Carmen Nebel – Einschaltquote bietet Stoff für Diskussionen Kommentare deaktiviert für Carmen Nebel – Einschaltquote bietet Stoff für Diskussionen

Archiv-Artikel

Etwas enttäuscht war die Fangemeinde von Carmen Nebels Einschaltquote. Es gibt aber auch Fans, die meinen, dass nicht nur die Quote, sondern auch die Qualität der Show entscheidend sei.

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ZDF-Fernsehgarten: 90er-Show ohne klassischen Schlager Kommentare deaktiviert für ZDF-Fernsehgarten: 90er-Show ohne klassischen Schlager

ZDF-Fernsehgarten

Verzicht auf Schlager im ZDF-Fernsehgarten

Während STEFAN MROSS sich bei „Immer wieder sonntags“ hochprozentig dem Schlager widmet, verzichtet ANDREA KIEWEL im „ZDF-Fernsehgarten“ am kommenden Sonntag (5. Juli 2020) ab 11.50 Uhr so ziemlich ganz auf Schlager. Okay – das Motto „Back tot he 90s“ lädt auch nicht unbedingt dazu ein – in den 1990ern hing der Schlager schon etwas durch, allerdings gab es auch sehr starke Ausnahmen wie MATTHIAS REIM, MICHELLE und WOLFGANG PETRY. Auch Namen wie ROSANNA ROCCI oder OLAF HENNING hätten hier durchaus gepasst.  Zumindest BLÜMCHEN (JASMIN WAGNER) hätte als einer DER Stars der 90er sicherlich die Gästeliste stark aufgewertet.

Stars der 90er beherrschen das Feld

Stattdessen wurden viele Acts mit One-Hit-Wonder-Qualitäten (okay, einige hatten vielleicht auch 2-3 Hits) eingeladen – übrigens scheint auch das ZDF nun doch wieder dazu überzugehen, mehr als (wie in Coronazeiten mal geplant) 5-6 Gäste zu holen:

  • BELL, BOOK & CANDLE
  • FOOLS GARDEN
  • OLI.P
  • NATASCHA WRIGHT (Ex-LA BOUCHE)
  • ALEX CHRISTENSEN & THE BERLIN ORCHESTRA
  • FUN FACTORY
  • LAYZEE aka MR. PRESIDENT
  • RICHIE (SUPA RICHIE)
  • X-PERIENCE
  • 90TWO DEGREES
  • MARUSHA u. a.

Von Reaktivierung und Reduizierung

Interessant ist, dass MATZE KNOP mal wieder seinen „Alter Ego“ RICHIE reaktiviert. Und NATASCHA WRIGHT war mehrfach mit UDO JÜRGENS auf Tour und sang mit ihm Duett-Songs wie „Ich will – ich kann, I can  I will“ – im Fernsehgarten wird die Frankfurter Sängerin wohl leider auf das qualitativ deutlich weniger anspruchsvolle Projekt „LA BOUCHE“ reduziert.

„Alles, was hip und cool war“

Im offiziellen Pressetext heißt es: „Back to the 90s. Der „Fernsehgarten“ schwelgt in Erinnerungen und feiert alles, was in diesem Jahrzehnt hip und cool war, die Musikcharts beherrschte und für Schlagzeilen sorgte.“ – Schade, dass MATTHIAS REIM demzufolge weder hip noch cool war noch die Musikcharts beherrschte…

Titelgrafik: Schlagerprofis.de

ANDY BORG: TV-Kritik für die Show mit dem Quoten-Jahresbestwert 4

Andy Borg Schlager Spaß

Schlager-Spaß mit Andy Borg: Beste Quote des Jahres

ANDY BORGs Show im 3. Programm des SWR setzt sich immer mehr durch. Ganz offensichtlich genießt das Publikum es, mal NICHT die ewig gleichen „Stars“ zu sehen, sondern ein abwechslungsreiches Programm mit tollen nicht so oft präsentierten Stars zu sehen, die zwischendurch auch mal live singen können. Mit 1,58 Millionen Zuschauern und 6,1 Prozent Marktanteil ist ANDY inzwischen auf Augenhöhe mit FLORIAN SILBEREISEN, was die Shows im Dritten Programm angeht. 12,1 Prozent Marktanteil im Sendegebiet des SWR sind auch kein Pappenstiel. Dass es beim jungen Zielpublikum deutlich schlechter läuft – geschenkt, die Show hat nun mal ein anderes Zielpublikum, das es offensichtlich auch mehr als gut bedient.

Kritik von THOMAS KAISER

Unser Kolumnist und Kritiker THOMAS KAISER hat uns dankenswerterweise eine Kritik zur Show angefertigt, die wir euch hier gerne präsentieren:

Überzeugender „Schlager-Spaß“ – Konkurrenz zu Silbereisens Feste-Shows

Gestern präsentierte Andy Borg eine weitere Ausgabe vom „Schlager-Spaß“. Diese Sendung bot im Bereich des Schlagers sehr viel. Bei Florian Silbereisen sucht man das oft vergeblich. Abwechslung pur boten nicht nur die Gäste, sondern auch die dargebotenen Lieder und Songs.

Kaum Popschlager

Schlager-Spaß

Es gab so gut wie keinen Popschlager in der Sendung, abgesehen von Giovanni Zarella und dem neuen Song „Barfuß auf Balkonien“ von Anita & Alexandra Hofmann. Dieser Song passte nicht in die Reihe der anderen Titel. Der Titel bietet wieder nur den üblichen Popschlager, zu hören im Beat, der sich viel zu stark im Vordergrund Schlager-Spaß Anita & Alexandra Hofmannbefindet und nach kurzer Zeit auf den Ohren schmerzt. Weitere Auftritte hatten die Anita & Alexandra mit dem Lied „Sempre, Sempre“ und einem 70er-Jahre Medley mit Andy Borg. Das wusste zu überzeugen.

Oberkrainerklänge bieten Entspannung für die Ohren

 

Den Beginn der Show machte die volkstümliche Truppe Geininger, die mit Klängen im Oberkrainer-Stil aufwartete. Man hatte den Eindruck, dass die Gruppe aus Schlager-SpaßNordrhein-Westfalen mit etwas weniger Power und Schwung spielte als Slavko Avsernik oder sein Sohn Saso Avsernik. Trotzdem bot der Auftritt Entspannung für die Ohren, da es hier keinerlei stampfenden Rhythmus gab. Ein weiterer Titel im Verlauf vom Schlager-Spaß war der „Polkaschwung“.

Gunther Emmerlich: Duett mit Andy Borg

Schlager-Spaß mit Andy Borg

Herauszuheben ist auch der Auftritt von Gunter Emmerlich, der das Lied „Wenn ich einmal reich wär'“ aus dem Musical Anatevka sang. Andy Borg liess es sich nicht nehmen ein gemeinsamen Duett mit Gunter Emmerlich zu singen. Zu hören waren sie mit dem „Rennsteiglied“. „Mama Domenica“ und ein Lied-Medley waren weitere Präsentationen von Andy Borg.

Schlager-Spaß mit Andy Borg

Auftrumpfen konnte Marc Marshall mit dem Song „Silvie“ von Harry Belafonte. Mit „La Paloma“ gab es einen Videoclip auf dem guten alten Röhrenfernseher, eine Erinnerung an Freddy Quinn.

Wohnzimmerkonzert mit Gunther Emmerlich

 

Ein besonderes Highlight des Abends war das Wohnzimmerkonzert. Gunter Emmerlich schnappte sich die Gitarre und sang „When the saints go marching in“. Mara Schlager-SpaßKayser folgte gemeinsam mit Anita und Alexandra Hofmann und „Santa Maria“ von Roland Kaiser – perfekt LIVE dreistimmig gesungen. Marc Marshall überraschte mit dem neapolitanisch volkstümlich geprägten Lied „Funiculi, Funicula“ aus dem Jahr 1880. Der Textdichter von Funiculi, Funicula ist der Italiener Peppino Turco, komponiert von Luigi Denza. Alle Interpreten überzeugten mit Live-Gesang und bewiesen, dass man in Musiksendungen so performen kann.

Andy Borg erinnert an die „Schwäbsche Eisebahn“

Schlager-Spaß mit Andy Borg

Stimmung brachte auch die schwäbische Mundart-Gruppe Gäumoggl mit „I be so hoiß wie a Auspuffrohr“ und gemeinsam mit Andy Borg „Auf der schwäbische Eisebahne“ mit dem bekannten Trulla-Trulla-Trullala.

Schlager-Spaß mit Andy Borg

Die seit inzwischen 35 Jahren bestehende Gruppe Wind hatte den Song „Tanzen“ im Angebot. Richtig gute Stimmung gab es dann beim Medley mit „Lass die Sonne in Dein Herz, Pina Colada“ und „Für alle“.

Schlagerklassiker bringen Spaß

Einen Telefonwunsch erfüllte Andy Borg an der Juke-Box mit Marina, Marina gesungen von Giovanni Zarella.  Mara Kayser mit „Ein Bett im Kornfeld“ und „Kreuzberger Nächte sind lang“ der Gebrüder Blattschuss, gesungen von Gunter Emmerlich, folgten. Erstaunlich wie vielseitig Gunter Emmerlich ist, es gibt nur noch wenige Künstler die diese Bandbreite haben.

Eine nicht genutzte Chance…

 

Giovanni Zarella hatte Auftritte mit „Dammi“ und „La Valle del Eden“. Bei der Albumproduktion wurde für das gesamte Schlagergenre eine große Chance vertan. Diese Songs schreien förmlich nach einer Live Umsetzung mit Bigband im Studio und in Musiksendungen. Stattdessen legen uns die Produzenten ein Klangteppich aus Schlager-SpaßKeyboard- und Computerklängen vor, deren Abmischung sehr zu wünschen übrig lässt. Mit diesem Album hätte man den Bigband-Schlager wieder aufleben lassen können. Eine Chance, die nicht genutzt wurde. Sehr bedauerlich!

Comeback der Montagsmaler

Aufgelockert wurde das ganze mit den „Montagsmalern“. Marc Marshall zeigte uns seine Zeichenkünste. Am Ende gab es beim Raten der Schlagertitel einen von Andy Borg ausgerufenen Gleichstand. Beí einem kleinen Quiz mit Giovanni Zarella zeigte uns Andy Borg sein Verständnis für italienische Worte.

Schlagerklassiker runden die Show ab

Überzeugen konnte Mara Kayser auch mit „Du kannst mir meine Flügel stutzen“ und einem Udo Jürgens-Medley. Abgerundet wurde der Schlager-Spaß am Ende mit „Quando, Quando“ (Marc Marshall), „Das bisschen Haushalt, sagt mein Mann“ (Mara Kayser) und „Resi, i hol die mit meim Traktor ab“ (Andy Borg).

Die Stimmung war über die gesamte Sendung einfach richtig gut. Andy Borg hatte daran wieder großen Anteil, da er mit Wiener Charme und Witz auftrumpfte. Schön, wie er sich selbst immer wieder auf den Arm nimmt.

Vorbild Musikantenstadl

An den SWR wäre die Frage zu richten, ob man diese Sendung nicht in eine Live-Sendung umwandeln sollte? Der Musikantenstadl ist als Vorbild zu sehen. Die Weinstube im Europapark in Rust ist ein idealer Veranstaltungsort für das jetzige Format. Ich glaube aber das der Schlager-Spaß somit unter seinen Möglichkeiten bleibt, das Potenzial zu größerem ist gegeben.

Thomas Kaiser

Fotos: SWR/Kimmig/Kerstin Joensson