DRAFI DEUTSCHER: Sein Gedenkalbum „Happy Birthday DRAFI“ ist ein Leckerbissen für seine Fans 2

Drafi Deutscher "Happy Birtday, Drafi!"

DRAFI DEUTSCHER: Auch 15 Jahre nach seinem Tod unvergessen

Zugegeben – wir sind etwas spät dran, aber manchmal will gut Ding Weile haben. Und so widmen wir uns nun einem bemerkenswerten Sampler zu Ehren von DRAFI DEUTSCHER: „Happy Birthday, Drafi!“ heißt er und ist anlässlich des 75. Geburtstags des großen Musikers erschienen. Der Sampler enthält das ganze Spektrum der Schaffenskraft von DRAFI DEUTSCHER – von Balladen bis hin zu rockigen Sounds ist alles vertreten.

Zugegeben – die ganz jungen „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und „Shake Hands“-Hits finden sich nicht auf der Compilation. Wir finden: Nicht schlimm, die dürfte wohl ohnehin jeder Schlagerfan im Bestand haben. Dennoch muss man DA Music ein großes Kompliment aussprechen, diverse Songs anderer Plattenfirmen verkoppeln zu dürfen, so dass eine wirklich schöne und beeindruckende Werkschau der Songs von DRAFI entstanden ist.

Zu den Liedern im Einzelnen…

Zwanzig Jahre, nachdem DRAFI DEUTSCHER erstmals die Albumcharts eroberte, gelang ihm das mit „Gemischte Gefühle“ erneut – und wie. Keines seiner Alben hielt sich auch nur ansatzweise so lange in den deutschen Bestenlisten wie eben „Gemischte Gefühle“, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass DRAFI damals mit dem Duo „MIXED EMOTIONS“ sehr erfolgreich war.

Im Dezember 1986 war die Single „Uns’re Herzen frieren“ aus dem Album sehr erfolgreich. Co-Autor und Co-Produzent des Songs war der Keyboarder von NOVALIS, LUTZ RAHN, der zusammen mit Drafi und Chris Evans-Ironside für den damaligen Sound mit verantwortlich zeichnete. Der nachdenkliche Titel soll unter dem Einfluss der Tschernobyl-Katastrophe entstanden sein.

Der Song „Solang‘ aus Liebe“ erschien erstmals vor 30 Jahren auf dem Album „Wie Ebbe und Flut“. Den Titel stellte DRAFI DEUTSCHER im Frühjahr 1992 in der ZDF-Hitparade vor. Viele Jahre später hat INGRID PETERS diesen Song anlässlich des Gedenkalbums ‚The Last Mile‚ noch einmal als Tribut gecovert.

Einen großen Erfolg landete DRAFI DEUTSCHER 1984 mit „Tief unter meiner Haut“. Erstmals nach fast vierzehn Jahren trat er mit diesem von „KNIBBEL“ HORN-BERNGES getexteten Song mal wieder in der ZDF-Hitparade auf und konnte sich gleich mit dem Titel wieder in der Show platzieren.

Im Winter 1983 lieferte sich DRAFI mit sich selbst ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“. Und das kam so: Er komponierte den Hammer-Song „Guardian Angel“ und veröffentlichte ihn selbst, allerdings unter dem Pseudonym „MASQUERADE“. Die deutsche Version „Jenseits von Eden“ sang NINO DE ANGELO. Das Original („Guardian Angel“) blieb dann hinter NINOs Schlager-Version zurück und schaffte es „nur“ auf Platz 2.

Da DRAFI den Song als KURT GEBEGERN höchstselbst komponiert hat, wird er es verschmerzt haben. Mit dem Produzenten „NICO LOGES“ alias STEFAN KÖRBER hat er den Song 1998 noch mal als Duett aufgenommen. Damals produzierten die beiden in Teilen das Album „Zukunft“. Ein bemerkenswerter Titel dieser Zusammenarbeit ist der Song „Doch ich bin da“.

Mitte der 1980er Jahre hatte DRAFI DEUTSCHER ein besonderes „Händchen“ für das Komponieren von Balladen. Auch „Doch das Weinen hab ich längst verlernt“ wurde von NINO DE ANGELO gecovert – es ist aber eine Komposition von DRAFI (den Text schrieb der damals übrigens sehr bekannte Dr. BERND MEINUNGER („Ein bisschen Frieden“).

Um die Jahrtausendwende veröffentlichte DRAFI den nachdenklichen Song „Der letzte Zug nach Eden“, was der Opener-Song seines Albums „Zukunft“ war und später auch als Single veröffentlicht wurde.

Die Nachfolgenummer von „Guardian Angel“, „Everyday Loser“, schaffte es 1984 immerhin noch mal in die Single-Charts – das Projekt „MASQUERADE“ blieb allerdings nur auf ein Album beschränkt und wird wohl in erster Linie mit dem Überhit „Guardian Angel“ verbunden bleiben.

In der Hochzeit der Neuen Deutschen Welle hatte die Band OMD einen Riesenhit mit „Maid Of Orleans“. Der gefiel DRAFI so gut, dass er die deutsche Version davon auf den Markt brachte – für die Ariola wurde der Song „Jeanne d’Arc“ produziert.

Mit der Bombast-Ballade „Lay Your Head On My Shoulder“ wurde noch einmal versucht, via Single an den „Guardian Angel“-Erfolg anzuknüpfen, aber Single Nummer 3 von MASQUERADE war dann wohl nicht mehr das, was das Publikum von DRAFI hören wollte, auch (oder gerade weil) der Song schon an „Guardian Angel“ erinnerte.

Nach den weniger bekannten Titeln wird es Zeit für einen absoluten DRAFI-Evergreen. Der Epochal-Song „Herz an Herz Gefühl“ war 17 Wochen in den Single-Charts und hielt sich damit länger als jeder andere selbst gesungene Song des Meisters unter seinem Namen. Nachdem DRAFI den Song vor 35 Jahren im Sommer ursprünglich als englischen Song „Sensuality“ veröffentlichte und damit auch schon erfolgreich war, setzte er mit der deutschen Version „Herz-an-Herz-Gefühl“ einen drauf – ein Evergreen.

Ein Spätwerk von DRAFI DEUTSCHER ist der 25 Jahre alte Titel „Wenn man liebt“, der auf DRAFIs Album „So viele Fragen…“ erschienen ist und von CHRISTIAN BRUHN und RED HERSCHMANN, dem Bruder von ERIK SILVESTER, produziert worden ist – auch der von DRAFI geschriebene und getextete Song wurde epochal arrangiert.

Zusammen mit DON ORIOLO (schrieb Songs für Gloria Gaynor, Meat Loaf, Donna Summer. Bon Jovi etc.) schrieb DRAFI DEUTSCHER den von ERICH LIESSMANN (sprich JEAN FRANKFURTER, der diesmal seinen echten Namen anführte,) getexteten Song „Angie“ – und ahnte damals nicht, dass das die Hymne einer Kanzlerin werden könnte: Der Song erschien vor 40 Jahren und ist eine echte Perle aus dem Album „Lost in New York City“.

Außer „Tief unter meiner Haut“ veröffentlichte DRAFI auf dem legendären „Krieg der Herzen“-Album auch noch den Song „Dich holt niemand mehr zurück“ – ein Lied, welches später auch NINO DE ANGELO für das Tribut-Album ‚The Last Mile‘ aufnahm. Den Song schrieb DRAFI mit BERND MEINUNGER.

Nur selten auf CD zu finden ist das ebenfalls epochale Lied „Gib nicht auf!“, das KRISTINA BACH mit DRAFI DEUTSCHER im Duett sang und ein echter Evergreen wurde. Diese Duettversion erschien erstmals auf KRISTINAs Album „Es kribbelt und es prickelt…“ und ist seither nur selten neu verkoppelt worden – ein weiteres Schmankerl von „Happy Birthday, DRAFI!“.

Der Song „Mit verbundenen Augen“ aus dem „So viele Fragen“-Album kommt in der Maxiversion daher.

Der letzte Titel von CD 1 ist noch mal ein echter Leckerbissen. 1979 verkündete die Plattenfirma CBS nämlich: „JACK GOLDBIRD ist DRAFI DEUTSCHER“. Hintergrund ist, dass DRAFI damals viele Hits unter dem besagten Pseudonym veröffentlicht hatte. Im Werbetext der CBS heißt es:

„Wer kennt ihn nicht? DRAFI DEUTSCHER! Sein „Marmor, Stein und Eisen bricht“ machte ihn über Nacht berühmt. Noch heute ist der Song ein Begriff. Mittlerweile ist aus dem Teenager-Star ein anerkannter Komponist geworden, der intensiv am Erfolg von Kollegen beteiligt ist. So schrieb er z. B. „Belfast“ für BONEY M., „Silver Bird“ für TINA RAINFORD, „Fly Away Pretty Flamingo“ für PEGGY MARCH, „Mama Leone“ für BINO.

… und eben auch „Can I Reach You“ für JACK GOLDBIRD – und damit für sich selbst. Denn JACK GOLDBIRD ist niemand anderer als DRAFI DEUTSCHER. Unter seinem richtigen Namen erscheint dieser Disco-Renner jetzt neu. Bye-Bye GOLDBIRD – Welcome DRAFI!“.

CD 2 startet mit einem weiteren typischen DRAFI-Epos der späten 1980er Jahre. „Über Grenzen geh’n“ hört sich fast so an, als hätte er die deutsche Einheit vorausgesehen, als diese Grenzen ja eingerissen wurden. Das gleichnamige Album schaffte es in die Top-40 der deutschen Verkaufscharts.

Ein echtes Schmankerl ist der nächste Song. DRAFIs Sohn RENÉ DEUTSCHER hat die Musikalität vom Vater geerbt und sich zum Ziel gemacht, das Lebenswerk seines Vaters zu erhalten – u. a., indem er die Lieder von DRAFI in einen zeitgemäßen Sound überträgt, ohne den Charakter der Stücke zu zerstören. Gelungen ist ihm dies besonders gut mit seiner Version von „Tief unter meiner Haut“ – sicherlich ein Gänsehaut-Song für alle DRAFI-Fans.

Auch in seinen „späten Jahren“ gelangen DRAFI DEUTSCHER Hits. So konnte sich sein epochaler von CHRISTIAN BRUHN komponierter Song „Amen“ gleich mehrfach in der ZDF-Hitparade platzieren.

Im Sommer 1988 gelang DRAFI DEUTSCHER die zweitbeste Chartsplatzierung seines Projekts „MIXED EMOTIONS“. Mit „Just For You“ ging es in die Top-12 der deutschen Singlecharts. Ein besonderes Schmankerl für die Fans ist, dass der Song in der Maxi-Version verkoppelt wurde.

Erneut in der Hochzeit der Neuen Deutschen Welle, 1983, brachte DRAFI bei Metronome seine letzte Single unter dem Pseudonym „No I Can“ heraus – heute eine beliebte Perle für die Fans des Sängers.

Für den Italiener BINO komponierte DRAFI DEUTSCHER dessen Hit des Lebens: „Mama Leone“ wurde 1978 ein Hit und ist bis heute ein lupenreiner Evergreen. Im Jahr 2003 arbeiteten BINO und DRAFI noch einmal zusammen. Ergebnis der Kooperation war ein Song, der unter dem Namen „La Dolce Vita feat. BINO & DRAFI“ veröffentlicht wurde – das echte „Schmankerl“ heißt „Muy Bien“.

Der nächste Titel ist allseits bekannt – „You Want Love“ ist einer von DRAFIs allergrößten Hits. Als MIXED EMOTIONS hielt sich DRAFI gemeinsam mit OLIVER SIMON unglaubliche 38 Wochen in den deutschen Singlecharts – natürlich darf auch dieser Song auf der Compilation nicht fehlen.

Im Jahr 1976 veröffentlichte „MR. WALKIE TALKIE“ das von RENATE VAPLUS geschriebene Lied „Be My Boogie Woogie Baby“. Wie heute bekannt ist, verbarg sich hinter beiden Pseudonymen mal wieder DRAFI DEUTSCHER und führte den gute-Laune-Song zum Erfolg. Einmal mehr besticht DRAFI hier mit seiner Vielseitigkeit – es müssen nicht Bombast-Balladen oder knackige Popsongs sein – nein, es kann auch ein fröhlicher Schlager sein – es reichte für die Top-40 der Singlecharts.

Unter dem Namen „DRAFI“, aber auch als JACK GOLDBIRD veröffentlichte DRAFI 1980 seine Single „Rainy Day Feelin‘“, die recht experimentell und modern produziert war. Damit war er wohl seiner Zeit etwas voraus.

In seiner Spätphase veröffentlichte DRAFI DEUTSCHER einige Lieder mit religiösem Einschlag, teilweise auch in Zusammenarbeit mit CHRISTIAN BRUHN. Das Album und die daraus ausgekoppelte Single „Das ist er“ erschien im Jahr 1997.

Im Jahr 1985 erschien das Album „Krieg der Herzen“ mit Liedern wie „Tief unter meiner Haut“ und „Doch das Weinen hab ich längst verlernt“. Aber auch der Titelsong kann sich hören lassen.

Eine weitere Perle auf DRAFIs Geburtstagsalbum ist zweifelsohne der 5 ½-Minuten-Song „Lost In New York City“, der vor 40 Jahren, also im Jahr 1981, erschienen ist. Das gleichnamige Album ging wohl im Getöse der damaligen Neuen Deutschen Welle etwas unter, es hatte aber eine hohe Qualität.

Tiefsinnig und nachdenklich gibt sich DRAFI mit seinem Song „Wer war Schuld daran“, der thematisch etwas an seinen Megaseller „Jenseits von Eden“ erinnert und heutzutage sicherlich gut beim Adventsfest mit den „Golden Voices Of Gospel“ zur Geltung käme.

Danach gibt es wieder ein echtes Schmankerl für die Hardcore-Fans von DRAFI DEUTSCHER. Der als „MASQUERADE“ aufgenommene Titel „Silent Echoes Of Katja“ ist nur auf der B-Seite der Hitsingle „Guardian Angel“ erschienen – und NICHT auf dem Masquerade-Album „The Sound Of Masquerade“. 

Und auch an der englischen Version des Riesenhits „Herz-an-Herz-Gefühl“, nämlich „Sensuality“ (in der extended Version) dürften nicht wenige Fans ihre Freude haben. (Der Song sollte übrigens nicht mit dem gleichnamigen Lied verwechselt werden, das DRAFI als „NEW MIXED EMOTIONS“ herausgebracht hatte).

Abgerundet wird das Album „Happy Birthday DRAFI“ mit zwei sensationellen neuen Versionen aus dem Leben und Schaffen von DRAFI DEUTSCHER. So hat TANJA LASCH sich des Liedes „Doch das Weinen hab ich längst verlernt“ angenommen.

„Rund“ gemacht wird das Werk dann mit der nächsten Generation. Was mit „Uns’re Herzen frieren“ im Original von DRAFI startete, findet sein würdiges Ende mit der neuen Version seines Sohnes RENÉ DEUTSCHER.

Persönliche Worte von RENÉ DEUTSCHER im Booklet

Bemerkenswert an „Happy Birthday Drafi!“ ist auch das Booklet. DRAFIs Sohn RENÉ DEUTSCHER schildert darin die dramatischen Stunden, als er vom Tod seines Vaters erfahren hat. Aus den Zeilen geht aber auch die große Verehrung vor der Genialität des Vaters hervor – und so ist es ihm offensichtlich eine Herzensangelegenheit, dass DRAFI mit seinen „tricky“ Melodien nicht in Vergessenheit gerät. Der Sampler „Happy Birthday, Drafi!“ ist sicherlich ein Meilenstein, um dieses Ziel zu erreichen.

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2 Kommentare

  1. Mir fehlt auf dem Album der Titel „Das 11. Gebot“.

    Natürlich werden die meisten Schlagerfans „Marmor, Stein und Eisen bricht“ in ihrer Sammlung haben, trotzdem wäre es beim Durchhören des Albums schön wenn der Titel auch käme.

    Martin W.

  2. Hallo Martin W,

    ‚Das Elfte Gebot‘ wurde mit Absicht nicht auf diesen Sampler genommen, da es sich dabei um einen „typischen“ Track gehandelt hätte. Der Song ist auf gefühlten Neunundrölfzig anderen Samplern verfügbar – da muss man die „vierunddrölfzig“ nicht mit Krampf vollmachen 😉

    Das Hauptaugenmerk bei dieser Compilation lag eben auf den Songs, die nicht alle Nase lang ‚verkoppelt‘ werden. Daher finden sich die eher bislang „vernachlässigten“ Werke auf der Doppel-CD.

    Und mal ganz ehrlich: Du hast doch bestimmt mehr als eine Drafi-Compilation im Regal stehen, die den Song beinhaltet, oder … na komm, sei ehrlich! 😉

    Ich hoffe trotzdem, dass Dir die Doppel-CD gefällt!

    Viele Grüße
    René Deutscher

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