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…einfach der Knaller!

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INA MÜLLER: Ihr neues Album „55“ in der Schlagerprofis-Rezension Kommentare deaktiviert für INA MÜLLER: Ihr neues Album „55“ in der Schlagerprofis-Rezension

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Ein bemerkenswertes Album hat INA MÜLLER mit „55“ hingelegt, das so richtig schön „aus dem Leben gegriffen“ ist und vielfach nach autobiografischen Inhalten klingt – zumindest bieten fast alle Titel wohl für fast alle Fans der Sängerin und Moderatorin Identifikationspotenzial.

„Irgendwie vermiss ich dich, obwohl du da bist“ – mit diesen Worten beschreibt INA MÜLLER eine langjährige Beziehung, aus der anscheinend „die Luft raus ist“. Trotz körperlicher Nähe ist offensichtlich im Laufe der Zeit eine emotionale Distanz geworden. Die Sportschau ist offensichtlich von höherer Priorität, wenn „Werder gegen Hannover führt“ – ein eher melancholischer Einstieg ins Album, obwohl es sich um eine Uptempo-Nummer handelt. Ein „Lied aus dem Leben“, das vermutlich aber keinen aktuellen autobiografischen Hintergrund hat.

In der von Piano und Streicher getragenen Ballade „Wohnung gucken“ geht es nicht etwa darum, einen neuen Lebensmittelpunkt zu finden, sondern viel mehr um INAs Sinn für (scherzhaft gesagt) Voyeurismus. Mit ihrem Partner will sie fremden Leuten eben – „in die Wohnung gucken“, um sich „die Geschichte dahinter“ auszumalen. Der gemeinsame Spaziergang macht ihr offensichtlich Freude, denn: „Es ist schön, dass du weißt, wann ich frier’“ – dieses Gefühl der Vertrautheit ist es, die laut INA offensichtlich Heimat ausmacht.

Mit „Laufen“ wird es dann unbeschwerter – mit einem fröhlichen Pfeifen wird der Einstieg ins Lied begleitet, auch wenn INA augenzwinkernd über das Älterwerden philosophiert. Wenn bei „Frau Müller“ um vier Uhr die „Rollläden raufgehen“, liegt das daran: „Früher haben wir durchgemacht, heute machen wir Pilates“. Früher stand INA laut ihrer Aussage „kurz vor einem Marathonlauf“– nun kurz davor, sich einen Treppenlift zu kaufen. Offensichtlich kommt sie angesichts der „55“ noch nicht zu sehr in Depressionen angesichts der eher fröhlichen Melodie.

Wie es ist, wenn man „fast“ ein Paar ist – aber eben nur „fast“, beschreibt INA MÜLLER mit dem Wortspiel „Fast hält länger als fest“. Mit diesem Lied beschreibt INA MÜLLER nach unserer Wahrnehmung die zunehmende Unfähigkeit, sich zu binden. Diese mangelnde Bindungsfähigkeit hat zwar Vorteile („fast perfekt“), aber birgt auch schlimme Gefahren („Ich wär fast verreckt“). Erneut zeigt sich der TV-Star von einer ungewohnt nachdenklich-melancholischen Seite.

Mal ging es mir schlecht und manchmal nicht so gut“ – erneut scheinen wir uns auf einen nicht wirklich erfreulichen Text gefasst zu machen. Sie habe sogar „Bermudas“ und „Modern Talking“ miterlebt. Eine Konstante im Leben der „Müllerin“ ist laut Textaussage „Rauchen“ – und anders als andere gibt es ein Ode an das „Rauchen“ – bezogen auf die Herren der Schöpfung sagt INA z. B.: „Erst gaben sie mir Feuer und dann ihre Nummer“ – die Möglichkeit, soziale Kontakte anzubahnen, kommt in diesem Song gut zum Ausdruck – klasse, endlich mal ein Lied für Raucher ohne erhobenen Zeigefinger, teils schön dreistimmig gesungen und mit Bluesharpsolo – ein Lied, das auch geeignet ist, um es am Lagerfeuer zu singen.

Eine Vorabauskopplung zum Album „55“ ist „Ich halt die Luft an“ (, bis ich nicht mehr kann). In dem Lied geht es um die momentane Ausnahmesituation, in dem die Menschen sich nun fast schon ein Jahr lang befinden. Sehr viel Lebensfreude und Freiheit werden immer mehr beschränkt – stattdessen leben viele Menschen in Angst und Ungewissheit und würden einfach am liebsten wie INA MÜLLER eben „die Luft anhalten“, bis alles vorbei ist.

Klein und süß und jede Pose sitzt“ – INA MÜLLER beobachtet die aktuelle Lebensgefährtin ihres Ex‘ und kommt zum Schluss: „Es ist manchmal so banal“ und wundert sich, was der so „cool“ findet: Sie „sieht alles, was ich niemals für dich war“. Erneut erzählt uns INA MÜLLER ein melancholisch-nachdenkliches Lied, das dennoch Identifikationspotenzial bietet – es kommt sicher oft vor, dass man sich Gedanken darüber macht, woran eine Beziehung gescheitert ist bzw. um es mit INA zu sagen: „So hätt‘ ich also sein sollen“.

Ähnlich wie „I Need A Dollar“ startet musikalisch der „Eichhörnchentag“, in dem sich sicher auch sehr viele Menschen wiederfinden: Es geht um Dinge, die man im Alltag verliert und „in der Wohnung wie blöd auf und ab rennt“, um Gegenstände zu finden, die man doch gerade noch in der Hand hatte – wer kennt das nicht!? („…und ich hab vergessen, wo ich alles verbuddelt hab‘“) – Ein lustiger und beschwingter Titel: „Die kleinen grauen Zellen kommen nicht aus dem Quark“.

Das wertvollste, was uns Menschen wohl gegeben ist, ist die Zeit. Nachdenklich sinniert INA MÜLLER in „Die Zeit läuft dir davon“ darüber, wie schnell schöne Momente vergehen: „Sie klaut dir dein Leben und du stehst daneben“ – ein Thema, das auch schon der große UDO JÜRGENS zu Liedern gemacht hat („Wer hat meine Zeit gefunden?“, „Heute beginnt der Rest deines Lebens“). Passend zur Album-Trilogie „Weiblich, ledig, 40“, „48“ und nun „55“ passt das Thema auf das Album.

Ein seltenes Songthema greift INA MÜLLER mit „Wie Heroin“ auf. Nein, hier geht es nicht um Drogenkonsum – oder etwa doch? Von der Konsistenz her wäre „Wie Kokain“ vielleicht noch treffender gewesen – es geht nämlich um Zucker. Und wenn INA hungrig (oder gar „unterzuckert“?) ist, liegen die Nerven blank. Das geht so weit, dass sie das „Laptop durch’s Fenster warf“ und dummerweise „damit deinen Wagen traf“ – Schuld daran war der Verzicht auf Zucker. Da wird dem geliebten Partner dann schon mal an den Kopf geworfen, dass er ein „Verlierertyp“ sei und er „zu dick“ sei, aber nach der Nahrungsaufnahme kommt sie zur Erkenntnis: „an dir ist nicht alles schlecht!“. – Vermutlich ein Song mit ähnlichem Identifikationspotenzial wie „Rauchen“. Da verzeiht man es dann auch, dass die Melodie des Songs stark an einen BLÄCK-FÖÖSS-Klassiker erinnert.

Auf den ersten Blick überraschend, macht INA MÜLLER auf ihrem „55“ betitelten Album ausgerechnet „Das erste halbe Mal“ zum Thema. Erneut schildert sie Dinge, wie sie wohl sehr viele ihrer Fans erlebt haben, wenn „seine Mutter mich damals nicht gemacht hat“ und dann ständig anklopft, um sich nach dem Wohlbefinden zu erkundigen. Auch der „Hosenknopf von meiner neuen Jeans“ ließ die damalige Liebschaft verzweifeln. Die Popgruppe TEENS wird stolz sein, es noch 2020 in einen Song zu schaffen, denn: „Im Radiorecorder lief „Gimme Gimme Gimme von den TEENS“ (- wobei es vielleicht auch dem geschuldet ist, dass sich „TEENS“ so schön auf „Jeans“ reimt). Dann kommt die Aufklärung, warum das Lied eben doch zu „55“ passt, weil der damalige Freund „beim LIDL an der Kasse“ gesichtet wurde – und sich nur „minimal“ dort bewegt habe – eben „wie bei unserem ersten halben Mal“ – ein augenzwinkernder Abschluss eines erneut amüsanten Songs, auch wenn der körperliche Kontakt wohl eher schmerzhaft war.

Mit einer Ode an ihre Heimatstadt Hamburg beschließt INA MÜLLER ihr Album – vom Piano begleitet, erschafft sie so etwas wie die moderne Version von „Guten Abend, gute Nacht“ präsentiert: „Morgen früh, wenn der liebe Gott will…, wird die ganze Stadt wieder wach“. Ein emotionales Liebeslied an eine wirklich tolle Stadt.

Unter dem Strich darf man INA MÜLLER ein sehr gelungenes Album attestieren, das ähnlich stark ist wie ihr erstes Album mit einer Lebensalter-Zahl („Weiblich – ledig – 40“) –und das ist ein Kompliment. Neben ihrem Lebensgefährten JOHANNES OERDING und BENNI DERNHOFF ist mit dem Textdichter FRANK RAMOND quasi ein „Mann der ersten Stunde“ dabei, der nach wie vor Texte auf hohem Niveau dichtet. Die Lieder sind so richtig schön aus dem Leben gegriffen und hochwertig produziert – wir drücken demzufolge feste die Daumen, dass INA MÜLLER einmal mehr die Top-5 der offiziellen Albumcharts stürmt…

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Das Album gibt es in drei Varianten:

– als „normale“ CD
– als „Limited Edition“ mit einer Bonus-CD, auf denen Ausschnitte aus INAs Nacht zu finden sind und ein Bonussong namens „Fünf Minuten“, der uns zur Rezension nicht vorlag sowie
– die „Limited Edition“ mit „Colored Vinyl“ (Vorsicht: Das Album soll mit der Geschwindigkeit „45“ abgespielt werden.

BLÄCK FÖÖSS: „5Ö“ in der Schlagerprofis-Rezension – Anwärter „Album des Jahres“! Kommentare deaktiviert für BLÄCK FÖÖSS: „5Ö“ in der Schlagerprofis-Rezension – Anwärter „Album des Jahres“!

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Statt großer Konzerte nun Jubiläums-CD mit namhaften Stars

50 Jahre BLÄCK FÖÖSS – das sollte eigentlich mit großen Konzerten gefeiert werden, doch Feierlichkeiten sind aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht möglich. Dafür beschenkt die Kölner Kultband ihre Fans mit einem ganz besonderen Album namens „5Ö“: illustre Stars von HEINO bis WOLFGANG NIEDECKEN singen gemeinsam mit den BLÄCK FÖÖSS ihre Lieder.

Jubiläumssong „50 Johr“

Doch los geht’s mit einem neuen Titel der Band: in „50 Johr“ ziehen die Jungs Bilanz und bauen in den Liedtext Erinnerungen an Hits wie „Bickendorfer Büdchen“ ein. Richtig toll ist, dass die BLÄCK FÖÖSS ihre vielen Songinhalte in ein neues Gewand packen: „Die Lieder singen noch die Pänz von dä Pänz von dä Pänz“. Ein neuer Song, der zum 100-jährigen Jubiläum der Gruppe gerne noch mal neu präsentiert werden darf. Mit dem Lied beweisen die Kölner Urgesteine, dass schöne Schlagerlieder auch mal mehr als drei Akkorde haben dürfen. Auch zeitkritische Überlegungen sind erlaubt: „Em Bickendorfer Büdche es jetzt ene Hermes-Shop“ – times are changing.

WOLFGANG NIEDECKEN und die FÖÖSS – das passt

Drink doch eine met“ ist sicher einer der größten Erfolge der BLÄCK FÖÖSS, mit dem sie in ihrem Gründungsjahr den Durchbruch schafften. BAP-Frontmann WOLFGANG NIEDECKEN macht daraus einen berührenden Akustiksong. Die BLÄCK FÖÖSS nehmen sich hier stark zurück und begleiten nur den Refrain. Stark beginnt das Lied mit einer tollen Bluesharp-Einlage. Die Aussage des Liedes ist damals wie heute einfach toll – einsame Menschen zu integrieren. Das gefiel auch RUDI CARRELL. Der sang das Lied „auf Deutsch“: Trink doch einen mit“. Es ist nicht der einzige Song des Albums, den der Top-Entertainer von den BLÄCK FÖÖSS coverte. So gesehen war CARRELL der „DJ ÖTZI der 70er“. PS: Wenn ein WOLFGANG NIEDECKEN im Booklet schreibt „Dank der Mutter aller kölschen Bands“ ist das ein wohl unglaublicher Ritterschalg für die BLÄCK FÖÖSS.

CAROLIN KEBEKUS schmeckt „Dat Wasser von Kölle“

Hinter der Karnevalsband BEERBITCHES steckt u.a. Kölner Comedystar CAROLIN KEBEKUS. Aus „Dat Wasser vun Kölle“ wird eine Mischung aus Rap und souligen Parts. Witzig sind auch die Gedanken, die sich Kebekus gegen Ende des Liedes im reinsten Kölsch zu Fischen macht… – Die BEERBITCHES nennen diesen Song „Soundtrack unserer Jugend“ – ein weiterer Adelsschlag. Und in EINEM Song Elemente von Rap und Gospel zu vereinen – das gibt es wohl nur bei der Kölner Kultband.

BLÄCK FÖÖSS spielten auf HEINOs Hochzeit

Volkssänger HEINO ist der Band schon lange verbunden – schließlich haben die BLÄCK FÖÖSS 1979 bei HEINOs Hochzeit mit HANNELORE gespielt, wie sie im Booklet verraten. Ehrensache, dass sich Heino nun revanchiert und „Moni hat geweint“ interpretiert und damit einmal mehr eine gehörige Portion Humor beweist. Der Song entstand in den 1990er Jahren – damals suchte „Moni“ Rat bei der inzwischen verstorbenen Sexexpertin ERIKA BERGER. HEINO lässt Moni nun bei BERGERs „Nachfolgerin“ „Paula Lamberrrrrrrrrrrt“ anrufen. Allein für diese witzige und stimmgewaltige Interpretation lohnt sich das Album allemal!

HAPE KERKELING hat Respekt vor der kölschen Mundart

Der erste, der wirklich im Duett mit den Fööss singt („Buchping vun Heimwih„), ist Kultkomiker HAPE KERKELING. Wie er im Booklet schreibt, hatte der geborene Recklinghausener Respekt vor der kölschen Mundart. Für ihn geht laut seiner Aussage „ein Kindheitstraum in Erfüllung“ – verständlich. – HAPE überlässt den kölschen Part der Band und singt seinen Teil auf Hochdeutsch. Sein kölscher Gesang im Refrain hat starke Ähnlichkeit mit seiner Bühnenfigur Gisela. Der Titel ist übrigens eine Coverversion eines niederländischen Songs von GUUS MEEUWIS. Akkordeonklänge und Walzer – das passt einfach…

Auch „HORST SCHLÄMMER“ wirkt mit

Den Klassiker „Katrin“ aus dem Jahre 1985 covern die Kölner gleich selbst. Unterstützt werden sie dabei von HORST SCHLÄMMER aka HAPE KERKELING. Richtig romantisch singen die Kölner den Song. Und wenn HORST SCHLÄMMER augenzwinkernd die Namen von BLÄCK FÖÖS-Mitgliedern aufsagt – herrlich. Eine wunderbare Symbiose aus romantischem Lied und Humor – begleitet von starkem BigBand-Sound. Ein tolles Gitarrenfoto darf nicht fehlen. Auch kleine Harmoniewechsel wissen zu gefallen.

WOLFGANG PETRY mit Lied über Trümmerfrauen

Usjebomb“ singt Schlagerlegende WOLFGANG PETRY – und das im tiefsten Kölsch – im Duett mit den BLÄCK FÖÖSS. Darin geht es um den Wiederaufbau Nachkriegsdeutschlands und konkret um die damaligen Trümmerfrauen. (MARY ROOS war also nicht die Erste, die das zum Schlagerthema gemacht hat). Den Titel hat PETRY mit geschrieben – schon im Original anno 1984 auf dem Album „Mir Klääve am Lääve“. Auch dieser Titel ist als Duett entstanden – mit echten Instrumenten und erneut einem schönen Gitarrensolo.

CAROLIN KEBEKUS A-Capella

Für „Pütze Hein“ kommt erneut CAROLIN KEBEKUS‘ Band „BeerBitches“ zum Einsatz. In dieser A-Capella-Version (Arrangement: PIT HUPPERTEN) verblüffen die Musiker mit Beatbox-Einlagen. Der 1977 entstandene Titel aus dem Album „Bei uns doheim“ kommt in dieser Version frisch daher. Vor allem der mehrstimmige Gesang ist einfach „bombe“ und beweist, dass auch weibliche Stimmen zu BLÄCK-FÖÖSS-Songs passen.

ANNENMAYKANTEREIT: Große Ehre für die BLÄCK FÖÖSS (und umgekehrt)

Eines der berührenden Lieder auf diesem Jubiläumsalbum ist „Ich han ’nen Deckel“ aus dem 1978 erschienenen Album „Mir han ’nen Deckel“ in der Interpretation von ANNENMAYKANTEREIT. Schon die nur vom Klavier begleitete erste Strophe und die warme, tiefe Stimme des Sängers ziehen den Hörer sofort in seinen Bann. Die Band macht den Titel zu ihrem eigenen Titel – er klingt wie ein typischer Song des populären Trios. Wir finden toll, dass es hier keine Berührungsängste seitens ANNENMAYKANTEREIT gab. Die persönliche Note, die dann die BLÄCK FÖÖSS mit ihren mehrstimmigen Begleitchören bieten, ist toll. Gegen Songende singen die Kölner dann auch noch mal selber mit. Ein Statement im Booklet ist einer von vielen Ritterschlägen für die FÖÖSS: „Vielen, vielen Dank, dass wir Teil vom 50-Jahre-Album sein dürfen“. Puh – das aus dem Munde einer der angesagtesten aktuellen Bands – Chapeau!

Erster „Selbstcoversong“

Mit „En d’r Weetschaft op d’r Eck“ aus dem 1977 erschienenen Album „Links eröm rächts eräm“ liefern die Jubilare ihren ersten „Selbstcoversong“. Eine schöne Rocknummer im STATUS-QUO-Style zum Mitklatschen, vielleicht das rockige Äquivalent zu Peter Alexanders „Die kleine Kneipe“. Auch hier darf der Tonartwechsel und ein schönes Gitarrensolo nicht fehlen.

„Noch n KERKELING“

Ehre, wem Ehre gebührt – HAPE KERKELING ist ebenfalls mit zwei Songs vertreten. Im Duett mit den BLÄCK FÖÖSS singt er die kölsche Samba „Wenn de Sonn schön schingk“. Der selige RUDI CARRELL hat diesen Titel „auf Deutsch“ aufgenommen („Wenn die Sonne scheint“). Dies 1975 entstandene Frühwerk der Kölner, erneut von einer tollen Band offensichtlich mit Naturinstrumenten begleitet, ist zweifellos ein echter Klassiker der BLÄCK FÖÖSS. Und HAPE KERKELING tanzte schließlich schon „Samba in Mettmann“ – kein Wunder, dass er zum „Samba-Beauftragten“ erwählt wurde. Auch wissen tolle mehrstimmige Einlagen zu begeistern – eine echte Spezialität der FÖÖSS.

BRUNO MÜLLER mit Gitarrenimprovisationen

Bruno Müller ist ein Kölner Jazzgitarrist. Er begleitet die Band bei „En minger Bud„, ein eher unbekanntes Lied aus dem Album „Links eröm rächts eräm“. Die FÖÖSS beweisen mit dem Titel, dass sie auch lässig-jazzige BossaNova-Klänge mit spannenden Gitarrenimprovisationen beherrschen.

„Ming eetste Fründin“ – ein Klassiker

Ein echter Klassiker der BLÄCK FÖÖS ist definitiv „Ming eetste Fründin“ – sehr schön als wunderbare Rumba arrangiert (laut Duden ohne „h“ geschrieben – auch wenn’s schwer fällt). Der Klassiker stammt ebenfalls aus den Siebzigern, aus dem Album „Bei uns doheim“. Der Charakter des Liedes wurde beibehalten, aber modern arrangiert – erneut mit schönen Blechbläser-Klängen.

BIGGI WANNINGER mit Jazz-Elementen

Die Präsidentin der Kölner Stunksitzung, Schauspielerin und Sängerin BIGGI WANNINGER, beweist mit ihrer jazzigen Version von „Alles für die Liebe“, wie sexy kölsch sein kann. Ein bisschen Blues muss sein! Der Song ist noch etwas jünger, er stammt im Original aus dem Jahr 2012.

HOWARD CARPENDALE op Kölsch

Ihn hätte man wohl nicht auf dem Album einer Kölner Kultband erwartet: HOWARD CARPENDALE. Er verblüfft in seinem witzigen Cover von „Bye bye my Love“ mit seinen Kölschkenntnissen – kein Wunder, lebte er doch lange in der Rheinmetropole. HOWARD mal mit Kölschem Akzent – klasse! Ein absolutes Highlight des Albums! Schön, dass der wirklich ansprechende Charakter des tollen Originals aus dem Lied beibehalten wurde. Richtig geil sind Songzitate aus HOWARDs Klassiker „Hello Again“. Richtig bärenstark!

Der deutsche SINATRA TOM GAEBEL mit Lied über Frankreich

Sehr gelungen ist TOM GAEBELs Auftritt auf „50 Jahre Bläck Fööss“. Der deutsche Frank Sinatra wird unterstützt von seiner großartigen Bigband und macht „Frankreich, Frankreich“ zu einer genialen Swingnummer im Stile der alten Meister. Auch BILL HALEYs „See You Later Alligator“ lässt musikalisch grüßen. Diesmal wurde das Original recht deutlich geändert. Ein geiles Pianosolo lässt Freunde des gehobenen Schlagers mit der Zunge schnalzen, danach folgt das obligatorische Gitarrensolo. Einmal mehr: Großartig! Sehr schön auch der gezupfte Kontrabass, der TOM GAEBELs Gesang schmeichelt.

WDR Funkhausorchester mit Gänsehaut-Ballade

Ein weiteres großartiges Highlight folgt. Gefühlt ist „Unsere Stammbaum“ auch ein Uralt-Klassiker der BLÄCK FÖÖSS – aber nein, der Song stammt aus dem Jahr 2000. Ähnlich wie der gerade genannte HOWARD CARPENDALE haben die BLÄCK FÖÖSS drei ihrer Lieder mit großem Orchester, passenderweise mit dem WDR Funkhausorchester, eingespielt. Die Aufnahme vermittelt einfach nur Gänsehaut. Das Lied passt perfekt für die ganz große Inszenierung und ist eine weitere ganz tolle Facette des Albums.

Recht neues Lied weiß zu begeistern

Ein noch gar nicht so alter Song der BLÄCK FÖÖSS ist „Schön dat mer noch zosamme sin„, der unserer Kenntnis nach erstmals 2017 aufgeführt wurde – mit dem damals neuen Sänger MIRKO. Ein wunderschönes Lied mit einem Rückblick auf gemeinsam Erlebtes mit dem Optimismus, noch immer gemeinsam nach vorne zu schauen. Tiefsinnig – genau so wie wir die BLÄCK FÖÖSS kennen und lieben. Mit dem Funkhausorchester gewinnt das Lied noch mal an Pathos – erneut ein Gänsehaut-Song.

Würdiger Abschluss mit Lokalkolorit

Die B-Seite(!) des 1973 erschienenen Riesen FÖÖSS-Hits „Mer lasse dr Dom in Kölle“ war „En unserem Veedel„. FÖÖSS-typisch lassen DE BLÄCK FÖÖSS ihr Album mit diesem totalen Klassiker ausklingen. Wenn das Lied anfängt, denkt man vielleicht, jetzt käme der Song „My Way“ – aber weit gefehlt. Mit diesem Titel lassen die BLÄCK FÖÖSS Kölschen Lokalkolorit aufleben. Heimatverbunden gibt sich die Gruppe schon 1973 – der Titel ist aber noch immer aktueller denn je. „Hier hält man zusammen“ – die Aussage ist noch immer aktuell. Ein wunderschöner Ausklang des Albums.

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Fazit: Anwärter „Album des Jahres“

Zum 50-jährigen Jubiläum haben die BLÄCK FÖÖSS ein derart starkes Album hingelegt, dass es sicher mindestens zu den besten Alben des Jahres gehört.Derart abwechslungsreiche Songs (von Rapelementen bis hin zur Klassik), gut produziert, perfekt mit Satzgesang dargeboten mit Stars unterschiedlichster Genres – das verdient Aufmerksamkeit. Der vierte Platz in den ALbumcharts ist absolut berechtigt – auch ein erster Platz wäre verdient gewesen. Auch das Booklet ist liebevoll und aufwendig gestaltet – Note 1 plus für ein rundum gelungenes Album!

Foto: Leonie Handrick