HELENE FISCHER: Nanu? „Rausch“ mit einer Woche „Pause“ in den Schweizer Charts 2

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HELENE FISCHER: „Rausch“ bereits nach 21 Wochen mit erster Chartpause in der Schweiz

Am vergangenen Sonntag hat HELENE FISCHER ein viel umjubeltes Konzert in der Schweiz gegeben und da auch klare Kante gezeigt. Das haben wir zum Anlass genommen, uns mal ihren „Chartrun“ in der Schweiz anzusehen – und da fällt auf, dass HELENE am 20. März zwischenzeitlich nicht mehr in den Top-100 der offiziellen Schweizer Hitparade zu finden war, allerdings am 27. März schon wieder ein Comeback in der Hitliste hatte – allerdings auch „nur“ auf Platz 91. Verglichen mit den Vorgängeralben ist das durchaus ernĂĽchternd, wenn man sich anschaut, wie lange sich die letzten Studioalben von HELENE in den Schweizer Charts gehalten haben: 

  • „Rausch“ – erstmals nach 21 Wochen „Chartpause“ am 20. März 2022
  • „Helene Fischer“ – erstmals nach 72 Wochen „Chartpause“ am 07.10.2018
  • „Farbenspiel“ erstmals nach 135 Wochen „Chartpause“ am 22.05.2016
  • „FĂĽr einen Tag“ erstmals nach 34 Wochen „Chartpause“ am 01.07.2012

In Deutschland konsequent Top-40

Ganz anders sieht es hier in Deutschland aus. Auch nach 23 Wochen war HELENE mit ihrem „Rausch“-Album immer sogar in den Top-40. Auch hier sei der Vergleich gestattet:

  • „Rausch“ – 23 Wochen Top-40
  • „Helene Fischer“ – 23 Wochen Top-10
  • „Farbenspiel“ – 23 Wochen Top-5
  • „FĂĽr einen Tag“ – 23 Wochen Top-25

NatĂĽrlich ist auch „Rausch“ wieder ein Ausnahmealbum, das sich sensationell gut verkauft. Und HELENE FISCHER erfindet sich nun einmal immer wieder neu. Wenn man sich die nackten Zahlen ansieht, muss man durchaus konstatieren, dass die von JEAN FRANKFURTER produzierten Alben sehr vorsichtig gesagt sich vom Chartrun nicht vor „Rausch“ verstecken mĂĽssen und HELENE insofern durchaus gut beraten ist, ihre Schlager-„Vergangenheit“ nicht zu leugnen – so wie sie es schlauerweise am vergangenen Sonntag in der Schweiz getan hat. 

 

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2 Kommentare

  1. Vielleicht liegt es daran, das viele doch nicht mit dem Album und der Weiterentwicklung von Helene zufrieden sind. Es zeigt sich eins, Kritik ist weiterhin nicht erwĂĽnscht. Wenn ich Helene eine Frage stellen dĂĽrfte, wäre es folgende: „Liebe Helene, warum ist dein Album so arm an Melodien und Harmonien. Bei vielen Songs hat man den Eindruck es sind nur Geräusche und keine Musik?“ Und genau das ist das Problem. Kritische Fragen werden weiterhin in der Szene nicht gestellt. AuĂźerdem wird sowieso nie ĂĽberdie Musik und die Alben gesprochen. Stattdessen besteht die Schlagerszene mit wenigen Ausnahmen nur aus Klatsch und Tratsch.

    Martin

  2. „Helene Fischer“ hat in der Schweiz keine Zertifizierung. „Rausch“ hat dort bereits vor einigen Wochen Gold erreicht.
    Charts sind immer relativ, absolute Verkaufszahlen sind am Ende wichtiger und entscheidend.

    Man kann und darf die aktuellen Zahlen so oder so nicht mit denen von vor Corona vergleichen, da ging es in den letzten beiden Jahren bei allen abwärts. Das Comeback-Album von ABBA „Voyage“ z.B. hat in der Schweiz (noch) keine Zertifizierung bei 20 Chartwochen (zuletzt #60), in Ă–sterreich Platin wie „Rausch“ und in Deutschland Doppelplatin (400k), da gibt es leider immer noch keine Zertifizierung fĂĽr „Rausch“, aber so an die 400k sollten es mittlerweile auch sein (ĂĽber 300k definitiv).

IKKE HĂśFTGOLD: „Darf dieser Mann fĂĽr Deutschland singen?“ – Exakt 25 Jahre nach GUILDO tritt er an! 2

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IKKE HÜFTGOLD hat es tatsächlich als TikTok-Sieger zum ESC-Vorentscheid geschafft

Nachdem der NDR auch in diesem Jahr wieder sehr merkwĂĽrdige Kriterien angelegt hat, wer Deutschland beim ESC vertreten darf (oberste Maxime: Kein Schlager, ebenfalls von größter Wichtigkeit: Kein deutscher Text – und Transparenz, warum der eine Titel es geschafft hat und der andere nicht ist auch wie immer unerwĂĽnscht), haben wir ĂĽberlegt, diese zur Witzveranstaltung verkommene Veranstaltung gar nicht mehr zum Thema zu machen.

Welcher Song Deutschland in diesem Jahr wieder bis auf die Knochen blamiert, erschien uns egal, wobei der eine oder andere Titel nicht ganz so schlimm ist wie das, was wir von den Vorjahren kennen (mit LORD OF THE LOST wäre zumindest ein erneuter letzter Platz wohl nicht zu erwarten). 

Nach wie vor nebulöse Kriterien für die Auswahl

WARUM z. B. eine SENTA oder ein THOMAS GODOJ keine BerĂĽcksichtigung fanden – schwer zu sagen. Transparent wird das ja nicht kommuniziert. Und warum es eine TikTok-Vorauswahl gab, bei der man sich als Fan nur dann beteiligen konnte, wenn man sich dort angemeldet hatte, um ältere Voter vom Verfahren auszuschlieĂźen, ist fĂĽr einen öffentlich-rechtlichen Sender auch eine merkwĂĽrdige Vorgehensweise. Dass die Quittung dafĂĽr nun der Sieg von IKKE HĂśFTGOLD ist, ist natĂĽrlich endlich mal ein positiver Aspekt, der wieder Lust auf den ESC macht. 

Vor 25 Jahren: „Darf dieser Mann fĂĽr Deutschland singen?“

Schlager wird ansonsten ja ohnehin ausgeklammert, obwohl noch immer die allermeisten ganz groĂźen ESC-Hits aus dem Schlagersektor stammen. Vor 25 Jahren war die Situation ähnlich. Damals hat sich GUILDO HORN dem Wettbewerb gestellt. Und damals gab es noch NDR-Entscheidungsträger, die sich nicht NUR am eigenen Geschmack orientiert hatten. Die BILD fragte damals – auf den Tag genau(!) am Tag der Nominierung von IKKE – exakt am 4. Februar 1998 titelte die BILD: 

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Das Wort „Krieg“ ist natĂĽrlich aus aktuellem Anlass völlig unpassend, das Thema an sich aber interessant. Mit IKKE HĂśFTGOLD stellt sich ein ähnlich polarisierender Interpret, dessen Song mitnichten ein „Ballermann-Song“ ist. Augenzwinkernd, selbstironisch und fĂĽr IKKEs Verhältnisse fast tiefsinnig – dem NDR wäre zu wĂĽnschen, wenn IKKE nun eine ähnliche Lawine wie im Vorjahr ESKIMO CALLBOY lostreten könnte, als auch der Frust ĂĽber selbstgerechte Alleinentscheider, die diesen unglaublich erfolgversprechenden Titel einfach mal so aussortiert hatten.

Schon im November hatten wir die Hoffnung, dass IKKE es schafft. Immerhin: Die erste Hürde ist genommen. 

Wir finden: Der Zweck heiligt die Mittel – wir drĂĽcken die Daumen, dass IKKE HĂśFTGOLD mit seinem geschickten Medienumgang vielleicht sogar mehr erreicht als einen TikTok-Sieg. Aktuell gratulieren wir sehr herzlich dazu, dass nach Jahren mal wieder ein Schlager zur Wahl steht, was NUR mittels eines Publikumsvotings möglich wurde und NICHT von einer weitsichtigen Jury möglich gemacht worden ist…

 

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CHRISTIN STARK: Quote „Schlager des Monats“ in etwa auf „BRINK“-Niveau 11

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CHRISTIN STARK: Quote im „grĂĽnen Bereich“

Wenn BERNHARD BRINK zu den Schlagern des Monats lud, hat er nach unserer Erinnerung oft 2-stellige Marktanteile geholt und 300.000 Zuschauer geholt. Bei „ihrer“ ersten Ausgabe konnte CHRISTIN STARK diese Werte spielend ebenfalls erreichen. 330.000 Zuschauer im MDR-Sendegebiet und 10,7 Prozent Marktanteil (ebenfalls bezogen auf das MDR-Sendegebiet) sind ordentliche Werte. 

Ob die Umstellung von Albumcharts auf Radiocharts geschickt war und dann der Hinweis (mit Ansprache an das Publikum) auf „IHRE“ Charts, obwohl wohl die wenigsten Zuschauer Radioredakteure sind. Andrerseits lässt sich nicht abstreiten, dass durch die Umstellung des Wertungsverfahrens mehr Abwechslung drin ist und auch Namen dabei sind, die sonst nicht in den einschlägigen Schlagersendungen dabei sind. 

Hinweis: Hinsichtlich der Quotenbeurteilung können wir nur auf das MDR-Sendegebiet abheben, weil die bundesweiten Quoten nach unserer Kenntnis nicht offiziell nicht abrufbar sind. 

Quelle: MDR / Gfk, AGF
Foto: Daniela Jäntsch

 

 

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