KERSTIN OTT liefert mit ihrem neuen Album „Ich muss dir was sagen“ neue Reife und ihr bisher persönlichstes Werk! 0

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Schau mal“ macht den Anfang auf Kerstin Otts neuen Werk. Darüber berichteten wir HIER bereits ausführlich – der Titel war der erste Vorreiter.

Berliner Luft“ ist eine Hommage an Berlin – mit ernstem Hintergrund. Ein Paradebeispiel von Kerstin Otts starken Texten liefert dieser Song. Im Titel greift sie das Thema Mauerfall auf und sendet die Message, dass Liebe alle Grenzen sprengen kann. Die passende Zeile dazu „Keine Mauer konnte halten die Herzen waren zu stark“. Auch das eingefügte „We are looking for Freedom“ passt, der Song ist dabei eher ruhiger, die Beats halten sich bedeckt. Im Song outet sich die Sängerin übrigens als Hertha BSC-Fan, wie die Zeile „fahr zu meiner Alten Dame, blau und weiß wir steh’n zusammen“ verrät. Stark finden wir die innovativen Lautsprecher-Ansagen im Song. Ganz klar viel mehr als nur eine Liebeserklärung an Berlin!

Wegen dir (Nachts wenn alles schläft“)“ beginnt mit den legendärem „Ha ha ha“ aus Howard Carpendales Klassiker. Nachdem sie im vergangenen Jahr beim Schlagerbooom den Titel sehr imponierend fand, hat sie mit ihrem Song eine Meisterleistung abgeliefert. Die Sängerin hat in einen komplett neuen Titel dezent und perfekt platziert Zeilen aus „Nachts wenn alles schläft eingefügt“. Die Mischung gefällt uns außerordentlich gut!

Die Ballade „Geh meinen Weg“ erschien bereits im Vorfeld. Das Musikvideo dazu halten wir für das Persönlichste und Beste, welches die Künstlerin je veröffentlichte. Daher legen wir den Fokus darauf. Im Song verarbeitet Kerstin ihre Erfahrungen bei der TV-Show „Let’s Dance“, die Zeile dazu „auch wenn ich mal scheiter und in die falsche Richtung lauf, ich geh meinen Weg...“. Keine Frage, sie ist eine starke Persönlichkeit, die trotz vieler Tiefen in ihrem Leben letztendlich immer nach vorne schaut. Im Video sieht man auch eine Malerin, deren Kunst beim Chef nicht so recht ankommt. Doch sie zeigt es ihm – genau wie im echten Leben, nicht umsonst ist sie inzwischen eine der beliebtesten deutschen Sängerinnen – wie auch tolle Live-Aufnahmen am Ende des Clips zeigen.

Lockerleicht klingt Titel Nummer 5, „Marmeladenglasmomente“. Der Gute-Laune-Song ruft dazu auf, die schönen Erinnerungen nie zu vergessen, die passende Zeile dazu „ist der Tag mal wieder grau, hol ich das Glas heraus“. Positiv denken und auch einmal spontan sein, denn das sind oft die besten Tage im Leben, besingt auch die Zeile „feiern bis morgens um 8 dabei wollt ich gar nicht komm‘ perfekt. Der vielfältige Sound erhält durch das Pfeifen gepaart mit kräftigem Solo-Bass Einsatz einen weiteren Mehrwert. Nostalgisch an die Kindheit erinnerte uns die Zeile „Pommes am Badesee auf die Hand“ – da schmeckten die doch glatt immer am Besten!

Nach einem instrumentalen Intro beginnt der Titelsong „Ich muss dir was sagen“. Der seichte Song ist eine Liebeserklärung an ihre Frau. Die Zeile „Ich muss dir was sagen ich würd dich gern für immer um mich haben“ unterstreicht die große Liebe. Ein sehr gefühlvoller Song, der mit gekonntem Tempowechsel und tollem Text überzeugt.

Und auch „Mein Herz bleibt stehen“ ist ein gelungener Liebessong. In diesem traut sie sich nicht, ihre Gefühle zu offenbaren. Denn sie ist verliebt in die Kellnerin, Tag für Tag trifft sie ihre Herzensdame, die passende Zeile dazu „Jeden Tag die gleiche Zeit du kommst an meinen Tisch und ich schweig, bestell meinen Kaffee“. Der Sound klingt auch hier sehr stimmig gemixt – und der Titel hat sogar ein Happy End! Mit Überwindung schafft sie den ersten Schritt wie die Zeile „Doch auf die Rechnung drauf schreib ich meine Nummer rauf“ besingt. Dann die Antwort: „Es dauert keinen Tag bis ich ne Nachricht von dir hab. Du hätt’s mir das gern schon lang gesagt

Titel Nummer 8, „Geh nicht“, hingegen handelt von Herzschmerz. In dem Song kann sie einfach nicht loslassen, will die Trennung nicht hinnehmen. So lautet die flehende Zeile „Geh nicht auch wenn du nicht mehr ganz bei mir bist“ und weiter „Ohne dich schaff ich das hier nicht“. Der kräftige Sound und die Backings klingen klasse, auch der Tempowechsel passt! Ein starker Song.

Komplett anders klingt „Alles, was uns zwei passieren sollte“. Hier sind sehr kräftige Gitarrenriffs eingestreut, die richtig gut klingen. Auch der schnelle, teilweise tiefe Sound passt hervorragend zum Song. In dem Titel überrascht sie ihre große Liebe. „Wir fahr’n gemeinsam los um die Zeit wie sonst auch“ und weiter „wo’s sonst zur Arbeit geht fahr ich geradeaus“ besingt, dass heute alles etwas anders ist. Sie „weiß von nichts“. Ganz offensichtlich geht es zu einem geheimen Ort, wo es für die beiden in die Freiheit zu einem großen Trip geht. Dass da nun Träume wahr werden,  unterstreicht auch die Zeile „Was heute anfängt, haben wir uns schon oft ausgemalt

Wir stehen zusammen“ handelt von der Liebe, die alle Zeiten überstehen sollte. Die passende Zeile „egal, wie es weiter geht, was uns gegenüber steht, du und ich uns geschworen – unsere liebe geht nicht verlor’n“. Der ruhigere Song zeigt erneut, wie poppiger Sound und nachdenkliche Texte zusammen passen – eine Alleinstellungsmerkmal der Sängerin, das macht Kerstin Ott einzigartig. Nachdenklich besingt sie „ich frag immer noch, was ist aus dir geworden“. Schlussendlich versucht sie den Kontakt wiederherzustellen: „Ich nehme meinen Mut zusammen und schreib dir eine Nachricht“ – doch das Ende bleibt offen.

Von Neuanfang handelt der ruhig beginnende Song „Wahrheit schmerzt“, welcher mit sanften Gitarrenriffs sehr überzeugt. Mit der Zeile „Es ist Zeit diesen Weg nicht weiter zu gehen, viel zu lang führt er mich schon nirgendwo hin“ fasst sie den Entschluss, neu zu starten. Sie ist sich sicher „Alles ist gut was mich weg von hier führt“ und fragt sich „was hab ich so lang gemacht“. Ganz klar, „jetzt einfach umzudrehen“, fällt ihr sichtlich schwer, doch der Wunsch nach Freiheit ist groß – dafür muss man nun einmal seinen ganzen Mut zusammennehmen. Hier gefielen uns die Gitarrenriffs so richtig gut – die Message des Titel ist zudem sehr stark.

Und sie träumt“ ist ein weiterer sehr innovativer und vielseitiger Song, der noch einmal komplett anders klingt. Der Takt der Melodien ist exzellent, die eingefügten Herzschlag-Töne fügen sich toll ein. Ein Freigeist, den der Alltag auf die Seele schlägt, ist innerlich unentschlossen. Sie fragt sich „was passiert mit den Jahren“, „wollte nie lange bleiben“. „Sie träumt von ihrer Flucht in die Freiheit die sie ruft“ doch „die Welt scheint viel zu groß für einen ersten Schritt“ Doch es gibt ein Happy End, denn ganz offensichtlich scheint sie ihre Blockade gelöst zu haben, ihren Mut gefasst zu haben. Die passende Zeile „Irgendwann gibt’s Gerüchte. Leute erzählen sich die Geschichte, denn sie haben geklingelt und ihr Haus war leer“ – unser Favorit auf Kerstin Otts neuem Album!

Melodramisch und schwermütig besingt „Schweigen wurde ihre Art zu weinen“ die Einsamkeit. Sichtlich verstoßen und von der Gesellschaft unerwünscht fristet sie ein Leben ohne jedes Glück. „Den Blick nach vorn und schnell vorbei“ geht sie rasch weiter, wenn sie jemanden trifft. „Sie soll die Kinder nicht verstör’n“ und weiter „Man könnte meinen niemand sieht sie gern“ besingen, dass jeder sie meidet. Nur einer fragt sich, was mit ihr geschehen ist, wie es die Zeile „wie sie heut ist so wird man nicht geboren“ ausdrückt- Der Song ist ein kleines Meisterwerk, das zum Nachdenken anregt – steckt doch viel Wahrheit in der Message.

Ihr bereits drittes Album zeigt, wie sehr Kerstin Ott gereift ist und sich weiterentwickelt hat. Nach zwei starken Alben legt ihr drittes Album noch eine Schippe oben drauf! Im Vorfeld versprach sie, dass es ihr persönlichstes Album wird. Dies und noch viel mehr machte sie wahr! Wir sind sehr angetan von den starken Texten und der Vielseitigkeit!

Kevin Drewes

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ZDF-HITPARADE: Erfolgs-Compilation „50 Jahre ZDF-Hitparade“ bekommt eine „Zugabe“ 0

Bis heute legendär ist die ZDF-Hitparade. Eine Sendung, in der LIVE gesungen wurde – heutige TV-Macher behaupten bekanntlich, dass das angeblich nicht gehe, aber Leute wie Andreas Gabalier beweisen, dass man auch 2019 noch live im TV singen kann. Und  Weltstars wie Robbie Williams setzen sich bei Shows wie „Ein Herz für Kinder“ einfach mal durch und singen wirklich – anders als z. B. Andrea Berg, die sich lieber für das Vollplayback entschied.

Der 50. Geburtstag der ZDF-Hitparade wurde groß und erfolgreich gefeiert. Thomas Gottschalk moderierte die Erfolgs-Show, die eine sensationelle EInschaltquote einfuhr. Der dazu passende Sampler wurde ebenfalls ein großer Erfolg. Kein Wunder, dass Sony Music Catalog es sich nicht nehmen ließ, nun auch einen zweiten Teil der Compilation zu veröffentlichen. Aus sicherer Quelle wissen wir, dass diese Compilation von Fachleuten zusammengestellt wurde, so dass es diesmal (im Gegensatz zu früher) nicht zu peinlichen Tracks kam, die niemals in der ZDF-Hitparade zu Gast waren.

Recht „heimlich“ wurde nun ein zweiter Teil der Compilation erstellt, der nach unserer Kenntnis eigentlich am 10. Januar veröffentlicht werden sollte – passend zum smago!-Award 2020, der im Zeichen des Hitparaden-Jubiläums steht. Das hat man sich dann angesichts des Rummels um die ARD-Show „Schlager Champions“ allem Anschein nach doch wohl nicht wirklich getraut. Klugerweise wird das 3-CD-Set daher am 17. Januar veröffentlicht – mit dem Motto: „Zugabe!“. Ob die eigentlich geplante „Vol. 3“ auch noch erscheinen wird, bleibt zu hoffen 🙂

Gerne informieren wir als erstes Schlagerportal über diese tolle Neu-VÖ und freuen uns schon darauf, wenn die Kollegen diese Information auch weitergeben – ganz nach unserem Motto: „zuerst bei Schlagerprofis.de“ :-)…

Kolumne: DAS WORT ZUM SONNTAG – Folge 4: Nebel-Quote, TV-Überschneidungen, Petry-„Comeback“ und Schlagerprofis-Influencer… 0

Auch die vergangene Woche bot wieder einige interessante Schlagerthemen, über die es sich zu reden lohnt:

Über 4 Mio. Zuschauer sahen Carmen Nebels Show „Die schönsten Weihnachtshits“

Es ist schon kurios. Was die nackten Zahlen angeht, hat Carmen Nebel in absoluten Zahlen die beste Quote seit längerer Zeit hingelegt – über 600.000 Zuschauer mehr als im Vorjahr. Das haben wir auch anerkannt. Und dennoch gab es hier und da Kritik. Ein großes Schlagerportal befragte z. B. die Fans und bekam Antworten, die wohl SO nicht geplant waren. Die BUNTE nahm das zum Anlass, einen Artikel mit der Überschrift: „„Grauenvoll“: Ihre ZDF-Weihnachtsshow sorgt bei Fans für heftige Diskussionen“ zu bringen – siehe HIER. Damit nicht genug, hat die BUNTE diese These bei Facebook zur Diskussion gestellt und teilweise recht eindeutige Kommentare generiert. So hat sich beispielsweise der ehemalige Manager und Lebensgefährte Patrick Lindners zu Wort gemeldet: „Gute Quote? Noch nicht mal 15 % sind eine Katastrophe. Und gegen ‚Bonusfamilie‘ zu gewinnen, ist wirklcih kein Kunststück. Das schafft selbst das Testbild.“ – okay, so kann man es natürlich auch sehen. Trotzdem muss man eine Quote von gut 4 Mio. heutzutage erst einmal hinbekommen – und immerhin ist Carmen Nebel nun auch einmal Gegenstand der Diskussionen und nicht immer nur Florian Silbereisen.

Diverse Schlagershows am Samstagabend

Eigentlich sind wir Schlagerfreunde ja traurig darüber, dass es kaum noch große Shows des Genres gibt. Aktuell gibt es im Ersten Florian Silbereisen und im ZDF Carmen Nebel. Zum Glück bieten auch die dritten Programme hier einige positive Aspekte. Am gestrigen Samstag aber war es kurios – gleich DREI Schlagershows (na gut, „Ein Herz für Kinder“ ist keine Schlagersendung, aber es waren mit WOLFGANG PETRY, ANDREA BERG und ROLAND KAISER gleich drei Schlager-Hochkaräter der allerersten Liga dabei) buhlten um die Gunst der Zuschauer. Während sehr viele Stars traurig darüber sind, bei TV-Shows NICHT berücksichtigt zu werden, hatte SEMINO ROSSI ein Luxusproblem: Seine Fans mussten sich entscheiden, bei wem sie einschalten. Zur Auswahl stand im SWR „Weihnachten mit Andy Borg“ und im MDR „Weihnachten bei uns“. Schade, dass die Schlager-Shows sich leider aufgrund der Programmplanungen gegenseitig die Zuschauer wegnehmen…

Das ominöse Wolfgang-Petry-„Comeback“

Seinen ersten TV-Auftritt seit 13 Jahren absolvierte der Schlager-Superstar WOLFGANG PETRY. Und da liegt vielleicht schon das Problem – „Wolle“ hatte nun mal mit SCHLAGERN seinen irren Erfolg und nicht mit irgendwelchen englischen Rocksongs. Das „Problem“ hat schon Roy Black gehabt, und auch Wolfgang Petry scheint Frust zu schieben, dass sein Alter Ego „Pete Wolf“ nicht wirklich eingeschlagen ist – das erste Album dieses Projekts ist kolossal gefloppt. Man darf gespannt sein, ob das an exponierter Stelle zelebrierte TV-„Comeback“ (genau SO hat Johannes B. Kerner es angekündigt) zum Erfolg führen wird. Auf Englisch singe Wolle – so Johannes B. Kerner, weil er „von jedem verstanden werden will“ – eine merkwürdige Logik…

Schlagerprofis – Influencer anderer Portale?

Nachdem wir auch in dieser Woche gefühlt dutzende von Artikeln später „woanders“ bei anderen Portalen gefunden zu haben glauben, haben wir zu einem kleinen Trick gegriffen. Am Freitag haben wir HIER exklusiv als erstes Portal über die Tracklist der neuen Amigos-CD berichtet. Dabei haben wir ein paar kleine Test-Änderungen vorgenommen. Drei Titel von der Tracklist haben wir im Vergleich zur „Original“-Tracklist verändert. Und siehe da – bei einem anderen Schlagerportal wurde das per Copy & Paste einfach so eingefügt. Unsere Themen kamen da in dieser Woche auch besonders gut an. Schön, wenn wir unserem in der Branche teilweise scherzahft gernannten Namen „DPA der Schlagerszene“ da wirklich gerecht werden konnten…