Dieter Bohlen: Neuaufnahme „Brother Louie“ – ist das sein Ernst? 1

Bohlen

Eigentlich kennt man Dieter Bohlen als ausgebufften cleveren Produzenten, dessen Stärke die perfekte Selbstdarstellung ist. Die Vermarktung seines neuen Albums passt da unseres Erachtens irgendwie so gar nicht zu.

Der Reihe nach: HIER berichteten wir erstmals im April über ein überraschendes neues Album des Poptitanen, das anlässlich seiner bevorstehenden Tour veröffentlicht werden sollte. Auf dem Album ethalten sollten angeblich Duette mit Sarah und Pietro Lombardo enthalten sein, wie wir HIER berichtet haben. Irgendwas muss hinter den Kulissen aber nicht gepasst haben. Es war schon (zumindest für uns) erstaunlich, dass Dieters neues Album beim Label Fortunator erscheinen würde – wir hätten eher mit Sony Music gerechnet. Wie HIER nachzulesen ist, wurde die Veröffentlichung des Albums abgesagt mit dem Motto „Familly First!“. Wie „rührend“: Dieter sagte ein fertiges Album aus „familiären Gründen“ ab. Wie wir bereits mehrfach gesagt haben: Die ominöse „kreative Phase“ Vanessa Mais ist an dämlichen Ausreden einfach nicht zu toppen, aber die „familiären Gründe“ haben auch ein heftiges „Gschmäckle“.

Man hätte diese familiären Gründe vielleicht noch geglaubt, wenn nicht – wie selbstverständlich – nun DOCH ein neues Album kommen würde, das – oh Wunder – bei einer anderen Plattenfirma veröffentlicht wird, und zwar OHNE Pietro und Sarah. Sony Music Catalog veröffentlicht. Wir nahmen erst an, dass es sich wieder um ein „Best Of“-Album handeln würde – aber nein – Dieter veröffentlicht tatsächlich von ihm eingesungene Versionen seiner Hits.

AutoTune im Madonna Style

Die erste Single aus dem Album ist nun da: Der gute alte „Brother Louie“ wurde noch einmal aufgewärmt – Gesang: Dieter Bohlen. Wie das klingt, kann der geneigte Hörer sich hier anhören – Bohlen nutzt AutoTune in bester Madonna-Manier – vom feinsten. Er „singt“ genau wie damals schon zu Zeiten BLUE SYSTEMs. Möglichst keine definierbaren Töne erzeugen, damit die „Qualität“ nicht auffällt! Im Chorus dann wieder die Chöre nach vorn (damals Birger Corleis und Konsorten), „das wird dann schon“. Das Ergebnis hört sich dann so an:

 

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Wir sind gespannt, was künftige von Dieter Bohlen zu beurteilende Kandidaten über dessen Kritik sagen. Wer selber hohe Maßstäbe anlegt und so etwas allen Ernstes veröffentlicht, wird vielleicht bei künftigen Kritiken mit seiner eigenen Leistung konfrontiert werden. Ob es vor diesem Hintergrund schlau war, dieses Album nun doch noch zu veröffentlichen – sofern nicht doch wieder igendwelche „familiären Gründe“ oder dergleichen dagegen sprechen (zum Beispiel könnte ja möglich sein, dass der Dackel Durchfall hat) – wird sich zeigen… Wir sind gespannt…

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1 Kommentar

  1. Dieter Bohlen hat uns jetzt ungefragt eine Neuauflage von „Brother Louie“ vorgesetzt.
    Die Verse singt (ok, ich habe heute wirklich meinen wohlwollenden Tag 🙂 ) er selbst – ungefähr im gleichen Stil, in dem er damals als ‚Blue Systems‘ in die Playbacks gesprochen hat.

    Hier mal ein Zitat von Dieter bei DSDS zu einem damaligen Kandidaten: „Da ist die Frage: Wo hört der Gesang auf und wo fängt die Straftat an?“

    Ich beende meinen Kommentar einfach mal an dieser Stelle 😉

UDO LINDENBERG: Neuer Song von Schlagerautoren – stellt er „Wieder genauso“ beim #FreeESC vor? 1

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UDO LINDENBERG: Kurz vor dem 75. Geburtstag bemerkenswerter Song

Kurz vor seinem 75. Geburtstag veröffentlicht UDO LINDENBERG mit „Wieder genauso“ einen bemerkenswerten brandneuen Song, in dem er in den Dialog mit dem Tod tritt. Ähnlich wie Vornamenskollege UDO JÜRGENS kommt er zu dem Schluss, dass er es „wieder genauso“ machen würde (JÜRGENS: „Ich würd es wieder tun“). Ein echter Gänsehaut-Song, tiefsinnig und bärenstark. Aber: Hoch spannend sind die Songautoren.

1975 kämpfte UDO gegen den „schlechten deutschen Schlager“

In der BRAVO 33/1975 sorgte UDO LINDENBERG mit einem kleinen Foto für Aufregung. Abgebildet wurde seine Faust. Auf die Frage, was das zu bedeuten habe, antwortete der Panikrocker: „Faust: Kampf gegen den schlechten deutschen Schlager“. Das kam nicht bei allen gut an. Ein Fan (OTTO A. aus der Schweiz) schrieb z. B. in BRAVO 46/1975:

„Dieser Typ regt sich ja nur deshalb über den deutschen Schlager auf, weil er unfähig ist, das zu erleben, was in diesen Schlagern besungen wird, nämlich Herz und Gefühl“. In der BRAVO 51/1975 wurde mitgeteilt, dass der Brief die Gemüter erregt habe.

1976 schießt UDO LINDENBERG noch schärfer gegen den deutschen Schlager

Den Höhepunkt erreichte die Diskussion in BRAVO 24/1976. Damals vertrat er folgende Thesen:

  • Die deutschen Schlagersänger sind wie Prostituierte.
  • DIETER THOMAS HECK verkauft Scheiße.
  • Schlagermacher sind Berufslügner und Volksverdummer.
  • Die ZDF-Hitparade ist für Leute mit amputiertem Gehirn.

Immerhin stellte sich UDO LINDENBERG (übrigens anders als damals DIETER THOMAS HECK) und diskutierte mit Stars wie JULIANE WERDING, CHRIS ROBERTS, REX GILDO, PETER PETREL und BENNY über den aktuellen Zustand des deutschen Schlagers, an dem er kein gutes Haar ließ, wobei er schon damals Ausnahmen nannte – wie eben UDO JÜRGENS mit seinem „Ein ehrenwertes Haus“.

Songautoren des neuen Liedes mit Schlagererfahrung

Der neue Song von „LINDI“ wurde u. a. von JOE WALTER komponiert. Der ist Keyboarder der sehr bekannten Band JENNIFER ROSTOCK, die – Achtung – erstmals beim Bundesvision Song Contest überregional bekannt wurde. Das passt zum Thema UDO LINDENBERG. JOE WALTER ist aber auch sehr erfolgreich als Autor von Schlagern und arbeitete mit folgenden Schlagerstars u. a. zusammen:

  • BEATRICE EGLI („Wo sind all die Romeos?“)
  • HELENE FISCHER („See You Again“)
  • HOWARD CARPENDALE („Hier“)
  • MICHELLE („Wenn ich was gelernt hab“)
  • VANESSA MAI („Beste Version“)

Der zweite Autor ist PHILIPP KLEMZ – ebenfalls kein Unbekannter der Schlagerszene, so arbeitete er zusammen mit

  • BEN ZUCKER („Na und?!“)
  • MARIE REIM („Rosarote Brille“, neue Single von MARIE)
  • MICHELLE („Alle träumen“)
  • ROSS ANTONY(„Goodbye Papa“)

Diese beiden Schlager-Schaffer haben den neuesten Song des Panikrockers UDO LINDENBERG geschrieben – ein Ritterschlag nicht nur für die beiden Autoren, sondern auch ein Kompliment für das Image des deutschen Schlagers, finden zumindest wir. Vor 40 Jahren hätte UDO LINDENBERG wohl kaum mit Songautoren des Schlagersegments zusammengearbeitet.

Der heiße Tipp: Ist UDO beim #FREE ESC dabei?

Spannend ist, dass JOE WALTER auch den aktuellen Song der PRINZEN („Dürfen darf man alles„) mit geschrieben hat. DIE PRINZEN sind lt. der BILD-Zeitung auch beim #FREEESC von STEFAN RAAB mit dabei. Warum sollte da nicht auch UDO LINDENBERG sich bei der imposanten TV-Show die Ehre geben? Wir halten das für möglich. Mit JOE WALTER und den PRINZEN, mit denen UDO einst den Song „Körper“ zusammen sang, sind ja bekannte Gesichter am Start.

Produktinformatoin der Plattenfirma

Udo Lindenberg, eine Ikone und absolute Größe der deutschen Musiklandschaft: Jedes Album seit 2008 erreichte Platz 1 der deutschen Charts. MTV Unplugged 1 verkaufte bis heute über 1 Mio. Tonträger
unzählige Gold- und Platinauszeichnungen

Udopium umfasst 50 Jahre Musikgeschichte 1971-2021 plus 4 neue Songs
Die erste Singleauskopplung „Mittendrin“ erreichte bisher die Top 60 der deutschen Airplaycharts
„Wieder genauso“ ist die zweite Singleauskopplung und eine komplette Neuschaffung
Wieder genauso ist eine sehr melancholische Ballade in der der Künstler in ein Gespräch mit dem Tod geht
Lyricvideo erscheint zum Release am 7.5. um Mitternacht

Quelle: Warner Music International

 

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KATJA KRASAVICE: Tiefer Fall von 1 auf 92 – „krankes“ Chartsystem? 0

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Singlecharts immer „merkwürdiger“

Als in den vorletzten Single-Charts KATJA KRASAVICE die Nummer 1 der Singlecharts holte, war klar, woran das lag: Sie hat erfolgreich auf ihren sozialen Kanälen die Werbetrommel für ihre Single geschlagen, die im Bundle mit dem T-Shirt erhältlich ist. So war es möglich, NATHAN EVANS‘ „Wellerman“ für eine Woche von der Spitze zu holen. Mit dem Unterschied, dass „Wellerman“ ein echter Hit ist, während „Best Friend“ offensichtlich nur darauf angelegt war, für eine Woche Nummer 1 zu werden.

In dieser Woche ist „Wellerman“ wieder auf Platz 1, „Best Friend“ hingegen auf Platz 92

Song interessiert offensichtlich nicht

Ursprünglich war in Deutschland der Song von „SAWEETIE“ auf dem Markt und schaffte es auch in die Single-Trend-Charts. Erst mit dem „feat. KATJA KRASAVICE“ und deren Marketing mit dem T-Shirt, das in ihrem Shop zu haben war, wurde „Best Friend“ zum Hit. Aber eben nach unserer Meinung nicht wegen des Songs, der sonst mehr als eine Woche erfolgreich gewesen wäre, sondern wegen des T-Shirts – auch wenn nach unserer Kenntnis nur 4 EUR umsatzrelevant sind – es hat trotzdem gereicht.

Ähnlich hat es KATJA KRASAVICE ja schon einmal mit einer Sexpuppe gemacht – das dazugehörige Album knacke ebenfalls die Spitze der Charts, in dem Fall der deutschen Albumcharts (Schlagerprofis.de berichtete). 

Gibt es einen „Fehler im System“?

Man muss nun sagen – wie will man heutzutage noch faire Charts erstellen? Früher reichte es aus, die Stückzahl der verkauften Einheiten (Singles, Maxi-CDs etc.) zu zählen – heutzutage ist insbesondere das Streaming von Bedeutung. Und das liefert ja große Manipulationsmöglichkeiten.

Welcher über 30-jähriger kann heute die Top-10 der Single-Charts mitsingen oder kennt die Songs? Früher waren die Top-10 oftmals einer großen Bevölkerungsschicht präsent, was heute zumindest nach unserer Wahrnehmung nicht mehr wirklich der Fall ist. Vielleicht ist es aber auch ein Generationenproblem, dass man aus dem Alter heraus ist, schon mal was von „Liege wieder flach“, „Friday“ oder „Blessed“ gehört zu haben.

Vielleicht auch eine Idee für den Schlager?

Da es ist wie es ist, wundert man sich, warum nicht GIOVANNI ZARRELLA die italienische Version von „Wie schön du bist“ nicht mit Pizzateller verkauft oder VANESSA MAI ihren „Mai Tai“-Song mit Cocktailglas. Dann könnte man für eine Woche vielleicht Platz 2 hinter dem T-Shirt holen. Was das alles noch mit Beliebtheit von Musik und Songs zu tun hat, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Immer entscheidender scheint hier nicht der „Peak“ zu sein, sondern der Chartrun, also wie lange ein Song sich in den Charts hält…

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