Carmen Nebel: Die Schlagerprofis.de-Kritik zu ihrer Jubiläumsshow 0

Wir haben uns die Show angesehen und uns gedacht – bringen wir einfach mal dir Kritik noch vor Bekanntgabe der Quote. Wir erwarten einen soliden Quotenwert – schauen wir mal. Immerhin: Wieder mal „zuerst bei Schlagerprofis.de“ hier unsere zeitnahe von Kevin Drewes geschriebene Kritik zu ihrer aktuellen Show:

Gestern fand im Velodrom in Berlin die Jubiläumsshow „Willkommen bei Carmen Nebel“ statt. Ganze 15 Jahre (na ja, genau genommen 15 Jahre und drei Monate) gibt es die sehr beliebte Show mit Carmen Nebel schon, die jetzt noch 5-mal folgt, ehe Ende 2020 Schluss sein wird. Große Emotionen und ein abwechslungsreiches Programm wurden in Berlin geboten. Wir schauten uns die Sendung an und berichten euch wie immer ausführlich.

Ein wenig schmunzeln mussten wir, als zu Beginn die Stars auf dem roten Teppich begrüßt wurden, weil das genau so seit Jahren bei Florian Silbereisens  aus dem Berliner Velodrom(!) ausgestrahlten „Schlager Champions“-Shows praktiziert wird – noch dazu sind es fast 1:1 die gleichen Interpreten, die auch Silbereisen bei sich einlädt. Erfolgreiche Konzepte werden nun einmal gerne übernommen….

Zum Auftakt gab es direkt ein Medley einiger Stars, die an diesem Abend dabei waren. Da wären Maite Kelly und Roland Kaiser mit „Warum hast du nicht nein gesagt“, DJ Ötzi mit „Ein Stern“, der erst vor wenigen Tagen als Bassflow Remix neu aufgelegt wurde, Peter Kraus mit „Sugar Baby“, sowie Andy Borgs „Adios Amor“ und abschließend Andrea Berg mit ihrem Megahit „Du hast mich tausend mal belogen“. Letztgenannte sang sogar live, was wir sehr stark fanden! Lautstarke Zugaberufe des Publikums folgten, doch Carmen Nebel rief zum Hinsetzen auf. Ein starker Auftakt zur Jubiläumsshow!

Als erste Künstlerin trat dann Maite Kelly, die sich zwischenzeitlich umgezogen hatte, auf. Sie performte ihren neuen Song „Heute Nacht für immer“, das Publikum ging laut klatschend mit. Nach ihrem Auftritt verriet sie, dass ihre „komplett ausverkaufte Tournee“ vermutlich verlängert werde. Dies stieß bei uns auf Verwunderung, waren doch z. B. in der Kölner Lanxess-Arena knapp 4000 Zuschauer dabei, was bei weitem nicht die Kapazität der Arena füllt. Carmen Nebel erwähnte, dass sich Maites Album „Die Liebe siegt sowieso“ schon 23 Wochen in den Charts hält, nach unserer Recherche sind es aber schon ganze 29 Wochen. Ein starker Wert für das Maite-Album ,das müssen wir zugeben. Gerne hätten wir von Maites Konzert in Köln berichtet, aber da gab es (ohne Witz!) angesichts von knapp 4.000 verkauften Tickets in der Lanxessarena „keine Kapazitäten“…

Als zweiter Act kam der „deutsche Elvis Presley“ Peter Kraus auf die Bühne und legte mit seinen 80 Jahren eine starke Performance hin. Sein Hit-Medley einiger Klassiker wie „Marina“, „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ oder auch „Rote Lippen soll man küssen“ kam beim Publikum glänzend an. Wir sind sehr beeindruckt von Peter Kraus’ Fitness mit 80 Jahren. Der Mann ist ein Entertainer der ganz alten Schule – ein großartiger Auftritt. Super-toll auch sein Humor, als er selber bekannte, dass er aktuell seine fünfte „Abschiedstour“ gebe – klasse!

So berichtete er, dass im Oktober und November 2019 seine große Tour folgt, bei der er innerhalb von sechs Wochen stolze 30 Konzerte gibt. Und Carmen Nebel hatte auch noch eine Überraschung für ihn: Sein Sohn Mike trat mit „Hey Isabel“ auf, woraufhin sich Peter Kraus natürlich nicht zweimal bitten ließ und spontan mit einstimmte. Ein erstes großes Highlight an dem noch jungen Abend! Mal schauen, ob dieser Titel, einer von Peters Lieblingsliedern, nachträglich vielleicht doch noch als Hit entwickelt.

Danach war die „Kelly Family“, an der Reihe, die scheinbar noch immer eine große Fanbase hat und die in Berlin extrem gut ankam. Begleitet von einem tollen Lichtermeer sangen sie „I can’t help myself“. Kurios war, dass Angelo eine Gitarre bei sich trug, diese beim Vollplayback aber gar nicht einsetzte, sondern lieber über das Handmikro „sang“.

Getreu dem Prinzip der legendären ZDF-Hitparade rief die Showmasterin danach zu einem Zuschauervoting per Telefon auf. Zur Wahl standen die Songs „Fell in love with an Alien“, „Nanana“ sowie „An Angel“. Den Siegersong werde die „Kelly Family“ dann später singen.

Ein starkes TV-Comeback feierte anschließend die sehr sympathische Beatrice Egli. Nach ihrer merhmonatigen Auszeit in Australien sang sie erstmals im Fernsehen ihren neuen Hit „Terra Australia“ live im Fernsehen.  Nach dem Auftritt gab es Standing Ovations. Beatrice war sichtlich gerührt und wurde von ihren Tränen überwältigt, musste um Worte ringen. Nach langer Zeit wieder zurück zu sein und dann so gefeiert zu werden, war für die vor der Show schon sehr aufgeregte Schweizerin wahrlich überwältigend. Wir freuen uns schon sehr auf ihr kommendes Album „Natürlich!“, das am 21.06.2019 erscheint. Nebenbei bemerkt – nach unserer Beobachtung hat Beatrice kräftig abgenommen – sie sah bei Carmen einfach nur toll aus!

Es folgte eine Auswahl von Auftritten einiger Kinder-Stars, die bei den vergangenen Shows aufgetreten waren und Cover-Songs, darunter von Wolfgang Petry oder auch Andreas Gabalier performten. Ricky, der einst sein Idol Lang Lang coverte, trat an diesem Abend erneut am Klavier auf – den Kinderschuhen inzwischen entwachsen.

Beim nächsten Act gab es noch einmal einen Kelly-Nachschlag in Form von Angelo Kelly und seiner Familie. Anschließend gab es von Maite Kelly die Goldene Schallplatte überreicht, und daraufhin sang die Kelly Family den mit großem Abstand von den Zuschauern daheim gewählten Song „An Angel“. Übrigens – schade, dass Joey Kelly nicht noch einmal den bei Florian Silbereisen geäußerten Satz wiederholt hat, dass Carmen Nebel doof sei… kleiner Scherz…

Zu einer weiteren TV-Premiere betrat danach die bodenständige Kerstin Ott die Bühne. Carmen Nebel bewies sehr wenig Feingefühl, als sie Kerstin mit Fragen über „Let’s Dance“ löcherte. Wie bekannt ist, war es keine leichte Zeit für die Künstlerin, und man merkte ihr an, dass es ihr sehr unangenehm war, darauf angesprochen zu werden. Dies bemerkte die Showmasterin leider ganz und gar nicht. Gut, dass dann zügig Kerstins erster Song „Regenbogenfarben“ folgte. Der Megahit kam auch in Berlin hervorragend an. Anschließend kam es zur TV-Premiere ihrer brandneuen Single (wir berichteten – siehe HIER) „Alles so wie immer“, der sehr gut angenommen wurde. Standing Ovations im Velodrom, das Publikum wollte mehr. Doch Carmen Nebel bremste erneut aus, bat um Ruhe und erneut um’s Hinsetzen. Warum, werden sich wohl Einige gefragt haben.

Schon nach wenigen Sekunden des nächsten Acts war ihr Aufruf schnell wieder nichtig. Roland Kaiser startete mit dem Song „Stark“, ein Paar tanzte gar vor der Bühne leidenschaftlich Discofox. Genau wie bei der Silbereisen-Show „Alle singen Kaiser“ folgte auch hier „Liebe kann uns retten“ als zweiter Song. Danach musste der „Kaiser“ sich anhören, wie Carmen Nebel ihn mit Fragen zu Textzeilen seines ersten Songs löcherte. Der Seitenhieb an Michael Wendler erstaunte uns, so sagte sie: „Leben ohne Plan“, das passe zu dem Wendler. Mit diesem grenzwertigen Sänger in einem Atemzug genannt zu werden, dürfte dem Kaiser sicherlich gar nicht geschmeckt haben…

Zur Auflockerung kam anschließend Johannes B. Kerner auf die Bühne, um ein kleines Quiz mit Beatrice Egli und Andy Borg zu veranstalten. Gegner  der Beiden waren die Ehrlich Brothers, die mit einer fulminanten Show dazu stießen. Der Spieleinsatz wurde als Erstes geklärt, spaßeshalber schlug Beatrice Egli vor: „Andy zieht sich nackt aus“. Es wurde sich dann aber doch auf ein gemeinsames Duett bei der nächsten Show geeinigt. Die Ehrlich Brothers hingegen würden im Falle einer Niederlage dann Süßigkeiten im Publikum bei ihrem nächsten Auftritt verteilen.

Der Sieg ging an Beatrice und Andy, jedoch werden beide Parteien bei der nächsten Show dabei sein und ihre Spieleinsätze einlösen. Dies kam hervorragend beim Publikum an!

Johannes B. Kerner blieb noch ein wenig, es wurden Szenen aus vergangenen Sendungen gezeigt, bei denen er Tanzauftritte hinlegte. Carmen Nebel schlug ihm vor, daraus doch mal eine Show zu machen. Dies nahm der Quizmaster mit Humor.

So richtig Party-Feeling kam beim nächsten Künstler auf. DJ Ötzi, der live zum Playback sein Hit-Medley sang (!) und sich dabei unter das Publikum mischte, sorgte für eine Wahnsinnsstimmung im Velodrom.

Im Anschluss wurde Carmen Nebel mit einem Auftritt der Ehrlich Brothers überrascht. Diese zeigten einen ihrer Zaubertricks mit einem Papier, den sie allerdings auch schon in der Adventsshow von Florian Silbereisen vollführten. (Silbereisen scheint schon ein Vorbild gewesen zu sein – viele der Auftritte sah man schon auch in seinen Shows, allerdings hat Nebel den Darbietungen vielfach ihren eigenen Stempel aufgedrückt).

Der von „The Times als „berühmteste Hutmacher der Welt“ gekürte Phillip Treacy stand daraufhin der Showmasterin Rede und Antwort, ehe die VIVID Grand Show, für die er die ausgefallenen Hüte designte, eine tolle und bunte Show hinlegte. Diese kamen direkt nach ihrem Auftritt im Berliner Friedrichssstadt-Palast zur Jubiläumsshow.

Als großes Finale des Abends folgte der Auftritt Andrea Bergs. Ähnlich wie zuvor Beatrice Egli war auch sie sehr gerührt über die Ehrung ihres neuen Albums „Mosaik“: Denn ihr guter Freund DJ Ötzi überreichte ihr die Goldene Schallplatte für Österreich sowie Johannes B. Kerner dieselbe für Deutschland. Ein weiterer Wahnsinnserfolg! Natürlich gab sie dann den titelgebenden Song „Mosaik“ zum Besten, der genau wie der anschließende Titel „Die geheimen Träumer“ live (!!!) von ihr performt wurde Ein sehr starker Auftritt und ein perfekter Abschluss des Abends! Dass Andrea alle ihre Songs live sang, hat uns sehr beeindruckt. Ein ganz dickes fettes Lob an Andrea Berg – davor ziehen wir den Hut!

Gesamt gesehen fanden wir die Jubiläumsshow klasse, es wurde viel Abwechslung geboten, die Auswahl der Stars, besonders Beatrice Egli, Kerstin Ott sowie Andrea Berg ist gelungen (auch wenn es dieselben sind, die bei den Feste-Show’s auftreten) und auch Peter Kraus war ein echtes Highlight. Schade nur, dass er nicht live sang! Eine starke Jubiläumssendung!

Kevin Drewes

 

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MICHELLE begeistert 1600 Fans beim Tourauftakt in Gera 0

Es war ein besonderer Moment für viele Michelle Fans. Nach über zwei Jahren tourt sie wieder live mit Band durch Deutschland.

Bei Michelle weiß man nie, was einen erwartet. Die Künstlerin erfindet sich immer wieder neu, was sicherlich ein Grund ist, weshalb sie seit Jahren zur ersten Liga des deutschen Schlagers gehört. Es ist Punkt 20 Uhr als drei riesige LED Wände zu leuchten beginnen. Ein Intro, das in der heutigen Zeit seinesgleichen sucht, Spannung und Neugier werden geweckt, für den Bruchteil einer Sekunde ist Michelle zu sehen.

Und plötzlich steht sie da – Michelle – im Rampenlicht. Sie eröffnet ihre Show mit einem Song des neuen Albums. „Lass sie reden„, was könnte passender sein. Ihre Band hat sie völlig neu zusammengestellt. Jung und dynamisch könnte man die vier Jungs bezeichnen. Begleitet wird sie von einem Schlagzeug, Gitarre, E-Bass und Keyboards. Anscheinend musste man etwas Platz machen, denn auch vier Tänzer sind diesmal an Bord. Und die wirbeln sowohl Michelle als auch die Bühne ganz schön durcheinander.

Eine absolute Seltenheit in Michelles Live-Karriere ist die aktuelle Setlist. Zum ersten Mal seit fast 20 Jahren spielt sie wieder ihren ersten Single-Hit „Und heut Nacht will ich tanzen“ und nicht nur das. Auch „Erste Sehnsucht“ und der „Traumtänzerball“ finden zurück ins Repertoire. Überhaupt ist der erste Teil wie eine Reise in die Vergangenheit. Zwar finden auch neue Hits wie „Große Liebe“ ins Programm, dennoch dominiert die Jean-Frankfurter-Zeit.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Show. Die Band ist im Hintergrund, und Michelle steht oftmals allein auf weiter Flur. Sicherlich ist das so gewollt, und viele Interpretationen erinnern an ihre „Feste“-Auftritte. Aber Uwe Kanthak und sein „Michow-Concerts“-Team scheinen alles richtig gemacht zu haben, denn die Stimmung ist bombastisch. Das Publikum steht aber ab dem dritten Song, und Michelle feiert sich, die Menschen und den Abend.

Bei „Dein Püppchen tanzt nicht mehr“ ist die Halle endgültig am Beben. Nach der Pause geht es direkt rasant weiter. Noch bevor der erste Ton ertönt, steht Gera erneut Kopf und Michelle kann in „80 Küssen“ um die Welt reisen, auch „Ich tanz dich einfach weg“ findet den Weg vom neuen Album auf die Bühne.

Im Anschluss folgt ein akustischer Teil, wo es unter anderem in „Das Hotel in St. Germain“ geht. Auch beim Einlauf ins große Finale beweist Michelle ein glückliches Händchen und haut ihre Hits wie am Fließband raus. „Wer Liebe lebt“ bildet unter standing ovations das Ende des offiziellen Teils. Während sie im Zugabeteil ihren „Idiot“ im Publikum sucht, kommt Matthias Reim zu „Nicht verdient“ via Leinwand auf die Bühne. Zum Abschluss geht es nach „Paris„. Da das Publikum vehement Zugaben fordert, kommt Michelle trotz des bereits erscheinenden Lichts in der Halle nochmal hinaus und singt die Gänsehaut Ballade „Es gibt Dich„.

Unser Fazit: Das Showkonzept ist völlig neu, und Michelle mutet Ihren Fans einiges zu, da der Wandel zur „Dancing Queen“ ohne Vorankündigung kam. Wer sich darauf einlässt, wird einen fantastischen Abend erleben. Dennoch sei angemerkt: Ein bisschen trauern wir der „alten“ Band rund um Christoph Papendieck nach.

Foto: Anelia Janeva

NORMAN LANGEN präsentiert „Cordula Grün“ im Discofox-Style 0

Der Discofox-Spezialist Norman Langen (bzw. genauer gesagt seine Plattenfirma TELAMO) hat eine gute Idee gehabt – der Song, den der Österreicher Josh. ursprünglich zum Hit gemacht hat (wir haben früher als mancher TV-Show-Spezialist HIER auf die Qualitäten des Songs hingewiesen), kann nun auch die Clubs und damit die Foxtänzer der Nation begeistern. Norman hat eine tanzbare Version dieses Riesenhits erstellt – sehr zur Freude der tanzwütigen Fans.

Der Titel ist bereits am vergangenen Freitag erschienen und somit bereits auf den einschlägigen Downloadportalen erhältlich.