Anita & Alexandra Hofmann – CD-Rezension ihres aktuellen Albums „Wahnsinn“: Klare Kaufempfehlung! Kommentare deaktiviert für Anita & Alexandra Hofmann – CD-Rezension ihres aktuellen Albums „Wahnsinn“: Klare Kaufempfehlung!

20180806 wahnsinn deluxe edition

Anita und Alexandra Hofmann behaupten, bereits seit über 30 Jahren gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Wenn man(n) sich das Coverfoto des aktuellen Albums „Wahnsinn“ ansieht, mag man das nicht glauben – weil die beiden aussehen, als wären sie nicht einmal 30 Jahre alt. Wie dem auch sei – auch mit ihrem neuen Album hat das Geschwisterpaar musikalisch einen weiteren Sprung nach vorne gemacht und sich einmal mehr neu erfunden. Auch wenn Anita und Alexandra ihre volkstümliche Vergangenheit nicht verleugnen, sind sie im Laufe der Jahre immer moderner geworden. So ist es ihnen gelungen, neue Fans zu gewinnen, ohne die alten Fans zu vergraulen – das neue Album geht diesen Weg konsequent weiter.

Der Titeltrack „Wahnsinn“ wurde vom Udo-Jürgens-Textdichter Wolfgang Hofer getextet. Anita & Alexandra haben im Interview gesagt, dass sie finden, dass der Begriff „Wahnsinn“ zu ihrer Karriere passe – 30 Jahre Erfolg sind in der Tat eine tolle Bestätigung für das Geschwisterpaar. In dem Lied geht es aber um den „Wahnsinn“, der sicht nach „dieser Nacht“ abspielt, wenn die „Liebe an die Macht“ kommen soll. Der moderne, erotische Opener des Albums macht buchstäblich Lust auf mehr. Der einschlagende „Komet“ geht in eine ähnliche Richtung. Auch dieser Titel wurde von einem aktuell erfolgreichen Songautor, Thomas Rosenfeld, geschrieben.

Dieser Augenblick“ ist ein Tanzflächenfüller, den der Produzent des Albums, Ralf Rudnik, höchstselbst komponiert. „Lass uns funky sein“ flehen die Hofmanns – wer würde sich dem nicht gerne anschließen – ein sehr modern produzierter Titel, der zeigt, wie sich Anita und Alexandra musikalisch weiterentwickelt haben.

Waterloo & Robinson erinnerten uns vor Jahrzehnten an das „Hollywood von gestern“. Anita & Alexandra hingegen hatten mit ihrer ersten Vorab-Single des Albums eine Idee, das heutige Hollywood in ein interessantes Licht zu rücken, indem sie die „stillen Helden“ der Gesellschaft ins rechte Licht rücken. Das wurde belohnt, indem ihr Video an exponierter Stelle bei Bernhard Brinks „Schlagern des Monats“ Premiere feierte und so ins rechte Licht gerückt wurde.

Ein beliebtes Schlagermotto ist „Carpe diem“ – also der Wunsch, jedem einzelnen Tag etwas Positives abzugewinnen. Das hat Ralf Rudnik im von ihm komponierten Song „Mein Tag“schön umgesetzt und lässt die Hofmanns vom „ohne-Ende-Glücksmoment“ erzählen.

Erotisch-sexy geht es im Song „Luft und Liebe“ zu, den der erfolgreiche Produzent und Komponist Tim Peters komponiert hat, der momentan auch mit dem Michelle/Reim-Duett „Nicht verdient“ auf sich aufmerksam macht. Very sexy singen Anita und Alexandra vom „süßesten Tabu“, das sie mit dem Typen mit dem „sexy Body“ brechen möchten – merke: „Ich hab Lust auf Liebe“ – o la la…

DAS Highlight des neuen Albums ist für mich eine extrem gelungene deutsche Version des Roxette-Klassikers „The Look“ – bei den Hofmanns heißt es: „Du hast den Look“. Die deutsche Version ist super produziert, und der Text passt zum Geschwisterpaar. „Wie ein Projektil triffst du jedes Ziel“ – das passt einfach. Einmal mehr haben Anita und Alexandra einen Roxette-Song toll eingedeutscht – das gelang ja bereits mit „100.000 Volt“ (Sleeping In My Car) und „Irgendwo in mir“ (Fading Like A Flower). – Das sollte eigentlich für eine Single-Auskopplung ausreichend sein.

Bernhard Wittgruber hat mit dem Vanessa-Mai-Song „Nie wieder“ auf sich aufmerksam gemacht. Für die Hofmanns komponierte er „Leben lieber laut“ – erneut geht es darum, das Leben im Hier und Jetzt zu genießen.

Bei all den heißen Uptempo-Nummern darf man nicht vergessen, dass Anita und Alexandra sehr wohl auch gut für intime Balladen sind. „Du gehörst zu mir“ ist so ein einfühlsamer Song. Auch „Jemand wie du“ ist ein einfühlsames Liebeslied, das aber wieder eher für die Tanzflächen geeignet ist: „Jemand wie du – tut mir richtig gut“ – und zwar selbst, „wenn ich mal ungenießbar bin“ und selbst wenn „Du wieder meinen Frust abkriegst“ – toll!

„Jeder Moment ist der schönste mit dir“ – das empfinden die Geschwister Hofmann „immer wieder mit dir“ im Song „Deja vu“. – Michael Kunzi, Bassist der Münchener Freiheit, schrieb den Hofmanns einen Song namens „Voll infiziert“, der einmal mehr die Tanzflächen füllen dürfte: „Im Neonlicht tanzen du und ich“ heißt es da – folglich sind die Hofmanns „voll infiziert“ und sind deshalb folgerichtig „völlig durchgeschwitzt.

Tattoos sind momentan ja ein beliebtes Schlagerthema – auch die Hofmanns haben sich davon indirekt anstecken lassen. „Herztattoo“ erzählt davon, wie es ist, wenn „leider für die Ewigkeit“ Gefühle entstehen. Auch wenn es eigentlich verboten ist, bleibt das besagte „Herztattoo“.

„Ich hätte Lust auf tausend Dinge“ – lassen uns die Hofmanns in „Hey was läuft heut Baby“ wissen. Diesmal geht es weniger romantisch, sondern eher erotisch zu – „In jeder Straße läuft die Extase“ – da will man(n) auch mal „funky sein“.

Einen imposanten Abschluss bildet das Hofmann-Album mit „Die Nummer 1“. Produzent Ralf Rudnik holte sich beim Text Unterstützung in Anita Hofmann: „Die Nummer 1 – ist genau meins“ wird sehr kommerziell skandiert – eine zweite Chance gibt es demzufolge nicht – ein echter Ohrwurm zum Mitsingen und –tanzen. Da dürfen auch die obligatorischen „100.000 Volt“ dürfen da natürlich nicht fehlen.

Einmal mehr muss man unter dem Strich Anita und Alexandra Hofmann loben – sie haben sich kontinuierlich weiterentwickelt und mit ihrem Jubiläumsalbum ein bemerkenswert modernes Schlageralbum vorgelegt, dem man ein großes Publikum wünschen kann.

Die „Deluxe-Edition“ enthält sogar nicht weniger als drei Tonträger – zwei CDs und eine DVD. Die Bonus-CD enthält so genannte „Ü 30“-Remixe beliebter Hofmann-Klassiker wie „100.000 Volt“, „Ich knips den Sommer wieder an“ und „Keine Liebeslieder“.

Die Bonus-DVD enthält die SWR-Produktion „Eine musikalische Reise“. Darin erfahren wir, dass Anita als 15-jährige im Fach Trompete den Wettbewerb „Jugend musiziert“ gewann. Was Stefan Mross dazu sagt, ist uns nicht bekannt..  interessant ist aber die Entwicklung, die das Geschwisterpaar binnen 30 Jahren genommen hat. Der SWR-Moderator Markus Brock hat die Hofmanns beim Videodreh und bei einem Open-Air-Konzert in Kitzbühel begleitet. Die DVD bietet einen interessanten Rückblick auf die Karriere Anitas und Alexandras, wobei die neuen Erfolge des Geschwisterduos nicht zu kurz kommen.

Kurzum – wir von den Schlagerprofis finden, dass gerade die Deluxe-Edition, die uns zur Rezension vorgelegt wurde, mit gleich drei Tonträgern den Kauf des Albums wirklich Wert ist. Wir drücken für eine gute Chartsposition kräftig die Daumen.

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Foto NENA: Harald Hoffmann

RYAN TEDDER (ONE REPUBLIC): „Streaming zahlt keine Mieten!“ 0

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Sänger von One Republic lobt Radio-Hitparaden vs. Streaming-Hits

Es ist zwar kein reines Schlagerthema, aber RYAN TEDDER, Musikproduzent, Komponist und Sänger der Band ONE REPUBLIC, hat auf seiner Instagramseite einen interssanten Aspekt ins Spiel gebracht, den schon einige Musiker genannt haben, auch aus der Schlagerszen. RYAN TEDDER sagt: „Sucker‚ war ein Billboard-Nr.1-Hit. Ich würde fünf davon gegen einen Radio-Nummer-1-Hit eintauschen.

Viel zu geringe Beteiligung der Songautoren bei Streaming-Dienstleistern

RYAN TEDDER begründet das wie folgt: Er meint – an alle gerichtet, die als Songautoren ihren Lebensunterhalt verdienen wollen gerichtet – dass mit Streaming selbst bei großen Hits „kein Blumentopf zu gewinnen ist“. So lange es für den Song selber (hier ist nicht die Aufnahme, sondern offensichtlich die Komposition bzw. das Werk  gemeint) keine nennenswerte Gewinnbeteiligung des Streaming-Umsatzes gibt, ist es schwierig mit dem Geldverdienen als Songautor. 

Wertschöpfung durch Radio

Es ist schon erstaunlich, was RYAN TEDDER seinen Fans bei Instagram verrät und welchen Tipp er gibt: Wichtig ist es demzufolge, einen Radiohit zu landen. Das „gute Old-Fashion-Radio“ mache demzufolge 80 bis 90 Prozent der Einnahmen von Musikautoren aus. Anders herum seien Milliarden von Streams beeindruckend, aber ein „Streaming-Hit“, so RYAN TEDDER, bezahle nicht die monatliche Miete, geschweige denn den Lebensunterhalt.

Radiopromoter enorm wichtig

Für uns durchaus überraschend, aber sehr interssant ist, dass RYAN TEDDER großen Wert auf „eine aussterbende Kunst bei großen Labels“legt. Seinen Worten zufolge ist es wichtig, Songs im Radio zu pushen, hier lobt er explizit sein „rebublicrecords-Team“ dafür, in dieser Hinsicht wichtige und gute Arbeit zu leisten.

RYAN TEDDERs Einschätzung gilt auch für den Schlager

Die Worte des international erfolgreichen Songautoren und Musikers geben zu denken. Wenn sogar ein Riesenhit wie „Sucker“ für den Autoren – so interpretieren wir das – bei den Streamingdienstleistern quasi kein nennenswertes Geld abwirft – die aber die Charts immer mehr dominieren, ohne für die Musik Erschaffenden von Wert zu sein, ist offensichtlich für die Kreativen wichtig, andere Alternativen zu finden. Und diesbezüglich spielt das Radio noch immer eine große Rolle.

SWR 4

Danke, SWR4

Auf den Schlager bezogen: Danke an SWR4, teilweise HR4, Radio B2, Schlagerparadies und Co. – und Kopfschütteln in Richtung WDR4 und Konsorten über nach wie vor nicht vorhandene Solidarität den Musikschaffenden gegenüber…

Foto: Wikipedia