaus nicht neu ist – man denke an Madonnas „Hung Up“ oder Michelles „Wir feiern das Leben“ mit Zitaten von „Gimme Gimme Gimme A Man After Midnight“ bzw. „Scatman“ – aber einen deutschen Schlager so „einzubauen“, ist schon ungewöhnlich und in diesem Fall aus unserer Sicht sehr gelungen.

Interessant finden wir, dass sowohl Kerstin als auch Howard Carpendale in zwei Wochen beim Schlagerbooom zu Gast sind. Vielleicht wird Howard sich ja sogar beim Vortrag des Liedes einbringen? Wir würden das begrüßen, der Titel ist jedenfalls ausgesprochen hitverdächtig!

VERSENGOLDs Heimspiel in Bremen begeistert – Der Tag, an dem es bis in den Süden schallte 0

VERSENGOLD mit ihrem Erfolgsalbum „Nordlicht“ auf großer Tournee! Ganz besonders ist jedes Mal das Heimspiel in Bremen. In einigen Städten restlos ausverkauft – so auch am gestrigen Abend. 1350 Feierwütige brachten die Aladin Musichall zum Beben – mit ganz viel norddeutschem Charme und Spaß (und so manchem Krug Bier…)

Nach einem spektakulären „Nordlicht“-Intro inklusive riesigem Vorhang vor der Bühne, fiel unter großem Jubel dann eben dieser und es erfolgte der perfekte, temporeiche Start mit „Durch den Sturm“. Die Stimmung sofort auf hohem Level, getreu der Zeile „Eure Stimmen sind der Wind“ liefern die Fans direkt einen schönen Chor. Auch beim darauffolgenden „Niemals sang- und klanglos“ aus dem gleichnamigen Album von 2017 ging es direkt flott weiter. Schon jetzt bewiesen die Norddeutschen, dass man hier weiß, wie man feiert.

Es folgt ein Lied über die Legende vom Teufelsmoor und „“. Passend dazu gönnt sich Frontsänger Malte einen Schluck aus dem -ziemlich hochprozentigen- Likör. Der Erfinder dieses kostbaren Tropfens war ebenfalls im Publikum, samt Anhang. Versengold hat mit dem Titel erneut eine Legende perfekt in einen Song umgesetzt – der sogar richtig gut zum abfeiern geeignet ist. So auch natürlich in Bremen!


Die perfekte Einleitung zum nächsten Titel, „Verliebt in eine Insel“, lieferte Frontsänger Malte, indem er ein Hoch auf Supportact „Mr. Irish Bastard“ aussprach. Die Band war zuvor der perfekte Einstieg in die große Sause. Und eben dieser Titel ist eine Liebeserklärung an Irland und seine legendären Pubs. Die Zeile „Auf dass ein Jeder aus dem Pub laut mit uns allen singt…“ wurde dabei natürlich einwandfrei umgesetzt. Es wurde lautstark mitgegrölt, die Hände gingen in die Luft. Hervorzuheben ist hier auch der starke Violinen-Einsatz von Flo und Alexander.

 

Emotional wurde es dann bei Maltes Rede über die Entstehung des nächsten Songs. Einer der Punkte, die die Band sehr auszeichnet, sind die Texte. So wurde zur Katastrophe der Winterflut 1717 ein Lied geschrieben – anhand Berichten von Zeitzeugen. Daher ist das Lied dementsprechend düster. Live um einiges intensiver, ist der Chor der Band hier doch ganz besonders ausgeprägt und stark, der Summen-Part ist ein echter Mehrwert für den Titel.

Nach dem „Teufelstanz“ folgte eines der Highlights dieses Konzertes. Gesellschaftskritisch mit einem Auge zwinkernd erzählt „Der Tag, an dem die Götter sich betranken“ die Entstehung der Welt. Auch hier hat Malte eine passende Anekdote parat. Deutlich äußert er, was die Musiker von gewissen Menschen hält (die teilweise auch viel zu viel Macht haben), so waren seine Worte: „Warum gibt es so komische Gestalten, die unsere schöne Welt kaputtmachen?!“ Das Aladin verwandelte sich derweil in ein Tollhaus. Ein aufgeblasener Globus wurde ins Publikum geworfen (was für eine geniale, spaßige Idee!), die Stimmung in der Musichall am Kochen.



Es folgte „Solange jemand Geige spielt“ aus dem Album „Funkenflug“. Getreu der Zeile „sie dreht sich, dreht sich, dreht sich, dreht sich mit den Haaren im Wind“ legten einige weibliche Zuschauer ein paar flotte Drehungen hin. Aus demselben Album wurde dann „Haut mir kein Stein“ performt. Der ruhigere, teilweise auch humorvolle Song erzeugte insbesondere beim Refrain eine gänsehaut-reife Atmosphäre. Nach „Feuergeist“ legte Versengold mit „Samhain“, eines aus unserer Sicht stärksten gemixten Songs, eine Hammer-Show hin. Das, vor allem live, so zu performen ist schon richtig große Kunst!

Auf ein weiteres kommendes Highlight wurde anschließend hingewiesen, welches die Fans schon jetzt kaum erwarten können: Die „Nacht der Balladen“ Tour 2020! Lange wartete man auf eine Wiederholung, jetzt steht fest, dass es im kommenden Jahr fortgeführt wird – mit mehr Terminen als beim letzten Mal! Hier findet ihr alle Termine und könnt Karten erwerben: https://www.eventim.de/artist/versengold/versengold-nacht-der-balladen-2020-2545651/

Es brach erneuter Jubel aus, Flo war verwundert, was denn gerade vor sich ging, ehe er feststellte: Schlagzeuger Sean saß inzwischen oberkorperfrei an seinem Instrument (es war ganz schön heiß in der propevollen Musichall)!


Dass die Mischung aus Titeln zum Abfeiern und Songs mit ernsten Themen an diesem Abend exzellent war, bewies Malte bei den Worten über den Grund der Entstehung von „Meer aus Tränen“ erneut. Der sehr gesellschafskritische, hochaktuelle Song greift ein heikles Thema auf. Familien ertrinken im Mittelmeer. Klare Ansage vom Frontsänger: „Wer das toleriert, ist ein Arschloch.“ Ihn beschäftigte das so sehr, dass er um 4 Uhr aufstand und dann innerhalb eines Tages mit der Band den Song fertigstellte. Das Ergebnis ist sehr gelungen und wurde auch im Aladin mit großem Jubel anerkannt.

Für Begeisterung sorgte anschließend auch die ganz klare Ansage gegen Rechts und für Toleranz, ehe extrem laustark der Refrain des passenden Titels „Wir tanzen nicht nach braunen Pfeifen“ mitgegrölt wurde. Das so direkt anzusprechen und in ein Lied zu verpacken, verdient wahrlich Anerkennung!

Die Stimmung eh schon nahe dem Höhepunkt, drehte die Band noch einmal deftig auf. „Hoch die Krüge“, ein Dauerbrenner aus ihrem Album „Zeitlos“, läutetete die totale Eskalation ein, denn es folgte „Thekenmädchen“. Kaum in Worte zu fassen, was sich in der Musichall abspielte. Die Dezibelzahl war gewaltig hoch.


Eine frohe Kunde verkündete Malte darauffolgend: Zum ersten Mal war ihr Heimspiel ausverkauft. In Bremen sollte es bisher nie ganz reichen, in Hamburg hingegen schon. 1350 Fans im Aladin inkl.
dem geöffneten ehemaligen Ballsaal des Tivoli. Mehr passte definitiv nicht rein! Passend dazu begab sich dann Flo, von den Fans getragen, auf zur Theke am anderen Ende der Halle (glücklicherweise verliebte er sich NICHT in das Mädchen hinter der Theke…). Er schaffte es. das Bier „zu exen“ und heizte die ohnehin schon wahnsinnige Stimmung noch weiter ein – die Eike wenig später noch einmal toppen sollte.


Denn nachdem der ruhigere Titel „Wohin wir auch gehen“ (inklusive tollem Lichtermeer des Publikums) so langsam aber sicher das Ende des Konzertes einläutete, folgte die „Eike-Show“. Traditionell begab er sich an die Spitze der Bühne um den Abriss mit „Butter bei die Fische“ einzuläuten – und die Fans aufzufordern, ein Kleidungsstück ihrer Wahl auszuziehen und zu schwenken. Dies wurde beim Wort genommen und plötzlich war Sean nicht mehr der einzige, der viel Haut zeigte…


Nach lautstarken „Zugabe-Rufen“ kam die Band zum Abschluss erneut auf die Bühne – denn auch die diese Tradition darf nicht fehlen: Ein Tresen wurde aufgebaut (ausnahmsweise nicht mitten im Publikum, da es wie schon erwähnt gerammelt voll war) und getreu dem Sprichwort „Dreimal ist Bremer Recht“ bei dem Akustik-Lied „Mach noch ne‘ Runde“ gleich drei „Kurze“ vertilgt wurden. Genial auch „Ich und ein Fass voll Wein“. Alle hakten sich ein, schunkelten und bildeten einen waschechten Seemannschor. Herrlich norddeutsch! Apropos Seemann, Malte unternahm anschließend auf einer fahrenden Mini-Bühne -mit einem Steuerrad ausgestattet- einen Ausflug in das Meer des Publikums.


Zum krönenden Abschluss folgte dann der Klassiker, der „Abgesang“. Unter Standing Ovations wurde die Band dann verabschiedet. Natürlich gab es danach aber noch Autogramme und Zeit für einen kurzen Schnack hatten die Jungs für ihre Fans auch.


VERSENGOLD liefern eine in allen Punkten bärenstarke Show ab. Die Musiker sind allesamt auf sehr hohem Niveau und harmonieren hervorragend. Absoluter Seltenheitswert sind die ganzen verschiedenen Instrumente, die sich ideal ergänzen. Die Volllblut-Musiker liefern ein bunt gemischtes Programm, ohne dabei zu sehr mit der Moralkeule zu schwingen. Sie haben ihre klaren Ansichten, die sie auch deutlich vertreten, wissen aber auch ganz genau, wie man mit Trinkliedern , darunter „Hoch die Krüge“ oder auch „Thekenmädchen“ eine große Sause veranstaltet. Und das mit ganz viel Spaß und Freude!


Wir ziehen den Hut vor diesen ehrlichen und sehr sympathischen Jungs und können nicht nur jedem VERSENGOLD-Fan wärmstens empfehlen, ein Konzert der Band zu besuchen! Wir freuen uns bereits auf ein Wiedersehen mit unseren Freunden aus dem hohen Norden.

Fotos und Bericht: Kevin Drewes