VOLKER LECHTENBRINK ist tot – auch als SĂ€nger war er erfolgreich – Schlagerprofis-Biografie 1

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VOLKER LECHTENBRINK im Alter von 77 Jahren gestorben – seine musikalische Biografie

Dass VOLKER LECHTENBRINK nicht nur ein bedeutender Schauspieler, sondern auch ein charismatischer SĂ€nger war, haben noch viele Fans in Erinnerung. Leider hat er seine musikalische Karriere schon lange weitestgehend zurĂŒckgefahren. Als Schlagerportal wollen wir dennoch insbesondere an musikalische Highlights von VOLKER erinnern.

Schon als Kind mit Sprechrollen betraut

Am 18. August 1944 wurde VOLKER LECHTENBRINK in Cranz (Ostpreußen) geboren. Er war 10 Tage alt, als seine Familie nach Bremen flĂŒchtete. 1951 zog er mit seiner Familie nach Hamburg, wo er die Gelehrtenschule des Johanneums besuchte. Bereits im Alter von acht Jahren ĂŒbernahm er beim NDR-Kinderfunk Sprechrollen, zwei Jahre spĂ€ter stand er erstmals auf der BĂŒhne des deutschen Schauspielhauses als Schauspieler bei einem WeihnachtsmĂ€rchen.

Durchbruch mit Antikriegsfilm „Die BrĂŒcke“

Schon 1959 wurde LECHTENBRINK bundesweit populĂ€r. Im Antikriegsfilm „Die BrĂŒcke“ spielte er den Schuljungen Kurt Hager. Der junge Mann beschloss daraufhin, Schauspieler zu werden und begann ein Jahr nach der Mittleren Reife eine entsprechende Ausbildung an der Hamburger „Hochschule fĂŒr Bildende KĂŒnste“. Dort konnte er seine Ausbildung nicht beenden, weil er entgegen der Vorschriften nebenbei Theater spielte. Daher beendete er seine Ausbildung am Hamburger Schauspielstudio bei HILDEGARD FREESE, bei der er auch seine AbschlussprĂŒfung vor der BĂŒhnengenossenschaft ablegte.

Sein Theaterdebut als Ensemble-Schauspieler gab LECHTENBRINK 1963 an der LandesbĂŒhne Hannover – er spielte den Prinzen von Aragon im „Kaufmann von Venedig“. In etwa in dieser Zeit (1962/63) hatte er auch seinen ersten großen Erfolg als Fernseh-Darsteller. An der Seite von GUSTAV KNUTH und TILLY LAUENSTEIN spielte er in der vom SĂŒdwestfunk produzierten Serie „Alle meine Tiere“ den Sohn Ulli. VOLKER LECHTENBRINK hatte im Anschluss viele Engagements, u. a. in Köln, Amsterdam, Berlin und MĂŒnchen, von wo er 1969 ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg berufen wurde und spĂ€ter zum Hamburger Ernst-Deutsch-Theater wechselte.

Schon frĂŒh erste Schallplattenaufnahmen

Auch die Karriere als Schallplatten-Interpret startete LECHTENBRINK sehr frĂŒh. Bereits 1959 spielte er im von Polydor veröffentlichten Hörspiel „BrĂŒderchen und Schwesterchen“ das BrĂŒderchen (Regie: SANDOR FERENCZY). AnlĂ€sslich des 100. Geburtstags FERECZYs wurde das ursprĂŒnglich auf Single erschienene und aufwendig produzierte Hörspiel ĂŒbrigens 2006 unter der Überschrift „HörspielschĂ€tze“ restauriert auf CD wieder veröffentlicht. Ebenfalls 1959 wurde die Single „KĂ€pt’n Konny in der Klemme“ veröffentlicht. LECHTENBRINK spielte im Hörspiel nach dem Buch von ROLF ULRIC den „Jörn“. Der Single lag damals ein Booklet bei, anhand dessen man das komplette Hörspiel mitlesen konnte.

Erste musikalische Single produziert von GERT WILDEN

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VOLKER LECHTENBRINKs erste musikalische Single entstand in Zusammenarbeit mit dem Produzenten GERT WILDEN, der spĂ€ter u. a. Film-Musik fĂŒr Sex-Filme, aber auch fĂŒr die Zeichentrickserie „Heidi“ produzierte und GrĂŒnder der VIELHARMONIKER war. Mit LECHTENBRINK wurde (grammatikalisch etwas holprig) bei Telefunken die Single „Geh zu dem ander’n“ veröffentlicht – ohne grĂ¶ĂŸere Resonanz, so dass VOLKER sich fĂŒr viele Jahre voll auf die Schauspielerei und nicht auf die Musik konzentrierte.

KNUT KIESEWETTER „entdeckt“ das Talent VOLKERs als SĂ€nger

Bei der Bundestagswahl 1972 trat LECHTENBRINK wieder als SĂ€nger in Erscheinung  – gemeinsam mit DRAFI DEUTSCHER und KNUT KIESEWETTER. Seine Interpretation des Oldies „Save The Last Dance For Me“ ĂŒberzeugte den friesischen SĂ€nger und Produzenten KIESEWETTER so sehr, dass er vorschlug, gemeinsam eine LP zu produzieren. ZunĂ€chst wurde nichts aus diesem Plan. Mitte der 1970er Jahre hatte LECHTENBRINK dann die Idee, die Songs des amerikanischen Liedermachers KRIS KRISTOFFERSON ins Deutsche zu ĂŒbertragen und nahm wieder Kontakt mit KIESEWETTER auf, der seinerseits den Kontakt zur Hamburger Plattenfirma Polydor herstellte. Nachdem sich kein geeigneter SĂ€nger fand, beschloss man, VOLKER LECHTENBRINK selbst singen zu lassen und nahm 1975 eine ganze LP mit deutschen Versionen von KRISTOFFERSON-Songs auf.

Zu seiner Motivation, als „singender Schauspieler“ in Erscheinung zu treten, sagte Lechtenbrink 1976 im Branchenblatt Musikmarkt:

„Nachdem ich das Abonnementspublikum im Theater gewonnen habe – und das sind meist Leute im fortgeschrittenen Alter -, möchte ich im Grunde das Publikum meiner Generation ĂŒberzeugen.“

„Der Macher“: Gleich die erste Single ein großer Erfolg

Aus dem 1971 erschienenen Lied „The Taker“ machten die beiden „Der Macher“ – so wurde dann auch das Debut-Album benannt. Auf der Cover-RĂŒckseite der 1975 produzierten und Anfang 1976 veröffentlichten LP ist zu lesen:

„Der Troubadour des Country-Songs und der jugendliche BĂŒhnenheld, der exzentrische Texaner und der selbstbewusste Norddeutsche – eine Kombination, die vor allem aus GegensĂ€tzlichem Spannung bezieht
 Und dass Volker Lechtenbrink nicht zufĂ€llig auf Kristoffersons Songs gekommen ist, dass unter der OberflĂ€che gemeinsame GefĂŒhle und Schwingungen schwingen, zeigen Lechtenbrinks deutsche Texte, die weit ĂŒber den Standard von Übersetzungen hinausgehen. Lange hat es gedauert, bis man sich hierzulande an Kristoffersons anspruchsvolle Lieder heranwagte. Jetzt hat es einer geschafft: Lechtenbrink, der Macher.“ Passend dazu gab Lechtenbrink in einem Interview zu Protokoll: „Ich mag die Songs von Kris Kristofferson einfach. Viele der Stimmungen und GefĂŒhle, die er musikalisch beschrieb, kenne ich auch von mir. Deshalb haben meine Texte oft einen biografischen Bezug. Wie die von Kristofferson auch.“

 FĂŒr seine LP hĂ€tte LECHTENBRINK sogar den deutschen Schallplattenpreis als bester Newcomer erhalten – wegen seiner Telefunken-Single aus 1966 war er aber kein wirklicher Newcomer mehr, folglich wurde ihm der Preis leider nicht verliehen. – FĂŒr die BRAVO hingegen war VOLKER ein Newcomer. Das Teenie-Magazin schrieb 1976:

Und dann möchte ich Euch noch einen Schauspieler vorstellen, der nun auch ins „singende“ Fach ĂŒberwechseln will. Mit einem Kris-Kristofferson-Song mit dem deutschen Titel „Der Macher“ gibt VOLKER LECHTENBRINK sein durchaus hörbares Debut als SangeskĂŒnstler.

Der BRAVO gab er damals zu Protokoll, dass er eine Schlager-Karriere nicht anstrebe: „Ich möchte Schauspieler bleiben. Das Singen bleibt mein Hobby, allerdings werde ich nach diesem ersten Erfolg wohl auch weitermachen„.

LegendÀrer Auftritt in der ZDF-Hitparade

Trotz des vermeintlich anspruchsvollen Materials wurde die LP ein kommerzieller Erfolg und schaffte es unter die Top 30 der meistverkauften LPs in Deutschland – fĂŒr deutschsprachige Produktionen in den 1970er Jahren nicht unbedingt eine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Die Single „Der Macher“ stellte VOLKER LECHTENBRINK bei einem legendĂ€ren Auftritt am 10. April 1976 in der ZDF-Hitparade vor. LegendĂ€r deshalb, weil er sich wĂ€hrend seines Vortrags lĂ€ssig eine Zigarette anzĂŒndete und der Text fĂŒr Hitparaden-VerhĂ€ltnisse recht wenig kommerziell gehalten war – ein Aufschneider schindet Eindruck und landet dabei bei geblendeten Frauen.

Damit ĂŒbernahmen LECHTENBRINK und KIESWETTER den Inhalt des Originalsongs. Der Hitparaden-Auftritt machte sich bezahlt – Vor ĂŒber 45 Jahren stieg die Single in die deutsche Verkaufshitparade ein – hilfreich dabei war sicher auch ein Auftritt am 27. MĂ€rz 1976 in Ilja Richters „Disco“. – Die zweite Auskopplung aus dem Erfolgsalbum war die deutsche Version des KRISTOFFERSON-Hits „Out Of Mind, Out Of Sight“ – daraus wurde „Junge, lass die Flasche steh’n (aus den Augen – aus dem Sinn)“. WĂ€hrend dieser Titel nicht mehr sonderlich bekannt ist, wurde die B-Seite zu einem Evergreen. Die deutsche Version von „Jody And the Kid“, „Volker und das Kind“, wurde viele Jahre lang gerne im Rundfunk gespielt.

Zur A-Seite schrieb ĂŒbrigens die BRAVO damals recht provokant: „Junge lass die Flasche steh’n meint VOLKER LECHTENBRINK mit leichtem GUNTER-GABRIEL-Timbre in der Stimme auf seiner neuesten Single. Ein guter Rat, den VOLKER ruhig auch mal auf seinen eigenen Zigarettenkonsum ĂŒbertragen sollte„.

Zweites Album enthielt eigene Songs

Die zweite LP Lechtenbrinks („Nummer 2“) war zugleich die erste mit eigenen (nicht gecoverten) Songs. FĂŒnfmal textete LECHTENBRINK selbst Autobiografisches, viermal schrieb KIESEWETTER den Text zur BRIEN O’DOCKER-Komposition. Hinzu kam ein Lied des friesischen Bildhauers HEIN HOOP sowie das Lied „Der Artist“, das aus KIESEWETTERs frĂŒherer Gesangszeit stammt. Der Musikmarkt befand damals: „Volker Lechtenbrink besticht auch auf der neuen LP wieder durch seinen saloppen, sonoren Sprechgesang und die besungene Thematik, egal ob als Frauenidol, fantasievoller Vater oder guter Beobachter seiner Umwelt.“

Als erste Single kam ein von Arrangeur JOHN O’BRIEN-DOCKER komponiertes und LECHTENBRINK getextetes StĂŒck namens „Harry Lehmann“ auf den Markt. Der Protagonist des Liedes geht samstags ins Kino und identifiziert sich mit den Kinohelden so sehr, dass teilweise der Bezug zur RealitĂ€t verloren geht – fĂŒr einen Hit war dieser originelle Textinhalt wohl zu sperrig.

Mit der zweiten Single aus seinem zweiten Album hatte Volker – naaa – richtig: seinen zweiten Auftritt in der ZDF-Hitparade, den er am 6. August 1977 absolvierte. Sein von KNUT KIESEWETTER getextetes Lied „Du siehst zu gut aus“ konnte sich aber nicht platzieren. In gewohnt origineller Weise beklagte LECHTENBRINK die Schönheit(!) der Partnerin, weil die auch negative Seiten hat – Zitat: „Jetzt schmĂŒckst Du Deine Schönheit noch – mit teurem Schmuck und teurem Tuch – und das kostet mein Geld – Du siehst zu gut aus. 
 Und ich merk‘, dass Deine Schönheit zu viel kostet“. Der Berliner „CHEZ ALEX“ brachte es in den 1980er Jahren verkĂŒrzt auf den Punkt: „Schöne Frauen kosten Geld“. Ein kommerzieller Erfolg wurde auch diese Nummer allerdings nicht – vielleicht sah Volker einfach zu gut aus? J


1977: Album „Alltagsgeschichten“

Das Zugpferd aus LECHTENBRINKs dritter LP „Alltagsgeschichten“, einem Album, zu dem er erneut die HĂ€lfte der Texte selber geschrieben hatte, war „Erst drĂŒben die Dame“, geschrieben von HEIN HOOP und KNUT KIESEWETTER. Erneut bot Volker einen originellen Text im Country-Gewand, in dem es darum geht, dass gewisse PrioritĂ€ten bisweilen zu setzen sind
 Es reichte Ende 1977 fĂŒr einen kleinen Radiohit. Um die erste „Best Of“-Veröffentlichung, die 1978 unter dem Titel „Star Gala“ erschien, zu komplettieren, wurde im FrĂŒhjahr „Hitch Hike Baby (kleine Rasthaus-Lady)“ veröffentlicht – die deutsche Version des DENNIS-DALE-Countrysongs „Hitch Hike“.

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1978: Erste Personality-Show

Kurz darauf erschien Lechtenbrinks vierte LP namens „Meine TĂŒr steht immer offen“, auf der insbesondere wieder Coverversionen von Countrysongs zu hören sind. Sein neues Programm stellte LECHTENBRINK am 2. Dezember 1978 in seiner Personality-Show „Volker Lechtenbrink“ vor und war am 22. Dezember 1978 in der ZDF-Sendung „Liederzirkus“ zu Gast. Im Folgejahr bekam er eine eigene TV-Show vom SaarlĂ€ndischen Rundfunk namens „Live: Volker Lechtenbrink“. Ab dem dem 18. Februar moderierte er neun mal die vom SWF produzierte anspruchsvolle Pop-Sendung „Lieder und Leute“.

Textdichter fĂŒr PETER MAFFAY (u. a. „Steppenwolf“)

Aus KENNY ROGERS‘ „The Gambler“ machte VOLKER LECHTENBRINK „Der Spieler“. Komponist des Liedes ist ĂŒbrigens ein amerikanischer Songschreiber mit dem interessanten Namen DON SCHLITZ. Am 25. Juni 1979 stellte er seinen Titel in ILJA RICHTERs „Disco“ vor. In der gleichen Show sang damals PETER MAFFAY, fĂŒr den LECHTENBRINK damals auch als Textdichter tĂ€tig war, so schrieb er fĂŒr MAFFAY Texte des gigantisch erfolgreichen Albums „Steppenwolf“, mit dem MAFFAY so etwas wie einen Imagewandel einlĂ€utete.

PETER MAFFAY revanchierte sich, indem er (gemeinsam mit PETER WAGNER) als Produzent und teilweise auch als Komponist fĂŒr LECHTENBRINKs fĂŒnfte, in Berlin produzierte LP „Leben so wie ich es mag“ in Erscheinung trat. Sieben der zwölf neuen Titel komponierte MAFFAY; drei weitere steuerte MAFFAYs damaliger Partner JOHNNY TAME bei. SĂ€mtliche Texte der neuen LP schrieb LECHTENBRINK selber. WĂ€hrend die ersten vier LPs eher Country-lastig waren, war die fĂŒnfte LP weit Rock-lastiger, was sicher dem Einfluss PETER MAFFAYs geschuldet war, der gleich einige seiner Studiomusiker mitbrachte (u. a. BERTRAM ENGEL, STEFFI STEPHAN, JEAN-JACQUES KRAVETZ und FRANK DIEZ).

Der Titelsong, die deutsche Version des DON-WILLIAMS-Hits „Tulsa Time“, schaffte es am 19. Mai 1980 nach lĂ€ngerer Zeit mal wieder in die ZDF Hitparade. Der Text war Volker wohl so wichtig, dass er ihn auf der RĂŒckseite des Single-Covers komplett abdrucken ließ. Als zweite Auskopplung entschied man sich fĂŒr das beschwingte Lied „Dame und Clown“, das von JOHNNY TAME komponiert wurde. Auch mit dem Song war Volker am 20. Oktober 1980 in der ZDF-Hitparade zu Gast.

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Album Nr. 6 entstand im Hamburger „Studio Maschen“

Anfang 1981 produzierte VOLKER LECHTENBRINK dann seine sechste LP – im berĂŒhmten „Studio Maschen“, das seinerzeit ja auch von TRUCK STOP besungen wurde, entstand die LP „Schon möglich“ – erneut mit Texten von VOLKER LECHTENBRINK, die diesmal vom Produzenten MICHAEL REINECKE komponiert wurden. Die erste – wieder eher Country-angehauchte – Single war die anrĂŒhrende Vater-Sohn-Geschichte „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ – hier schildert LECHTENBRINK aus eigener Erfahrung die Situation von Scheidungskindern. Das Lied wurde am 18. Mai 1981 in ILJA RICHTERs Disco vorgestellt; weitere Auftritte gab es u. a. bei „Bananas“ (14.07.81) und in der „Aktuellen Schaubude“ (19.09.81).

Superhit „Ich mag“

Mit der zweiten Single aus dem Album landete Volker einen absoluten Volltreffer: „Ich mag“ ist bis heute ein gern gehörter Ohrwurm – vielleicht auch, weil er in der Kinder-Version von ROLF ZUCKOWSKI weitere PopularitĂ€t erzielen konnte. Am 4. Januar 1982 trat VOLKER mit dem Lied ĂŒber seine „ganz persönlichen LebensqualitĂ€ten“ erneut in der „Disco“ auf. Die Textpassage „
und ganz doll Dich“ ist fast so etwas wie ein geflĂŒgeltes Wort geworden. Mit dem Lied machte LECHTENBRINK ĂŒbrigens auch Werbung fĂŒr Malzkaffee („Caro, ich mag Dich“). 1984 kam das Lied gar in das Guinness Buch der Rekorde mit den meisten Strophen – auf Initiative ROLF ZUCKOWSKIs wurden fĂŒr ein Chortreffen sehr viele Strophen zu dem Lied getextet.

Bereits 1974 hatte der amerikanische CountrysĂ€nger TOM T. HALL eine Single namens „I Love“ herausgebracht und damit einen Top-12-Hit in den US-Charts gelandet. Böse Zungen behaupten, von dem Song habe sich LECHTENBRINK – nennen wir es so: „inspirieren“ lassen.

Evergreen „Ich glaube Oma, du sitzt auf ’ner Wolke“

Offensichtlich war LECHTENBRINK mit der Zusammenarbeit mit MICHAEL REINECKE, der zeitweilig den Spitznamen „Der Macher vom Macher“ erhielt, zufrieden – gemeinsam produzierten die beiden im Studio Maschen eine weitere LP namens „Wer spielt mit mir?“, hochprozentig mit REINECKE/LECHTENBRINK-Liedern, aber auch zwei Cover-Songs und einer Komposition von PETER MAFFAY. Immer noch top-aktuell, hat das TitelstĂŒck zur siebten LECHTENBRINK-LP ein fremdlĂ€ndisches MĂ€dchen zum Inhalt.

Als Single-Auskopplung entschied man sich aber wieder fĂŒr einen autobiografisch anmutenden Song mit einem sehr rĂŒhrenden Text: Mit „Ich glaube Oma, Du sitzt auf ’ner Wolke“ setzte LECHTENBRINK seiner Großmutter ein wunderschönes Denkmal – sicher können sich sehr viele Menschen mit diesem schönen Text identifizieren. Nun sitzt er selber auf einer Wolke…

Best Of „Herz & Schnauze“ schafft es in die Albumcharts

Im Herbst 1982 wurde ein TV-beworbenes Album veröffentlicht mit Volkers bekanntesten Liedern. Die LP „Herz und Schnauze“ schaffte es immerhin bis in die Top-30 der damaligen LP-Charts.

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Nachdem MICHAEL REINECKE sich 1983 voll auf den Grand Prix konzentrierte – gemeinsam mit VOLKER LECHTENBRINK schrieb er den Eurovisions-Song „RĂŒcksicht“ von HOFFMANN & HOFFMANN, wurde dann doch wieder der Produzent gewechselt. Seine achte LP „Lebe heute“, deren Titellied auch auf Single erschienen ist, produzierte LECHTENBRINK gemeinsam mit dem Gitarristen vieler LINDENBERG- und MAFFAY-Aufnahmen STEFFI STEPHAN, der fortan auch als Komponist fĂŒr ihn tĂ€tig war. Sein neuer Song wurde am 10. September 1983 in der „Aktuellen Schaubude“ vorgestellt.

Die 1983er LP war wieder etwas rockiger gehalten. Eine „geniale Idee“ wurde auf dem Album auch umgesetzt – mit historischem Zitat schuf man das Lied „Lieb Vaterland“ – irgendwie hatte da doch vorher schon jemand genau diese Idee
!? Nachdem die Neue Deutsche Welle Band „TRIO“ PAUL BREITNER mit dem Lied „Los Paul“ ein Denkmal gesetzt hatten, machte LECHTENBRINK zum Abschied des Fußballers ein zu ihm passendes Lied, das nur auf der seltenen Single zu finden ist. Gemeinsam mit STEFFI STEPHAN schrieb er „Der Paul tritt ab“. Auf der B-Seite findet sich ĂŒbrigens eine Spezial-Version des „Ich mag“-Songs: „Ich mag Fußball“.

Letztes Album bei langjÀhriger Plattenfirma Polydor erschien 1984

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Nicht BEETHOVENs, sondern LECHTENBRINKs Neunte wurde dann wieder von MICHAEL REINECKE produziert. Zielsetzung des letzten bei Polydor erschienenen Albums war, LECHTENBRINKs gesamte Bandbreite zu zeigen. Die Themenvielfalt ging vom autobiografischen „So bin ich“ und Liebesliedern wie „Betrogener BetrĂŒger“ bis hin zu Zeigefinger-Lieder der Marke „NarrenhĂ€nde“. Die erste Single, „Annonce“, wurde in vielen TV-Sendungen vorgestellt, zum Beispiel am 5. Januar 1985 in DIETER THOMAS HECKs
. – nein, nicht Hitparade, die hatte er ja kurz zuvor aufgegeben, nein diesmal in dessen „Pyramide“-Show.

Die letzte bei Polydor erschienene Single war das Leitmotiv der am 1. Dezember 1984 ausgestrahlten ZDF-Show „Große Show fĂŒr kleine Leute“ – mit „Was können wir denn dafĂŒr tun?“ verabschiedete sich LECHTENBRINK von seiner langjĂ€hrigen Plattenfirma.

Deutsche Version des Titelsongs „Ein Colt fĂŒr alle FĂ€lle“

Mitte der 1980er Jahre sorgte eine Fernsehserie fĂŒr Aufsehen: „Ein Colt fĂŒr alle FĂ€lle“ mit Lee Majors, der auch das Titellied „The Unknown Stuntman“ sang. Der Country-Song gefiel Lechtenbrink so gut, dass er eine von Michael Reinecke produzierte Aufnahme namens „Der Stuntman“ veröffentlichte – seine einzige bei Bellaphon erschienene Single.

Krimi-Song „Irgendwann“ wird ein Hit

Nach einer lĂ€ngeren Kreativpause spielte Volker bei der 50. „JubilĂ€umsfolge“ der ZDF-Krimireihe „Ein Fall fĂŒr zwei“ an der Seite von Heidi BrĂŒhl mit. Die Folge trug den Titel, den auch die neue Single bekam: „Irgendwann“. Am 21. Mai 1987 wurde die Sendung ausgestrahlt, einen Tag spĂ€ter war LECHTENBRINK erneut in DIETER THOMAS HECK „Pyramide“ zu Gast. Die neue Plattenfirma Metronome inserierte: „Ein Fall fĂŒr die Charts“ und sollte Recht behalten: Satte 15 Wochen konnte sich der Titel in den deutschen Single-Charts halten.

Am 16. Juli 1987 gab es auch wieder einen Auftritt in der inzwischen von VIKTOR WORMS moderierten ZDF-Hitparade. Erstmals ĂŒberhaupt konnte VOLKER sich platzieren, so dass er am 20. August 1987 erneut seinen Titel in der beliebten Berliner TV-Show prĂ€sentieren konnte. Die Erfolgs-Single wurde von BIRGER HEYMANN und MICHAEL REINECKE komponiert, LECHTENBRINK schrieb sich den Text (wie ĂŒblich) selbst, die Produktion ĂŒbernahm das Hamburger Urgestein JOE MENKE (Vater von „FrĂ€ulein“ FRANZISKA MENKE).

Prominente TV-Termine fĂŒr „Ich kann gewinnen“ (1987)

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Der große Erfolg der Single gab wohl den Impuls, eine neue LP zu produzieren. Unter der bewĂ€hrten Produzenten-Regie von MICHAEL REINECKE wurde im Sommer 1987 im berĂŒhmten Studio Maschen die zehnte LECHTENBRINK-LP „Ich kann gewinnen“ produziert. Den von ALEXANDER MENKE (Sohn des Produzenten JOE MENKE) mitgeschriebenen Titelsong stellte VOLKER am 28. November 1987 in der großen ZDF-Show „Wetten, dass
!?“ vor.  Erneut waren angesehene Studiomusiker wie WERNER BECKER, TISSY THIERS und CURT CRESS bei der Produktion an Bord. Am 7. Januar 1988 stellte er seine neue Produktion in HARALD JUHNKEs ARD-Show „Willkommen im Club“ vor.

Als dritte Single aus dem zehnten Album wurde noch das nachdenkliche Chanson „Schweige“ als Single veröffentlicht. Der von LECHTENBRINK verfasste Text wurde auf der RĂŒckseite des Single-Covers abgedruckt, was insofern ungewöhnlich ist, als „Schweige“ eine reine Promo-Single war.

1989: Letztes Album „Herzschlag“

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1989 veröffentlichte LECHTENBRINK bei Metronome seine bislang letzte LP „Herzschlag“. Produzenten waren diesmal MATS BJÖRKLUND und HELMUT FREY. Als Single wurde zunĂ€chst die vom ehemaligen Schlagzeuger der SPIDER MURPHY GANG, FRANZ TROJAN, komponierte und LECHTENBRINK getextete Nummer „Wenn die Nacht kommt“ ausgekoppelt.

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WĂ€hrend die erste Single des letzten LECHTENBRINK-Albums eher ein Pop-Schlager war, war die letzte bislang von VOLKER LECHTENBRINK veröffentlichte Single wieder im „traditionellen“ Country-Stil gehalten. Die von Harald Steinhauer und Helmut Frey mit Lechtenbrink geschriebene Single „Ich drĂŒck‘ beide Augen zu“ wurde kein Hit, obwohl sie recht kommerziell gehalten war. Beide Singles der letzten CD wurden ĂŒbrigens auch fĂŒr die ZDF-Hitparade nach dem damaligen „Vier aus acht“-System nominiert, schafften es aber nicht in die von VIKTOR WORMS moderierte Show.

Bear Family veröffentlicht Gesamtwerk

Einige Jahre nach Lechtenbrinks Gesangskarriere machte sich die sehr angesehene umtriebige Plattenfirma Bear Family Records daran, Lechtenbrinks Gesamtwerk zusammentragen, was hervorragend gelang: Auf sieben CDs wurden sĂ€mtliche Aufnahmen des KĂŒnstlers zusammengetragen, dazu wurde ein Begleitbuch erstellt und unter dem Namen „Der ganze Lechtenbrink“ veröffentlicht. Die Kollektion war teilweise fĂŒr ca. 900 EUR als SammlerstĂŒck zu kaufen.

Eine etwas gĂŒnstigere Version ist die 2010 ebenfalls bei Bear Family Records erschienene CD „Leben so wie ich es mag“, auf der die ersten neun Singles und alle Kristofferson-Coversongs vereint wurden – erneut mit einem großzĂŒgigen Booklet versehen.

Im gleichen Jahr erschien seine Autobiografie „Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf“.

2015 bei CARMEN NEBEL

Nach lĂ€ngerer Zeit trat LECHTENBRINK im Herbst 2015 bei CARMEN NEBEL auf und sang „live“ seinen „Ich mag“-Klassiker. Einige Jahre zuvor gab es schon GerĂŒchte, er wolle wieder wieder als SĂ€nger tĂ€tig werden, und zwar im Duett mit MARY ROOS – leider wurde das Projekt bis heute nie umgesetzt, obwohl der langjĂ€hrige gemeinsame Produzent MICHAEL REINECKE ein Indikator dafĂŒr war, dass da etwas hĂ€tte dran sein können.

Abgesehen von HörbĂŒchern (als Synchronsprecher war LECHTENBRINK auch beliebter Vorleser von (Hör-)BĂŒchern wie „Dreifach“ von KEN FOLLET oder „Perry Rhodan“) musste man auf neue Musik-TontrĂ€ger von VOLKER LECHTENBRINK verzichten. Seinen Gesang hat er mal als eine „Episode“ bezeichnet, die schon seit vielen Jahren beendet ist. Am 22. November 2021 ist er gestorben, er war eine charismatische Persönlichkeit.

 

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1 Kommentar

  1. Sehr gut recherchiert! Hut ab!
    Ich denke an die Familie und ich wĂŒnsche der Familie und den Angehörigen fĂŒr die nĂ€chste Zeit viel Kraft.

MICHELLE: Im Riverboat von CLAUDIA JUNG vertreten – wir sagen: Sie ist als SĂ€ngerin im Let’s Dance-Finale dabei 0

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+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++Recherchieren statt Kopieren+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++

MICHELLE: Talkshow-Absage – wir gehen davon aus, dass sie bei „Let’s Dance“ dabei sein wird

Die Fans von MICHELLE haben es nicht leicht. Immer mal wieder werden wir gefragt, wann die KĂŒnstlerin im TV sein wird, weil auf ihrer offiziellen Webseite, die unseres Wissens von der Plattenfirma gepflegt wird und wohl stiefmĂŒtterlich behandelt wird, aktuelle Termine oft nicht kommuniziert werden. Am 8. Mai war lange Zeit vom ZDF ein Auftritt im Fernsehgarten kommuniziert worden – dann war MICHELLE aber doch nicht dabei. (Wir haben beim ZDF bei der zustĂ€ndigen Ansprechpartnerin nachgefragt, aber leider keine Antwort erhalten). – 

Anscheinend gibt es nun ein Deja Vu. Noch immer kommuniziert der SWR, dass die KĂŒnstlerin am kommenden Freitag im „Riverboat“ dabei sei. Ein Blick auf die MDR-Seite zeigt aber: Eine andere SchlagersĂ€ngerin ist dort zu Gast.

CLAUDIA JUNG: FĂŒr MICHELLE eingesprungen?

Wir haben uns sicherheitshalber mal angeschaut, wer denn nun fĂŒr den 20. Mai beim Riverboat angekĂŒndigt ist – siehe da, auch der MDR hat MICHELLE kĂŒrzlich als Talkgast kommuniziert: 

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Auf den einschlĂ€gigen Webseiten findet sich nun aber plötzlich CLAUDIA JUNG als Talkgast im Leipziger Riverboat. Mit „TĂŒr an TĂŒr“ hat CLAUDIA einen aktuellen Radiohit landen können – und sie ist seit ĂŒber 35 Jahren und damit sogar noch lĂ€nger als MICHELLE, mit der sie sogar mal gemeinsam auf Tour war, im GeschĂ€ft. Insofern ist das eine gute Idee, sie einzuladen – noch besser wĂ€re vielleicht gewesen, dass einfach mal zu kommunizieren, aber das ĂŒbernehmen wir natĂŒrlich gerne. Warum MICHELLE plötzlich nicht mehr beim Riverboat als Gast genannt ist, kann man sich denken: Am gleichen Tag wird das Finale von „Let’s Dance“ bei RTL ĂŒbertragen

MICHELLE als GesangskĂŒnstlerin bei „Let’s Dance“

Im Interview mit uns Schlagerprofis war es noch nicht klar – nun steht es aber nach unserer Meinung fest: MICHELLE wird einen Gesangsauftritt beim Finale von „Let’s Dance“ absolvieren und hat deswegen den Auftritt beim Riverboat abgesagt. Mit anderen Worten: Freuen wir uns auf MICHELLE bei „Let’s Dance“ – und vielleicht dann auch spĂ€ter auf einen Auftritt demnĂ€chst im „Fernsehgarten“ und vielleicht auch spĂ€ter noch mal im „Riverboat“. Offensichtlich gibt es hier schon gewisse PrioritĂ€ten…

Foto: Universal, Anelia Janeva

 

 

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PETER ALEXANDER: Vor genau 35 Jahren moderierte er die Eröffnung Austria Center Vienna 1

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PETER ALEXANDER: Eröffnung „SoirĂ©e in Wien“ mit großer internationaler Beachtung

Genau 35 Jahre ist es heute her, dass am 17. Mai 1987 in Wien das Austria Center Vienna, das Kongresszentrum in Wien, mit der Show „SOirĂ©e in Wien“ eröffnet wurde. Dazu wurde die – so wurde es damals kommuniziert – die teuerste Fernsehsendung der Welt produziert. Die Show soll nicht weniger als 17 Millionen Schilling gekostet haben. Der damalige Unterhaltungschef des ORF, HARALD WINDISCH, war ĂŒberzeugt, dass das Geld gut angelegt war. PETER ALEXANDERs Frau HILDE schwĂ€rmte spĂ€ter von der Zusammenarbeit mit WINDISCH. – Weltstars gaben sich in der Show die Klinke in die Hand: 

  • JOSÉ CARRERAS (trat mit Stock auf, weil er beim Spazierengehen umgeknickt war)
  • UDO JÜRGENS (hatte gerade seine „Deinetwegen“-Tour beendet und verbrachte anschließend die Tage in Wiener Wohnung)
  • GILBERT BECAUD
  • WIENER SYMPHONIKER
  • WIENER SÄNGERKNABEN
  • JERRY LEWIS
  • PLACIDO DOMINGO (Seine „Otello“-AuffĂŒhrung wurde eigens vorverlegt)

Ost-West-Aussöhnung: BARRY MANILOW singt im Duett mit 

Ebenfalls damals zu Gast war der US-Weltstar BARRY MANILOW, der eine tolle Idee hatte: Gemeinsam mit der Russin ALLA PUGATSHOWA sang er mit den WIENER SÄNGERKNABEN im Duett: „One Voice“. Der Hintergedanke ist beklemmend aktuell und leider derzeit in weite Ferne gerĂŒckt: Der Song stand fĂŒr die Ost-West-VerbrĂŒderung. Die Sendung soll in 32 LĂ€ndern ĂŒbertragen worden sein

Auch UDO JÜRGENS hatte mit seiner Hymne an die Zukunft „Ihr von morgen“ einen zeitlosen Song beigesteuert. 

 

 

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