KALUSH ORCHESTRA: Wir gratulieren der Ukraine schon mal zum ESC Sieg 2022 Kommentare deaktiviert fĂĽr KALUSH ORCHESTRA: Wir gratulieren der Ukraine schon mal zum ESC Sieg 2022

Bild von Schlagerprofis.de

KALUSH ORCHESTRA: Erstmals in der ESC-Geschichte steht der Sieger schon vorher fest

Okay, der Grand Prix war nie unpolitisch. Songs wie „Hallelujah“ (1979) oder „Ein bisschen Frieden“ (1982) hatten durchaus auch zeitgeschichtlichen Bezug. Wenn hier und da zu lesen ist, dass es „immer schon so war“, dass der Sieger vorher feststeht und die musikalische Qualität eines Songs „schon immer“ vollkommen uninteressant war, stimmt das nicht. Bis vor ca. 30 Jahren war durchaus auch die Qualität eines Songs fĂĽr einen Sieg wichtig – deshalb sind die „alten“ Lieder auch immer noch populär, während sich an die Sieger der letzten 30 Jahre kaum noch jemand erinnert.

Vor 60 Jahren: „Zwei kleine Italiener“

Genau 60 Jahre ist es her, dass CONNY FROBOESS Deutschland mit dem von CHRISTIAN BRUHN komponierten Titel „Zwei kleine Italiener“ vertreten hat. Bis heute ist das ein Schlager, den die Spatzen von den Dächern pfeifen und den viele Menschen kennen. Spannend wäre ein Experiment: Durch die StraĂźen gehen und die Menschen fragen, ob sie den Song „Rockstar“ ansingen können – oder eher „Zwei kleine Italiener“ – wir können uns gut vorstellen, dass hier der „Oldie“ weit vorne liegen wĂĽrde. Sicher auch CONNY war damals so was wie „Tochter von…“ – aber es war eben auch der Song wichtig und ein gewisses musikalisches Fundament, das in heutiger Zeit anscheinend niemanden mehr interessiert. 

Gratulation an die Ukraine

NatĂĽrlich sind auch wir solidarisch mit der Ukraine. NatĂĽrlich gönnen wir der Nation den Sieg von Herzen. Schade ist nur, dass es inzwischen vollkommen egal ist, welcher Song ins Rennen geschickt wird und in diesem Jahr NUR noch die Politik interessiert. Die Blöße, der Ukraine eben NICHT „12 Points“ zu geben, wird sich wohl kaum jemand geben, was wir auch sogar verstehen können – nur ist es halt schade, dass ein Musikwettbewerb vollkommen losgekoppelt von der Musik ist. Man darf gespannt sein, ob in Analogie bei der FuĂźball-WM alle Mannschaften von vorneherein ihre Punkte an die Ukraine geben – aus erforderlicher Solidarität. 

Mal wieder wird Deutschland im hinteren Drittel landen – vermutlich sogar ähnlich schlecht „wie immer“, seit der NDR beschlossen hat, auch bei x-facher Total-Blamage jegliche Beratungen auszuschlagen und lieber den „Sohn von…“ ins Rennen zu schicken als eine international bekannte Band. Auch da könnte man angesichts der letzten Jahre sagen: „wie immer“ – das stimmt aber nicht. Es gab Zeiten, als man tolle Beiträge ins Rennen schicken konnte, die bis heute Evergreens sind. Die unterirdisch gruseligen Beiträge der letzten Jahre sind doch – von vielleicht einer Ausnahme abgesehen – alle schon jetzt vergessen. 

Wer dafĂĽr am wenigsten kann, ist das KALUSH ORCHESTRA, den wir jetzt schon mal – bevor das Event beginnt – zum Sieg gratulieren, weil sie es geschafft haben, schon vor Beginn des Wettbewerbs als Sieger festzustehen – davon gehen zumindest wir aus. – Sollten wir daneben liegen, leisten wir Abbitte…

 

Folge uns:
Voriger ArtikelNächster Artikel

IKKE HĂśFTGOLD: „Darf dieser Mann fĂĽr Deutschland singen?“ – Exakt 25 Jahre nach GUILDO tritt er an! 2

Bild von Schlagerprofis.de

IKKE HÜFTGOLD hat es tatsächlich als TikTok-Sieger zum ESC-Vorentscheid geschafft

Nachdem der NDR auch in diesem Jahr wieder sehr merkwĂĽrdige Kriterien angelegt hat, wer Deutschland beim ESC vertreten darf (oberste Maxime: Kein Schlager, ebenfalls von größter Wichtigkeit: Kein deutscher Text – und Transparenz, warum der eine Titel es geschafft hat und der andere nicht ist auch wie immer unerwĂĽnscht), haben wir ĂĽberlegt, diese zur Witzveranstaltung verkommene Veranstaltung gar nicht mehr zum Thema zu machen.

Welcher Song Deutschland in diesem Jahr wieder bis auf die Knochen blamiert, erschien uns egal, wobei der eine oder andere Titel nicht ganz so schlimm ist wie das, was wir von den Vorjahren kennen (mit LORD OF THE LOST wäre zumindest ein erneuter letzter Platz wohl nicht zu erwarten). 

Nach wie vor nebulöse Kriterien für die Auswahl

WARUM z. B. eine SENTA oder ein THOMAS GODOJ keine BerĂĽcksichtigung fanden – schwer zu sagen. Transparent wird das ja nicht kommuniziert. Und warum es eine TikTok-Vorauswahl gab, bei der man sich als Fan nur dann beteiligen konnte, wenn man sich dort angemeldet hatte, um ältere Voter vom Verfahren auszuschlieĂźen, ist fĂĽr einen öffentlich-rechtlichen Sender auch eine merkwĂĽrdige Vorgehensweise. Dass die Quittung dafĂĽr nun der Sieg von IKKE HĂśFTGOLD ist, ist natĂĽrlich endlich mal ein positiver Aspekt, der wieder Lust auf den ESC macht. 

Vor 25 Jahren: „Darf dieser Mann fĂĽr Deutschland singen?“

Schlager wird ansonsten ja ohnehin ausgeklammert, obwohl noch immer die allermeisten ganz groĂźen ESC-Hits aus dem Schlagersektor stammen. Vor 25 Jahren war die Situation ähnlich. Damals hat sich GUILDO HORN dem Wettbewerb gestellt. Und damals gab es noch NDR-Entscheidungsträger, die sich nicht NUR am eigenen Geschmack orientiert hatten. Die BILD fragte damals – auf den Tag genau(!) am Tag der Nominierung von IKKE – exakt am 4. Februar 1998 titelte die BILD: 

Bild von Schlagerprofis.de

Das Wort „Krieg“ ist natĂĽrlich aus aktuellem Anlass völlig unpassend, das Thema an sich aber interessant. Mit IKKE HĂśFTGOLD stellt sich ein ähnlich polarisierender Interpret, dessen Song mitnichten ein „Ballermann-Song“ ist. Augenzwinkernd, selbstironisch und fĂĽr IKKEs Verhältnisse fast tiefsinnig – dem NDR wäre zu wĂĽnschen, wenn IKKE nun eine ähnliche Lawine wie im Vorjahr ESKIMO CALLBOY lostreten könnte, als auch der Frust ĂĽber selbstgerechte Alleinentscheider, die diesen unglaublich erfolgversprechenden Titel einfach mal so aussortiert hatten.

Schon im November hatten wir die Hoffnung, dass IKKE es schafft. Immerhin: Die erste Hürde ist genommen. 

Wir finden: Der Zweck heiligt die Mittel – wir drĂĽcken die Daumen, dass IKKE HĂśFTGOLD mit seinem geschickten Medienumgang vielleicht sogar mehr erreicht als einen TikTok-Sieg. Aktuell gratulieren wir sehr herzlich dazu, dass nach Jahren mal wieder ein Schlager zur Wahl steht, was NUR mittels eines Publikumsvotings möglich wurde und NICHT von einer weitsichtigen Jury möglich gemacht worden ist…

 

Folge uns:

CHRISTIN STARK: Quote „Schlager des Monats“ in etwa auf „BRINK“-Niveau 11

Bild von Schlagerprofis.de

CHRISTIN STARK: Quote im „grĂĽnen Bereich“

Wenn BERNHARD BRINK zu den Schlagern des Monats lud, hat er nach unserer Erinnerung oft 2-stellige Marktanteile geholt und 300.000 Zuschauer geholt. Bei „ihrer“ ersten Ausgabe konnte CHRISTIN STARK diese Werte spielend ebenfalls erreichen. 330.000 Zuschauer im MDR-Sendegebiet und 10,7 Prozent Marktanteil (ebenfalls bezogen auf das MDR-Sendegebiet) sind ordentliche Werte. 

Ob die Umstellung von Albumcharts auf Radiocharts geschickt war und dann der Hinweis (mit Ansprache an das Publikum) auf „IHRE“ Charts, obwohl wohl die wenigsten Zuschauer Radioredakteure sind. Andrerseits lässt sich nicht abstreiten, dass durch die Umstellung des Wertungsverfahrens mehr Abwechslung drin ist und auch Namen dabei sind, die sonst nicht in den einschlägigen Schlagersendungen dabei sind. 

Hinweis: Hinsichtlich der Quotenbeurteilung können wir nur auf das MDR-Sendegebiet abheben, weil die bundesweiten Quoten nach unserer Kenntnis nicht offiziell nicht abrufbar sind. 

Quelle: MDR / Gfk, AGF
Foto: Daniela Jäntsch

 

 

Folge uns: