TIM PETERS: Das große Schlagerprofis.de-Interview mit dem Sänger und Produzenten von Stars wie MICHELLE und MATTHIAS REIM 0

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TIM PETERS: Trotz seines jugendlichen Alters schon seit vielen Jahren im Geschäft

Bekanntlich erscheint heute das von vielen Fans heiĂź ersehnte neue Album von MICHELLE: „30 Jahre – das war’s… noch nicht!“. Produziert wurde das Album von TIM PETERS, der es mit der Zahl „30“ wohl hat 🙂 („Auf die nächsten 30 Jahre„). Nachdem wir kĂĽrzlich schon ein interessantes Gespräch mit MICHELLE fĂĽhren durften, veröffentlichen wir nun ein Interview mit dem Produzenten des sehr gelungenen Albums, TIM PETERS, der natĂĽrlich von seinen Produktionen und Kooperationen erzählt, aber auch Einblicke in seinen Werdegang und seine Ziele als Interpret gewährt: 

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Schon 1998 hattest du mit „Nie mehr mit Laura“ beim Grand Prix des Schlagers deinen ersten TV-Auftritt. Gibt es daran noch konkrete Erinnerungen?

Ich war auch als Kind schon eine Rampensau. Schon damals war mein Traum, auf der Bühne zu stehen und einen Song aufzunehmen. Das war eigentlich gar nicht geplant, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich hatte meinen Onkel damals genervt, mir ein Instrumental zu bauen. Mit meinem Papa habe ich darauf einen „Kids-Rap“-Text geschrieben. Den Titel mit der pikanten Zeile „Ich schlaf nie mehr mit Laura“ haben wir dann tatsächlich aufgenommen.

Damals hat mein Onkel den Titel aus Jux zum Wettbewerb eingeschickt und wir haben uns gefreut, dass er genommen wurde. Ein Jahr lang war ich damals dann auch medial unterwegs. Ich habe eine EP mit drei Titeln veröffentlicht, und das war es dann aber auch. Danach haben meine Eltern zum Glück darauf bestanden, dass ich erst einmal die Schule vernünftig zu Ende bringe, obwohl mir das seinerzeit wirklich Spaß gemacht hatte. Danach habe ich öffentlich lange Jahre nichts mehr gemacht.

FĂĽr dich war klar: Nach der Schule geht es musikalisch weiter?

Ja, das war der Deal: Erst mal Schule zu Ende machen – und dann durfte ich auch machen, was ich will. Als Kind hätte ich weitermachen können, aber eine Kinderkarriere hört ja irgendwann mal auf. Insofern bin ich froh, dass ich in der Situation bin, nicht als Kinderstar groß geworden zu sein – auch wenn ich damals einen Riesen-Spaß daran hatte.

Du warst 2014 mit der Band „Dunkelblau“ beim Supertalent dabei. War das für dich ein Schritt, professionell noch einmal anzugreifen?

Zu dem Zeitpunkt habe ich ja noch studiert. Ich wollte damals etwas Eigenes mit Musik machen – damals ging es mir nicht darum, fĂĽr andere zu schreiben – ich wollte selbst auf die BĂĽhne. Das war so eine experimentelle Zeit von mir. „Dunkelblau“ war gefĂĽhlt die vierte Band, die ich hatte. Das war damals eine dĂĽstere Musik, die ich gemacht habe – so etwas wie „Emo-Pop“, aber mit deutschen Texten. Mit dem deutschen Schlager hatte das damals nicht viel zu tun. Wir haben aber auf YouTube einige Songs veröffentlicht, die recht gut liefen. Bei einem Video hatten wir ĂĽber 100.000 Klicks, mit einem anderen nur 20.000. – Es war aber etwas zu unkommerziell, als das sich damals eine Plattenfirma dafĂĽr interessiert hat.

Wir haben dann im Frankfurter Raum einige Auftritte absolviert. Aus Spaß sind wir damals zum Supertalent Casting gegangen, nach einem Gig in Frankfurt. Es war eine total spontane Idee. Wir haben sogar alle drei „Sterne“ bekommen – also die haben uns gut gefunden. Letztlich fühlten wir uns dann aber doch nicht so wohl und haben es sein lassen und sind nicht in der Finalshow aufgetreten. Das Supertalent ist schon eine schnelllebige Sendung. Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg gewesen wäre für uns, weil da ja auch eher Akrobaten und so gesucht werden. Auch wenn es eine schöne Sendung war. Ich verbuche die Zeit unter dem Thema „Experimentieren“.

Kommt man ins Zweifeln, wenn da auch mal was schiefgeht?

Absolut. Wenn du den Anspruch hast, irgendwann die Miete mit der Musik bezahlen zu wollen, dann kommt man ins Grübeln. Mir standen durchaus Türen offen, die einfacher zu betreten gewesen wären. Ich habe einen „Bachelor Of Science“ in Medienmanagement gemacht, war ein Jahr im Auslandssemester und hätte durchaus noch ein Master Studium machen können. Aber die Leidenschaft zur Musik war damals schon immer größer, also habe ich nicht weiter studiert und irgendwann alles auf eine Karte gesetzt und das ist gerade in den Anfängen, wenn der Erfolg auf sich warten lässt, hin und wieder frustrierend.

Du gehörst aber zu den Leuten, die eine fundierte Ausbildung haben…

Ja, es gehört auch eine Portion Glück dazu. Was ich heute etwas bereue, ist, dass ich mit ca. 20 Jahren darauf gewartet habe, „entdeckt zu werden“. Aus heutiger Sicht würde ich jungen Künstlern raten, das genau NICHT zu machen. Das ist einfach der falsche Weg. Schon damals konnte man ja auf YouTube Präsenz zeigen.

Wenn ich heute Kollegen wie meinen Kumpel DANIEL SOMMER sehe – dem habe ich genau den Rat gegeben, erst mal selbst etwas anzubieten. Dann klopft man ohnehin an – genauso ist es auch passiert.

Deinen Weg hast du dir ja Stück für Stück selber erarbeitet…

Ja, und das tue ich immer noch. Gerade bezüglich meiner Solo-Karriere bin ich ja dabei, immer weitere kleinere und größere Steps zu gehen. Das von heute auf morgen zu realisieren, ist schwierig – erst recht, wenn man seinen eigenen Kopf hat ;-)…

Du arbeitest ja mit MARIE REIM zusammen. Sie ist eine Künstlerin, die vielleicht einen leichteren Branchen-Einstieg hatte aufgrund ihrer Familie – das ist ja für Medien oft interessant. Ist das für dich kritisch zu sehen, weil du diese Verbindungen nicht hattest – oder wie ist das zu sehen?

Ich kenne MARIE ja gut, wir sind eng befreundet. Ich sehe es nicht so, dass sie sich in ein gemachtes Nest legt – im Gegenteil. Sie ist sehr kreativ und gibt sehr viel für ihr Projekt. Sie hat viele Ideen. Die Videos, das sind ihre eigenen Konzepte. Bei den Songs – drei habe ich ja auch für sie mitschreiben und produzieren dürfen – schreibt sie mit und sagt genau, wie sie es haben will. Das bewundere ich. Sie arbeitet akribisch und hart daran. Sie ist niemand, der sich auf ihrem Namen ausruht.

Aber der Einstieg ist doch mit dem Namen ein leichterer– oder? Es gibt ja weitere Beispiele wie ihr Stiefbruder JULIAN REIM. Es gibt ja weitere Beispiele wie SARAH ZUCKER, die gute TV-Präsenz bekommen, wofür andere kämpfen müssen?

Okay, das hat alles Vorteile und Nachteile, das gleicht sich durchaus aus. Der Einstieg ist mit einem bekannten Namen durchaus leichter, aber für eine langanhaltende Karriere dann auch wieder schwieriger, weil ich glaube, dass die Erwartungshaltung bei Menschen mit berühmten Namen größer ist. Deswegen finde ich gerade bei MARIE bewundernswert, wie hart und selbstkritisch sie arbeitet. Das bekommen viele nicht mit. Das ist glaube ich ein guter Weg, den sie einschlägt. Neidisch bin ich da gar nicht drauf – im Gegenteil, ich gönne ihr den Erfolg. Ich habe auf meinem Weg ja auch schon viel erreichen können.

MICHELLE, MATTHIAS REIM, HELENE FISCHER – das ist die Championsleague des Schlagers – als Produzent hast du es bis ganz nach oben geschafft. Das scheint nicht zu enden – du hast das ganze Album von MICHELLE produziert. Wie ist die Zusammenarbeit mit diesen Künstlern – ihr habt ja sogar Sachen gepostet vom Hotel, die ein Maximum an Leichtigkeit suggerieren?

Ich denke, die Stars mögen genau das, wenn man miteinander eine gute Zeit hat. In der Tat durfte ich mit großen Namen arbeiten. Mein Anspruch ist, dass ich nicht auf den Namen achte, sondern dass der Künstler sich mit meiner Produktion wohlfühlt und sich einerseits in der Produktion wiederfindet, sich aber auch weiterentwickelt. Die Fans sollen dennoch „ihren“ Künstler in der Produktion erkennen. Es ist immer ein Spiel zwischen altbewährten Sounds und neuen Einflüssen.

Nun bin ich ja jemand, der eher mit dem Laptop als mit einem großen Mischpult arbeitet. Das gibt die Möglichkeiten, auch mal im Hotelzimmer zu produzieren. Im Ergebnis ist das heute vom Sound kein großer Unterschied im Vergleich zur Aufnahme in einer Kapsel mit Fenster. Die Vokalaufnahmen von „Heut Nacht will ich tanzen“ sind zum Beispiel im Hotelzimmer entstanden. „Wer Liebe lebt“ und „Paris“ sind im Studio entstanden.

Das hatte auch praktische Gründe. Michelle musste ja damals für die Sendung „Let’s Dance“ tanzen. Einen Tag in der Woche brauchte sie eine Pause und den Tag haben wir dann für Vokalaufnahmen im Hotel genutzt. Wir hatten immer eine gute Zeit. Ich mag das so lieber, als wenn es „streng“ zugeht. Auch mit MATTHIAS REIM oder DJ ÖTZI haben wir neben unserer Arbeit immer eine gute Zeit, was glaube ich für die Produktionen auch dienlich ist.

Mit „Nicht verdient“ hast du Single-Gold holen können. Wird der Award noch übergeben? Wir hatten ja darüber berichtet – aber das müsste ja noch groß aufgezogen werden?

Ich gehe davon aus, dass es noch ĂĽbergeben wird, ja.

Wie kam der Kontakt zu UWE KANTHAK, dem Manager von HELENE FISCHER, der fĂĽr dich das Management-Mandat hat, zustande?

Der Kontakt kam über MAX KAMINSKI, dem ehemaligen Manager von ROY BLACK zustande. Der ist ein Freund der Familie und kennt ja meinen Vater – und so hat sich der Kontakt ergeben. MAX ist ein cooler und lustiger Typ. Er war der Erste, der an mich geglaubt hat. Der hat den Kontakt zu UWE KANTHAK vermittelt.

Inzwischen bin ich seit einigen Jahren bei UWE als KĂĽnstler und Songwriter verbandelt.

Was hat es mit dem „Team Düsseldorf“ auf sich?

Das war eine Schnapsidee. Ich habe mit ein paar Freunden – PAUL FALK, DANIEL SOMMER und noch jemand, der nicht in der Branche ist –eine Whats-App-Gruppe namens „Team DĂĽsseldorf“ gegrĂĽndet, weil wir alle nah beieinander wohnen. Immer, wenn einige von uns ein Projekt haben, selbst wenn nicht alle zusammenarbeiten, sagt man in der Branche, das sei von „Team DĂĽsseldorf“. Dass das inzwischen so etwas wie eine Marke geworden ist, finde ich ganz schön. Genau genommen gehört meine gute Freundin Revelle, Marie Reim oder Kollege Alexander Scholz und mein Onkel Werner Peters, mit denen ich unter anderem „Nicht verdient“ geschrieben habe, auch zu unserem „Team DĂĽsseldorf“.

Was sind deine Pläne in eigener Sache – als Sänger? Was ist dein Plan?

Eigentlich wollte ich 2020 schon mein erstes Album veröffentlichen. Mit „Girl aus dem Pott“ hatte ich einen tollen Lauf. Dann kam leider, wie bei so vielen anderen Künstlern auch, das Corona-Thema dazwischen und die ganze Musikbranche stand gefühlt still. Keine Auftrtitte, keine Fernsehsendungen, nichts ging mehr weiter. Also habe ich eine Pause gemacht.

Jetzt geht es aber wieder los. Ich brauche einfach die Energie – ich möchte die Leute von meiner Musik begeistern. Dazu muss ich aber auch Auftritte absolvieren können. Für Juni haben wir bereits ein paar TV-Termine.

Das Album habe ich in der Hinterhand und werde es feuern, sobald ich das Gefühl habe, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Vorher möchte ich aber erst mal ein paar gute Singles mit guten Videos veröffentlichen. Auch auf TikTok und Instagram gebe ich gerade Gas, das macht mir Freude und damit erweitere ich auch mein Spektrum. Ich freue mich sehr auf alles was jetzt kommt.

Vielen Dank für die interessanten Informationen und das angenehme Gespräch!

Foto: Universal, Mirco Schumann

 

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