DRAFI DEUTSCHER: Sein Gedenkalbum „Happy Birthday DRAFI“ ist ein Leckerbissen fĂŒr seine Fans 2

Drafi Deutscher "Happy Birtday, Drafi!"

DRAFI DEUTSCHER: Auch 15 Jahre nach seinem Tod unvergessen

Zugegeben – wir sind etwas spĂ€t dran, aber manchmal will gut Ding Weile haben. Und so widmen wir uns nun einem bemerkenswerten Sampler zu Ehren von DRAFI DEUTSCHER: „Happy Birthday, Drafi!“ heißt er und ist anlĂ€sslich des 75. Geburtstags des großen Musikers erschienen. Der Sampler enthĂ€lt das ganze Spektrum der Schaffenskraft von DRAFI DEUTSCHER – von Balladen bis hin zu rockigen Sounds ist alles vertreten.

Zugegeben – die ganz jungen „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und „Shake Hands“-Hits finden sich nicht auf der Compilation. Wir finden: Nicht schlimm, die dĂŒrfte wohl ohnehin jeder Schlagerfan im Bestand haben. Dennoch muss man DA Music ein großes Kompliment aussprechen, diverse Songs anderer Plattenfirmen verkoppeln zu dĂŒrfen, so dass eine wirklich schöne und beeindruckende Werkschau der Songs von DRAFI entstanden ist.

Zu den Liedern im Einzelnen…

Zwanzig Jahre, nachdem DRAFI DEUTSCHER erstmals die Albumcharts eroberte, gelang ihm das mit „Gemischte GefĂŒhle“ erneut – und wie. Keines seiner Alben hielt sich auch nur ansatzweise so lange in den deutschen Bestenlisten wie eben „Gemischte GefĂŒhle“, was vielleicht auch damit zusammenhĂ€ngt, dass DRAFI damals mit dem Duo „MIXED EMOTIONS“ sehr erfolgreich war.

Im Dezember 1986 war die Single „Uns’re Herzen frieren“ aus dem Album sehr erfolgreich. Co-Autor und Co-Produzent des Songs war der Keyboarder von NOVALIS, LUTZ RAHN, der zusammen mit Drafi und Chris Evans-Ironside fĂŒr den damaligen Sound mit verantwortlich zeichnete. Der nachdenkliche Titel soll unter dem Einfluss der Tschernobyl-Katastrophe entstanden sein.

Der Song „Solang‘ aus Liebe“ erschien erstmals vor 30 Jahren auf dem Album „Wie Ebbe und Flut“. Den Titel stellte DRAFI DEUTSCHER im FrĂŒhjahr 1992 in der ZDF-Hitparade vor. Viele Jahre spĂ€ter hat INGRID PETERS diesen Song anlĂ€sslich des Gedenkalbums ‚The Last Mile‚ noch einmal als Tribut gecovert.

Einen großen Erfolg landete DRAFI DEUTSCHER 1984 mit „Tief unter meiner Haut“. Erstmals nach fast vierzehn Jahren trat er mit diesem von „KNIBBEL“ HORN-BERNGES getexteten Song mal wieder in der ZDF-Hitparade auf und konnte sich gleich mit dem Titel wieder in der Show platzieren.

Im Winter 1983 lieferte sich DRAFI mit sich selbst ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“. Und das kam so: Er komponierte den Hammer-Song „Guardian Angel“ und veröffentlichte ihn selbst, allerdings unter dem Pseudonym „MASQUERADE“. Die deutsche Version „Jenseits von Eden“ sang NINO DE ANGELO. Das Original („Guardian Angel“) blieb dann hinter NINOs Schlager-Version zurĂŒck und schaffte es „nur“ auf Platz 2.

Da DRAFI den Song als KURT GEBEGERN höchstselbst komponiert hat, wird er es verschmerzt haben. Mit dem Produzenten „NICO LOGES“ alias STEFAN KÖRBER hat er den Song 1998 noch mal als Duett aufgenommen. Damals produzierten die beiden in Teilen das Album „Zukunft“. Ein bemerkenswerter Titel dieser Zusammenarbeit ist der Song „Doch ich bin da“.

Mitte der 1980er Jahre hatte DRAFI DEUTSCHER ein besonderes „HĂ€ndchen“ fĂŒr das Komponieren von Balladen. Auch „Doch das Weinen hab ich lĂ€ngst verlernt“ wurde von NINO DE ANGELO gecovert – es ist aber eine Komposition von DRAFI (den Text schrieb der damals ĂŒbrigens sehr bekannte Dr. BERND MEINUNGER („Ein bisschen Frieden“).

Um die Jahrtausendwende veröffentlichte DRAFI den nachdenklichen Song „Der letzte Zug nach Eden“, was der Opener-Song seines Albums „Zukunft“ war und spĂ€ter auch als Single veröffentlicht wurde.

Die Nachfolgenummer von „Guardian Angel“, „Everyday Loser“, schaffte es 1984 immerhin noch mal in die Single-Charts – das Projekt „MASQUERADE“ blieb allerdings nur auf ein Album beschrĂ€nkt und wird wohl in erster Linie mit dem Überhit „Guardian Angel“ verbunden bleiben.

In der Hochzeit der Neuen Deutschen Welle hatte die Band OMD einen Riesenhit mit „Maid Of Orleans“. Der gefiel DRAFI so gut, dass er die deutsche Version davon auf den Markt brachte – fĂŒr die Ariola wurde der Song „Jeanne d’Arc“ produziert.

Mit der Bombast-Ballade „Lay Your Head On My Shoulder“ wurde noch einmal versucht, via Single an den „Guardian Angel“-Erfolg anzuknĂŒpfen, aber Single Nummer 3 von MASQUERADE war dann wohl nicht mehr das, was das Publikum von DRAFI hören wollte, auch (oder gerade weil) der Song schon an „Guardian Angel“ erinnerte.

Nach den weniger bekannten Titeln wird es Zeit fĂŒr einen absoluten DRAFI-Evergreen. Der Epochal-Song „Herz an Herz GefĂŒhl“ war 17 Wochen in den Single-Charts und hielt sich damit lĂ€nger als jeder andere selbst gesungene Song des Meisters unter seinem Namen. Nachdem DRAFI den Song vor 35 Jahren im Sommer ursprĂŒnglich als englischen Song „Sensuality“ veröffentlichte und damit auch schon erfolgreich war, setzte er mit der deutschen Version „Herz-an-Herz-GefĂŒhl“ einen drauf – ein Evergreen.

Ein SpĂ€twerk von DRAFI DEUTSCHER ist der 25 Jahre alte Titel „Wenn man liebt“, der auf DRAFIs Album „So viele Fragen
“ erschienen ist und von CHRISTIAN BRUHN und RED HERSCHMANN, dem Bruder von ERIK SILVESTER, produziert worden ist – auch der von DRAFI geschriebene und getextete Song wurde epochal arrangiert.

Zusammen mit DON ORIOLO (schrieb Songs fĂŒr Gloria Gaynor, Meat Loaf, Donna Summer. Bon Jovi etc.) schrieb DRAFI DEUTSCHER den von ERICH LIESSMANN (sprich JEAN FRANKFURTER, der diesmal seinen echten Namen anfĂŒhrte,) getexteten Song „Angie“ – und ahnte damals nicht, dass das die Hymne einer Kanzlerin werden könnte: Der Song erschien vor 40 Jahren und ist eine echte Perle aus dem Album „Lost in New York City“.

Außer „Tief unter meiner Haut“ veröffentlichte DRAFI auf dem legendĂ€ren „Krieg der Herzen“-Album auch noch den Song „Dich holt niemand mehr zurĂŒck“ – ein Lied, welches spĂ€ter auch NINO DE ANGELO fĂŒr das Tribut-Album ‚The Last Mile‘ aufnahm. Den Song schrieb DRAFI mit BERND MEINUNGER.

Nur selten auf CD zu finden ist das ebenfalls epochale Lied „Gib nicht auf!“, das KRISTINA BACH mit DRAFI DEUTSCHER im Duett sang und ein echter Evergreen wurde. Diese Duettversion erschien erstmals auf KRISTINAs Album „Es kribbelt und es prickelt
“ und ist seither nur selten neu verkoppelt worden – ein weiteres Schmankerl von „Happy Birthday, DRAFI!“.

Der Song „Mit verbundenen Augen“ aus dem „So viele Fragen“-Album kommt in der Maxiversion daher.

Der letzte Titel von CD 1 ist noch mal ein echter Leckerbissen. 1979 verkĂŒndete die Plattenfirma CBS nĂ€mlich: „JACK GOLDBIRD ist DRAFI DEUTSCHER“. Hintergrund ist, dass DRAFI damals viele Hits unter dem besagten Pseudonym veröffentlicht hatte. Im Werbetext der CBS heißt es:

„Wer kennt ihn nicht? DRAFI DEUTSCHER! Sein „Marmor, Stein und Eisen bricht“ machte ihn ĂŒber Nacht berĂŒhmt. Noch heute ist der Song ein Begriff. Mittlerweile ist aus dem Teenager-Star ein anerkannter Komponist geworden, der intensiv am Erfolg von Kollegen beteiligt ist. So schrieb er z. B. „Belfast“ fĂŒr BONEY M., „Silver Bird“ fĂŒr TINA RAINFORD, „Fly Away Pretty Flamingo“ fĂŒr PEGGY MARCH, „Mama Leone“ fĂŒr BINO.


 und eben auch „Can I Reach You“ fĂŒr JACK GOLDBIRD – und damit fĂŒr sich selbst. Denn JACK GOLDBIRD ist niemand anderer als DRAFI DEUTSCHER. Unter seinem richtigen Namen erscheint dieser Disco-Renner jetzt neu. Bye-Bye GOLDBIRD – Welcome DRAFI!“.

CD 2 startet mit einem weiteren typischen DRAFI-Epos der spĂ€ten 1980er Jahre. „Über Grenzen geh’n“ hört sich fast so an, als hĂ€tte er die deutsche Einheit vorausgesehen, als diese Grenzen ja eingerissen wurden. Das gleichnamige Album schaffte es in die Top-40 der deutschen Verkaufscharts.

Ein echtes Schmankerl ist der nĂ€chste Song. DRAFIs Sohn RENÉ DEUTSCHER hat die MusikalitĂ€t vom Vater geerbt und sich zum Ziel gemacht, das Lebenswerk seines Vaters zu erhalten – u. a., indem er die Lieder von DRAFI in einen zeitgemĂ€ĂŸen Sound ĂŒbertrĂ€gt, ohne den Charakter der StĂŒcke zu zerstören. Gelungen ist ihm dies besonders gut mit seiner Version von „Tief unter meiner Haut“ – sicherlich ein GĂ€nsehaut-Song fĂŒr alle DRAFI-Fans.

Auch in seinen „spĂ€ten Jahren“ gelangen DRAFI DEUTSCHER Hits. So konnte sich sein epochaler von CHRISTIAN BRUHN komponierter Song „Amen“ gleich mehrfach in der ZDF-Hitparade platzieren.

Im Sommer 1988 gelang DRAFI DEUTSCHER die zweitbeste Chartsplatzierung seines Projekts „MIXED EMOTIONS“. Mit „Just For You“ ging es in die Top-12 der deutschen Singlecharts. Ein besonderes Schmankerl fĂŒr die Fans ist, dass der Song in der Maxi-Version verkoppelt wurde.

Erneut in der Hochzeit der Neuen Deutschen Welle, 1983, brachte DRAFI bei Metronome seine letzte Single unter dem Pseudonym „No I Can“ heraus – heute eine beliebte Perle fĂŒr die Fans des SĂ€ngers.

FĂŒr den Italiener BINO komponierte DRAFI DEUTSCHER dessen Hit des Lebens: „Mama Leone“ wurde 1978 ein Hit und ist bis heute ein lupenreiner Evergreen. Im Jahr 2003 arbeiteten BINO und DRAFI noch einmal zusammen. Ergebnis der Kooperation war ein Song, der unter dem Namen „La Dolce Vita feat. BINO & DRAFI“ veröffentlicht wurde – das echte „Schmankerl“ heißt „Muy Bien“.

Der nĂ€chste Titel ist allseits bekannt – „You Want Love“ ist einer von DRAFIs allergrĂ¶ĂŸten Hits. Als MIXED EMOTIONS hielt sich DRAFI gemeinsam mit OLIVER SIMON unglaubliche 38 Wochen in den deutschen Singlecharts – natĂŒrlich darf auch dieser Song auf der Compilation nicht fehlen.

Im Jahr 1976 veröffentlichte „MR. WALKIE TALKIE“ das von RENATE VAPLUS geschriebene Lied „Be My Boogie Woogie Baby“. Wie heute bekannt ist, verbarg sich hinter beiden Pseudonymen mal wieder DRAFI DEUTSCHER und fĂŒhrte den gute-Laune-Song zum Erfolg. Einmal mehr besticht DRAFI hier mit seiner Vielseitigkeit – es mĂŒssen nicht Bombast-Balladen oder knackige Popsongs sein – nein, es kann auch ein fröhlicher Schlager sein – es reichte fĂŒr die Top-40 der Singlecharts.

Unter dem Namen „DRAFI“, aber auch als JACK GOLDBIRD veröffentlichte DRAFI 1980 seine Single „Rainy Day Feelin‘“, die recht experimentell und modern produziert war. Damit war er wohl seiner Zeit etwas voraus.

In seiner SpĂ€tphase veröffentlichte DRAFI DEUTSCHER einige Lieder mit religiösem Einschlag, teilweise auch in Zusammenarbeit mit CHRISTIAN BRUHN. Das Album und die daraus ausgekoppelte Single „Das ist er“ erschien im Jahr 1997.

Im Jahr 1985 erschien das Album „Krieg der Herzen“ mit Liedern wie „Tief unter meiner Haut“ und „Doch das Weinen hab ich lĂ€ngst verlernt“. Aber auch der Titelsong kann sich hören lassen.

Eine weitere Perle auf DRAFIs Geburtstagsalbum ist zweifelsohne der 5 Âœ-Minuten-Song „Lost In New York City“, der vor 40 Jahren, also im Jahr 1981, erschienen ist. Das gleichnamige Album ging wohl im Getöse der damaligen Neuen Deutschen Welle etwas unter, es hatte aber eine hohe QualitĂ€t.

Tiefsinnig und nachdenklich gibt sich DRAFI mit seinem Song „Wer war Schuld daran“, der thematisch etwas an seinen Megaseller „Jenseits von Eden“ erinnert und heutzutage sicherlich gut beim Adventsfest mit den „Golden Voices Of Gospel“ zur Geltung kĂ€me.

Danach gibt es wieder ein echtes Schmankerl fĂŒr die Hardcore-Fans von DRAFI DEUTSCHER. Der als „MASQUERADE“ aufgenommene Titel „Silent Echoes Of Katja“ ist nur auf der B-Seite der Hitsingle „Guardian Angel“ erschienen – und NICHT auf dem Masquerade-Album „The Sound Of Masquerade“. 

Und auch an der englischen Version des Riesenhits „Herz-an-Herz-GefĂŒhl“, nĂ€mlich „Sensuality“ (in der extended Version) dĂŒrften nicht wenige Fans ihre Freude haben. (Der Song sollte ĂŒbrigens nicht mit dem gleichnamigen Lied verwechselt werden, das DRAFI als „NEW MIXED EMOTIONS“ herausgebracht hatte).

Abgerundet wird das Album „Happy Birthday DRAFI“ mit zwei sensationellen neuen Versionen aus dem Leben und Schaffen von DRAFI DEUTSCHER. So hat TANJA LASCH sich des Liedes „Doch das Weinen hab ich lĂ€ngst verlernt“ angenommen.

„Rund“ gemacht wird das Werk dann mit der nĂ€chsten Generation. Was mit „Uns’re Herzen frieren“ im Original von DRAFI startete, findet sein wĂŒrdiges Ende mit der neuen Version seines Sohnes RENÉ DEUTSCHER.

Persönliche Worte von RENÉ DEUTSCHER im Booklet

Bemerkenswert an „Happy Birthday Drafi!“ ist auch das Booklet. DRAFIs Sohn RENÉ DEUTSCHER schildert darin die dramatischen Stunden, als er vom Tod seines Vaters erfahren hat. Aus den Zeilen geht aber auch die große Verehrung vor der GenialitĂ€t des Vaters hervor – und so ist es ihm offensichtlich eine Herzensangelegenheit, dass DRAFI mit seinen „tricky“ Melodien nicht in Vergessenheit gerĂ€t. Der Sampler „Happy Birthday, Drafi!“ ist sicherlich ein Meilenstein, um dieses Ziel zu erreichen.

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2 Kommentare

  1. Mir fehlt auf dem Album der Titel „Das 11. Gebot“.

    NatĂŒrlich werden die meisten Schlagerfans „Marmor, Stein und Eisen bricht“ in ihrer Sammlung haben, trotzdem wĂ€re es beim Durchhören des Albums schön wenn der Titel auch kĂ€me.

    Martin W.

  2. Hallo Martin W,

    ‚Das Elfte Gebot‘ wurde mit Absicht nicht auf diesen Sampler genommen, da es sich dabei um einen „typischen“ Track gehandelt hĂ€tte. Der Song ist auf gefĂŒhlten Neunundrölfzig anderen Samplern verfĂŒgbar – da muss man die „vierunddrölfzig“ nicht mit Krampf vollmachen 😉

    Das Hauptaugenmerk bei dieser Compilation lag eben auf den Songs, die nicht alle Nase lang ‚verkoppelt‘ werden. Daher finden sich die eher bislang „vernachlĂ€ssigten“ Werke auf der Doppel-CD.

    Und mal ganz ehrlich: Du hast doch bestimmt mehr als eine Drafi-Compilation im Regal stehen, die den Song beinhaltet, oder 
 na komm, sei ehrlich! 😉

    Ich hoffe trotzdem, dass Dir die Doppel-CD gefÀllt!

    Viele GrĂŒĂŸe
    René Deutscher

FLORIAN SILBEREISEN: Seine „Goldene CD“ von DSDS ging an ein Mitglied der GOLDEN VOICES OF GOSPEL 6

Bild von Schlagerprofis.de

FLORIAN SILBEREISEN: Wusste er, WEM er da die Goldene CD ĂŒberreicht?

Dass der Start der neuen Staffel von DSDS in Sachen Einschaltquote mehr als holprig war, darĂŒber haben wir bereits berichtet. Auch in dieser Staffel haben die Juroren wieder die Möglichkeit, einen Kandidaten oder eine Kandidatin mit einer „Goldenen CD“ direkt in den Recall kommen zu lassen. Eine nette Idee, hinter der eigentlich steckt, dass persönliche Favoriten aufgrund der QualitĂ€t den Zuschlag bekommen sollten. In diesem Fall hat das Ganze aber ein „GschmĂ€ckle“: Die von FLORIAN SILBEREISEN Ausgezeichnete ist Mitglied bei den GOLDEN VOICES OF GOSPEL, die quasi StammgĂ€ste in den Shows mit FLORIAN SILBEREISEN sind. 

DSDS als Starschmiede fĂŒr die „Feste“?

Nun ist es ja so, dass der „Papst“ unserer Meinung nach fast nie „eigene“ Talente entwickeln konnte – die ganz großen Stars der Szene wurden vom ungeliebten ehemaligen MDR-Unterhaltungschef UDO FOHT entdeckt – SILBEREISEN, MROSS, HERTEL, selbst HELENE FISCHER – ohne FOHT wĂ€ren sie nie so groß geworden wie sie sind. 

Und heute? BEATRICE EGLI, RAMON ROSELLY, ANNA-CARINA WOITSCHACK, KARSTEN WALTER und und..? Das sind alles von DSDS stammende RTL-Talente. Auch ROSS ANTONY und GIOVANNI ZARRELLA wurden bei den „Privaten“ entdeckt. Dass JÜRGENS mal selber einen Star macht? Außer BEN ZUCKER sind uns da nicht viele Namen bekannt. Folglich ist man auf „Fremdanbieter“ angewiesen, eben RTL. 

Goldene CD fĂŒr „GOLDEN VOICES OF GOSPEL“

Wenn FLORIAN SILBEREISEN nun dem jĂŒngsten Mitglied der GOLDEN VOICES OF GOSPEL, also dem Chor, der quasi ein Abonnement in seiner „Feste“-Show hat und die nach unseren Informationen z. B. auch beim Schlagerbooom 2021 in Dortmund mitgewirkt hat, seine Goldene CD ĂŒberreicht – ist das Zufall? Oder will man da wieder jemanden fĂŒr das eigene Show-Format aufbauen? Vielleicht hat CHRISTIAN GELLER bereits Studiotermine in seinen Kalender eingetragen? Womöglich wird „ABI“ ihre Lieder wieder bei TELAMO in Partnerschaft mit unikat music veröffentlichen? – In einem heutigen Post bei Facebook schreibt FLORIAN SILBEREISEN jedenfalls: 

Direkt in der ersten Folge vom neuen DSDS haben wir ein riesengroßes Gesangstalent entdeckt: Die 17-jĂ€hrige Abigail! Sie hat sich meine Goldene CD wirklich verdient und kommt damit direkt in den Auslands-Recall! 😉

Bleibt die Frage, warum er dieses Talent, das bereits in seiner eigenen Show aufgetreten ist, nicht auch in siener eigenen Show entdecken und groß machen konnte? Okay, eine ErklĂ€rung wĂ€re, dass in seiner Show (so gut wie) niemand live singt und die außerordentlichen QualitĂ€ten von „ABI“ in seiner Show daher nicht festgestellt hĂ€tten werden können. Aber etwas „merkwĂŒrdig“ finden wir es schon, dass FLORIAN „vergessen hat“, wer denn da die Goldene CD bekommen hat – eben das Mitglied eines ihm sehr bekannten Chores. Stellt sich die Frage: Hat sich so etwas schon einmal DIETER BOHLEN erlaubt? Spricht das wirklich fĂŒr SeriositĂ€t? Oder ist das „Kungelei“?

RTL schreibt derweil zu ABIGAIL:

Abigail hat multikulturelle Wurzeln, ihre Eltern stammen aus der Dominikanischen Republik und Chile. Sie hat als Background-SĂ€ngerin fĂŒr Schlagerstars wie Helene Fischer schon einiges an BĂŒhnenerfahrung vorzuweisen, ist Teil eines Gospelchors und war mit Star-Geiger Andre Rieu auf Tour. Diese tollen Erfahrungen möchte sie nun auch bei DSDS in die Waagschale werfen – und hat mit der Goldenen CD von Florian Silbereisen direkt den Sprung zum Recall in Italien geschafft!

Wie gesagt: Wahrscheinlich ist ABIGAIL ein großes Talent, vielleicht wird sie sogar Siegerin der Staffel – NUR: Warum muss hier der „Umweg“ ĂŒber DSDS gegangen werden, wenn sie doch schon lĂ€ngst Bestandteil der Szene ist und es genĂŒgend ARD-Formate gĂ€be, wenn man sie ehrlich betreiben wĂŒrde? Warum z. B. war nicht ABIGAIL in der Show „Schlager Chance“ dabei? Immerhin ist man bei RTL schlau genug, den Namen des Gospelchors „auf kleiner Flamme zu kochen“ – allerdings schon hier und da in Berichten zu erwĂ€hnen.

Explizit schreiben die GOLDEN VOICES OF GOSPEL höchstselbst auf ihrer Facebook-Seite: 

The entire Golden Voices of Gospel family send our heartfelt Congratulations to our youngest member Abigail Campos and her family on her Great performance and super success on Deutschland Sucht Den Superstar! We are all so proud of you Abi!

Auf Deutsch (Facebook-Übersetzung): „Die gesamte Golden Voices of Gospel Familie ĂŒbermittelt unserem jĂŒngsten Mitglied Abigail Campos und ihrer Familie herzlichen GlĂŒckwunsch zu ihrer großartigen Leistung und ihrem super Erfolg auf Deutschland Sucht Den Superstar! Wir sind alle so stolz auf dich Abi!

Das mag man nun cross-mediale Vermarktung oder so nennen – ob DAS heutzutage „normal“ ist, SO Stars zu fördern, mag sein – wir finden auch das wieder unfassbar. Ob sich diese „erstaunliche“ Vorgehensweise weiterhin in den Einschaltquoten widerspiegeln wird, wird sich zeigen. Wir finden jednefalls, dass „ABI“ bestimmt ein ganz tolles Talent ist, das derartige „Spielchen“ nicht möglich hĂ€tte, sondern allein mit ihrem Talent auch so sicherlich ihren Weg gemacht hĂ€tte. Hoffentlich schadet ihr diese offenstichliche „Erstaunlichkeit“ bei DSDS nicht mehr als sie ihr nutzt…

Foto: RTL / Stefan Gregorowius

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STEFANIE HERTEL: „Wenn die Musi spielt“ – TV-Kritik von THOMAS KAISER 0

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Musi in der Schlagerprofis-Kritik – Quoten leider nicht ĂŒberzeugend

Unser Kolumnist THOMAS KAISER hat sich gestern die „Musi“-Sendung angesehen und zieht ein klar positives Fazit. Vorab sei der Fairness halber aber erwĂ€hnt, dass die „Musi“ leider – ebenso wie DSDS – unter einem Quotenschwund gelitten hat.In Österreich sahen 433.000 Menschen zu – der Marktanteil von 16 % ist zufriedenstellend, aber nicht berauschend. Im Sendegebiet des MDR waren gerade einmal 235.000 Zuschauerinnen und Zuschauer dabei – 6,6 % Marktanteil sind sicher eine herbe EnttĂ€uschung – allerdings wurde auch wenig Werbung gemacht – vielleicht wird es im Sommer ja wieder besser. – Nun aber zur Kritik von THOMAS KAISER:

Live-Show in Pandemie Zeiten? Ja, es geht!

Beim Winter Open Air 2022 „Wenn die Musi spielt“ zeigte der ORF, dass es auch in Zeiten von Corona möglich ist, eine Show mit echter Abwechslung Live auf die BĂŒhne zu zaubern. ARNULF PRASCH und STEFANIE HERTEL begrĂŒĂŸten die Fans und Zuschauer in Bad Kleinkirchheim, genauer gesagt im Feriendorf Kirchleiten.

Diskutable Version von „Du hast den Farbfilm vergessen“

Das Potpourri der KĂŒnstler reichte von Pop-Schlager einer SASKIA LEPPIN mit „Es hört niemals auf“ ĂŒber volkstĂŒmlichen Schlager der FETZIGÂŽN aus dem Zillertal bis zum Partyschlager der JUZIS. Die JUZIS starteten ihren Auftritt mit einem Cover des Lieds „Du hast den Farbfilm vergessen“. Die wahrscheinlich ĂŒberzeugendste Version stammt von NINA HAGEN aus dem Jahre 1981. Ob es sinnvoll ist, in heutiger Zeit diesen DDR-Kultschlager im JUZI-Sound erklingen zu lassen, soll jeder fĂŒr sich selbst entscheiden.

Kreative GĂ€steauswahl

Auch Gruppen, die nur sehr selten zusehen sind wie die aus KÀrnten stammende, dem Pop zugewandte Gruppe MATAKUSTIX, die OBERKRAINER POWER aus der Steiermark oder die MOUNTAIN CREW (Oberösterreich) durften sich ein Stelldichein geben.

DANIEL SOMMER mit Corona-Erkrankung ausgefallen

Der auf der GĂ€steliste angekĂŒndigte DANIEL SOMMER musste aufgrund einer Corona-Infektion seinen Auftritt leider absagen. Das ist sehr schade, da die Zuschauer somit nicht in den Genuss des gemeinsamen Duetts mit SASKIA LEPPIN „Das war so nicht geplant“ kamen. Warum der Ă€ußerst sympathische und smarte DANIEL SOMMER bis jetzt in anderen Shows (außer beim SWR) so gut wie gemieden wird, bleibt unergrĂŒndlich. Die aktuelle Single von DANIEL SOMMER  heißt ĂŒbrigens „Warum suchst Du woanders“.

ALLESSA und MISHA KOVAR – tolle SĂ€ngerinnen

EigenstĂ€ndig war auch die PrĂ€sentation von ALLESSA und „Das kann’s doch nicht gewesen sein“. – Mit ALLESSA verhĂ€lt es sich wie mit DANIEL SOMMER. Bis heute so gut wie keine Auftritte in großen Schlager- und Musikshows und das bei dieser ĂŒberzeugenden Performance und Stimme.

Ein weiterer seltener Gast aus Österreich war MISHA KOVAR  mit „Winterwunderwelt“, welche neben SASKIA LEPPIN Musical-Erfahrung besitzt.

Wieso ALLESSA und MISHA KOVAR nach ihren Auftritten so mir nichts dir nichts hinter die BĂŒhne verschwanden, ohne dass man mit den beiden ein Wort gewechselt wurde, bleibt leider unbekannt. Hier wĂ€re die Möglichkeit gewesen, beide auch in Worten einem grĂ¶ĂŸeren Publikum vorzustellen. Fragen hĂ€tte es bestimmt genug gegeben. Hier wurde eine Chance verpasst.

ROSS ANTONY im Interview

Im Gegenzug wurde mit ROSS ANTONY nach seiner PrĂ€sentation von „Willkommen im Club“ ein Plausch mit STEFANIE HERTEL abgehalten. Von ROSS ANTONY dĂŒrfte mittlerweile fast alles bekannt sein. – In solchen Dingen sollte man von den Verantwortlichen und Veranstaltern in Zukunft fĂŒr solche Shows mehr Balance und Ausgewogenheit erwarten.

DRAUFGÄNGER mit neuer SĂ€ngerin

Weitere GĂ€ste waren die Partyschlagerband DIE DRAUFGÄNGER mit der neuen SĂ€ngerin CHIARA PROSSINGER, die gegenĂŒber anderen KĂŒnstlern mehrere Songs zum Besten geben durften. Ob man diese Gruppe mag oder nicht, ist in diesem Fall echt Geschmackssache.

MARCO VENTRE und MITCH KELLER mit BERENICE

Der Radio KĂ€rnten Moderator MARCO VENTRE gab den Song „Neuer Tag“ zum Besten. FĂŒr ein Winter Open Air ein vielleicht zu sperriger Song, hier wĂ€re von der Machart her doch ein wenig mehr Geschmeidigkeit besser gewesen. Auch die Fans von MITCH KELLER kamen auf Ihre Kosten, er hatte einen Auftritt mit der Steirerin BERENICE, die sich als SĂ€ngerin bei ANDREAS GABALIER einen Namen gemacht hat, und dem Cover von „Baby When You’re Gone“: „Ich zeig Dir, wie es geht“.

Eine Premiere bei Wenn die Musi spielt durften die SÜDSTEIRER mit Tanzen geben. Mit Ihrer BĂŒhnenperformance erinnerten Sie ein wenig an VOXXCLUB. Ihr Song „Tanzn“ ging gut ins Ohr. Premiere geglĂŒckt kann man da sagen.

ANNA-CARINA WOITSCHACK mit zwei Liedern

Einen Ausflug in die wunderbare verschneite Berglandschaft von KĂ€rnten gab es mit ANNA CARINA WOITSCHAK und „KĂŒss mich wach“. SpĂ€ter folgte von Ihr ein LIVE-Auftritt mit Ihrer Ballade „MĂ€rchenbuch“.

UDO WENDERS und VANESSA HERZOG: So macht Winter Spaß

UDO WENDERS zeigte sich mit „Lass mich bei Dir sein“ von der Gerlitzen Alpe und spĂ€ter mit einer eigenen Version von ROGER WHITTAKERS „Ein bisschen Aroma“. Die Tiroler EisschnelllĂ€uferin VANESSA HERZOG verzauberte die Zuschauer mit einem Besuch an den ins Sonnenlicht winterlich verschneiten Weissensee. So macht der Winter Spaß.

MELISSA NASCHENWENG blieb fern

Auch die Gastgeberin STEFANIE HERTEL kam nicht zu kurz. Sie performte ein Medley mit alten Schlagerklassikern und Ihrer DIRNDLROCKBAND.

Im Vorfeld der Show wurde ein Kommen von MELISSA NASCHENWENG, der zurzeit erfolgreichsten Musikerin Österreichs, angekĂŒndigt.  Wie von MELISSA NASCHENWENG selbst verkĂŒndet, fand dieser Besuch leider nicht statt. Ein zĂŒnftiges krachendes „Bergbauernbuam“ oder der „TraktorfĂŒhrerschein“ im Dialekt gesungen wĂ€ren genau richtig gewesen. Wir hoffen auf ein nĂ€chstes Mal.

FÄASCHTBÄNKLER nicht dabei, obwohl angekĂŒndigt

Auch die aus der Schweiz stammenden FÄASCHTBÄNKLER waren  nicht zugegen, obwohl sie im Pressetext angekĂŒndigt wurden. In Bezug auf solche Dinge sollten die Sender in Zukunft endlich offener und ehrlicher kommunizieren. Einige Worte zum Fernbleiben von den Gastgebern ARNULF PRASCH und STEFANIE HERTEL wĂ€ren richtig gewesen.

MELANIE PAYER hÀtte der Sendung gutgetan

Wo war bitte die ebenfalls aus KĂ€rnten kommende, genauer gesagt in St. Veit an der Glan beheimatete MELANIE PAYER? Hier wurde die Gelegenheit vertan, diese SĂ€ngerin einem breiteren Publikum vorzustellen. MELANIE PAYER ist wie viele in der Branche seit Jahren aktiv und wird besonders in TV-Shows mehr als stiefmĂŒtterlich behandelt.

Sie hĂ€tte ihre neue Single, den ruhigen Song „Seit du nicht mehr da bist“ oder den aus dem FrĂŒhjahr 2021 veröffentlichten Schlager „Papillon“ prĂ€sentieren können. Bei diesem Schlager ĂŒberzeugt MELANIE PAYER auch stimmlich auf ganzer Linie. Der Song stellt keine Beats oder irgendwelche Rhythmen in den Mittelpunkt, sondern eine den menschlichen Ohren starke schmeichelnde Melodie- und Gesangslinie.

NIK P. feiert JubilÀum

Als letzter KĂŒnstler betrat der sehr beliebte Nik P. die BĂŒhne, der in diesem Jahr sein 25. JubilĂ€um feiert. Dazu sei herzlich gratuliert. Er sang „Die Sterne stehen gut“, „Wir sind da um zu Leben“ und ein Hitmedley u. a. mit „Gloria“ und „Geboren, um dich zu Lieben“. NIK P. dankte seinen Fans und AnhĂ€ngern, dass es ihn nach 25 Jahren als KĂŒnstler noch gibt. Er hat bereits sein Kommen fĂŒr das Sommer Open Air angekĂŒndigt.

Beschlossen wurde die Show in einem gemeinsamen Auftritt aller KĂŒnstler und dem Open Air-Lied.

Fazit: Große Bandbreite

Man muss es noch mal sagen. Die Bandbreite, die gestern geboten wurde, hat man fast nur noch in den Sendungen des SWR, nĂ€mlich bei ANDY BORGS Schlager-Spaß und bei Immer wieder sonntags von STEFAN MROSS.

Hoffen wir, dass das Sommer Open Air am Samstag, dem 18. Juni wieder am alten Ort auf dem Feld des Hoferriegel-Bauern in St. Oswald stattfinden kann.

Thomas Kaiser

Foto: © MDR/ORF/Peter Krivograd

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